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Ich kann flieeeegen ...

Gulfstream

Grillkönig
5+ Jahre im GSV
Supporter
Toller Bericht :thumb1:
Zwei Fragen hätte ich(keine Kritik). Ist der Horizont defekt? Der hängt am Boden.
Warum fliegst Du so tief im kurzen Endanflug an? Hangelar hat doch 800m, oder?
Horrido
 
OP
OP
V

Vicente_cgn

Vegetarier
Hallo Basti,

gut erkannt! Da ich den künstlichen Horizont beim Fliegen (noch) nicht brauche vergesse ich beim Preflight Check immer wieder ggf. ein "Reset" zu machen (Schnellaufrichtung). Das müsste der Grund für die falsche Anzeige am Boden gewesen sein.

Ich fühle mich wohler wenn ich tief anfliege und mich mit Schleppgas bis kurz vor die Schwelle bewege. Zum einen möchte ich es gerne regelmäßig schaffen die erste Ausfahrt zu nehmen (das ist mir bisher nur einmal gelungen) um die Piste für nachfolgende Flugzeuge nicht so lange zu blockieren, zum anderen stelle ich es mir schwieriger vor wenn ich steiler zur Landung reinkomme. Das Abfangen ist dann sicherlich noch mal ein Stück schwieriger da die Maschine beim Abfangen durchsackt und man hat generell weniger Zeit und Spielraum um mögliche Fehler zu korrigieren.

Aber spätestens wenn die Ziellandeübungen ohne Motorleistung beginnen muss ich mich natürlich umstellen. Auch wird es sicherlich Flugplätze geben bei denen solch ein flacher Anflug aufgrund diverser Hindernisse nicht möglich ist - das ist mir bewusst. Irgendwann in naher Zukunft muss ich meine Wohlfühlzone verlassen, da hilft alles nichts.

Viele Grüße,
Thomas
 

Gulfstream

Grillkönig
5+ Jahre im GSV
Supporter
Hallo Basti,

gut erkannt! Da ich den künstlichen Horizont beim Fliegen (noch) nicht brauche vergesse ich beim Preflight Check immer wieder ggf. ein "Reset" zu machen (Schnellaufrichtung). Das müsste der Grund für die falsche Anzeige am Boden gewesen sein.

Ich fühle mich wohler wenn ich tief anfliege und mich mit Schleppgas bis kurz vor die Schwelle bewege. Zum einen möchte ich es gerne regelmäßig schaffen die erste Ausfahrt zu nehmen (das ist mir bisher nur einmal gelungen) um die Piste für nachfolgende Flugzeuge nicht so lange zu blockieren, zum anderen stelle ich es mir schwieriger vor wenn ich steiler zur Landung reinkomme. Das Abfangen ist dann sicherlich noch mal ein Stück schwieriger da die Maschine beim Abfangen durchsackt und man hat generell weniger Zeit und Spielraum um mögliche Fehler zu korrigieren.

Aber spätestens wenn die Ziellandeübungen ohne Motorleistung beginnen muss ich mich natürlich umstellen. Auch wird es sicherlich Flugplätze geben bei denen solch ein flacher Anflug aufgrund diverser Hindernisse nicht möglich ist - das ist mir bewusst. Irgendwann in naher Zukunft muss ich meine Wohlfühlzone verlassen, da hilft alles nichts.

Viele Grüße,
Thomas

Wenn Du so tief und mit Schleppgas anfliegst hast Du automatisch einen hohen Anstellwinkel, der Dich wiederum stark in der Sicht nach vorne zur Piste einschränkt. Ergo: schiefes aufsetzen, außermittig aufsetzen etc.
Vielleicht solltest Du versuchen den 3° Anflug konsequent mit Deiner für das Flugzeug/ den Wetterverhältnissen angepassten Anfluggeschwindigkeit durchzuziehen, nach Anweisung Lehrer auf idle gehen und vorsichtig an den Abfangpunkt herantasten. Wenn Du dadurch andere ausbremst ist das doch nicht schlimm.
Lern erstmal sauber zu landen bevor du zur Kür schreitest um den richtigen Abrollpunkt zu erwischen. Du ziehst das Pferd, meiner Meinung nach, von hinten auf.
 

timsven

Bundesgrillminister
10+ Jahre im GSV
Da kann ich @Gulfstream nur recht geben. Je früher du dich an den korrekten 3° Winkel gewöhnst, desto besser. Dann kannst du auch das VASI nutzen, was mir bei der VFR Fliegerei immer gut geholfen hat, gerade wenn die Sicht nicht die Beste war.


Happy landings!

Tim
 
OP
OP
V

Vicente_cgn

Vegetarier
@Basti: ja, das klingt logisch was Du da schreibst. Ich werd's bei der nächsten Stunde mal mit meinem Fluglehrer besprechen. Dank Dir für den Tipp.

@Tim: VASI? Hat unser Flugplatz leider nicht. Aber wenn ich denn irgendwann mal auch andere Plätze anfliegen darf wird es sicherlich hilfreich sein.

Vielen Dank und schöne Grüße,
Thomas
 

Gulfstream

Grillkönig
5+ Jahre im GSV
Supporter
Genau Thomas, besprich mit Deinem Fluglehrer was für Dich am besten ist.
Du schaffst das, manchmal dauerts halt länger. Hast ja keinen Druck. Immer safety first. :thumb2:
 
OP
OP
V

Vicente_cgn

Vegetarier
Hallo zusammen!

Es gibt mal wieder etwas Neues über meine Fliegerei zu berichten, es wird allerdings wieder ein etwas längerer Bericht. ;)

Nachdem ich die theoretische Prüfung bereits erfolgreich gemeistert habe bin ich gestern Nachmittag den nächsten großen Schritt in Richtung Pilotenlizenz gegangen: ich habe die ersten 18 Minuten als "Flugkapitän" auf der Uhr. :cool:

Was für viele Flugschüler, laut diversen Berichten, völlig überraschend kam stand bei mir eigentlich bereits vor zwei Wochen fest als mein Fluglehrer zu mir meinte: "Das nächste Mal machen wir den Crosscheck und danach fliegst Du ein paar Platzrunden alleine!".
"Crosscheck" bedeutet nichts anderes als dass ein fremder Fluglehrer den Sitz des Copiloten einnimmt und Dein fliegerisches Können beurteilt.

In meinem Fall fand der Crosscheck also letzte Woche statt - nach drei Platzrunden mit meinem Fluglehrer auf der 29 (also Start Richtung Westen) bat er mich kurz vor'm Tower zu halten um den Platz mit seiner Frau zu tauschen. Auch seine Frau ist, neben Ihrem Beruf als Frachtpilotin, Fluglehrerin in unserem Verein. Eine tolle Frau die wie Ihr Mann das Fliegen lebt, jede Minute geniesst und scheinbar immer gute Laune hat.

Direkt zu Beginn des Crosschecks habe ich mir einen netten Patzer erlaubt: meine Copilotin erinnerte mich nach dem Motorstart noch daran dass ich mich ja beim Tower erneut anmelden müsse. Natürlich hatte ich das nicht vergessen, wollte dies jedoch erst in der Run-up-Area machen, wie sonst auch. Das wurde direkt bestraft: während des Fluglehrerwechsels hatte der Turm entschieden dass aufgrund des Windes jetzt in Richtung Osten gestartet wird was ich allerdings erst bei meiner Anmeldung mitbekam. Schade, die 3 Minuten Rollen in die falsche Richtung hätte ich uns also ersparen können. Da war es wieder, das Gesetz von Murphy: nie zuvor hatten wir die Platzrunden unterbrochen, nie zuvor fand während einer Flugstunde ein Richtungswechsel statt und ausgerechnet jetzt kam beides zusammen. :oops:

Den Crosscheck, bestehend aus drei weiteren Platzrunden, habe ich in Ihren Augen ausreichend gut gemeistert. Ihr einziger Kritikpunkt war dass ich beim Landeanflug besser auf meine Geschwindigkeit achten müsse weil ich bei der zweiten Landung nur noch 55 Knoten auf dem Tacho hatte. Bei dieser Geschwindigkeit liess sich das Flugzeug nicht mehr ordentlich abfangen und plumbste etwas unsanft auf die Piste. Nicht schlimm aber aus so einem Fehler könnte auch eine Gefahrensituation entstehen wenn man z.B. noch hoch über der Piste ist.

Nach dem Crosscheck wollte ich direkt zum Hangar rollen allerdings meinte meine Copilotin wir sollten erstmal zurück zum Tower wo Ihr Mann auf uns wartete. Der machte mir dann auch direkt das Angebot, ob ich mal drei Runden alleine fliegen wolle. Die Sonne knallte in das Cockpit, ich hatte bereits 6 anstrengende Runden absolviert und es waren schon vier andere Flugzeuge in der Platzrunde weshalb ich hätte warten müssen dass einer von denen den Betrieb einstellt. Das waren meine Argumente das Angebot abzulehnen. In Wirklichkeit hatte ich einfach nur Angst! :eek:

Alleinflug - das bedeutet Fliegen ohne Netz und doppelten Boden. Kein Fluglehrer der einen auf Fehler aufmerksam macht bevor sie fatale Folgen haben. Keine Person die man fragen kann wenn man z.B. den Funkspruch eines anfliegenden Flugzeugs nicht verstanden hat. Niemand der eingreifen kann wenn das Flugzeug ohne Fahrt hoch über der Piste hängt und man selber das nicht merkt weil man sich nur auf die Ausrichtung konzentriert. Auch waren an dem Tag jede Menge Vögel rund um den Platz unterwegs denen ich zum Teil aktiv ausweichen musste. In der zweiten Runde im Steigflug sogar einem Storch der unbeirrt unseren Flugweg kreuzen wollte. Was wenn mir so ein Vogel doch mal in den Propeller gerät? Was, wenn ein Gyrokopter in die Platzrunde einfliegt? Gyrokopter sind ziemlich schwer in der Luft zu sehen, die Funksprüche der Piloten für mich zum Teil unverständlich wegen der lauten Nebengeräusche in dem offenen Cockpit und sie fliegen viel langsamer als ein Flugzeug.

Ich weiß nicht ob mein Fluglehrer insgeheim über meine Entscheidung erleichtert war oder enttäuscht über meinen fehlenden Mut. Aber gut, hier wird niemand gezwungen, das Thema Alleinflug wurde um eine Woche auf die nächste Flugstunde verschoben. Unnötig zu erwähnen dass ich am nächsten Tag noch mit meiner Entscheidung haderte und mich über meinen fehlenden Mut ärgerte, waren doch wenigstens die Windbedingungen ideal gewesen.

Gestern nachmittag um 15 Uhr stand dann die nächste Flugstunde an. Aufgrund des Windes der teilweise mit über 10 Knoten über den Platz blies, meinte mein Fluglehrer bereits zu Anfang dass es heute wohl keinen Soloflug geben wird. Er erklärte mir nochmal anhand einer Zeichnung die Problematik das die Windgeschwindigkeit mit abnehmender Höhe aufgrund von Reibungsverlusten ebenfalls abnimmt was ich beim Anflug einzukalkulieren hätte, dann ging es los.

Nach der ersten Platzrunde hatte ich mit dem Thema "Alleinflug" für heute abgeschlossen - dank der Sonneneinstrahlung herrschte eine Thermik die das Fliegen dank ständiger Turbulenzen recht anstrengend machte. Turbulenzen und meine Flugangst verstehen sich auch noch nicht so wirklich miteinander. Die Asphaltpiste war durch die direkte Sonneneinstrahlung ordentlich aufgeheizt und das Flugzeug eierte bei der Landung auf einem Teppich aus heißer Luft rum und wollte einfach nicht aufsetzen.

Aber nach drei Runden schien mein Fluglehrer mit meiner Leistung zufrieden zu sein ("Die Landungen ware nicht schön aber du hast die Maschine jedesmal sicher runtergebracht.") und bot mir erneut an, drei Runden alleine zu fliegen. Diesmal war ich mutiger: "Wenn Du meinst ich schaffe das dann glaube ich auch daran!". "Du musst das schaffen!" bekam ich lachend als Antwort zu hören. Nur keinen Druck aufbauen ...

Also rollte ich auf die Wiese vor dem Tower und kündigte über Funk an dass dies nur eine kurze Unterbrechung wäre weil mein Fluglehrer jetzt aussteigt. Ab dem Moment war dann erstmal Schluss mit Funkdisziplin auf dieser Frequenz und es kamen Kommentare wie "Ohaaa!" "Das kann ja was werden!" "Der hat bestimmt die Schnauze voll!" über den Äther. Immerhin mußte ich trotz der Anspannung grinsen - solche Neckereien lockern die sonst so nüchterne Fliegerei doch auf. :D

Einen Moment später sass ich dann also im Flugzeug und begann die Checkliste durchzugehen:
alleine.png


Aus meinem Fehler beim Crosscheck hatte ich dazugelernt und meldete mich direkt beim Tower an bevor ich losrollte. Dabei erwähnte ich dass dies mein erster Soloflug sein würde was ab dem Zeitpunkt auch jedem anderem Flugzeug mitgeteilt wurde welches in die Platzrunde einflog. Sehr rücksichtsvoll und ich fühlte mich gleich ein Stück sicherer. Oder war es eher so wie damals beim Autoführerschein gemeint: "Leute, holt die Kinder rein, Thomas macht'n Führerschein!"? ;)

Wie auch immer, die kompletten drei Runden herrschte nahezu Funkstille und das gab mir das Gefühl dass der Flugplatz alleine für mich reserviert worden wäre.

Also weiter, zur Run-Up-Area vor der Bundespolizei rollen, Preflight-Checks durchführen, Emergency-Briefing (was tue ich wenn was schiefläuft) runterbeten, nach links schauen ob da was im Anflug ist und mein Sprüchlein aufsagen: "Delta Quebec Juliet rollt auf die Eins Eins". Flugzeug ausrichten und dann stand ich da:
auf_der_11.png


Jetzt hieß es Mut zu zeigen sein, den Gashebel nach vorne zu schieben und alles so zu tun wie ich es in den letzten 174 Platzrunden auch gemacht habe.

Ja, manche werden sich jetzt denken: "Welcher Vollpfosten braucht denn 174 Platzrunden bevor er das erste Mal alleine fliegt?" Es gibt Leute die brauchten nur die Hälfte, manche vielleicht sogar nur ein Drittel. Das Gesetz sieht vor dass man mindestens 16 Jahre alt sein muss vor dem ersten Alleinflug, das machen also sogar Kinder. Einer meiner Mitschüler, der mit mir zusammen angefangen hat, hatte sein erstes Solo bereits am 01.01.2020. Das alles wurmt mich aber was soll ich machen ausser zu erkennen dass ich offensichtlich kein Naturtalent in Sachen Fliegerei bin? Also bleibt mir nichts anderes übrig als diese Tatsache zu akzeptieren und mich in Geduld zu üben. Der Weg ist das Ziel und es gibt sicherlich irgendjemanden da draussen dem es ähnlich ging wie mir.
Der weise Spruch "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen" ist übrigens in der Fliegerei meiner Ansicht nach nicht wirklich angebracht, es gibt einige Unfallberichte die vom Gegenteil berichten. :sad:

Mit diesen Gedanken und einer ganz leichten "Zeig's Ihnen!"-Einstellung im Hinterkopf schob ich also den Gashebel nach vorne und prüfte, während das Flugzeug beschleunigt, ob sich der Fahrtmesser bewegt. Schön mit den Pedalen das Flugzeug auf der Centerline halten, 60kt erreicht, abheben. Jetzt war ich viel zu beschäftigt um mir Gedanken darum zu machen was ich hier eigentlich tue bzw. ich welcher Situation ich mich eigentlich befinde. Ich fliege:
in_the_air.png


Ich mache alles so wie immer, melde meine Position beim Eindrehen in den Gegenanflug (parallel zur Piste), in den Queranflug und in den Endanflug, schalte die Benzinpumpe an, setze die Klappen, schalte das Landelicht ein und auf einmal ist der kritischste Moment gekommen, ich bin im Landeanflug kurz vor der Piste:
Landeanflug.png


Ihr kennt sicherlich den guten Ratschlag wenn man irgendwo hinaufklettert und möglicherweise sogar ein bisschen Höhenangst hat: "Nicht nach unten schauen!"
Übertragen auf die Fliegerei heisst das für mich: "Nicht daran denken was Du hier gerade machst!" Leider wurde ich mir just in diesem Moment sehr bewußt darüber was ich hier eigentlich gerade tat, bzw. was mir nun bevorstand. Ich hatte die Verantwortung für mich und für das Flugzeug. Ein Fehler in den nächsten Sekunden könnte mich jetzt schlimmstenfalls das Leben kosten. Mein einziges Rettungsmanöver wäre ein Abbruch und durchstarten. Und auch hier oblag es mir die Situation richtig einzuschätzen und eine Entscheidung innerhalb von Sekundenbruchteilen zu treffen. Vergessen war die Tatsache dass ich bereits viele erfolgreiche Landungen hinter mir hatte. :cry:

Was soll ich sagen? Das war wohl die schlechteste Landung die ich jemals auf die Piste gelegt habe. Hätte mein Fluglehrer neben mir gesessen hätte er eingegriffen. Ich schwebte wellenförmig über die Piste, arbeitete mich am Höhenruder ab, verlor die Centerline aus dem Blick und wäre fast neben der Piste gelandet. Letztendlich setzte ich kurz vor der Bahnmitte ziemlich weit links auf:
erste_Landung.png


Der erste Schreck wich dem Ärger! Dem Ärger über mich selbst und dem Ärger dass wohl ganz Hangelar diese Landung beobachtet hatte und sich einen grinste. Ich rechnete schon mit der Order von meinem Fluglehrer, zurückzukommen. Die Order blieb aus, die Angst wich dem Ehrgeiz und ich nahm mir fest vor die nächste Landung besser zu machen.

Und siehe da, es geht doch:
zweite_Landung.png


Und auch die dritte Landung war in Ordnung:
dritte_Landung.png


Mein Fluglehrer sowie der Tower beglückwünschten mich zum erfolgreichen ersten Solo. Ich sollte zur Halle rollen wo es eine kurze Nachbesprechung mit meinem Fluglehrer gab. Er sah die erste Landung nicht so kritisch wie ich und war ganz zufrieden. Er tröstete mich, es hätte heute sicher nicht nur an meiner Nervosität gelegen, dank abgelöster Thermikblasen und dem heißen Asphalt wären die Bedingungen heute nicht optimal gewesen und nicht zuletzt wäre mein Flugzeug auch um einiges anfälliger für solche Dinge als beispielsweise eine Piper oder eine Cessna.

Die nächsten Stunden werde ich dann die speziellen Landemanöver alleine durchführen: Aufsetzen und Durchstarten, direkt durchstarten, Seitengleitflug, Ziellandungen im Leerlauf. Immer zunächst zwei, drei Runden mit meinem Lehrer und danach alleine. Ich freue mich darauf und bin irgendwie auch ein bisschen stolz auf mich, darf ich mich doch nun bereits "Pilot" nennen. 8-)

Ach übrigens, ich habe ein klein wenig geflunkert als ich schrieb ich hätte alleine im Flugzeug gesessen. Natürlich hatte ich eine Copilotin:
Copilotin.jpg

Meine Maus, ein Geschenk von meiner Frau bereits vor unserer Hochzeit, die mich auch immer auf Geschäftsreisen begleitet. Sie hatte auch nach dem Flug noch ein Grinsen im Gesicht, also kann es gar nicht so schlimm gewesen sein. :-)
 

sgddd10

Grillkaiser
5+ Jahre im GSV
Sehr schöne Berichte ,gefällt mir wirklich gut.Ich kann zwar nicht fliegen,aber immer wenn wir im Urlaub sind und es ne Möglichkeit gibt einen Heli-Rundflug zu machen, sitze ich vorn und genieße einfach.Mann lebt schließlich nur einmal !

über den Bergen.jpg


Bild2 109.jpg


Bild2 111.jpg


PS:Falls es dich stört,dass ich Fotos eingefügt habe,gib mir einfach Bescheid, dann lösch ich sie.
 

timsven

Bundesgrillminister
10+ Jahre im GSV
Toller Bericht. Ich kann deine Gefühle gut nachvollziehen und habe mich zurückgesetzt gefühlt in meine frühe PPL Zeit, toll geschrieben!

Happy Landings,

Tim
 

Sousvidebader

Wagyuologe
5+ Jahre im GSV
Supporter
Toll wieder was von dir zu lesen. Ich finde das sehr interessant, hier deine Schritte auf dem Weg zur eigenen Lizenz zu verfolgen.

Was mich interessieren würde ist, wie lange man denn zeitlich in etwa für den Erwerb einer Fluglizenz rechnen muss.

Du hattest ja im ersten Post etwas von zwei Jahren geschrieben. Ist das nur wenn man alle paar Wochen mal eine Flugstunde hat und das neben der Arbeit eher ganz gemütlich angeht oder brauchen doch die meisten mehrere Jahre um das alles zu bestehen?
 

grillper

Fleischtycoon
Hallo,
toller Bericht! Ich fühle mich knapp dreißig Jahre zurückgesetzt! Damals, im Dezember 1990, habe ich genau das gleiche durchgemacht. Allerdings war ich damals erst zwanzig und hatte mir vorgenommen, bis zum CPL/IFR in einem Rutsch durchzumachen! Es war in den USA, an einer der größeren Verkehrsfliegerschulen (von denen es damals viele gab), und wir starteten mit einer Klasse von fast vierzig Schülern - alles Europäer: Holländer, Skandinavier, Spanier, ...! Ich glaube, ich war der letzte, der seinen ersten Alleinflug absolviert hat - nach sechs Monaten war ich der zweite, der das Gesamtprogramm abgeschlossen hatte!

Ich wette, dass einer deiner ersten Gedanken, als du das erste mal allein abgehoben hast, war: Boah! Wie gut der Flieger ohne den dicken Fluglehrer steigt...!

Weiter so!
 
OP
OP
V

Vicente_cgn

Vegetarier
Toll wieder was von dir zu lesen. Ich finde das sehr interessant, hier deine Schritte auf dem Weg zur eigenen Lizenz zu verfolgen.

Was mich interessieren würde ist, wie lange man denn zeitlich in etwa für den Erwerb einer Fluglizenz rechnen muss.

Du hattest ja im ersten Post etwas von zwei Jahren geschrieben. Ist das nur wenn man alle paar Wochen mal eine Flugstunde hat und das neben der Arbeit eher ganz gemütlich angeht oder brauchen doch die meisten mehrere Jahre um das alles zu bestehen?

Hi!

Also die Dauer hängt schon davon ab wieviel Zeit Du Dir a)nimmst und b)brauchst. ;-)

In einer Flugschule wird es generell schneller gehen als in einem Verein da Dir da jederzeit die Flugzeuge und die Fluglehrer zur Verfügung stehen.

Wenn Du Dir beispielweise die Reservierungen unseres Vereins für übernächstes Wochenende anschaust wirst Du sehen dass bereits jetzt schon nahezu alles ausgebucht ist, ein Flugzeug fällt bis zum August sogar komplett aus. Dazu muss dann noch Dein Fluglehrer zu dem Termin Zeit haben und das Wetter sollte auch für das passen was Ihr geplant habt (z.B. Überlandflug). Und im Winter, wenn die Anzahl der Tageslichtstunden abnimmt ist es noch schwieriger einen Termin zu bekommen.
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Da bist Du in einer Flugschule wesentlich flexibler aufgestellt, zahlst aber auch mehr pro Stunde. Bei uns arbeiten die Theorie- und Praxislehrer ehrenamtlich in Ihrer Freizeit, für die Flugzeuge zahlst Du nur während Du in der Luft bist, nicht für die gesamte Reservierungszeit. Ich könnte mir vorstellen in einer Flugschule zahlst Du also in etwa nahezu 100€ mehr pro Stunde.

Ich habe das Glück einen Fluglehrer zu haben der pensioniert ist und quasi auf dem Flugplatz lebt. Mit dem muss ich keine Termine vereinbaren, es kommt ganz selten vor dass er mal anderweitig unterwegs ist. So habe ich es bisher geschafft eine Stunde pro Woche fliegen zu können was aus Sicht unseres Ausbildungsleiters auch nahe am Optimum ist. Wer möchte kann natürlich öfters fliegen, keine Frage.

Was Du auf alle Fälle absolvieren musst sind die 100h Theorieunterricht um zur theoretischen Prüfung zugelassen zu werden. Wir hatten immer 2x2 Stunden pro Woche - hier bieten Flugschulen evtl. auch häufigeren Unterricht an. Nach der theoretischen Prüfung hast Du übrigens maximal 2 Jahre Zeit um Deine praktische Prüfung abzulegen.

Flugstunden musst Du mindestens 48h vorweisen (davon 10h im Soloflug) um zur praktischen Prüfung zugelassen zu werden. Ich habe mittlerweile knapp 33h alleine für Platzrunden verbraten. Das klingt viel, die reine Flugzeit liegt jedoch nur bei ca. der Hälfte, aber für die Lizenz gilt die Blockzeit (Also Motorstart bis Motorstop). Daran sieht man in jedem Fall dass Talent auch eine große Rolle spielt. Wenn Du also Dein erstes Solo nach 10h fliegen kannst kommst Du mit den 48h vielleicht sogar hin.

Also, lange Rede kurzer Sinn: es kommt drauf an. ;)

Erkundige Dich doch mal beim Verein oder Flugschule Deiner Wahl - die werden bereits Erfahrungswerte haben und Dir einen ungefähren Zeitraum nennen. Ich vermute, ein dreiviertel Jahr sollte man mindestens einkalkulieren.

Viele Grüße,
Thomas
 

zuki

Fleischesser
Auch wenn ich mich eigentlich noch nie dafür interessiert habe, hab ich doch mal angefangen deine Berichte zu lesen. Ich muss sagen das ist wirklich interessant. Ich werd es hier auf jeden Fall weiter verfolgen und wünsche dir noch viel Erfolg :prost:

Ich hab übrigens für meinen Mopedschein (ja, ist sicherlich nicht das gleiche) auch ne Ecke länger gebraucht als mein Kumpel der gleichzeitig eingestiegen ist. Hat hinterher kein Mensch interessiert und man merkt danach auch nix mehr davon ;)
 

grillper

Fleischtycoon
Vor 30 Jahren haben wir grob gesagt, die Kosten für den Erwerb einer (Motor-)Fluglizenz sind etwa 10 mal so hoch, wie man für einen PKW Führerschein benötigt. Das gleiche galt in etwa für die Anschaffung und das Betreiben eines eigenen Luftfahrzeuges! Heute denke ich, liegt der Faktor eher so bei 15 - 20 ...!
 

Gulfstream

Grillkönig
5+ Jahre im GSV
Supporter
Moin, schöne Fortsetzung & Glückwunsch zum Solo.

@Sousvidebader das hängt von Deinen zeitlichen & finanziellen Möglichkeiten in erster Linie ab.
Ich habe 4 Monate in D gebraucht, hatte aber auch einfach Glück beim Wetter und hatte in der Zeit auch sonst nicht viel zu tun.
Neben dem Beruf kannst Du sicherlich 9-12 Monate planen.
 

timsven

Bundesgrillminister
10+ Jahre im GSV
Ich habe meinen Ppl in Dallas gemacht. Das klappte sehr gut und ich war nach ca 3 Wochen durch, allerdings war ich auch der schnellste Schüler, den die Schule je hatte.
:D
Ich habe dann noch meine nötigen Flugstunden in den USA abgeflogen, um den Schein dann umschreiben lassen zu können. Das Fliegen in den USA ist ein Traum und wesentlich entspannter als hier, und billiger. Ich kamt dann also mit recht guter Flugerfahrung zurück und musste dann hier die Theoretische Prüfung, nur Luftrecht, und Praxis machen. Das waren glaube ich, nur ein Paar Platzrunden.

IfIFR, Cpl und Atpl habe ich dann in D gemacht.

Ist aber auch schon 20 Jahre her und ich weiß nicht, ob das noch so klappt

Happy landings,

Tim
 

Gulfstream

Grillkönig
5+ Jahre im GSV
Supporter
Ich habe meinen Ppl in Dallas gemacht. Das klappte sehr gut und ich war nach ca 3 Wochen durch, allerdings war ich auch der schnellste Schüler, den die Schule je hatte.
:D
Ich habe dann noch meine nötigen Flugstunden in den USA abgeflogen, um den Schein dann umschreiben lassen zu können. Das Fliegen in den USA ist ein Traum und wesentlich entspannter als hier, und billiger. Ich kamt dann also mit recht guter Flugerfahrung zurück und musste dann hier die Theoretische Prüfung, nur Luftrecht, und Praxis machen. Das waren glaube ich, nur ein Paar Platzrunden.

IfIFR, Cpl und Atpl habe ich dann in D gemacht.

Ist aber auch schon 20 Jahre her und ich weiß nicht, ob das noch so klappt

Happy landings,

Tim

Wo warst Du in Dallas, welcher Platz?
War immer 2/ jährlich dort bei FlightSafety. Witzige Gegend 😉
 
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