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Kochbuch der Woche - "Die echte kroatische Küche"

Ceterum Censeo

Grillkönig
10+ Jahre im GSV
Auf geht’s ins neue Jahr und auf geht’s mit einem neuen Kochbuch der Woche!

Es geht auf den Balkan, genauer nach Kroatien, dessen Küche von Ino Kuvačić in seinem Buch „Die echte Kroatische Küche“ präsentiert wird.

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Kroatien ist ein Land, dessen Küche von vielen Einflüssen geprägt wurde. Schon unter den antiken Römern und Griechen kolonialisiert, die den Wein ins Land brachten kamen nach den Awaren die Byzantiner bis es im 10ten Jahrhundert zum ersten kroatischen Königreich wurde.

Dann kamen die Ungarn, die das Land wiederum an die Venezianer verkauften. Venedig brachte die Kultur und Einflüsse der Renaissance bevor die Türken ins Land kamen. Als diese wieder gingen ließen sie Duvedreis und Cevapcici zurück, unmittelbar darauf brachten die Österreicher ab 1815 die Kaffeehauskultur ins Land.

Rezepte.PNG

In dieser Geschichte voller unterschiedlicher kultureller Einflüsse entwickelte sich eine eigenständige, kroatische Kultur und natürlich Küche, die schon seit Mitte des 20ten Jahrhunderts dank der Jugoslawien-Urlauber auch in Österreich Bekanntheit erlangte. Eine meiner prägendsten Erinnerungen waren die Raznjici in unserem Dorfgasthaus mit Kegelbahn. Am Spieß und mit Pommes und Ketchup war das das erste „ausländische“ Essen meines Lebens.

Die jüngere Geschichte war ab 1945 vom jugoslawischen Staatenbund und der Unabhängigkeit ab 1991 bestimmt, seitdem es nun wieder einen kroatischen Staat gibt. Die 1990er brachten auch in Kroatien viel Leid durch Krieg und Vertreibung, wie in allen Ländern des zerfallenden Jugoslawien und die damaligen Ereignisse und Verbrechen werden mittlerweile langsam in einem schmerzhaften Prozess aufgearbeitet und verarbeitet.
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Die kroatische Küche ist eine zweigeteilte. Es gibt die Küche der Küste, hier vor allem Dalmatien, und die Küche des Binnenlandes. In diesem Buch konzentriert sich der Autor auf die Küstenküche, die von frischen Zutaten und dem sparsamen Einsatz von Kräutern geprägt ist.

Diese Küche enthält viel Gemüse, Fisch, Meeresfrüchte, sie ist durch den Einsatz von Olivenöl geprägt und wandelt sich gegen Norden durch die österreichisch-ungarischen Einflüsse zu einer deftigen Fleischküche mit vielen Milchprodukten und üppigen Mehlspeisen. Hier zeigen sich auf engem Raum die vielen verschiedenen Einflüsse, die sich in den Gerichten und der Küche im Allgemeinen gegenseitig unterstützen und beflügeln.

Der Autor, Ino Kuvačić, ist in Split geboren und hat dort auch eine Lehre als Koch absolviert. Seit 2004 besitzt und leitet er das Restaurant „Dalmatino“ in Melbourne (Australien), dennoch kehrt er jedes Jahr auch in seine Heimat zurück um die aktuellen Kochtrends in Kroatien, genauer in Dalmatien, auf- und mitzunehmen.

Dieses – sein erstes – Kochbuch ist, so scheint es mir, seine „Familiensammlung“. Viele Rezepte tragen den Geist und die Sprache von Tradition und Hausmannskost in sich. Ich habe bei vielen Rezepten den Eindruck, als seien sie aus dem handgeschriebenen Büchlein einer Oma, Tante oder alten Nachbarin abgeschrieben und nur wo es unbedingt notwendig war behutsam modernisiert worden.

Gerichte wie die Zucchiniküchlein (Seite 40) oder der Weißkohl mit Teigfladen (Seite 32) kann ich mir in jeder Küche einer Oma vorstellen, die damit die hungrige Bande von Nachwuchsfußballern „abfüttert“. Und genauso einfach sind diese Gerichte dann auch zuzubereiten.

Garniert wird das Buch mit vielen stimmigen Bildern aus und von Kroatiens Küste und Stränden, aber auch die Rezeptfotos kommen nicht zu kurz, wenn es auch nicht zu jedem Rezept eines gibt. Hier ist auch eine leise Kritik anzumerken: Die Gerichte auf den Fotos wurden ganz augenscheinlich nicht immer genau so wie beschrieben zubereitet. Da das aber – wenn überhaupt – lediglich der Optik manchmal abträglich ist, kann über diesen „Mangel“ getrost hinweggesehen werden.

Montag
Die Woche beginnt mit einer „Suppe aus Paprika, Karotte und Aubergine“ (Seite 18). Eine zwar im Grunde simple Angelegenheit, durch das separate Anbraten der einzelnen Gemüse aber außergewöhnlich Aromatisch und – wie im Buch angemerkt und hiermit von mir bestätigt – am Tag nach dem Kochen noch besser als frisch.
Eine Suppe die sowohl heiß als auch kühlschrankkalt im Sommer genossen werden kann. Meine Empfehlung: Gleich mehr davon auf Vorrat machen!


Karotte-Paprika-Auberginensuppe_Teller.png

Bei diesem Gericht begegnet uns eine der typischen Zutaten der kroatisch-dalmatinischen Küche gleich zu Beginn: Die Aubergine oder Melanzani wie sie bei uns in Österreich genannt wird.
Natürlich ist das auch ein ausgezeichnet fürs Büro zum Mitnehmen geeignetes Gericht!

Zutaten
100 ml Olivenöl
2 Stück Knoblauchzehen zerdrückt
2 Stück Zwiebeln kleinwürfelig geschnitten
200 g Karotten in Scheiben geschnitten
200 g Paprika rot, gewürfelt
200 g Melanzani geschält und gewürfelt
1,2 Liter Gemüsesuppe
Salz
Pfeffer
Kräuter frisch, zum Dekorieren

Anleitungen

Ein Drittel des Olivenöls erhitzen und den zerdrückten Knoblauch wenige Sekunden anbraten bis er sein Aroma entfaltet. Darauf achten, dass der Knoblauch nicht bräunt. Die Zwiebeln dazugeben und mit Deckel bei mittlerer Hitze 10 Minuten dünsten.
Währenddessen die Paprikawürfel in einem eigenen Topf in einem zweiten Drittel des Olivenöls 10 Minuten dünsten bis sie goldbraun werden. Mit Salz und Pfeffer würzen. Gemeinsam mit den Karotten zu den Zwiebeln geben und alles zusammen weitere 10 Minuten dünsten.
Im zweiten Topf den Rest des Olivenöls erhitzen und darin die Melanzaniwürfel braten bis sie braun und weich werden. Ebenfalls salzen und pfeffern und zum restlichen Gemüse geben.
Mit der Gemüsesuppe aufgießen und mit Deckel 20 Minuten schwach köcheln lassen bis das Gemüse weich ist. Mit einem Stabmixer fein pürieren und mit Salz und Pfeffer pikant abschmecken.
Mit frischen Kräutern nach Wahl garnieren.

Rezept Hinweise
Diese Suppe schmeckt am Tag nach der Zubereitung noch besser, wenn sich die verschiedenen Aromen gut verbunden haben!

Dienstag
Am Dienstag gings vegetarisch weiter, die üppigen Weihnachtsfeiertage sind ja gerade erst vorbei und Vitamine müssen her. Die gibt’s hier in der Fülle vom „Gefüllten Brot aus Vis“ (Seite 23).
Dieses gefüllte Brot, in der Landessprache Viska pogaca genannt, steht in der Tradition der von den Griechen in der Antike ins heutige Kroatien gebrachte Speisen aus Sizilien. Ursprünglich mit Oliven statt Paradeisern zubereitet kamen letztere erst im 17ten Jahrhundert, nachdem dieses Gemüse aus Amerika nach Europa kam, in dieses Brot.
Aber im Prinzip ist dieses Rezept etwa 2400 Jahre alt…

Gefülltes Brot aus Vis_Teller.png


Das Brot ist ein Germteig mit viel Olivenöl – meine Küchenmaschine war nicht in der Lage, die im Originalrezept angegebenen 80g Olivenöl in den Teig zu kneten, daher hab ich die Ölmenge halbiert. Deshalb ist es auch mehr aufgegangen als es im Buch abgebildet ist – hier ist die Diskrepanz zwischen Buchfoto und Rezept daher auf meine Abänderung zurückzuführen und nicht „Schuld“ des Autors!

Sehr gut zu portionieren und ebenfalls am nächsten Tag genossen noch ausgezeichnet. Auch ein absolut geeignetes Rezept fürs „Lunchpaket“, der Zwiebelanteil sollte aber berücksichtigt werden

Zutaten
Teig
500 g Weizenmehl 700 glatt
10 g Germ frisch
300 ml Wasser
10 g Salz
40 g Olivenöl Original: 80g
Füllung
80 ml Olivenöl
6 Stück Zwiebeln in Scheiben geschnitten
6 Stück Paradeiser groß, geschält, entkernt und gewürfelt
3 EL Petersilie frisch gehackt
40 g Sardellenfilets eingelegt, gehackt
Salz
Pfeffer frisch gemahlen
Salz grob, zum bestreuen

Anleitungen
Für die Füllung das Öl erhitzen und die Zwiebelringe darin 10 Minuten dünsten ohne dass sie Farbe nehmen. Die Paradeiser dazugeben und zuerst 10 Minuten zugedeckt köcheln, dann ohne Deckel weitere 10 Minuten bis die Sauce eindickt.
Abkühlen lassen und die Sardellen und die Petersilie untermengen. Abkühlen lassen.
Für den Teig das Mehl mit dem Wasser und der Germ auf langsamer Stufe in der Küchenmaschine 2 Minuten vermengen. Das Salz dazugeben und 20 Minuten auf mittlerer Stufe kneten. Das Öl bei laufender Maschine in dünnem Strahl hinzufügen und in weiteren 5 bis 10 Minuten gut einkneten.
Den Teig in einer leicht geölten Schüssel zugedeckt etwa 30 bis 40 Minuten gehen lassen bis sich das Volumen verdoppelt hat.
Den Teig durchkneten und zwei Drittel des Teiges in der Größe der Form (etwa 25cm mal 15cm) ausrollen. Die Größe so gestalten, dass der Teig über die Ränder der Form hängt.
Die Füllung in den Teig geben und den restlichen Teig zu einer Platte ausrollen die auf die Form passt. Dieses Teigstück auflegen, leicht andrücken, die Ränder mit Wasser einpinseln und die Ränder des vorherigen Teiges für den Boden über den befeuchteten Deckel schlagen. Die Teige zusammendrücken und den Deckel mit der Gabel mehrmals einstechen.
Das fertige Brot nochmal etwa 20 Minuten gehen lassen, währenddessen den Ofen auf 180° Ober/Unterhitze vorheizen. Das gegangene Brot nochmal mit Wasser einpinseln und mit dem groben Salz bestreuen.
Das Brot in den Ofen geben und etwa 25 Minuten backen bis es auf der Oberseite goldbraun ist. Wenn das Brot fertig gebacken ist kurz in der Form überkühlen lassen und sobald es geht aus der Form nehmen. In saubere Küchentücher wickeln und lauwarm auskühlen lassen. In Stücke schneiden und servieren.

Mittwoch
Der erste Grilltag des Jahres. Es gibt Raznjici (Seite 168)!
Mein Kindheitsessen im für uns damals besseren Restaurant und ich kann mir den Stolz und die Freude meiner Eltern, uns Kindern das zu ermöglichen auch heute nur schwer im ganzen Ausmaß vorstellen. Wir waren wirklich nicht wohlhabend und meine Eltern haben sich das für uns „abgespart“ – meine Dankbarkeit dafür und noch vieles mehr wird niemals enden!
Im Grunde genommen ein einfaches Gericht, das zum Gelingen neben vorzüglicher Qualität bei den Zutaten die lange Marinierzeit und ein umsichtiges Grillen erfordert. Erstes damit das Fleisch schön gschmackig und mürbe wird, zweiteres damit man keine Kohlenstücke am Spieß serviert.

Raznjici - angegrillt.png


Als Beilage kommt für mich natürlich nur Pommes Frites und Zwiebelsenf in Frage, Ketchup wird hier auch gerne gesehen. Wers authentischer mag, möge den Duvedreis von Seite 46 dazu machen.
Sollte davon was übrigbleiben, was uns bisher niemals gelang, dann kann das kalt oder aufgewärmt am nächsten Tag auch noch schmecken. Ich empfehle das aber frisch vom Grill zu essen und nichts außer den Spießen selbst übrigzulassen

Zutaten
Für die Spieße
800 g Schweinefleisch mager; ich empfehle Karreerose
1 Stück Melanzani in Würfel von ca. 3cm geschnitten
2 Stück Paprika rot, in 3cm Würfel geschnitten
2 Stück Zwiebeln rot, in große Stücke geschnitten
Für die Marinade
1 Stück Zwiebel fein gehackt
4 Stück Knoblauchzehen fein gehackt
2 Zweige Rosmarin frisch
10 Zweige Thymian frisch
2 Stück Lorbeerblatt
100 ml Olivenöl
30 ml Weißweinessig
Salz
Pfeffer frisch gemahlen

Anleitungen
Für die Marinade alle Zutaten gut verrühren, das Fleisch in 1x3x3cm Würfel schneiden und gemeinsam mit den Gemüsewürfeln ausgenommen den Zwiebeln mit der Marinade gut vermischen. Zugedeckt im Kühlschrank über Nacht marinieren.
Am nächsten Tag die Zwiebeln gemeinsam mit dem marinierten Fleisch und Gemüse abwechselnd auf Spieße stecken. Ich nehme Metallspieße, wenn Holzspieße verwendet werden diese vorher eine Stunde in Wasser einlegen, damit sie beim Grillen nicht verbrennen.
Einen Grill auf hoher Hitze vorbereiten. Einen Gasgrill rechtzeitig vorheizen, einen Holzkohlegrill mit zwei Temperaturzonen vorbereiten.
Die Spieße von jeder Seite bei hoher Hitze angrillen, dabei darauf achten dass das Fleisch oder das Gemüse nicht verbrennt. Dann auf dem Holzkohlegrill in der indirekten Zone (siehe Artikeltext) oder am Gasgrill auf einem Zusatzrost (ebenfalls siehe Artikeltext) fertiggrillen.
Mit Olivenöl und Zitronensaft beträufelt sofort auf den Spießen servieren.

Donnerstag
Nach deftig kommt süß. Hier zumindest. Es wurde ein „kroatischer Apfelkuchen“ (Seite 190).
Dieser klassische Kuchen aus Kroatien ist mit einers süß-säuerlichen Apfelfüllung in Kombination mit dem krümeligen Teig sowohl warm als auch kalt, als Dessert oder zum Nachmittagskaffee ein Genuss. Die knackige „Decke“ aus Zucker verleiht dem Kuchen eine besondere Note – daher eher an der Anzahl der Stücke als am Zucker oben am Kuchen sparen.
Der Teig ist eine Abwandlung eines Mürbteigs und nicht nur in Kombination mit Äpfeln sondern mit vielen anderen Füllungen verwendbar.

Apfelkuchen - Backform_Anschnitt.png

Ich habe die Füllung noch mit einer Prise Muskatnuss ergänzt – ein „Trick“ den ich mir bei einem Rezept für einen amerikanischen Applepie abgeschaut habe. Muskatnuss, Zimt und Apfel sind eine ausgezeichnete Kombination. Aber bitte sehr sparsam mit der Muskatnuss umgehen!
Der Kuchen wäre mehrere Tage haltbar. Wäre…

Zutaten
Für den Teig
375 g Weizenmehl 700 oder 480
10 g Backpulver
165 g Butter zimmerwarm
165 g Zucker
1 Stück Ei zimmerwarm
1 Stück Zitrone Schale für den Teig, Zitronensaft für die Füllung
2 EL Rum braun
1 Prise Salz
Für die Füllung
750 g Apfel gerieben, eine säuerliche Sorte
225 g Zucker oder weniger, nach Geschmack
2 EL Rum braun
1/2 TL Zimt
1 Prise Muskatnuss optional
Für den Guß
1 Stück Ei mit 1 EL Wasser verquirlt
2 EL Zucker

Anleitungen
Für die Füllung die geriebenen Äpfel mit dem Zucker 5 Minuten bei hoher Hitze in einem geeigeten Topf kochen. Zitronensaft, Rum, Zimt und - wenn gewünscht - eine Prise Muskatnuss einrühren und abkühlen lassen
Für den Teig die weiche Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Ei und Zitronenschale bei hoher Geschwindigkeit einrühren und die Masse luftig schlagen. Diese Masse mit dem mit dem Backpulver gesiebten Mehl zu einem Teig kneten - nicht zu lange kneten - und im Kühlschrank in Frischhaltefolie gewickelt mindestens eine Stunde rasten lassen.
Den Ofen auf 190° Ober/Unterhitze vorheizen.
Eine Form von ca. 25cm x 20cm mit Backpapier auslegen. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, halbieren und den Rest des Teiges wieder in den Kühlschrank zurückgeben. Das entnommene Teigstück auf die Größe der Form ausrollen, die Dicke sollte 1 bis 2 cm betragen, und in die Form auf das Backpapier legen.
Diesen Boden im vorgeheizten Backrohr etwa 10 Minuten oder bis er Farbe bekommt vorbacken. Das ist wichtig, damit die Füllung den Kuchen nicht aufweicht.
Die Form vorsichtig aus dem Ofen nehmen, die Füllung darauf verteilen und den Rest des Teiges aus dem Kühlschrank zu einer als Deckel passenden Teigplatte ausrollen. Auf die Füllung legen und leicht andrücken.
Für den Guß das mit dem Wasser verquirlte Ei auf den Kuchen streichen und das Ganze mit dem Zucker bestreuen. Mit einer Gabel einstechen.
Im Ofen backen bis die Oberseite goldbraun ist, das hat bei mir etwa 25 bis 30 Minuten gedauert.

Freitag
Freitag ist Fischtag und da bietet das Buch viele Rezepte. Ich habe uns ein Rezept für einen „Seeteufel mit Paradeiser und Bohnen“ (Seite 106) ausgesucht.
Der Fisch ist natürlich in Dalmatien, der kroatischen Küstenregion, ein beliebtes Essen. Und der Seeteufel – oder auch Lotte genannt – ist ein sehr schmackhafter Meeresbewohner mit einem sehr festen, grätenarmen Fleisch. Ich habe mangels frischer Ware tiefgekühlte Filets verwendet, wenns möglich ist, empfehle ich frischen Fisch zu kaufen. Und wenn man sich dann auch noch die Mühe macht einen ganzen Seeteufel selbst zu filetieren hat man genug Abschnitte um auch noch eine gute Fischbrühe daraus zu machen.

Seeteufel mit Tomaten und Bohnen - Teller.png


Diese Fischpfanne ist mit relativ wenig Aufwand machbar – den Fisch in einer ofenfesten Form mit Deckel zuerst am Herd in sehr heißem Öl anbraten und mit Bohnen und Paradeissoße im heißen Backrohr gar backen. Dazu passt frisches Brot oder – wie hier – Reis mit Erbsen.

Zutaten

800 g Seeteufelfilet
50 ml Öl hocherhitzbares Pflanzenöl zum Anbraten
3 Stück Knoblauchzehen fein gehackt
50 ml Weißwein Grüner Veltliner
100 ml Fischfond
300 g Bohnen gekocht
Salz
Für die Paradeissauce
400 g Paradeiser Dosentomaten geschält mit Saft
50 ml Olivenöl
3 Stück Knoblauchzehen fein gehackt
1/2 TL Chiliflocken
1 EL Zucker nach Bedarf
Salz
Pfeffer schwarz, frisch gemahlen

Anleitungen
Für die Paradeissauce das Olivenöl moderat erhitzen und den gehackten Knoblauch anschwitzen. Er sollte keine Farbe annehmen. Die Paradeiser dazugeben und mit Chili, Salz und Pfeffer würzen. Eine Stunde auf kleiner Flamme einköcheln lassen, dabei nicht zu stark kochen, die Sauce sollte nur ganz leicht köcheln! Mit Zucker abschmecken wenn die Paradeiser zu sauer sind.
Für die Fischfilets das Backrohr auf 220° Ober/Unterhitze vorheizen und das Öl in einem schweren Bräter mit passendem Deckel stark bis fast an den Rauchpunkt erhitzen - kein natives Öl oder Olivenöl dafür nehmen! - und die gesalzenen und gepfefferten Fischfilets von allen Seiten rasch bräunen.
Den gehackten Knoblauch dazugeben und einige Sekunden braten, sofort mit dem Weißwein ablöschen. Wenn der Weißwein verkocht ist, die Paradeissauce, den Fischfond und die Bohnen dazugeben. Vorsichtig verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Deckel im vorgeheizten Ofen 10 Minuten backen, sofort mit Reis oder frischen Brot (zum Saft auftunken!) servieren.

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Ein sehr authentisches Buch, eines mit Rezepten, die sich mit wenig Aufwand kochen lassen und die mit ein wenig Geschick auch gut gelingen – wenn auf die Qualität der Zutaten geachtet wird! Die Rezepte lassen wenig Platz für Ablenkung, für Trara und Klimbim. Sie sind bodenständig und auf eine sehr sympathische Art „erdig“. Man macht mit diesen Rezepten keine Show, aber man macht glücklich satt.
Die Zutaten sind problemlos zu bekommen, frische Ware ist grundsätzlich vorzuziehen wenn auch, wie derzeit, im Winter auf Dosenparadeiser zurückgegriffen werden sollte. Die Glashausparadeiser aus Holland sind von „frisch“ ganz weit entfernt, da ist eine Dose „San Marzano“ die bessere Wahl!

Die Frau des Rezensenten?
Nun, bei Fisch ist sie immer eher skeptisch, meine Angetraute. Aber hier war sie wenn schon nicht begeistert so zumindest sehr angetan. Die pikante Sauce hat sie auch gleich zu Abwandlungen mit Huhn inspiriert. Mit den Raznjici habe ich eine offen Tür eingerannt. Und Apfelkuchen ist sowieso „ihres“.
Damit waren die Rezepte ein Heimspiel mit Sieggarantie. Was sie aber mehr als mich gestört hat war die Diskrepanz zwischen den Fotos im Buch und den beschriebenen Rezepten. Und sie hat schon auch recht damit: Die Fischsauce im Buch ist wesentlich „dicker“, was mit der kurzen Kochzeit nicht erreichbar ist. Die Füllung des Apfelkuchens und die Dicke des Teiges ist mit der angegebenen Formgröße mindestens doppelt so dick. Nicht schlechter, aber eben anders.
Die Kosten für die Rezepte sind jedenfalls eher im unteren Bereich anzusiedeln. Lediglich Schweinefleisch und Fisch stechen da etwas heraus, das liegt aber daran, dass wir hier auf hohe Bioqualität und Nachhaltigkeit setzen.

„Technische“ Daten:
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Südwest Verlag (28. August 2017)
Sprache: Deutsch
Deutsch: ISBN-13: 978-3517096322
Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 3,2 x 25,9 cm

Alle "Kochbücher der Woche" gibts im Forum mit dem Tag "Kochbuch der Woche" und hier.

Hinweis: Von diesem Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House Gmbh. ein Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt. Es wurde kein Einfluss auf den Inhalt dieses Artikels genommen!

 

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pefra

Spaßkaiser
5+ Jahre im GSV
sapperlot ....
i glaub, ich fahr gleich morgen an Sprung runter :D :D
:thumb2:
:weizen:
 

holledauerin

Fernsehköchin
5+ Jahre im GSV
Ein sehr schöner Bericht- da steigt gleich meine Vorfreude auf unseren Urlaub, aber bis dahin ist noch viel Zeit..... das 6. Mal hintereinander gehts wieder nach Kroatien/Dalmatien.
 

Cremantus

Grillkaiser
5+ Jahre im GSV
Oh ja... da ist wirklich nichts dabei, was ich jemals verschmähen würde... im Gegenteil. Als erstes ist die Suppe dran!
 

Mesadi

F.K.K.-Wochenendeinläuter 🚴‍♂️
5+ Jahre im GSV
Kroatien...
Ich liebe es! Leider muss ich noch bis September warten, dann fahr ich wieder hin :-).

Ein sehr schöner Beitrag, den Apfelkuchen und Suppe werde ich bestimmt bald mal ausprobieren.
 

zaubervati

Microgriller & Bratwurstphilosoph
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Wow Dietmar!

Ein dramatisch - was sag' ich - dalmatisch schöner Fred !

Der Fisch wird bald nachgebaut!
 

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