Es war wieder mal soweit, dass sich unsere Gastro-Gang für ein Wochenende in München verabredet hatte.
Auf dem Programm stand am Freitag das Gabelspiel mit einem * und das Schwarzreiter unter dem neuen Koch. Dazu in einem anderen Thread mehr.
Im Gabelspiel, nähe des 1860er Stadions in Giesing, hält das junge Ehepaar Berger seit 2019 einen Stern.
Soweit so gut.
Als wir Freitag Abend den von Außen unscheinbaren Laden betreten, kommen wir in einen dunkel gehaltenen Gastraum. Gemütlich und trotzdem modern. Man erkennt aber auch, dass man sich in einem Altbau befindet. Meiner Meinung nach gut gelöst. Man lässt uns einen Tisch wählen und überreicht uns einen versiegelten Umschlag mit der Speisekarte.
Los ging es dann mit einem Glas PetNat und einer Consomee als ersten Gruß aus der Küche.
Gewählt werden kann zwischen 6 oder 7 Gängen - man würde während des Menüs gefragt werden, erklärt man uns sehr freundlich. Allergien und Unverträglichkeiten hat man vorab per Mail abgefragt.
Wir starteten dann mit den Petit Four, "Essig" (links), "Brathendl" (mitte) und "Räucheraal"
"Essig" war eine Zuckerscheibe mit eine verfestigten Essigmasse. Geschmacklich spannend - das Mundgefühl eine Katatrophe. Das Ding pappte zwischen den Zähnen - puh.
"Brathendl" war gebackene Hähnchenhaut als Krumble in einem Beutel aus Maisstärke. Absoluter Hingucker und wirklich lecker.
Der Räucheraal zwischen den knuprigen Teigplatten mit Paprika, Tomatenfüllung war ein Everybodys Darling und ein feiner Snack für den Start.
Letzter Gruß aus der Küche - der Dumpling mit gefülltem Schweinebauch.
Ja,... das ists Wohlfühlküche. Lauwarm, fluffig, Knusprig, Herzhaft,... da hätte man auch mehr von Essen können, waren wir uns alle einig.
Dann begann das offizielle Menü:
Kapuzinerknolle - Tonburi Kaviar / Belper Knolle / Pilze
Der "Kaviar" ist Pflanzlich und die Belper Knolle ein Käse aus der Schweiz der drüber gerieben wird.
Schöne Konsistenzen, Ausgewogene Aromen mit einigen unbekannten Zutaten. Dazu gab es einen weiteren "Naturwein" - im gegensatz zum PetNat zum Start eher nichts, was ich nochmals bestellen würde. Da waren wir uns aber mit der jungen, kompetenten und sehr freundlichen Sommeliere einig.
Ein paar Worte zur Weinbegleitung.
Ich bin da ja leider häufig Enttäuscht. Mittelmäßige Weine, entweder völlig ausgefallen oder im absoluten Mainstream zu überhöhten Preisen.
Andererseits tue ich mit mit Flaschenauswahl meist auch schwer.
Daher sind wir auch diesmal bei der Weinbegleitung gelandet und ich war schwer überrascht. Alle Weine waren eine Ergänzung zum Essen. Jeder Wein wurde Vorgestellt und die Auswahl schlüssig erklärt. Ganz großes Kino! Hier hat das Serviceteam und die Sommeliere einen wirklich guten Job gemacht.
Weiter in den
Heimischen Gewässern - Karotte / Räucherfisch / Kombu
Der Saibling war auf dem perfekten Gargrad, die Kombu-Alge ein schöner intensiver Kontrast.
Dann kam wieder ein kleiner Stilistischer Bruch.
Gabelspiels Brotzeit.
Ein Speck vom befreundeten Bauern aus der Heimat. Frisches Brot. Braune Butter, Essiggurken und eine Käsenocke.
Brot und Speck waren super, Butter gut und der Rest eher unauffällig. Dazu ein kaltgehopftes Bier im Steinkrügle.
Es folgte mein Highlight.
FAUX Gras - Kletzenbrot / Feige / Brioche
Die Veggi-Variante des französischen Klassikers bestand wohl aus Pilzen und geheimen Zutaten des Küchenchefs.
Mundgefühl on point und auch Geschmacklich absolut klasse! Da fehlt mir das Original nicht.
Kaninchen - Hollandaise / Kafirlimette / Granola
Wieder ein Wohlfühgang. Crunch, Saftiges Fleisch, Abgestimmte Aromen. Allerdings auch ohne die ganz große Innovation oder Überraschung. Ich hatte noch nicht so oft Kaninchen und war über den dezenten Geschmack überrascht. Hatte eher mehr Wildaromen erwartet.
Gebeiztes Reh - Beete / Pilz / Trevisano
Das war schon Innovativer. Die Rose bestand aus gebeiztem Reh und Roter Beete im Wechsel. Tolles Mundgefühl mit schönen Erdigen Aromen. Dazu eine Nocke aus Nuss und eine Pilzconsommé. Ein schöner Teller.
Jetzt kam der optionale Käsegang.
Parmesan / Mandarine / Speck
Und naja,... das war leider der schwächste Gang des Menüs.
Speck war nicht wahrnehmbar (Auf Rückfrage wohl Reduziert, da zuvor zu dominant), die Kombi Parmesan und Mandarine hat gut funktioniert. Es war am Ende dann aber einfach ein bisschen langweilig.
Kartoffel / Safran / Kürbis
Oben auf gekochte Milch.
Kürbis im Dessert polarisiert ja immer ein bisschen. Gerade wenn er fast Roh integriert wird.
Ich fand die Kombi gut - das Schokoeis sogar sehr gut - und als Abschluss gelungen.
Praline (oben)
Pâte de Fruits (mitte)
Punschkrapfen (unten)
und in der Reihenfolge würde ich diese auch einordnen. Die Praline war der absolute Knaller!
Als Fazit - ja, wenn der Service überall so gut wäre wie hier - ja dann wäre diese Erde ein besserer Ort.
Herzlich, freundlich, offen, jung, kompetent und aufmerksam.
Auch wenn zum Ende hin etwas die Luft ausging.
Die Räume sehr gemütlich und angenehm. Bequeme Stühle, schönes Geschirr.
Die Gäste gemischt wie Giesing. Vom älteren Herr im Anzug bis zu dem Jungen Paar mit Pinken Haaren und sehr lockerer Kleidung war alles dabei.
Das Essen sehr gut bis gut. Je nach Gang. Ein klarer Stern, aber deutlich entfernt zum 2.
Hervorragende Weinbegleitung zum fairen Preis.
Einzig die Flasche Wasser zu fast 9€/Stück ist bei anderen Restaurants besser gelöst.
Auf dem Programm stand am Freitag das Gabelspiel mit einem * und das Schwarzreiter unter dem neuen Koch. Dazu in einem anderen Thread mehr.
Im Gabelspiel, nähe des 1860er Stadions in Giesing, hält das junge Ehepaar Berger seit 2019 einen Stern.
So werben Sie auf Ihrer Webseite."Das gekonnte Spiel mit Aromen, Gewürzen, Texturen und regionalen Zutaten macht jeden Abend unvergesslich. Bei allen Kreationen bildet die französische Küche die Basis und wird durch gekonnte Kombinationen ergänzt. Dabei kommt der nachhaltigen und artgerechten Herkunft aller verwendeten Zutaten große Bedeutung zu. Aus diesem Grund beziehen wir einen Großteil unserer Produkte aus der Region."
Soweit so gut.
Als wir Freitag Abend den von Außen unscheinbaren Laden betreten, kommen wir in einen dunkel gehaltenen Gastraum. Gemütlich und trotzdem modern. Man erkennt aber auch, dass man sich in einem Altbau befindet. Meiner Meinung nach gut gelöst. Man lässt uns einen Tisch wählen und überreicht uns einen versiegelten Umschlag mit der Speisekarte.
Los ging es dann mit einem Glas PetNat und einer Consomee als ersten Gruß aus der Küche.
Gewählt werden kann zwischen 6 oder 7 Gängen - man würde während des Menüs gefragt werden, erklärt man uns sehr freundlich. Allergien und Unverträglichkeiten hat man vorab per Mail abgefragt.
Wir starteten dann mit den Petit Four, "Essig" (links), "Brathendl" (mitte) und "Räucheraal"
"Essig" war eine Zuckerscheibe mit eine verfestigten Essigmasse. Geschmacklich spannend - das Mundgefühl eine Katatrophe. Das Ding pappte zwischen den Zähnen - puh.
"Brathendl" war gebackene Hähnchenhaut als Krumble in einem Beutel aus Maisstärke. Absoluter Hingucker und wirklich lecker.
Der Räucheraal zwischen den knuprigen Teigplatten mit Paprika, Tomatenfüllung war ein Everybodys Darling und ein feiner Snack für den Start.
Letzter Gruß aus der Küche - der Dumpling mit gefülltem Schweinebauch.
Ja,... das ists Wohlfühlküche. Lauwarm, fluffig, Knusprig, Herzhaft,... da hätte man auch mehr von Essen können, waren wir uns alle einig.
Dann begann das offizielle Menü:
Kapuzinerknolle - Tonburi Kaviar / Belper Knolle / Pilze
Der "Kaviar" ist Pflanzlich und die Belper Knolle ein Käse aus der Schweiz der drüber gerieben wird.
Schöne Konsistenzen, Ausgewogene Aromen mit einigen unbekannten Zutaten. Dazu gab es einen weiteren "Naturwein" - im gegensatz zum PetNat zum Start eher nichts, was ich nochmals bestellen würde. Da waren wir uns aber mit der jungen, kompetenten und sehr freundlichen Sommeliere einig.
Ein paar Worte zur Weinbegleitung.
Ich bin da ja leider häufig Enttäuscht. Mittelmäßige Weine, entweder völlig ausgefallen oder im absoluten Mainstream zu überhöhten Preisen.
Andererseits tue ich mit mit Flaschenauswahl meist auch schwer.
Daher sind wir auch diesmal bei der Weinbegleitung gelandet und ich war schwer überrascht. Alle Weine waren eine Ergänzung zum Essen. Jeder Wein wurde Vorgestellt und die Auswahl schlüssig erklärt. Ganz großes Kino! Hier hat das Serviceteam und die Sommeliere einen wirklich guten Job gemacht.
Weiter in den
Heimischen Gewässern - Karotte / Räucherfisch / Kombu
Der Saibling war auf dem perfekten Gargrad, die Kombu-Alge ein schöner intensiver Kontrast.
Dann kam wieder ein kleiner Stilistischer Bruch.
Gabelspiels Brotzeit.
Ein Speck vom befreundeten Bauern aus der Heimat. Frisches Brot. Braune Butter, Essiggurken und eine Käsenocke.
Brot und Speck waren super, Butter gut und der Rest eher unauffällig. Dazu ein kaltgehopftes Bier im Steinkrügle.
Es folgte mein Highlight.
FAUX Gras - Kletzenbrot / Feige / Brioche
Die Veggi-Variante des französischen Klassikers bestand wohl aus Pilzen und geheimen Zutaten des Küchenchefs.
Mundgefühl on point und auch Geschmacklich absolut klasse! Da fehlt mir das Original nicht.
Kaninchen - Hollandaise / Kafirlimette / Granola
Wieder ein Wohlfühgang. Crunch, Saftiges Fleisch, Abgestimmte Aromen. Allerdings auch ohne die ganz große Innovation oder Überraschung. Ich hatte noch nicht so oft Kaninchen und war über den dezenten Geschmack überrascht. Hatte eher mehr Wildaromen erwartet.
Gebeiztes Reh - Beete / Pilz / Trevisano
Das war schon Innovativer. Die Rose bestand aus gebeiztem Reh und Roter Beete im Wechsel. Tolles Mundgefühl mit schönen Erdigen Aromen. Dazu eine Nocke aus Nuss und eine Pilzconsommé. Ein schöner Teller.
Jetzt kam der optionale Käsegang.
Parmesan / Mandarine / Speck
Und naja,... das war leider der schwächste Gang des Menüs.
Speck war nicht wahrnehmbar (Auf Rückfrage wohl Reduziert, da zuvor zu dominant), die Kombi Parmesan und Mandarine hat gut funktioniert. Es war am Ende dann aber einfach ein bisschen langweilig.
Kartoffel / Safran / Kürbis
Oben auf gekochte Milch.
Kürbis im Dessert polarisiert ja immer ein bisschen. Gerade wenn er fast Roh integriert wird.
Ich fand die Kombi gut - das Schokoeis sogar sehr gut - und als Abschluss gelungen.
Praline (oben)
Pâte de Fruits (mitte)
Punschkrapfen (unten)
und in der Reihenfolge würde ich diese auch einordnen. Die Praline war der absolute Knaller!
Als Fazit - ja, wenn der Service überall so gut wäre wie hier - ja dann wäre diese Erde ein besserer Ort.
Herzlich, freundlich, offen, jung, kompetent und aufmerksam.
Auch wenn zum Ende hin etwas die Luft ausging.
Die Räume sehr gemütlich und angenehm. Bequeme Stühle, schönes Geschirr.
Die Gäste gemischt wie Giesing. Vom älteren Herr im Anzug bis zu dem Jungen Paar mit Pinken Haaren und sehr lockerer Kleidung war alles dabei.
Das Essen sehr gut bis gut. Je nach Gang. Ein klarer Stern, aber deutlich entfernt zum 2.
Hervorragende Weinbegleitung zum fairen Preis.
Einzig die Flasche Wasser zu fast 9€/Stück ist bei anderen Restaurants besser gelöst.