Getränke Alles zu Getränken, sei es nun Wasser, Bier, Wein oder jeglich anderes Gebräu


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Alt 17.08.2006, 23:02
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Grillkönig
 
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Standard Hobby-Bierbrauer-Stammtisch

Der Fred war einfach überfällig! An alle selbsternannten Bierbrauer: hier seid ihr richtig!
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Alt 18.08.2006, 02:12
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Grillkönig
 
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Standard Anleitung

Ich mach' mal den Anfang. Auf die Schnelle zusammengehauen eine grobe Anleitung für den Laien:

Hobby-Bierbrauen

Zubehör:
- einiges, was sich im Laufe der Brauerei als hilfreich erweist
- das Wichtigste: ein Einmachkochtopf oder ähnliches (wahlweise irgend einen Behälter, in dem man ca. 30l Flüssigkeit zum kochen bringen kann - z. B. einen 40l-Topf, ein 50l-Alu-Bierfass oben abgesägt, Spundlöcher zugeschweißt, etc. zzgl. Gasbrenner)
- 2-3 Plastikbehälter 40l (Leimeimer von Kellereien, Brauereien, etc,) als Läuterbottich
- praktisch: 10 m Kupferrohr von Obi zur Doppelspirale gebogen als Kühler (Einmachglas in die Hand genommen, Rohr drübergebogen, äußere Spirale frei Hand) - Praktifix + Konsorten haben sicherlich profimässigere Vorschläge...




Zutaten:

- Leitungswasser
- Malz geschrotet ca. 5kg (Versandhandel), Mischung je nach Rezept
- Hopfenpellets 20-60g je nach R. (VH)
- Bierhefe, unter-/obergärig (VH)

- das Wichtigste: 1 mgl. verregneter Samstag kpl. !!!



Brauen:

20 Liter Wasser in den Einmachkochtopf, 5kg Malz reinschütten:
Einmaischen:



Und so sieht's dann aus:



Nächster Schritt: Anheizen.

Das Wichtigste: ständig rühren !!! (sonst brennt's an und schmeckt auch so)



3 Temperaturstufen sind zu erreichen und je nach Rezept unterschiedlich lange zu halten:
52°C - Eiweißrast - ca. 30 min.
62°C - Maltoserast - ca. 30 min.
72°C - Verzuckerungsrast - ca. 30 min.

und nicht vergessen: immer kräftig rühren



78°C (max. 80!) - Fertig! - Abläutern (Filtern):




Das kann übrigens ziemlich dauern, besonders bei Hefeweizen wg. dem hohen Eiweißgehalt vom Weizen.

Ist die Suppe durchgelaufen, hat man eine warme Brühe namens Würze hergestellt. die wird nun in ein Kochgefäß gefüllt (Der Einmachkochtopf kommt nicht richtig auf Temp., besser ist ein 40l-Topf auf'm Herd oder am Besten: über einem Gas-Hockerkocher o. Ä.

nächster Schritt: Würze kochen:



Nach Kochbeginn läuft die Zeit: 90 min. Beim Kochen kommt jetzt auch der Hopfen dazu: Bitterhopfen (Pils) ca. 10 min. nach KB, Aromahopfen ca. 10 min. vor Kochende - je nach Rezept.

Nach dem Kochen wird die Würze erneut gefiltert. Da das Zeug immer noch sauheiß ist, wird jetzt gekühlt:
Man kann das in der Badewanne im Kaltwasserbad machen, (dauert ca. 2 Tage), oder man biegt sich aus 10m Kupferrohr von Obi eine Kühlspirale (hier ein Profimodell):



Da schließt man dann einen Gartenschlauch an, und ruck-zuck hat die Würze nur noch 20°C (ca. 15 min.):



(...wie gesagt: das hier ist eine Profi-Spirale, meine ist wesentlich einfacher, mit ein paar Aquariumschläuchen ist das aber genausogut an den Wasserhahn in der Küche an geschlossen...

Was jetzt noch fehlt, ist ein 30l-Getränkefass mit Gärspund, wo die ganze Sosse reingefüllt wird. Dann wird noch die Trockenhefe "rehydriert", dh., in ein Glas mit Würze geschüttet, umgerührt und 20 min. stehengelassen, und ab damit in das Fass.

Nach der Gärung (ca. 3-4 Tage) wird das Bier auf Bügelflaschen abgefüllt. (Aus Zeitmangel lass' ich das Bier immer durchgären und füge dann zu jeder Flasche einen 3/4 Teelöffel Zucker hinzu. Das entspricht zwar nicht dem deutschen Reinheitsgebot, aber ich kann das Bier nach 1 Woche bei Zimmertemperatur beruhigt in den Keller stellen, und brauch' mir keine Sorgen über Über- oder Unterdruck in der Flasch zu machen. Der Zucker baut genau den Druck auf, um ein spriztiges Bier mit super Schaum zu erzeugen. Man darf nur nicht zu lange mit dem Abfüllen warten, sonst nützt auch der Zucker nix (die Kohlensäure ist im Bier gelöst und verliert sich mit zunehmender Standzeit).

Also das war's von mir so auf die Schnelle zu später Nacht, meldet euch für Fragen, Anregungen, Rezepte, Erfahrungen, etc.

Stay Hot! Euer Peperoni.
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Alt 18.08.2006, 07:46
Benutzerbild von Babyback Ripper
Metzger
 
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Ey da bin ich dabei !
Bin auch Maischebrauer und seit zwei Jahren aktiv.
Ich gehöre auch zur Elektrobraufraktion, habe aber mitlerweile auf 2 Pötte a 29 ltr. expandiert.
Für die Nachgüsse habe ich einen eigenen Herd im Keller.
Geläutert wird allerdings per Panzerschlauchsystem.

Heißtrubtrennung mache ich per Whirlpool.
Danach ziehe ich die Würze über einen selbstgebauten Ringsyphon ab.
Von der Trockenhefe bin ich auch weg.
Dank ausführlicher Information auf
www.hobbybrauer.de
habe ich mir für meine Lieblingssorten aus Flüssighefestämmen,
Dauerkulturen auf Agar-Agar Böden angelegt.
Funzt prima und man ist einigermaßen unabhängig.
Was noch fehlt wäre eine größere Kühlmöglichkeit für die Reifung/Kaltkonditionierung.
Im Augenblick habe ich zwar einen eigenen Bierkühlschrank im Keller, aber mehr als 50 Flaschen 0,5 gehen da nicht rein.
Fein wäre eine Kühltruhe für die Gärfässer um auch im Sommer untergärig brauen zu können.
Was man vielleicht auch noch mal kurz erwähnen sollte, ist der rechtliche Aspekt.
Die Bierherstellung zuhause unterliegt dem Biersteuergesetz.
Das heißt das rein theoretisch jeder Sud beim zuständigen Hauptzollamt angemeldet werden muß.
2 HL hat man allerdings frei pro Jahr. Alles was man mehr braut muß versteuert werden.
Nächste Braunacht ( ich braue meist Nachts ) ist in zwei Wochen. Da kann ich ja mal ein paar Fotos machen.

Gruß
BBR
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Alt 18.08.2006, 15:32
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Grillkönig
 
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bei untergärigem Bier nehme ich immer die Spezial-Hefe für Zimmertemperatur. Zur Nachreifung geht's bei mir in den Gewölbekeller (je nach Jahreszeit ca. 7-15°C).

Aber : Das ist ja verfahrenstechnisches High-Tech !!!
Panzerschlauch, Ringsyphon, Whirlpool, das musst du mir mal erklären. Da brau ich ja noch wie vor 100 Jahren...
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Alt 21.08.2006, 10:26
Benutzerbild von Babyback Ripper
Metzger
 
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Aber gerne doch
Panzerschlauch:
Das Panzerschlauchsystem besteht aus einem 1 3/4 " Panzerschlauch, an dem die Anschlüsse per Felx entfernt werden. Dann wird der Gummischlauch darin rausgeprökelt.
Das Metallgewebe was übrig bleibt wird per (lebensmittelechter)
Schraubschellen wieder auf die Anschlüße geklemmt.
Die beiden Enden werden auf ein T-Stück geschraubt.
Das Ende des T-Stücks wird durch den Läuterbottich ( bei mir ein 35 ltr. Plastikeimer) geführt und ein Hahn aufgeschraubt.
Beim abläutern kippe ich den Inhalt meiner Elektokessel in den Eimer. 10 Minuten Läuterruhe halten damit sich die Treber setzen und dann Hahn auf.
Keine Windeln, kein Kleckerkram, keine verbrannten Floßen mehr. Materialkosten ohne Eimer so um die 25-30 €.
Ringsyphon:
Habe ich diese Bauanleitung verwendet,
[/url]http://www.bier-selbstgebraut.de/bau_si.htm[url]
allerdings nicht mit Bohrungen sondern mit gesägten Schlitzen.
Whirlpool light:
Einfach am Ende der Kochzeit ( bei Elktrokochern 15 min warten wegen Nachheitzzeit) mit dem Braupaddel die Würze in schnelle Rotation versetzen. Das muß aussehen wie bei Raumschiff Orion
Durch die Rotation setzt sich der geammte Heißtrub und Hopfenreste in der Mitte ab und bildet einen Kegel.
Wenn die Maße zu Ruhe gekommen ist, den Syphon reinstellen,
Unterdruck erzeugen und die Würze läuft blank ab.
Kein Filtern mehr notwendig.
Ich mache in zwei Wochen ein paar Fotos von den Gerätschaften im Einsatz.

Gruß und gut Glut & Sud
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Alt 21.08.2006, 11:19
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Alt 21.08.2006, 11:59
Benutzerbild von Babyback Ripper
Metzger
 
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Wow schöne Anlage und informative Seite.
Was hat Du für die Valley Mill bezahlt und bist Du damit zufrieden ?
Ich brauche eine neue Mühle und bin noch unschlüssig ob Valley
oder Barley Crusher.

Gruß aus Kiel
BBR
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Alt 21.08.2006, 12:10
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Wenn ich hier so mitles' - bekomme ich richtig Lust auch Selbstversorger zu werden.
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Alt 21.08.2006, 15:22
Benutzerbild von Bierstachel
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Zitat:
Zitat von Babyback Ripper
Wow schöne Anlage und informative Seite.
Was hat Du für die Valley Mill bezahlt und bist Du damit zufrieden ?
Ich brauche eine neue Mühle und bin noch unschlüssig ob Valley
oder Barley Crusher.

Gruß aus Kiel
BBR
Hallo Babyback Ripper,

mit der Valley Mill bin ich super zufrieden. Schrote an die 10 bis 12 kg an einem Stück, mehr wäre aber auch kein Problem. Betreibe die Mühle jetzt mit einem Akkuschrauber, die Idee mit dem Scheibenwischermotor war nicht zielführend.

Den Preis weiss ich leider nicht mehr genau.

Gut Schluck
Bierstachel
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  #10 (permalink)  
Alt 21.08.2006, 15:27
Benutzerbild von Bierstachel
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Zitat:
Zitat von Babyback Ripper
Was man vielleicht auch noch mal kurz erwähnen sollte, ist der rechtliche Aspekt.
Die Bierherstellung zuhause unterliegt dem Biersteuergesetz.
Das heißt das rein theoretisch jeder Sud beim zuständigen Hauptzollamt angemeldet werden muß.
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Gruß
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Ach, wie schön ist´s doch in Österreich
Da kann ich brauen was ich sauffen kann, darf nur nichts "ausser Haus" bringen

Bierstachel
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