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Mein sweetspot für warm geräucherten Lachs

Scharbil

Zwiebelkönig
10+ Jahre im GSV
★ GSV-Award ★
Eines meiner liebsten Gerichte ist warm geräucherter Lachs mit Süßkartoffelpüree und Chorizo-Sauce, hier 2019 beim OT in Betzenstein.

Lachs Chorizo Betzenstein_1.JPG


Lachs Chorizo Betzenstein_2.JPG


Lachs Chorizo.JPG


Ich habe es schon oft zubereitet, es war mal gut, mal weniger gut, aber was mir nie so richtig gefallen hat, war die Konsistenz des Lachses. Man muss hier einen Spagat eingehen zwischen Dauer des Räuchervorgangs, Raucharoma und Gargrad. Wenn man zu lange räuchert, wird der Fisch zu gar, hat man eine gute Konsistenz, ist es meistens zu wenig Rauch. Daher habe ich mich mal auf den Weg zum perfekten Ergebnis gemacht. Die ersten Ansätze sind sehr vielversprechend, sodass ich Euch teilhaben lassen möchte.

Aktuell habe ich gerade sehr guten Lachs vorrätig, stammt von Stefan @Flashy, genaueres habe ich vergessen. Den Lachs habe ich in einer 1,8 prozentigen Salzlake gebeizt (das Gewicht von Wasser und Fisch zusammen, davon 1,8 %). Anschließend den Lachs aus der Lake genommen und an der Luft vollständig trocknen lassen, der Lachs muss tatsächlich vollständig trocken sein. Anschließend habe ich den Lachs über Nacht im Räucherofen kalt geräuchert. Solchermaßen vorbereitet kam der Lachs eine halbe Stunde vor dem Essen wieder in den Räucherofen, wo er bei moderater Hitze über Buche auf 45° geräuchert wurde.

Das Ergebnis ist himmlisch. Der Lachs hat ein festes Äußeres, einen sehr pointierten Rauchgeschmack und ein schmelzendes Inneres. Von der Konsistenz des Lachses kann man das eigentlich nicht mehr besser machen.

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Wie man auch auf den obigen Bildern sieht, hat man beim heißgeräuchern Lachs immer auch mit dem Eiweißaustritt zu kämpfen. Das kommt nach meiner Erfahrung einerseits von zu hohen Temperaturen, andererseits wenn der Fisch beim Räuchern nicht vollständig trocken ist. Wie die Zusammenhänge genau sind, kann ich nicht sagen; auch hier im Forum wurde das Thema Eiweißaustritt schon häufiger diskutiert.

Also habe ich mein Stück vor dem warmräuchern mal in der Mitte durchgeschnitten. Und siehe da - außen kein Eiweißaustritt, an der Schnittkante schon. Da ich mit der Garraumtemperatur definitiv nicht über 50° war, muss es also daran gelegen haben, dass die Schnittkanten nicht so schön trocken und vorbereitet war wie das restliche Äußere vom Lachs.

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also ist es notwendig, den Lachs nachdem Beizen (oder auch davor natürlich) zu portionieren, jedenfalls bevor man mit dem Trocknen und dem kalt räuchern anfängt.

Der Lachs war im Großen und Ganzen genau so, wie ich es mir immer gewünscht habe. Beim nächsten mal werde ich von 1,8 % auf 1,6 % Salz gehen und vielleicht noch einen zweiten Räuchergang einschieben.

Danke fürs reinschauen!
 
Ich denke, der passende Begriff für diesen Thread ist Perfektion.
Allein die Bilder stehen schon zum reinbeißen aus. Wie lecker muss das Ganze wohl sein?! :sabber:
 
Ich denke, der passende Begriff für diesen Thread ist Perfektion.
Allein die Bilder stehen schon zum reinbeißen aus. Wie lecker muss das Ganze wohl sein?! :sabber:
Dem ist nichts hinzuzufügen, Andreas.

Perfekter Lachs 👍🏽
 
sehr schön erklärt :respekt:
 
Eines meiner liebsten Gerichte ist warm geräucherter Lachs mit Süßkartoffelpüree und Chorizo-Sauce, hier 2019 beim OT in Betzenstein.

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Ich habe es schon oft zubereitet, es war mal gut, mal weniger gut, aber was mir nie so richtig gefallen hat, war die Konsistenz des Lachses. Man muss hier einen Spagat eingehen zwischen Dauer des Räuchervorgangs, Raucharoma und Gargrad. Wenn man zu lange räuchert, wird der Fisch zu gar, hat man eine gute Konsistenz, ist es meistens zu wenig Rauch. Daher habe ich mich mal auf den Weg zum perfekten Ergebnis gemacht. Die ersten Ansätze sind sehr vielversprechend, sodass ich Euch teilhaben lassen möchte.

Aktuell habe ich gerade sehr guten Lachs vorrätig, stammt von Stefan @Flashy, genaueres habe ich vergessen. Den Lachs habe ich in einer 1,8 prozentigen Salzlake gebeizt (das Gewicht von Wasser und Fisch zusammen, davon 1,8 %). Anschließend den Lachs aus der Lake genommen und an der Luft vollständig trocknen lassen, der Lachs muss tatsächlich vollständig trocken sein. Anschließend habe ich den Lachs über Nacht im Räucherofen kalt geräuchert. Solchermaßen vorbereitet kam der Lachs eine halbe Stunde vor dem Essen wieder in den Räucherofen, wo er bei moderater Hitze über Buche auf 45° geräuchert wurde.

Das Ergebnis ist himmlisch. Der Lachs hat ein festes Äußeres, einen sehr pointierten Rauchgeschmack und ein schmelzendes Inneres. Von der Konsistenz des Lachses kann man das eigentlich nicht mehr besser machen.

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Wie man auch auf den obigen Bildern sieht, hat man beim heißgeräuchern Lachs immer auch mit dem Eiweißaustritt zu kämpfen. Das kommt nach meiner Erfahrung einerseits von zu hohen Temperaturen, andererseits wenn der Fisch beim Räuchern nicht vollständig trocken ist. Wie die Zusammenhänge genau sind, kann ich nicht sagen; auch hier im Forum wurde das Thema Eiweißaustritt schon häufiger diskutiert.

Also habe ich mein Stück vor dem warmräuchern mal in der Mitte durchgeschnitten. Und siehe da - außen kein Eiweißaustritt, an der Schnittkante schon. Da ich mit der Garraumtemperatur definitiv nicht über 50° war, muss es also daran gelegen haben, dass die Schnittkanten nicht so schön trocken und vorbereitet war wie das restliche Äußere vom Lachs.

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also ist es notwendig, den Lachs nachdem Beizen (oder auch davor natürlich) zu portionieren, jedenfalls bevor man mit dem Trocknen und dem kalt räuchern anfängt.

Der Lachs war im Großen und Ganzen genau so, wie ich es mir immer gewünscht habe. Beim nächsten mal werde ich von 1,8 % auf 1,6 % Salz gehen und vielleicht noch einen zweiten Räuchergang einschieben.

Danke fürs reinschauen!
Tolles Produkt und gut gemacht 👍
 
Moin Tobias,

der Bericht gefällt mir sehr gut und ich finde die Vorgehensweise interessant und nachahmensweert.

Zwei Fragen habe ich aber noch:

Den Lachs habe ich in einer 1,8 prozentigen Salzlake gebeizt
Wie lange hast du den Lachs gebeizt?
Garraumtemperatur definitiv nicht über 50° war,
Du erreichst tatsächlich mit nur 50° GT in 30 Minuten eine KT von 45°?


Gruß aus Ostfriesland

Martin
 
Moin Tobias,

der Bericht gefällt mir sehr gut und ich finde die Vorgehensweise interessant und nachahmensweert.

Zwei Fragen habe ich aber noch:


Wie lange hast du den Lachs gebeizt?

Du erreichst tatsächlich mit nur 50° GT in 30 Minuten eine KT von 45°?


Gruß aus Ostfriesland

Martin

der Lachs war ich glaube 10 Stunden eingelegt. @Flashy hat mir beigebracht, daß es bei dieser Konzentration egal ist, wie lange man beizt, man kann den Lachs nicht versalzen.

Und ja, so war es. Der Lachs kam ja aus dem Kaltrauch, also Außentemperatur. Das waren so um 25°.
 
Vielen Dank für diesen sehr detaillierten Bericht. Das kommt auf jeden Fall auf die Liste :thumb2:

Beste Grüße aus der Oberpfalz wünscht Ludwig
 
der Lachs war ich glaube 10 Stunden eingelegt. @Flashy hat mir beigebracht, daß es bei dieser Konzentration egal ist, wie lange man beizt, man kann den Lachs nicht versalzen.

Und ja, so war es. Der Lachs kam ja aus dem Kaltrauch, also Außentemperatur. Das waren so um 25°.
Besten Dank!


Gruß aus Ostfriesland

Martin
 
Ich schliesse mich einem meiner Vorredner an: Vielen Dank für diesen sehr detaillierten Bericht. Das kommt auf jeden Fall auf die Liste!
 
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