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BR Wildschweinjagd

Keiner

Grillkönig
Hallo,

Auf BR lief grade die Wiederholung von der Sonntagsreportage.
Thema war Wildschweinjagd und Jaeger, leider lag ich schon um und wollte nurnoch kurz vorm schlafengehen rumzappen. Sonst haette ich es aufgenommen.

Die erste Frage dazu an Spessartjaeger: Warst Du etwa im Fernsehen? :)
Wenn ich mich nicht irre heisst Du Harald (oder truegt mich mein Gedaechtnis).
Ging um eine (Drueck?)jagd im Spessart, was mich aufhorchen liess und dann sprach da ein gewisser Jaeger aus dem Spessart namens Harald.


Das naechste an alle Jaeger hier:
Am Anfang gings um Wildschweine und die von denen verursachten Feldschaeden.
Dabei wurde gesagt, dass viele Jaeger zuwenige Wildschweine schiessen wuerden und sie auch nicht schiessen wollten.

Warum? Verkauft sich Wildschwein so schlecht oder was steckt dahinter?
Die Schaeden muessen ja vom Paechter bezahlt werden, da ist es doch komisch wenn die Jaeger lieber diese Kosten tragen als auf die Jagd zu gehen.
Wenn ich es richtig verstanden haben liegt es einzig an der Unlust der Jaeger. Aber dann ist derjenige doch wohl beim falschen Hobby?
Ein weiteres Argument war, dass die Schweine Revieruebergreifend leben. Der Paechter mit dem Stueck Feld koenne ja nichts fuer den Schaden der Schweine aus dem Wald.
Aeh ... seid ihr Einsiedler und redet nicht mit dem Nachbarn? :)


Zum Schluss kam noch eine besondere "Jagd"methode aus einem Nationalpark dran.
Dabei werden die Schweine in einem Pferch gefangen und dort drin dann geschossen.
Ich hab nichts gegen die Jagd, zaehlte auch schon oefter Jaeger zu meinen Freunden. Die Methode fand ich aber etwas ... naja. Das die Methode effizient ist will ich gar nicht bestreiten, aber der Stressfaktor duerfte enorm sein.
Sobald sich der erste Schuss loest muessten die Schweine doch durchdrehen, ob man dann nochmal so genau einen Schuss setzen kann?
Bei einer wirklichen Plage ok. Aber im Normalfall eine ganze Rotte auf die Methode ausmerzen?
Ich frag mich auch was mit den Frischlingen geschieht wenn die Bachen erschossen sind.


Fragen ueber Fragen :)


Cu
 
Hallo,

das betroffene Landwirte und Winzer immer jammern, vonwegen die Jaeger schiessen zu wenig ist ein alter Hut.
Das muss man regional sehen und einfach die Abschusszahlen der Vorjahre und die oertlichen Gegebenheiten beruecksichtigen.
Ich hatte selbst zusammen mit meinem Schwager eine Jagd im Hunsrueck gepachtet. Die Scheinepest und die damit verbundenen Auflagen haben uns nach zehn Jahren zur abgabe des Rviers bewogen.
Wegen des hohen Freizeitdrucks ist das Schwarzwild fast ueberall zum Nachtwild geworden. Bei uns kamen die Wutzelchen meist zwischen 23:00 und 1:00Uhr. Also war eine Bejagung nur bei Vollmond oder Schnee moeglich. Mit 1-2 Wutzelchen/Mondphase lagen wir deutlich ueber den Abschusszahlen der Vorjahre, aber nach Meinung der Kreisverwaltung immer zu niedrig. Imho hatt uns am meisten an der Schwarzwildjagd gelegen. Bei jeder Mondphase wurde angesessen, aber man kann nur die Wutzen schiessen die kommen, und die (vom Abschussplan und der eigenen Einstellung) passen.
Bei der angesprochenen Wald/Feld Problematik haben wir eins der ueblichen Grenzprobleme: der Paechter der Waldjagd hat die Wutzen, der Nachbar den Schaden. Aber wir Jaeger machen die Grenzen nicht. Viele Paechter bekommen Revieruebergreifende Drueckjagden organisiert, manche halt nicht...ist halt so.
Als es bei uns mit der Schweinepest losging, wurde auch noch viel geschossen. Jede Wutz muste zur Sammelstelle gebracht werden. Es musten Proben entnommen werden und Schriftstuecke ausgefuellt werden. Nach einigen Tagen, wenn die Untersuchung negativ war, konnte das Wutzelchen entweder abgeholt werden oder einem Fleischlieferant zu einem halbwegs angemessenen Preis ubeberlassen werden.
Jaja, die Jaeger waren halt in der Pflicht. Nach zwei Jahren ist dann der Vertrag mit dem Fleischlieferanten ausgelaufen und der wollte je nach Gewichtsklasse der Wutzelchen was zwischen 0,50 und 1,50EUR zahlen. Ab da wurde deutlich weniger Geschossen. Man muss halt bedenken, das manche Jaeger ueber 60km Anfahrt zur Wildsammelstelle haben und nicht *mal eben* ne Wutz abholen koennen. Fuer unsere Region wurde ich sagen, sind von seiten der Jagdbehoerde einfach nicht die noetigen Anreitze geschaffen worden. Obwohl die Jaeger immer in der Pflicht sind, koennen die nicht beliebig viel Geld fuer aktiven Naturschutz draufzahlen.
Die Methode aus dem Nationalpark wuerde ich nicht als Jagdart bezeichnen, eher als Massnahme zur Bestandsregulierung.
Meine Umlaute sind auch wech, hab ich mir im Internetz so angewoehnt, weil z.b. viele mailprogramme damit Probleme haben.
 
@keiner
also ich hab den Bericht auch gesehen. War aber an der Jagd nicht beteiligt.

Zur Problematik selber hat roflOr das meiste ja schon gesagt.
Die Schwarzwildgeschichte ist halt sehr vielschichtig und die Revierpächter sind sich untereinander nicht immer grün, da es nix schlimmeres als Jagdneid gibt.
Kernpunkt ist zumindest in unserer Gegend, daß der Maisanbau die letzten 20 Jahre enorm zugenommen hat. Außerdem hatten wir in den letzten Jahren außergewöhnlich viele Eichel/Büchelmasten. Normal ist ein Mastjahr ca. alle 7 Jahre. Jetzt ist´s alle 2 Jahre, wenn nicht noch öfter! Reagiert der Wald auf´s Waldsterben oder liegt´s an der Klimaveränderung, ich weiß es nicht! Fakt ist, daß die Sauen Fraß in Überfluß finden.
Hinzu kommt, daß ich, wenn ich Sauen schießen will diese anfüttern muß und schon geht der Teufelskreis weiter!
Ach ja: Saufänge sind in Bayern verboten und werden nur in Zeiten der Schweinepest genehmigt.
 
rofl0r schrieb:
Meine Umlaute sind auch wech, hab ich mir im Internetz so angewoehnt, weil z.b. viele mailprogramme damit Probleme haben.

Nein.
 
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