Nach längerer Pause jetzt die nächste Station auf meiner Tour durch China:
Shanghai
Gleich vorweg: Wenn man vor hat, China als Tourist zu besuchen, dann ist meine Empfehlung Shanghai. Das war aus touristischer Sicht die interessanteste Station mit modernem und traditionellem China, locker und „jung“ und die allgegenwärtige Überwachung in China war dort am wenigsten spürbar.
Zuerst der „offizielle“ Teil mit der WU Wien. Wir haben den Hafen von Shanghai besucht und es ist unglaublich beeindruckend und erschreckend zugleich, wieviele Container dort umgeschlagen werden.
Auf dem Bild ist ein Teil von einem von vier Piers des Hafens, der über eine kilometerlange Brücke vom Festland aus erreicht werden kann. Ich habe mit chinesischen Professoren gesprochen und die haben mir das System erklärt: Westliche Händler kaufen einen Container voll Zeug und während der drei/vier Wochen die der Container unterwegs ist, wird das ganze Zeug (weiter)verkauft.
Was nicht verkauft wird, bis der Container in Europa ankommt, wird sofort entsorgt, da die Lagerkosten höher sind als einfach den nächsten Container zu bestellen. Dabei wird dieses Billigzeug großteils für den Westen hergestellt, in China gibts dafür keinen nennenswerten Markt.
Das bedeutet: Wenn ich ein billiges Teil aus China kaufe, kaufe ich nicht eines sondern drei bis fünf, von denen die restlichen im Müll landen ohne je verwendet zu werden.
Bei mir hat das großen Einfluss auf mein Konsumverhalten gemacht….
Auch besucht haben wir die chinesische Niederlassung eines österreichischen Zulieferers der Autoinndustrie:
Hier war interessant zu sehen, wie die europäischen Standards im Projektmanagement
nicht gelten. Die Prozesse der österreichischen „Mutter“ wurden uns zwar präsentiert und auf Werte wie Work/Life Balance als wertvollen Input durch die Unternehmensrichtlinien hingewiesen. Aber ich hatte den starken Eindruck, dass uns da gesagt wurde was die dortigen Manager glauben was wir hören wollten bzw. Was sie sagen müssen.
Glauben tu ichs nicht.
Und schließlich - mein persönliches Highlight der ganzen Reise.
Ich habe einen Vortrag an der Universität von Shanghai vor Studenten und Professoren der Unis Shanghai, Nanking, Peking und Hongkong zum Thema „Virtual/Digital Twin im Projektmanagement“ halten können. Die darauf folgende Diskussion mit dem Auditorium hat mir einige mir neue Perspektiven eröffnet, die ich in meinen neuen Job einfließen lassen kann.
Damit endete der offizielle Teil, ab hier gings privat weiter.
Zuerst mal mit Essen - ein Hotpot wars
Dann Sightseeing - eine sehr weitläufige Tempelanlage mit dem Stadtheiligen von Shanghai im Zentrum
Streetfood
Das koloniale und das chinesische Shanghai direkt gegenüber.
Und auch viel Jugendkultur gibts. Straßenkünstler, Videodrehs für TikTik, Cosplayer,…
Shanghai ist jedenfalls eine Reise wert.
Für mich gings dann mit dem Bullettrain mit 350 km/h weiter nach Peking. Davon mehr im nächsten Post.