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[Düsseldorf] Rob's Kitchen - Modernes französisches Bistro (Bib)

Kimble

Mr. Seafood
Eigentlich sollte es ein schöner Wochenabschluss werden. Ein paar Termine bis 13h und dann ein Lunch mit Ms. Seafood. Was könnte dazu geeigneter sein als ein Bistro mit Weinbar, das dazu mit einem Bib Gourmand für sein gutes PLV ausgezeichnet ist. Der für Rob's Kitchen namensgebende Koch Rob op den Kamp hat dazu eine eindrucksvolle Vita: Einige der besten Restaurants in Europa wie die Scharzwaldstube und das Vendôme stehen in seinem Lebenslauf.

Entsprechend hoch waren unsere Erwartungen zumal Düsseldorf in punkto Bistroküche in Deutschland ziemlich weit vorne liegt und immer wieder durch kleine Restaurants mit toller Karte und fairen Preisen zu punkten weiß.


Etwas schlechtes Karma gab es allerdings, da wir mit Restaurants mit „Rob“ im Namen bisher eher schlechte Erfahrung gesammelt haben. Ich habe trotz einiger selbstloser Versuche nie verstanden, warum Roberts Bistro ein In-Laden war und ist – Das Essen ist nicht erwähnenswert. Genauso enttäuschend ist die Brasserie Hülsmann seiner Tochter (immerhin auch ein Bib), wo man neben mittelmäßigem Essen auch noch einen der schlechtesten Service der Stadt bekommt. Verglichen mit dem Münstermann Kontor oder der Bar Olio kulinarisch eher 2 Ligen tiefer.


Nichts desto trotz waren wir guter Dinge und haben zum Start einen netten Wein bestellt, der rückblickend betrachtet das Beste am Lunch war:



Dazu gab es ein geröstetes Brioche, Jordan Olivenöl und Fleur de Sel aus der Kaviardose, was ein guter Start war



Alle Erwartungen waren erfüllt, bis der 1. Gang kam:


Hamachi geflämmt, Avocado, Paprikacreme



Ich dachte eigentlich an einen rohen Hamachi als Tataki stattdessen kam ein komplett durchgegartes Stück, bei dem die dunklen Seiten noch nicht einmal entfernt wurde. Dazu war die Zusammenstellung nicht nur eher lieblos, sondern vor allen Dingen imho auch sinnlos. Die Paprikacreme hätte sicherlich gut zu einer Pasta gepasst, aber dem trockenen Fisch war sie keine Hilfe. Die durchaus gute Avocado konnte einem da fast schon leidtun, denn sie war in diesem Zusammenhang kulinarisch ähnlich sinnvoll wie Schokosauce zu Pommes. Die Optik des Anrichtens spricht wohl auch für sich und passt zum Geschmack.


Lachs hausgebeizt, Blumenkohlpuffer, Spinat



Diese Vorspeise war immerhin kein Totalausfall wie der Hamachi, zumal man beim Blumenkohl wenig falsch machen kann. Allerdings hätte man für rund 14 € vielleicht etwas mehr als zwei Scheiben mittelmäßigen Räucherlachs mit braunen Rändern legen können. Immerhin keine groben handwerklichen Fehler, aber das Verhältnis zwischen gefühlten 300g Blumenkohl und 30g Lachs war nicht unbedingt überzeugend.


Seeteufel, Brokkoli, Trüffelpürree



Der Trüffelpüree war ganz o.k. ebenso wie der Brokkoli, sicher kein Highlight aber einfache Bistro-Qualität. Das dicke Stück Seeteufel war leider maximal TK-Qualität und durchgegart nur schwer zu essen, so dass die Hälfte zurückging. Bei knapp 30 € für diesen Gang ein Ärgernis.

Seezunge, lauwarmer Kartoffelsalat



Das Drama begann, als ich einen Steinbutt bestellte, der nach Rücksprache mit der Küche gar nicht vorhanden war ebenso wie die Beilagen. Als Ersatz wurde mir eine Seezunge mit warmen Kartoffelsalat empfohlen. Nun habe ich zum Wiener Schnitzel schon häufig großartigen Kartoffelsalat gegessen, so dass ich mich überreden ließ. Bevor ich überhaupt die Seezunge probieren konnte, scheiterte es an Selbstverständlichkeiten. Am liebsten wäre es mir, wenn ein Fisch komplett ohne Gräten aus der Küche käme. Wenn ich aber schon einen DIY-Job bekomme, hätte ich gerne das passende Werkzeug, Neben einem Teller für das Fisch-Skelett wäre ein Fischmesser statt einem Steakmesser hilfreich gewesen, um die Filets abzuheben. Beides war (fast erwartungsgemäß) nicht vorhanden, so dass die Seezunge zunächst in einem Sud aus Gräten und Abfällen versank. Die Produktqualität der Seezunge war leider auch nur TK-Ware, was das schlechte Erlebnis abrundete.


Fazit:
Ich bezweifle nicht, dass „Rob op den Kam“ grundsätzlich gut kochen kann. Aber sowohl die Qualität als auch die Zubereitung in Rob's Kitchen geben keinen Anlass, das Bistro nochmals zu besuchen bei 150 € für 2 Personen. Man muss sich auch fragen, wie die Michelin-Tester zu ihrer Empfehlung kamen. Da gibt es in Düsseldorf mehr als ein Dutzend spannenderer Lokale mit besserem PLV.
 
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