Hallo zusammen,
gerade auf dem Weg zur 14. Auflage unseres Sternetrinker-OTs, komme ich endlich mal dazu, ausstehende Berichte zu vergangenen Events zu tippen.
Es begab sich also, dass die Sternetrinker sich mal ausführlicher mit ein paar Legenden des österreichischen Rotweins auseinandersetzen wollten und ein kulinarisches Rahmenprogramm wurde auch schnell gefunden.
Wie es sich mittlerweile eingebürgert hat, beginnen wir natürlich schon am Samstag bei @Scharbil mit den Vorbereitungen und einigen schönen Weinen.
Vorzubereiten waren da etwa zwei schwedische Wildfang Zander. Kaliber 3kg+ hatte ich bestellt, der eine brachte mehr als 5, der andere über 7kg auf die Waage.
Das Filetieren geht bei Gräten von etwa 4mm Dicke und ehr knöcherner Struktur zugegebenermaßen nicht ganz so einfach von der Hand…
…unter Zuhilfenahme einer Geflügelschere klappt es dann aber doch.
Nach getaner Arbeit (ok, ich gebe zu, auch schon währenddessen
) gab es ein paar schöne Weine:
Ein paar Notizen von @scib:
2004 Château Leoville Barton: In der Nase wunderschöne Noten von mediterranen Gewürzen, viele intensive dunkle Beeren kommen dazu, am Gaumen feine Würze vom Cabernet, etwas heller Tabak, Kakaonoten, dunkle Schokolade und Töne von Cassis, sehr schön integrierte Tannine, ein gut gereifter Wein mit einem feinen, intensiven Finale, ein sehr guter Wein aus St. Julien (93-95).
2002 Château La Fleur de Boüard, Le Plus: In der Nase viel blaue und schwarze Frucht, im Mund ein Cocktail aus Brombeeren und Pflaumen, Anklänge von Himbeeren, etwas Kakao, ein Hauch von Gewürzen, ein sehr dichter kräftiger Wein, stark extrahiert, schön gereift aber Tannine immer noch spürbar, 24 h später keinerlei Veränderungen, ein mittellanges Finale. Ein guter Wein aus Lalande de Pomerol. (90-92)
Nun aber zum Sonntag:
@Bäckergeselle hat seinem Nickname mal wieder alle Ehre gemacht:
Ceviche: Zander | Frühlingszwiebel | Paprika | Chili | Mais | Schnittlauchöl (nicht unähnlich diesem Ceviche)
Spätestens bei diesem Gang wird klar, dass sich die ganze Arbeit mit den Riesenzandern absolut gelohnt hat. Noch nie zuvor hatte ich einen derart festfleischigen und geschmacksintensiven Zander auf dem Teller. Hier gilt in jedem Fall: Size matters.
Glacierte Dicke Rippe | Spargel | Rauchjus
Die Weine:
In den Hauptrollen:
Heinrich Salzberg 2004, 2006, 2007, 2009, 2011, 2013, 2015 und 2016 sowie Kollwentz Steinzeiler 2007, 2008 und 2012
Der Dank für die Verkostungsnotizen gebührt wieder @scib
Heinrich Salzberg 2004:
Schöne Röstaromen, gekochte Brombeeren, Cassis, Pflaumenkern im Bukett , im Mund kommt Nougat, Kakao, helle Zigarre dazu, feine schöne Würze, alles sehr harmonisch und rund, schöner langer Abgang, sehr guter bis ausgezeichneter Wein (95-96).
Heinrich Salzberg 2006:
Kräftige intensive Würzigkeit,
Pflaume, etwas Brombeere in der Nase, setzt sich im Gaumen fort, etwas zu kräftig Tannine, werden sich nicht weiter integrieren, leichte grüne Paprikanoten, Anklänge von Zigarren, Höhepunkt vorbei, kurzes Finale, gerade noch ein guter Wein (89).
Heinrich Salzberg 2007:
Viel Cassis und dunkle Früchte, Brombeeren im Bukett, im Gaumen kommen Noten von Kaffee und dunklen Karamell dazu, sehr schöne Frische mit würzigen Noten, der Wein kommt sehr jugendlich daher, runde gut integrierte Tannine, ein schönes mittellanges Finale setzt einen feinen Schlusspunkt für diesen guten bis sehr guten Weins (92-93).
Kollwentz Steinzeiler 2007:
Leicht röstige Nase, viele Rote Johannisbeere, ganz reife Schattenmorelle, alles kommt im Mund zusammen, Anklänge von Schokolade, aggressive Tannine, leichte Gewürznoten, wirkt sehr reif und hat ein mittellanges Finale. Ein guter Wein. (90-92)
Kollwentz Steinzeiler 2008:
Viele dunkle Beeren, Brombeeren und Heidelbeeren in der Nase, im Mund kommt etwas Kaffee und dunkle Schokolade dazu, Noten von Pflaumen im Gaumen, alles intensiv und harmonisch, gut integrierte kräftige runde Tannine, ein guter Wein mit einem nicht allzu langen Finale. (90-92)
Heinrich Salzberg 2009:
Heidelbeeren und Preiselbeeren in der Nase, im Mund kommt noch etwas Pflaumenaroma, leichte Röstaromen, schon sehr gereift, im Gaumen stark nachlassend, relativ kurzes Finale, vorbei ? schwierig ?
Heinrich Salzberg 2011:
Sehr mineralische Nase, deutliche Noten von Kalk, im Mund kommen dunkle Beeren, Brombeeren, etwas Pflaume dazu, ein Hauch von Kakao, Anklänge von Gewürzen und Kräutern, sehr schlank und elegant, feine zarte Tannine, alles schön harmonisch, ein mittellanges Finale beendet diesen guten Wein aus dem Burgenland (90-93).
Kollwentz Steinzeiler 2012:
Röstaromen entströmen dem Glas, kräftige Aromen von dunklen Beeren, Cassis und Brombeeren, etwas dunkle Schokolade und Haselnuss, im Mund harmoniert alles zusammen sehr gut, spürbare Tannine und ein mittellanges Finale sind typisch für diesen guten Wein. (90-92)
Heinrich Salzberg 2013:
Wirkt in der Nasr etwas parfümiert, deutliche Reifenoten, Anklänge von Preiselbeeren, rote Johannisbeeren und Schattenmorelle, dies setzt sich im Mund fort, völlig unharmonisch, kurzer Abgang, kein kulinarischer Genuss
Heinrich Salzberg 2015:
Viele dunkle Beeren, Brombeeren und Holunder, etwas helle Zigarren, gut eingebundene Mineralität, im Mund sehr rund und harmonisch, feine Würze, gute Säurestruktur, ein mittellanges Finale beendet diesen guten bis sehr guten Wein (92-93).
Heinrich Salzberg 2016:
Sehr rotbeerig, Johannisbeere und sehr reife Sauerkirschen, im Moment schwer zu beurteilen, Mineralität und feine Würze kommt dazu, sehr jung, die Tannine sind gut eingebunden, ein mittellangens Finale. Ein guter Wein (90-92).
Für mich persönlich war auf jeden Fall (neben dem Zander) auch der Heinrich Salzberg 2004 das Highlight des Tages.
Vielen dank nochmal an alle Beteiligten, insbesondere aber an unseren Gastgeber @Scharbil. Es ist mir jedes Mal aufs neue ein großes Fest.
Beste Grüße
Stefan
gerade auf dem Weg zur 14. Auflage unseres Sternetrinker-OTs, komme ich endlich mal dazu, ausstehende Berichte zu vergangenen Events zu tippen.
Es begab sich also, dass die Sternetrinker sich mal ausführlicher mit ein paar Legenden des österreichischen Rotweins auseinandersetzen wollten und ein kulinarisches Rahmenprogramm wurde auch schnell gefunden.
Wie es sich mittlerweile eingebürgert hat, beginnen wir natürlich schon am Samstag bei @Scharbil mit den Vorbereitungen und einigen schönen Weinen.
Vorzubereiten waren da etwa zwei schwedische Wildfang Zander. Kaliber 3kg+ hatte ich bestellt, der eine brachte mehr als 5, der andere über 7kg auf die Waage.
Das Filetieren geht bei Gräten von etwa 4mm Dicke und ehr knöcherner Struktur zugegebenermaßen nicht ganz so einfach von der Hand…
…unter Zuhilfenahme einer Geflügelschere klappt es dann aber doch.
Nach getaner Arbeit (ok, ich gebe zu, auch schon währenddessen
Ein paar Notizen von @scib:
2004 Château Leoville Barton: In der Nase wunderschöne Noten von mediterranen Gewürzen, viele intensive dunkle Beeren kommen dazu, am Gaumen feine Würze vom Cabernet, etwas heller Tabak, Kakaonoten, dunkle Schokolade und Töne von Cassis, sehr schön integrierte Tannine, ein gut gereifter Wein mit einem feinen, intensiven Finale, ein sehr guter Wein aus St. Julien (93-95).
2002 Château La Fleur de Boüard, Le Plus: In der Nase viel blaue und schwarze Frucht, im Mund ein Cocktail aus Brombeeren und Pflaumen, Anklänge von Himbeeren, etwas Kakao, ein Hauch von Gewürzen, ein sehr dichter kräftiger Wein, stark extrahiert, schön gereift aber Tannine immer noch spürbar, 24 h später keinerlei Veränderungen, ein mittellanges Finale. Ein guter Wein aus Lalande de Pomerol. (90-92)
Nun aber zum Sonntag:
@Bäckergeselle hat seinem Nickname mal wieder alle Ehre gemacht:
Ceviche: Zander | Frühlingszwiebel | Paprika | Chili | Mais | Schnittlauchöl (nicht unähnlich diesem Ceviche)
Zander | Erbsenpüree | Sauerkraut | beurre blanc
(zum Thread)Handkäse-Suppe | Püree von geräucherter Ananas | frittierte Reisnudelplatten
(zum Thread)Glacierte Dicke Rippe | Spargel | Rauchjus
Die Weine:
In den Hauptrollen:
Heinrich Salzberg 2004, 2006, 2007, 2009, 2011, 2013, 2015 und 2016 sowie Kollwentz Steinzeiler 2007, 2008 und 2012
Der Dank für die Verkostungsnotizen gebührt wieder @scib
Heinrich Salzberg 2004:
Schöne Röstaromen, gekochte Brombeeren, Cassis, Pflaumenkern im Bukett , im Mund kommt Nougat, Kakao, helle Zigarre dazu, feine schöne Würze, alles sehr harmonisch und rund, schöner langer Abgang, sehr guter bis ausgezeichneter Wein (95-96).
Heinrich Salzberg 2006:
Kräftige intensive Würzigkeit,
Pflaume, etwas Brombeere in der Nase, setzt sich im Gaumen fort, etwas zu kräftig Tannine, werden sich nicht weiter integrieren, leichte grüne Paprikanoten, Anklänge von Zigarren, Höhepunkt vorbei, kurzes Finale, gerade noch ein guter Wein (89).
Heinrich Salzberg 2007:
Viel Cassis und dunkle Früchte, Brombeeren im Bukett, im Gaumen kommen Noten von Kaffee und dunklen Karamell dazu, sehr schöne Frische mit würzigen Noten, der Wein kommt sehr jugendlich daher, runde gut integrierte Tannine, ein schönes mittellanges Finale setzt einen feinen Schlusspunkt für diesen guten bis sehr guten Weins (92-93).
Kollwentz Steinzeiler 2007:
Leicht röstige Nase, viele Rote Johannisbeere, ganz reife Schattenmorelle, alles kommt im Mund zusammen, Anklänge von Schokolade, aggressive Tannine, leichte Gewürznoten, wirkt sehr reif und hat ein mittellanges Finale. Ein guter Wein. (90-92)
Kollwentz Steinzeiler 2008:
Viele dunkle Beeren, Brombeeren und Heidelbeeren in der Nase, im Mund kommt etwas Kaffee und dunkle Schokolade dazu, Noten von Pflaumen im Gaumen, alles intensiv und harmonisch, gut integrierte kräftige runde Tannine, ein guter Wein mit einem nicht allzu langen Finale. (90-92)
Heinrich Salzberg 2009:
Heidelbeeren und Preiselbeeren in der Nase, im Mund kommt noch etwas Pflaumenaroma, leichte Röstaromen, schon sehr gereift, im Gaumen stark nachlassend, relativ kurzes Finale, vorbei ? schwierig ?
Heinrich Salzberg 2011:
Sehr mineralische Nase, deutliche Noten von Kalk, im Mund kommen dunkle Beeren, Brombeeren, etwas Pflaume dazu, ein Hauch von Kakao, Anklänge von Gewürzen und Kräutern, sehr schlank und elegant, feine zarte Tannine, alles schön harmonisch, ein mittellanges Finale beendet diesen guten Wein aus dem Burgenland (90-93).
Kollwentz Steinzeiler 2012:
Röstaromen entströmen dem Glas, kräftige Aromen von dunklen Beeren, Cassis und Brombeeren, etwas dunkle Schokolade und Haselnuss, im Mund harmoniert alles zusammen sehr gut, spürbare Tannine und ein mittellanges Finale sind typisch für diesen guten Wein. (90-92)
Heinrich Salzberg 2013:
Wirkt in der Nasr etwas parfümiert, deutliche Reifenoten, Anklänge von Preiselbeeren, rote Johannisbeeren und Schattenmorelle, dies setzt sich im Mund fort, völlig unharmonisch, kurzer Abgang, kein kulinarischer Genuss
Heinrich Salzberg 2015:
Viele dunkle Beeren, Brombeeren und Holunder, etwas helle Zigarren, gut eingebundene Mineralität, im Mund sehr rund und harmonisch, feine Würze, gute Säurestruktur, ein mittellanges Finale beendet diesen guten bis sehr guten Wein (92-93).
Heinrich Salzberg 2016:
Sehr rotbeerig, Johannisbeere und sehr reife Sauerkirschen, im Moment schwer zu beurteilen, Mineralität und feine Würze kommt dazu, sehr jung, die Tannine sind gut eingebunden, ein mittellangens Finale. Ein guter Wein (90-92).
Für mich persönlich war auf jeden Fall (neben dem Zander) auch der Heinrich Salzberg 2004 das Highlight des Tages.
Vielen dank nochmal an alle Beteiligten, insbesondere aber an unseren Gastgeber @Scharbil. Es ist mir jedes Mal aufs neue ein großes Fest.
Beste Grüße
Stefan



