Hallo in die Runde!
Als stiller Mitleser möchte ich euch nun meine DIY Outdoor Küche vorstellen die ich im Frühjahr 2024 gebaut habe. Ich bin der Meinung das ich einige interessante Lösungsansätze erarbeitet habe die den ein oder anderen inspirieren könnte.
Hier mal die Ausgangslage:
Und das Ergebnis
Abendstimmung in OWL
Die Überlegungen:
Einbaugrill:
Wollte keine Unsummen ausgeben da ich eh zu 75% auf der Plancha koche, der 300er Spirit lässt sich ohne großen Aufwand auch einbauen (und tut hier so als ob er ein Napoleon Phantom ist
, foliert mit 3M Folie aus dem KFZ Bereich)
Unterkonstruktion:
Mir war klar es kommt nur Alu Systemprofil in Frage, wetterfest, lässt sich ggf. gut justieren und man kann leicht umkonstruieren/nachrüsten. Stein/Beton/Holzbearbeitung ist überhaupt nicht meine Welt…
Fronten:
HPL schien mir am besten geeignet, werden ja auch als Fassadenverkleidung eingesetzt, die sollten wohl einiges aushalten und die Kosten sind überschaubar.
Mir war eine cleane Optik wichtig, ohne Schrauben und duzende Griffe , die Fronten werden eingehängt, dazu später mehr…
Stauraum:
Mir war schnell klar das Schubladen und Auszüge nur mit erheblichen Materialeinsatz und hohen Kosten zu realisieren sind, weiterhin ist es fast unmöglich die wasserdicht zu bekommen, auch Insekten wird man kaum draußen halten können. (Das hat sich übrigens bewahrheitet, Spinnen fühlen sich richtig wohl in meiner Küche…) Also wurden es recht simple, seitliche Auszüge mit dichten Stapelboxen. Da ich auch nicht so der High Performance Griller bin und das auf’s Rost schmeiße was die Edeka Frischetheke so her gibt habe ich auch nicht soviel Kram den ich unterbringen muss.
Arbeitsplatte:
Meine größte Baustelle… also erstmal alles unten rum fertig bauen und dann entscheiden…
Zur Auswahl standen die üblichen Verdächtigen:
Naturstein/Quarz/Granit/Glascomposite
Pro: perfekte, hochwertige Optik, langlebig
Con: Übel teuer, lokal schwer zu bekommen
Edelstahl
Pro: unverwüstlich (wenn 4VA), berufsbedingt könnte ich es verhältnismäßig günstig bekommen und verarbeiten lassen
Con: Könnte optisch Richtung Großküche/Gastro gehen, kratzempfindlich.
Sichtbeton (selber gießen):
Pro: Optisch nah an Stein, sehr schick, preiswert
Con: Muss gepflegt werden, handwerklich eher anspruchsvoll, habe ich mir nicht zugetraut
HPL:
Pro: Günstig
Con: da sehr dünn, sieht es nicht besonders wertig aus, Belastbarkeit als Arbeitsplatte fraglich
Dann spielte mir der Zufall in die Hände
Als der Unterschrank fertig war habe ich erstmal provisorisch Gehwegplatte, die ich noch vom Poolbau übrig hatte, aufgelegt um schon mal grillen zu können. Moment mal… das sieht ja richtig gut aus!
Kurz im Netz geschaut, gibt es auch in 120 X 60, damit komme ich klar…vom Poolbau wusste ich das man die mit Wasserstrahl schneiden kann.
Also ab in den Toom, da waren sie gerade im Angebot, 2 St. keine 30€, noch runtergehandelt da ich alle mit verballerten Ecken genommen habe.
Also fix gezeichnet, zum Wasserstrahlschneider gegeben, Schnittkanten mit flüssigen Gummi lackiert (PlastiDip), ein paar Zentrierplatten aus dem 3D Drucker aufgeklebt und voila , eine geile, absolut unempfindliche Arbeitsfläche zum Bruchteil der Kosten einer High End Lösung.
Hab ich sehr gut gemacht!
Wie alles begann:
Bestes Wetter im April
Ein paar Impressionen und Details:
Hier waren zuerst auch Boxen drin, aber da ich keinen Bock hatte für ein kaltes Bier jedes mal in die Küche zu laufen wurde eine Kühlbox eingebaut...
Der Abfluss geht übrigens einfach in eine kleine Sickergrube hinter dem Hochbeet, ich mache dort ja nicht meinen kompletten Haushaltsabwasch...
So, nun die Montage der HPL Platten, unten ein VA Blech mit zwei Hacken zum einhängen und zwei Nasen die das Gewicht abfangen, alles verklebt mit Hochleistungs-Doppelklebeband von 3M.
Oben kommen dann so Möbelschnapper zum Einsatz, kosten fast nix und funktionieren gut. Werden bei mir aber auch nur zum Flaschenwechsel betätigt. Auf die Front drücken und sie kommt einem entgegen, unterstützt durch Federkraft, nochmal drücken und sie schnappt ein. Nach diesem Prinzip sind alle Fronten befestigt. Simpel aber gut...
Kosten
ich bin nicht so der Quittungssammler, deswegen ganz grob:
Alu Profile, zugeschnitten ca. 400€ Online
Montagematerial (Winkel, Schrauben, Kulissensteine, usw.) natürlich alles VA oder Alu, soll ja nicht gammeln ca. 500€ Online (da kommt einiges zusammen, und VA Ausführung hat Apothekenpreise)
HPL Platten ca. 350€ Online
Arbeitsplatte ca. 100 €
Lokal
Wasserstrahlschneiden ca. 160€ Lokal (wobei ich alles bereits Maschinen kompatibel gezeichnet habe)
Spüle 70€ Online
Wasserhahn + Installationsmaterial + Warmwasserboiler ca.220€ Online + KA
Dank lieber Kollegen haben die Edelstahlkonstruktionen nix gekostet, nur ne Runde Eis
Lokal
Werkzeug
Sehe hilfreich ist es wenn man ein CAD Zeichenprogramm beherrscht, Fusion 360 o. Onshape
Metallbandsäge (Parkside ~ 100€ reicht völlig) oder Kappsäge um die Profile gerade abzuschneiden
Akkubohrer
Gewindeschneider
Ein paar Schraubzwingen und Klammern
Wasserwaage und Laser
und, ganz wichtig einen 3D Drucker für all die kleinen Adapter, Abstandshalter, Zentrierplatten, u.s.w.
Fazit
Die Küche hat den ersten Winter prima überstanden, der Bau hat Spaß gemacht und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Meine neue Man Cave
Noch ein Wort zu den HPL Platten, die sind nicht 100% eben, man kann sie aber gut dahin zwingen wo man sie haben will.
Die Schnittkanten waren bei Lieferung dunkelbraun, sind jedoch nach dem ersten Sommer deutlich heller geworden, eher grau, sah nicht schön aus... deswegen habe ich sie diese Frühjahr noch schwarz matt lackiert. Ich würde mit dem lackieren eine Saison warten bis die Kanten richtig ausgetrocknet sind.
Als stiller Mitleser möchte ich euch nun meine DIY Outdoor Küche vorstellen die ich im Frühjahr 2024 gebaut habe. Ich bin der Meinung das ich einige interessante Lösungsansätze erarbeitet habe die den ein oder anderen inspirieren könnte.
Hier mal die Ausgangslage:
Und das Ergebnis
Abendstimmung in OWL
Die Überlegungen:
Einbaugrill:
Wollte keine Unsummen ausgeben da ich eh zu 75% auf der Plancha koche, der 300er Spirit lässt sich ohne großen Aufwand auch einbauen (und tut hier so als ob er ein Napoleon Phantom ist
, foliert mit 3M Folie aus dem KFZ Bereich)Unterkonstruktion:
Mir war klar es kommt nur Alu Systemprofil in Frage, wetterfest, lässt sich ggf. gut justieren und man kann leicht umkonstruieren/nachrüsten. Stein/Beton/Holzbearbeitung ist überhaupt nicht meine Welt…
Fronten:
HPL schien mir am besten geeignet, werden ja auch als Fassadenverkleidung eingesetzt, die sollten wohl einiges aushalten und die Kosten sind überschaubar.
Mir war eine cleane Optik wichtig, ohne Schrauben und duzende Griffe , die Fronten werden eingehängt, dazu später mehr…
Stauraum:
Mir war schnell klar das Schubladen und Auszüge nur mit erheblichen Materialeinsatz und hohen Kosten zu realisieren sind, weiterhin ist es fast unmöglich die wasserdicht zu bekommen, auch Insekten wird man kaum draußen halten können. (Das hat sich übrigens bewahrheitet, Spinnen fühlen sich richtig wohl in meiner Küche…) Also wurden es recht simple, seitliche Auszüge mit dichten Stapelboxen. Da ich auch nicht so der High Performance Griller bin und das auf’s Rost schmeiße was die Edeka Frischetheke so her gibt habe ich auch nicht soviel Kram den ich unterbringen muss.
Arbeitsplatte:
Meine größte Baustelle… also erstmal alles unten rum fertig bauen und dann entscheiden…
Zur Auswahl standen die üblichen Verdächtigen:
Naturstein/Quarz/Granit/Glascomposite
Pro: perfekte, hochwertige Optik, langlebig
Con: Übel teuer, lokal schwer zu bekommen
Edelstahl
Pro: unverwüstlich (wenn 4VA), berufsbedingt könnte ich es verhältnismäßig günstig bekommen und verarbeiten lassen
Con: Könnte optisch Richtung Großküche/Gastro gehen, kratzempfindlich.
Sichtbeton (selber gießen):
Pro: Optisch nah an Stein, sehr schick, preiswert
Con: Muss gepflegt werden, handwerklich eher anspruchsvoll, habe ich mir nicht zugetraut
HPL:
Pro: Günstig
Con: da sehr dünn, sieht es nicht besonders wertig aus, Belastbarkeit als Arbeitsplatte fraglich
Dann spielte mir der Zufall in die Hände
Als der Unterschrank fertig war habe ich erstmal provisorisch Gehwegplatte, die ich noch vom Poolbau übrig hatte, aufgelegt um schon mal grillen zu können. Moment mal… das sieht ja richtig gut aus!
Kurz im Netz geschaut, gibt es auch in 120 X 60, damit komme ich klar…vom Poolbau wusste ich das man die mit Wasserstrahl schneiden kann.
Also ab in den Toom, da waren sie gerade im Angebot, 2 St. keine 30€, noch runtergehandelt da ich alle mit verballerten Ecken genommen habe.
Also fix gezeichnet, zum Wasserstrahlschneider gegeben, Schnittkanten mit flüssigen Gummi lackiert (PlastiDip), ein paar Zentrierplatten aus dem 3D Drucker aufgeklebt und voila , eine geile, absolut unempfindliche Arbeitsfläche zum Bruchteil der Kosten einer High End Lösung.
Hab ich sehr gut gemacht!
Wie alles begann:
Bestes Wetter im April
Ein paar Impressionen und Details:
Hier waren zuerst auch Boxen drin, aber da ich keinen Bock hatte für ein kaltes Bier jedes mal in die Küche zu laufen wurde eine Kühlbox eingebaut...
Der Abfluss geht übrigens einfach in eine kleine Sickergrube hinter dem Hochbeet, ich mache dort ja nicht meinen kompletten Haushaltsabwasch...
So, nun die Montage der HPL Platten, unten ein VA Blech mit zwei Hacken zum einhängen und zwei Nasen die das Gewicht abfangen, alles verklebt mit Hochleistungs-Doppelklebeband von 3M.
Oben kommen dann so Möbelschnapper zum Einsatz, kosten fast nix und funktionieren gut. Werden bei mir aber auch nur zum Flaschenwechsel betätigt. Auf die Front drücken und sie kommt einem entgegen, unterstützt durch Federkraft, nochmal drücken und sie schnappt ein. Nach diesem Prinzip sind alle Fronten befestigt. Simpel aber gut...
Kosten
ich bin nicht so der Quittungssammler, deswegen ganz grob:
Alu Profile, zugeschnitten ca. 400€ Online
Montagematerial (Winkel, Schrauben, Kulissensteine, usw.) natürlich alles VA oder Alu, soll ja nicht gammeln ca. 500€ Online (da kommt einiges zusammen, und VA Ausführung hat Apothekenpreise)
HPL Platten ca. 350€ Online
Arbeitsplatte ca. 100 €
LokalWasserstrahlschneiden ca. 160€ Lokal (wobei ich alles bereits Maschinen kompatibel gezeichnet habe)
Spüle 70€ Online
Wasserhahn + Installationsmaterial + Warmwasserboiler ca.220€ Online + KA
Dank lieber Kollegen haben die Edelstahlkonstruktionen nix gekostet, nur ne Runde Eis
LokalWerkzeug
Sehe hilfreich ist es wenn man ein CAD Zeichenprogramm beherrscht, Fusion 360 o. Onshape
Metallbandsäge (Parkside ~ 100€ reicht völlig) oder Kappsäge um die Profile gerade abzuschneiden
Akkubohrer
Gewindeschneider
Ein paar Schraubzwingen und Klammern
Wasserwaage und Laser
und, ganz wichtig einen 3D Drucker für all die kleinen Adapter, Abstandshalter, Zentrierplatten, u.s.w.
Fazit
Die Küche hat den ersten Winter prima überstanden, der Bau hat Spaß gemacht und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Meine neue Man Cave
Noch ein Wort zu den HPL Platten, die sind nicht 100% eben, man kann sie aber gut dahin zwingen wo man sie haben will.
Die Schnittkanten waren bei Lieferung dunkelbraun, sind jedoch nach dem ersten Sommer deutlich heller geworden, eher grau, sah nicht schön aus... deswegen habe ich sie diese Frühjahr noch schwarz matt lackiert. Ich würde mit dem lackieren eine Saison warten bis die Kanten richtig ausgetrocknet sind.