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Wie grillen andere Kulturen?
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"Grillen ist eine Philosophie!
Ihr tieferer Sinn liegt darin, alles Wesentliche zu verfeinern und alles
Unwesentliche zu verbrennen!" |
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Ein wichtiger Schritt in der Entstehung menschlicher
Kulturen und Zivilisationen war die Kontrolle des Feuers.
Sein Gebrauch
durch den Menschen ist für eine Zeit bis etwa vor 300.000 Jahren
nachgewiesen, vermutlich ist das Feuer aber schon vor 790.000 Jahren
verwendet worden.
Seit dieser Zeit bereitet der Mensch auch sein Essen
mit Hilfe des Feuers zu.
Viele Studien haben sich bereits mit der
Geschichte des Grillens beschäftigt. Der Mann schafft das Essen heran
und steht am Feuer, um es zuzubereiten. In der Sozialhierarchie steht er
damit ganz oben. |
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Das Wort
"Barbecue" entstammt wohl dem Ausdruck eines
haitianischen Indianerstammes für die Tätigkeit, auf einen grünen Stock
aufgespießtes Fleisch über dem Feuer zu braten.
Kreolen brachten das
Wort mit auf das amerikanische Festland, wo der Begriff Barbecue für
gegrilltes Fleisch benutzt wurde. Bis dahin wurde das Fleisch auch noch
ungewürzt gegessen.
Die ursprüngliche Bedeutung von Barbecue stammt
allerdings vermutlich vom mexikanischspanischen Wort "barbacoa" ab, was
"heilige Feuerstelle" bedeutet.
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Im Englischen wird oft auch die Abkürzung BBQ gebraucht.
Für Sprecher des Deutschen wird die Sache kompliziert, da BBQ im
englischen Sprachraum
oft synonym sowohl für das eigentliche Barbecue
als auch für das Grillen verwendet wird.
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Eine weitere Erklärung führt die Herkunft auf das
Französische zurück.
"Barbe à cul" heißt soviel wie "von der Mähne bis
zum Hinterteil" und weist auf das Aufspießen und Braten von ganzen
Tieren hin. Durch Tourismus fand dann diese Art der Zubereitung den Weg
in die Vereinigten Staaten, wo sich vor allem ärmere Schichten dafür
begeistern konnten.
Besonders zu Zeiten der großen Wirtschaftskrise und
während des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg
wurde das gesellige Beisammensein und das auf diese Weise frisch
zubereitete Essen sehr geschätzt. Später dann fand das Grillen den Weg
auch nach Europa.
Seit einigen Jahren hält nun der Trend zum Grillen
auch in Deutschland an. |
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Auf der ganzen Welt haben sich viele verschiedene und
für die jeweilige Region typische Strömungen entwickelt.
Die Variationen
basieren auf folgenden Faktoren:
Der Art des
Fleisches.
Der Sauce,
die dazu gereicht wird.
dem
Zeitpunkt, wann die Gewürze dazugegeben werden.
Der Rolle
des Rauches bei der Zubereitung.
Der
Ausrüstung und des Brennstoffes.
Wie viel
Zeit gebraucht wird. |
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Generell wird jede Proteinquelle verwendet, sei es Rind,
Schwein, Geflügel oder Fisch.
Ebenso findet oft zerkleinertes Fleisch
Verwendung, beispielsweise in Form von Hackfleisch oder von Würsten.
Auch werden leider Fleischersatzprodukte wie Tofu verwendet sowie eine breite
Palette von Gemüsesorten. |
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Hier einige Beispiele für typische Eigenheiten eines
Landes: |
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 Australien und Neuseeland: In Australien und Neuseeland sind Barbecues ein beliebter Zeitvertreib.
Es gibt sogar münzbetriebene Grillplätze in städtischen Parks.
Bevorzugtes Grillgut sind marinierte Fleischstücke, die direkt gegrillt
oder über offenem Feuer zubereitet werden.
Das Grillen von Shrimps war
in den USA praktisch noch unbekannt, bevor es dort durch einen Werbespot
in den 80er Jahren mit dem australischen Schauspieler Paul Hogan für die
australische Tourismusbehörde berühmt wurde:
"Come on down here, and
we'll throw another shrimp on the barbie for you" ("barbie" = barbecue).
Sehr beliebt sind auch Meeresfrüchte-BBQs, besonders in der
Weihnachtszeit.
Diese sind bei dem dortigen Wetter auch angenehmer
zuzubereiten als im Haus einen Truthahn im Ofen zu garen. |
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 Karibik:
Die traditionelle Zubereitung von Jerk- Gerichten ist das Grillen auf
Pimentholz über einer Grube im Boden, in der Feuer glimmt.
Das Fleisch
wird mit dabei mit mehreren Gewürzen eingerieben.
Jedoch wird hierzulande zunehmend in sogenannten Jerk-Tonnen gegrillt. |
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Hongkong:
BBQs sind bei Hongkongs Bewohnern ein wichtiger Bestandteil bei
Ausflügen in die Natur.
Normalerweise werden Rind, Schwein oder Chicken Wings einfach mit Honig mariniert und mit langen Gabeln oder Spießen in
der Hand über der Glut gegrillt. |
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Korea:
Bulgogi
ist bei den Koreanern unverzichtbar. |
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 Mongolei:Die typischen Gerichte resultieren aus der nomadischen Lebensweise:
Am
Abend, wenn sich die Jagdgesellschaft zum Essen um das Lagerfeuer
versammelte, wurde ein Schild mit der gebogenen Seite nach oben mitten
auf das offene Feuer gestellt. Gleichzeitig wurde das Fleisch der
erbeuteten Tiere mit den scharfen Klingen der Schwerter in hauchfeinen
Schnitten zubereitet.
Wenn sich der Schild auf dem Feuer genug
aufgeheizt hatte, wurde das Fleisch darauf gegrillt. In Minutenschnelle
gart das Fleisch auf der heißen Metallplatte. Die Poren schließen sich
binnen kürzester Zeit, wodurch das gesamte Aroma des Fleisches erhalten
bleibt.
Heute wird nicht nur Fleisch gegrillt. Gemüse und Meeresfrüchte
sind sehr beliebt. Zusätzlich zum Verfeinern gibt es eine große Auswahl
an Gewürzen und Saucen. |
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Südafrika:

Das wohl typischste südafrikanische Essen, das auch immer mit einem
gemütliches Beisammensein im größeren Kreis verbunden ist, ist das "Braai"
(sprich: "brei").
Das Braai ist eine Grillveranstaltung unter freiem
Himmel, die auf die Buren zurückgeht. Es fließen große Mengen Bier und
es werden Unmengen von "Boerewors" (Burenwurst – kann schneckenartig
gekringelt sein, muss aber nicht), Steaks und Koteletts (meistens vom Schaf) zusammen mit
Salaten verzehrt.
Das "braai" ist ursprünglich eine reine
Männerveranstaltung und wird regelrecht wie eine Kunst zelebriert. Man
steht gemütlich mit einer Flasche Bier um den Grillplatz herum, während
die Frauen bevorzugt mit der Zubereitung der Salate in der Küche
beschäftigt sind. Capetonians (so nennen sich die "Kapstädter") grillen
auch gerne Fisch, am liebsten "Snoek" und "Yellowtail". |
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USA:Die Vereinigten Staaten gelten als das Mutterland des Grillens.
Entsprechend groß sind die regionalen Unterschiede. |
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 Alabama:
Typisch sind hier Spareribs vom Schwein und Schweineschulter, die
langsam über Hickoryholz gegart wurden.
Dazu werden würzig-scharfe
Saucen auf Tomatenbasis serviert.
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Kalifornien:
Das Arcata Bay Oyster
Festival Mitte Juni bietet ein scheinbar endloses Angebot an Austern,
die von örtlichen Küchenchefs zubereitet wurden und auch gegrillt
angeboten werden.
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 Florida:
Schweinefleisch und Meeresfrüchte werden hier
mit Saucen aus Butter und Limetten als Basis zubereitet. |
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 Georgia:
Im Allgemeinen basiert das Barbecue in Georgia auf Schweinefleisch, das
über Eichenholz und Hickoryholz indirekt gegrillt wird.
Die Saucen dazu
beinhalten Ketchup, Melasse, Bourbon und andere Zutaten.
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 Kentucky: In
Kentucky hat das Barbecue eine besonders lange Tradition.
Hammel wird
hier im Smoker zubereitet. |
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 Mississippi: Viele Restaurants haben sich hier spezialisiert, nur
"pulled pork" zu
servieren.
Der obere Teil einer Schweineschulter wird bei niedriger
Temperatur sanft und sehr langsam mit Rauch indirekt gegrillt, bis das
Fleisch fast vom Knochen fällt und sich ganz leicht mit einer Gabel
zerteilen läßt.
Die Fleischstücke werden dann mit einer scharf-sauren
Essigsauce auf ein Hamburger-Brötchen gegeben, getoppt von etwas
Krautsalat, der ebenfalls mit der Essigsauce angemacht wird. |
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 Missouri:
Eine einfache und typische Sauce besteht aus Ketchup, braunem Zucker,
etwas Senf und einem Schuß Worcestersauce.
Auch wird gerne Huhn im Smoker zubereitet. |
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 Tennessee:
Memphis ist bekannt für die Ribs, die mit einer milden und süßen Sauce vor und nach
dem Smoken bestrichen werden.
Spareribs werden ebenso mit einer Dry-Rub
zubereitet. Dies ist eine Trockenmarinade, die vor dem Smoken
einmassiert wird.
Ebenso werden Chicken Wings zubereitet. |
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 Texas:
Hier regiert die "holy trinity of barbecue: brisket, sausage and pork
ribs".
Also reflektiert die Heilige Dreifaltigkeit der Rinderbrust, der
Würste und der Schweinerippen den Stellenwert des Barbecues bei jedem
Texaner.
Bei Cookoffs wird das Fleisch generell ohne Sauce bewertet, da
sie den puren Fleischgeschmack zu stark verfälschen kann. |
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"Wenn ich gut gegessen habe, ist meine Seele stark und
unerschütterlich;
daran kann auch der schwerste Schicksalsschlag nichts ändern."
(Molière) |
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