Der KiNoBi steht seit einiger Zeit auf der Liste meiner Lieblingsgins ganz weit oben. Seit ein paar Monaten versuche ich nun, die Aromenstruktur dieses Gins nachzubauen. Bisher nur als Bathtub Gin, aber ich schließe nicht aus, daß ich es demnächst auch mit einer Destillation versuche.
Die Kyoto Distillery macht ja kein Geheimnis aus den verwendeten Zutaten:
https://kyotodistillery.jp/en/kinobi/ingredients.php
Sie verwenden Wacholderbeeren, Orris (Iriswurzel) und Hinoki (eine Baumart) als Basis, Yuzu und Zitrone für die Zitrusnoten, Sansho (Pfeffer) und Kinome (Blätter) für die herbale und pfeffrige Note, Ingwer für eine gewisse Schärfe, sowie grünen Tee, Bambusblätter und Shiso für ein paar fruchtige und florale Noten.
Ein paar zusätzliche Informationen habe ich mir aus dem Büchlein "
Introduction to Basic Gin Destillation" von William Bentley geholt.
Um das Fazit vorwegzunehmen: Mein Klon schmeckt nicht wirklich so wie der KiNoBi. Aber ziemlich ähnlich und mir persönlich schmeckt er mittlerweile mindestens gleich gut. Und: Ich habe noch kein Herstellungsrezept, weil ich ihn bisher immer in einer Art "Step-byStep"-Verfahren hergestellt habe. Das heißt ich beginne mit ein paar Zutaten koste nach ein oder zwei Tagen und seihe etwas ab und/oder gebe etwas zu so lange bis ich mit dem Gin zufrieden bin.
Meine Zutaten sind:
- Wacholderbeeren
- Earl Green Tee (mit echter Bergamotte hergestellt)
- Sichuan-Pfeffer (anstelle von Sansho)
- Zitronen-, Orangen- und Limonen-Zesten
- Ingwer
sowie als experimentelle Zutaten
- Iriswurzel
- Korianderblätter
- Kinome (Sichuan-Blätter, die habe ich dankenswerterweise von einem Freund, der einen kleinen Sichuan-Strauch hat)
Den Ansatz mache ich mit verdünntem 70%-igen Ethanol aus der Apotheke. Was mir im Geschmack immer noch fehlt, ist ein bißchen Holz, ich denke ich werde irgendwann in ein kleines Holzfäßchen investieren.
Der Gin-Ansatz ist links im kleinen Erlenmeyer!
Da habe ich versucht ein paar zusätzliche Aromen zu bekommen indem ich den Gin-Ansatz auf einen kleinen Rest Plantation-Rum gegeben habe. Die Variante hat mich im Endeffekt aber doch nicht überzeugt.