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08 - Rindersteaks
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Die berühmten Rindersteaks
gehören zur Hohen Schule der Kochkunst. Um dieses Steakfleisch zu
gewinnen, wurden besondere Viehsorten gezüchtet. Am bekanntesten ist das
schottische Vieh, Aberdeen Angus genannt, das unmittelbar auf die
Züchtkunst der Wikinger zurückgeht. Die saftreichen Wiesen im Tal von Strathmore und die gesamte Anguslandschaft sind besonders geeignet für
die Zucht solcher Tiere. Auch Rindersteaks haben ihre Geschichte, und
wahrscheinlich ist der Höhepunkt ihrer Entwicklung noch nicht einmal
erreicht. Die Amerikaner haben die Steaks in unserer Zeit neu entdeckt.
Berühmte Steaks werden dort Porterhouse- und Clubsteaks genannt. Das
klingt nach Kutscherkneipe (Porterhouse bedeutet Gepäckträgerkneipe) und
dem Club der Vornehmen zugleich. Der eine will die Steaks in Hemdsärmeln
bei Porter-Bier verzehren, der andere wünscht sie in gepflegter Umgebung
zu verspeisen.
Die "feinen Damen" unter den Steaks stammen aus Frankreich und atmeten
noch die Luft der königlichen Höfe. Sie heißen dort auch sehr elegant
"Entrecote" und "Tournedo". Hier tut sich in der Tat eine kulinarische
Kluft auf. Die wahren Kenner der Steaks blicken deshalb etwas scheel auf
sie herab.
Saftreiche Steaks müssen ihren Knochen behalten. Mit dem Knochen hängt
wiederum das Fett zusammen. Beides muss, so wie es gewachsen ist, um das
zarte Steakfleisch gelegt werden, damit es vor der Glut der Grillhitze
geschützt und gleichzeitig von innen begossen wird. Der Saftstrom muss
in Bewegung kommen.
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Wir betrachten zuerst den
großen Steakknochen eines Rindes. Wir müssen uns das Fleisch drumherum
denken, auf den Spieß gesteckt und gegrillt. Dies ist das Riesenursteak
der alten normannischen Viehzüchter: der kräftig entwickelte Rücken.
Nichts weiter als das. Der Kopf, die Beine und der Bauch sind nur Anhang
zum Steakrücken. Auch die Keule ist für Steaks gänzlich ungeeignet. Nur
der Übergang zum Rücken hin ist interessant. Hier beginnt die Saftfülle.
Dieser Teil wird im Deutschen Rose oder Blume genannt. Die Namen sind
treffend, denn das Fleisch ist voll Duft und Aroma. Im Englischen wird
es Rump genannt.
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Dieses Riesenursteak bekommt
der Koch eines guten Restaurants oder Hotels in die Küche geliefert.
Nicht einmal er kann etwas damit anfangen. Er muss das Fleisch auslösen,
es auf möglichst praktische Weise zerteilen. Für die Hausfrau macht dies
der Metzger oder Fleischer. An ihn müssen wir uns wenden, wenn wir gutes
und richtiges Steakfleisch haben wollen. Aber wir müssen ihm mit
Kenntnis entgegenkommen und genau wissen, was wir einkaufen. Nur dann
kann das Eingekaufte auch richtig gegrillt oder gebraten werden.
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