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{Sterne in Pappschachteln} Les Funambules * in Strasbourg, Frankreich

Physiker123

Hobbygriller
5+ Jahre im GSV
Hallo zusammen,

in der zweiten Runde gab es heute ein Menü von "Les funambules" mit einem Stern in Strasbourg.
Link Restaurant:

https://www.restaurantlesfunambules.com/

Das Menü hab ich hier bereits kurz angedeutet, heute war es dann soweit. Schnell mit der App die eidesstattliche Bescheinigung kreiert und ab in die Stadt. Das Restaurant wirkt von außen relativ unscheinbar, dank dem Besuch vom letzten Jahr wusste ich aber, wo es ist.

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Im Restaurant selbst waren die Tische weggeräumt, was schon einen relativ traurigen Eindruck hinterlässt. Aber dafür sind wir ja nicht da, also schnell die Bestellung und noch ein Perle IPA mitgenommen.

Zuhause angekommen offenbart sich der Anblick, diesesmal gab es keine Gläser sondern Einwegverpackung aus Papier mit Plastikdeckeln.

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Schnell ausgebreitet, und hier fehlt uns schonmal die Beschreibung. Packen wir die Pappbehälter in die Mikrowelle, und riskieren ein Übergaren der Elemente? Wir haben uns für den Backofen bei 80° entschieden, natürlich ohne Plastikdeckel. Die Soße zum Hauptgericht befindet sich in einem kleinen Plastikbehälter.
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Also: Deckel ab und Platz nehmen:

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Die Fotos vom Essen hab ich vor dem Aufwärmen gemacht, nun zur Kritik.

Vorspeise 1:

*Croustillant de tête de veau et confit de pot au feu, spaghetti de betterave au gingembre et ketchup cassis

Bild:
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wirkt so auf den ersten Bild etwas trocken, aber das Rindfleisch in der Mitte war alles andere als trocken. Es handelt sich dabei um wohl geschmortes Rind, anschließend in einer Knusperhülle eingepackt. Portionsmäßig auf jeden Fall ordentlich. Die rote Beete natürlich erdig, der Ingwer hat das aber ordentlich abgerundet. Lecker.

Vorspeise 2:

*Crème de céleri-tonka et rémoulade à la noisette, jaune d’œuf confit au miso et cubes de saumon marinés

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Hier sieht man den Nachteil an Abholessen. Der Vorspeise sind die Kurven wohl nicht gut bekommen^^

Insgesamt: Geraspelter Sellerie, und auch in Suppenform. Die Nüsse liefern einen leckeren Kontrast, das Eigelb hab ich irgendwie übersehen. Lecker abgeschmeckt, viel Suppe, macht Lust auf mehr.

Hauptspeise 1:

*Epaule d’agneau confite aux épices douces, panisses et chou-fleur de couleur au curry, curry indien comme un butter massala

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Ordentliche Portion, und die Soße ist wunderbar. Ich bilde mir ein, etwas Kaffee mit in der Soße zu schmecken, ansonsten ist sie auch wunderbar würzig. Das Fleisch ist superzart (auch wenn ich kein Fan von Lamm bin, eher die Göga). Das Aufwärmen hat hier also nicht unbedingt geschadet. Die Kroketten und der Romanesco sind beide lecker, da gibts nichts zu meckern.

Hauptgericht 2:

*Assiette autour du cochon cul noir d’Alsace, écrasé de Mona Lisa à la truffe mélano, kimchi et chou rave

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das war mal so richtig meins. Auf einem getrüffeltem, ordentlichen Kartoffelstampf macht sich hier das elsässische Schwein in verschiedenen Variationen breit. Ein großes Stück, quasi in Natur, dem leider das Aufwärmen nicht gut getan hat. Geht aber noch.
Außerdem: der dunkle Kubus im Hintergrund war super. Hat nach Blutwurst geschmeckt, schön würzig. Zur Überraschung war da wohl der Kimchi eingebaut, sodass es auch noch etwas scharf, aber nicht zu viel, wurde. Davon hätte ich gerne mehr gehabt! Unter dem Wirsingblatt haben sich glaube ich Rillettes versteckt, mit verschiedenen Kräutern usw. angemacht. Das war auch lecker :)
Deko war auch drauf, aber wie gesagt, eher zur Deko...
Ordentlich gemacht, in Einzelteilen pfiffig, so schmeckt mir das.

Nachtisch 1:
*Ile flottante au citron vert, perle du japon coco et salpicon de fruits exotiques

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Iles flottantes sind ja ein Klassiker der französischen Küche. hier wurde in die gekochte Eiweissmasse aufgeschnitten, die Früchte eingefüllt, und der Hut wieder oben aufgesetzt. Der Kokos-Milch"reis" war super, nicht zu süß, die "perlen" haben auch einen guten Kontrast geliefert. Wieder eine ordentliche Portion, und sehr lecker.

Nachtisch 2:
*Tartelette aux agrumes Bachès et pralin de noix

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Hier hat das Küchenlicht wohl einen komischen Grünstich erzeugt, eigentlich war es wirklich gelb.

Neben der Tartellette verbirgt sich die Haselnusscreme, schön intensiv, nicht zu süß, wunderbar. Auf der schön knusprigen Tartellette gab es zunächst ein Früchtecoulis. Sehr intensiv, ordentlich sauer, gut. Oben drauf die Creme, auch mit ein wenig Zitrusfrüchten, und oben drauf die Zesten. Das Dessert könnte man meiner Meinung nach kaum besser in einer Patisserie bekommen, die Haselnusscreme liefert einen schönen Kontrast.


Insgesamt: Für den aufgerufenen Preis (25 für das "normale" Menü, 28 mit dem Schwein) wirklich eine Freude. Auch beim letzten Besuch war das Funambules wirklich nicht teuer, da werden wir in Zukunft und bevor der Lockdown vorbei ist sicher nochmal was holen. Küche insgesamt eigentlich eher klassisch, hier aber mit der Currysoße, der Ingwer-Rote-Beete und der Kimchi-Blutwurst mit einigen leckeren Abwechslungen :)


Hier nochmal die Bilder vom letzten Jahr, hier sieht man auch die Deko nochmal:

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Viele Grüße!
 

Sousvidebader

Wagyuologe
5+ Jahre im GSV
Supporter
Wow das sieht klasse aus. Für 25€ bist du mit 3 Gängen bei jedem Italiner/Inder etc. Um die Ecke auch locker dabei. Da kann man überhaupt nichts sagen. Ja ich sehe schon, ich muss auch mal wieder irgendwo bestellen. :D
 
OP
OP
P

Physiker123

Hobbygriller
5+ Jahre im GSV
Ich bin immernoch Fotos und Eindrücke des Weihnachtsmenüs schuldig, also los gehts:

Diesmal habe ich die Gattin geschickt, um das Weihnachtsmenü abzuholen. Zuhause angekommen wurde erstmal begutachtet, und die Anleitung studiert (schon deutlich umfangreicher als das letzte Mal):

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Zunächst waren also der Aperitif dran:

· Une petite tranche de foie gras et chutney (30g/personne)

· Tartare d’huitres et noisettes, gel yuzu et piment

· Cromesquis de confit de joue de bœuf et mayonnaise au pimenton

· Gravelax de truite du Heimbach aux herbes et crème montée cacahuète et coriandre



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Alles auf einem Teller drapiert, in jeder Schachtel war die Portion x2. Nächstes Mal nehme ich einen größeren Teller:

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Nahaufnahmen: Auster:

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Frittiertes eckiges Bällchen mit Rinderbacke und Majo mit geräuchterter Paprika (sehr sehr lecker!):

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Jetzt die Klassiker: Geräucherte Forelle:

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und Foie Gras mit Chutney, wir meinen Datteln, Pflaume und oder Feige zu schmecken:

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Mengenmäßig war es zu viel Chutney, der Rest wurde in den Folgetagen verspeist. Aber schonmal ein super Einstieg, wenn auch etwas reichhaltig insgesamt.

Anschließend war die Vorspeise dran, die laut Vorgaben erwärmt wurde:


Dans l’esprit d’une soupe thai Tom Yum : chou blanc, Saint-Jacques, Homard, kimchi et coriandre, zestes de main de Boudda dans un bouillon délicatement parfumé à la citronelle et la feuille de bergamote.


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Hier haben wir etwas gerätselt... Die Aufschrift soll wohl "soupe thai" heissen. Wir haben schon gegooglelt, was soupetta heissen könnte...

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Alles schön in einer Schale drapiert:

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Soße:

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Und alles zusammen:

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Das war echt gut. Schön wärmend in der kalten Jahreszeit, fein abgeschmeckt, der Kohl vielleicht etwas bissfest aber wir wollen mal nicht so sein.

Anschließend gab es die Hauptspeise:

Epaule de chevreuil farcie façon royale (foie gras,truffe) compotée de chou rouge aux cin épices et marrons, pommes dauphine au comté.


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Die Soße noch etwas unansehnlich, wurde aber später besser:

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Alles auf den Teller:

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Das Fleisch war nicht mehr unfallfrei auf den Teller zu bekommen, ist schon von alleine zerfallen. Die mit Comté angemachten Kroketten waren echt heftig, aber sehr gut. Im Rotkohl fanden sich noch etwas viele Wacholderbeeren, die hätte man auch rausnehmen können. Insgesamt sehr schön aromatisch, ein klasse Winteressen. Die Füllung mit Foie Gras und Trüffel ist natürlich auch eher schwer, aber sehr "umarmend" :D

Leider mussten wir an dieser Stelle aufgeben. Trotz größter Bemühungen wurde ein Teil wieder in den Kühlschrank verfrachtet, und am nächsten Tag gegessen. Sie haben es wirklich sehr sehr gut mit den Portionen gemeint, da kann man sich nicht beschweren.

Vom nächsten Tag gibts vom Hauptgang kein Bild, waren ja nur die Reste. Aber das Dessert fehlt ja noch:

Entremet chocolat et dacquoise, cœur exotique parfumée au citron vert.


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Schnell durch 2 geteilt:

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Auch hier bestätigt sich die Qualität: Schön schokoladig, leicht fruchtig, säuerlich, ein bisschen Crunch, was will man mehr.

Leider sind die Kritiken diesmal eher schmallippig ausgefallen, da es halt schon fast 2 Wochen her ist. Insgesamt erinner ich mich aber gerne daran zurück :)

Viele Grüße
 
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