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Warum im August 1964 ein Weizenfeld brannte oder.... Karlchen, Manni , Gerdchen und die Welthölzer.

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Gast-zght9b

Guest
Es begab sich zu der Zeit als Gerdi noch das Gerdchen war.
Wir schreiben das Jahr 1964 im Hochsommer, etwa Mitte bis Ende August.
Hoch und vollreif standen die Ähren des Weizens auf den Feldern.
Gerdchen bewohnte mit Mama Irmgard, Babba Erich und Schwester Birgit eine Wohnung im Erdgeschoß eines alten Hauses um die Jahrhundertwende.
Das Haus lag am Ortseingang von Hofaschenbach linksseitig aus Richtung Hünfeld kommend.
Das Haus stand in Mitten eines großen Wein und Obstgartens.
Von der Straße aus ging es über mehrere Stufen hinauf auf das Grundstück.
Auf der gegenüber liegenden Straßenseite befand sich ein kleiner Tante Emma Laden der auch von Gerdchen des öfteren besucht wurde, dies ist jadoch eine andere Geschichte.
Nun, oben auf dem Treppenabsatz angekommen gelangte man rechter Hand in den Obstgarten.
Es gab eine Zufahrt zu dem Haus über einen unbefestigten Wirtschaftsweg auf der gegenüber liegenden Seite der Eingangstreppe.
Zwei Garagen mit Holztoren befanden sich rechts neben Schuppen welcher an das Haus angelehnt war.
Am Wochenende stand dort immer Gerdchens Babba sein Borgward Isabella bei dem einmal während eines sehr kalten Winters die Froststopfen herausploppten , auch dies ist jedoch eine weitere Geschichte die zu einem späteren Zeitpunkt erzählt wird.
Nun, es war Hochsommer, Gerdchen lief gerne im Garten und der Natur umher, den Flitzebogen und einige Holzpfeile im Köcher am Rücken hängend und immer auf der Suche mit Pfeil und Bogen etwas zu erlegen.
Mal waren es johlende Horden Indianer oder auch öfters der Schrat, der bewachte des Nachts den dunklen nur mit Kerzenlicht beleuchteten Keller.
Wenn Gerdchen Nachts wieder einmal von dem Schrat träumte und laut rufend aufwachte und seine Mama Irmgard ihn wieder beruhigen mußte schwor er ihn des Tages mit Pfeil und Bogen zu erlegen.
Alle vier bis sechs Wochen besuchten uns Oma Liesl und Opa Heini , die Eltern von Babba Erich . Er holte sie von Schlüchtern der Heimatstadt von Babba Erich, Opa Heini und Gerdchen.
Opa Heini war Gerdchens König, er zog mit Gerdchen durch die Wiesen und Wälder, zeigte und erklärte ihm die Natur und schnitzte mit ihm allerlei Dinge aus Stöckchen oder Rindenstücke.
Immer wenn sie sich nach einiger Zeit des umherstreifens niederließen zog Opa Heini aus seiner Hosentasche sein Klapptaschenmesser, aus der anderen Tasche holte er ein kleines Taschenmesserchen das er Gerdchen reichte.
So saßen die beiden dicht nebeneinander und schnitzten allerlei Sachen aus Stöckchen.
Die Glocke...... Opa Heini die Glocke läutet.....Opa Heini hörte nicht mehr so gut als er aus der Gefangenschaft 1950 aus Sibirien nach Hause kam.....eine andere traurige Geschichte did jedoch nicht erzählt wird.
Nun, die Glocke des Kirchturmes läutete und Opa Heini sprach zu Gerdchen, so jetzt müßen wir und aber sputen, das Essen ist fertig wir müßen nach Hause sonst schimpft Oma Liesl und Mama Irmgard mit uns.
Flink suchte Gerdchen die Stöckchen zusammen und stopfte sie in sein Hosentasche, das kleine Taschenmesser klappte er vorsichtig zusammen und reichte es Opa Heini und beide gingen nach Hause.

Fortsetzung folgt........
 

cire

Grillkaiser
5+ Jahre im GSV
Oh je .... hoffentlich artet das nicht aus .... :trapper:

Schildi unser Märchenonkel .... ich bleibe mal sitzen und lausche ....

:bierchips:
 
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Gast-zght9b

Guest
Nach dem Mittagessen des Sonntages, Oma Liesl und Mama Irmgard putzten die Küche, Babba Erich lag im Garten auf der Liege und hielt sein Mittagsschläfchen wanderten Opa Heini und Gerdchen zum Ulmenstein, ein Basaltsee im Wald oberhalb von Hofaschenbach.
Dort angekommen stiegen sie den steilen Weg zum See hinab.
Unten angekommen fielen Gerdchen sofort einige Eidechsen auf die sich auf den warmen Steinen sonnten, er versuchte einen der flinken Eidechsen zu fangen was jedoch mißlang.
Opa Heini antwortete lachend ..... so geht das nicht, die sind flink, da brauchst du eine Krokodilzange.....was ist denn das Opa....kannst du mir so etwas basteln ?
Ja ich schnitz dir eine Zange.
Opa Heini suchte einen jungen Haselnusstrieb und schnitt ihn mit seinem Messer ab. Beide setzten sich nebeneinander und Gerdchen schaute gebannt wie Opa Heini aus der Rute eine Krokodilzange schnitzte.
Er spaltete das dünnere Ende und schnitt kleine Vertiefungen in die Schnittflächen, als er fertig war sah das Ende wie ein Krokodilmaul aus.
So Gerdchen, jetzt gehst du langsam zu einer Eidechse und versuchst sie zwischen das Krokodilmaul zu bekommen....du mußt dann schnell die Zange von der Seite zur Eidechse stoßen.
Gerdchen schlich sich also langsam an die kleinen flinken Echsen heran um sogleich die Rute Richtung der Echsen zu stoßen.......wieder und wieder versuchte er sein Glück, aber es wollte ihm nicht gelingen eine zu fangen.
Opa Heini das schaffe ich nicht, die sind viel zu schnell.
Opa meinte lächelnd das klappt schon irgendwann, mußt nur üben.
Gerdchen fragte sichtlich enttäuscht wann denn irgendwann ist.
Opa meinte..... na irgendwann.
Müde von dem tun setzte sich Gerdchen auf einen Baumstamm und meinte.....ach Opa, laß uns etwas schnitzen. So saßen beide nebeneinander und schnitzten wieder kleine Dinge aus Stöckchen die Gerdchen herbeitrug.
Nach einer Weile sprach Gerdchen. .....du....Opa Heini, immer wenn du kommst darf ich das kleine Messer von dir haben, meinst du du könntest es mir für immer geben ?
Gerdchen du weißt doch, die Mama Irmgard will nicht das ich es dir gebe.
Nur wenn ich dabei bin.
Ach Opa..... ich möchte es so gerne haben, dann kann ich auch Stöckchen schnitzen wenn du nicht da bist.
Opa Heini sagte.... das geht nicht, du weißt warum......ach Opa bitte bitte, ich mache auch keinen Blödsinn, wirklich, ich verrate es auch nicht der Mama...Gerdchen stand auf und umarmte seinen Opa und sprach immer wieder. ..ach Opa bitte bitte bitte, ich mach auch wirklich keinen Blödsinn, ich möchte nur Stöckchen schnitzen wenn du nicht da bist......es dauert immer soo lange bis du wieder kommst....bitte bitte Opa....
Es kam wie es kommen mußte, Gerdchen hat seinen Opa Heini weichgeklopft....er schaute ihm tief in die Augen und sprach eindringlich.....du darfst es nur zum schnitzen nehmen und darfst der Mama nicht sagen das ich es dir für immer gegeben habe.
Gerdchen drückte sogleich seinen Opa noch fester und sprach zu ihm.....ich mache bestimmt keinen Blödsinn Opa Heini und ich verrate es auch nicht der Mama und der Oma.
So saßen dann noch beide....Gerdchen freudig mit einem immer währenden lächeln im Gesicht und Opa Heini mit einigen Sorgenfalten und schnitzten weiter an Stöckchen.
Gerdchen hat wirklich nie mit dem Messerchen Blödsinn gemacht, er nutzte es ausschließlich als Werkzeug, auch hat Mama Irmgard nie erfahren das Opa Heini das Messerchen dem Gerdchen gegeben hat, er hat es immer sehr gut im Schuppen versteckt.

Fortsetzung folgt....
 
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Gast-zght9b

Guest
Nach einer Weile sprach Opa Heini zu Gerdchen......so, jetzt müßen wir nach Hause, dein Babba muß uns noch nach Schlüchtern fahren.
Sie packten ihre sieben Sachen und marschierten nach Hause.
Oma Liesl und Opa Heini verabschiedeten sich und Babba Erich fuhr sie nach Hause in die Schloßstraße 9 in Schlüchtern.
Mama Irmgard richtete derweil in der großen Küche das Abendessen.
Mama....ja Gerdchen....ich geh noch etwas in den Garten......ist gut Gerdchen, wenn der Babba nach Hause kommt nimmst du Birgit mit nach oben....ja mache ich, die ist bestimmt wieder am großen Wasserfaß und rettet Bienen die ins Wasser gefallen sind.. sprachs und spurtete die Treppe hinunter und zum Wasserfaß.....du Birgit.....jaaa.....rettest du wieder Bienen ?
Ja gugg mal.....sie zeigte ihm eine aus dem Wasser gefischte Biene die tropfnass in ihrem Händchen lag....die rette ich jetzt gugg mal.
Sie hauchte die Biene eine Weile an die dann sogleich in Birgits Hand herum krabbelte.. ... hach wie das kitzelt quitschte sie und beide sahen zu wie die Biene ihre Flügel spreitzte und davonflog.
Siehst du Gerdchen, die bringt uns jetzt wieder guten Honig.....Gerdchen sagte staunend......jaaa, das hast du aber gut gemacht, ich geh noch etwas in den Schuppen, wenn der Babba kommt müßen wir dann hoch.
Gerdchen ging in den Schuppen und kroch unter die alte Holzwerkbank. In der hintersten Ecke hinter dem linken Fuß der Werkbank lag versteckt sein Messerchen.
Es holte es hervor und setzte sich vor die Werkbank.
Er legte das Messerchen vor sich und kramte aus seinen Hosentaschen all die Dinge die er besaß als da waren.....schwarzer Pechfaden, eine stumpfe kurze Nähnadel, zwei Knöpfe, eine kleine Sicherheitsnadel und ein Stückchen dünne Schnur. Diese Sachen waren in einem kleinen Schächtelchen verwahrt, seinen Flitzebogen nebst dem Köcher und einigen stumpfen Holzpfeile legte er daneben.
Er betrachtete seine Schätze und dachte bei sich.....jetzt fehlt nur noch ein Schächtelchen Welthölzer....er murmelte vor sich hin.....ich darf ja keine Welthölzer haben....aber ein Messerchen darf ich auch nicht haben.
Das Messerchen habe ich ja schon......er stand auf und schaute aus dem verstaubten Butzenfenster nach draußen niemand war zu sehen.
Er zog vorsichtig die linke Schublade in der Holzwerkbank auf, unter allerlei Kerzenstumpen und Krimskram erblickte er ein Schächtelchen Welthölzer.....mit zitternden Finger griff er danach, steckte sie in seine Hosentaschen nahm seine Schätze an sich und rannte hinter das Haus unter eine riesige Trauerbirke.
Er setzte sich auf die Erde, kramte wieder all die Sachen heraus und bewunderte all die Sachen die er besaß.
Geeerdcheen........uii....der Babba, jetzt aber hurtig.....jaaa Babba ich komme.
Flugs seine Schätze eingepackt, in den Schuppen und seine Sachen abgelegt, die Zündhölzer und das Messerchen legte er sorgfältig in sein Versteck.
Wo warst du denn Gerdchen......ich war unter der Trauerbirke.
Es wurde zu Abend gegessen.
Babba sprach nach dem Essen zu Birgit und Gerdchen......das ihr mir brav seid, ich fahre morgen früh zur Arbeit und komme am Samstag wieder, jetzt ab ins Bett .....vorher wascht ihr euch noch und putzt die Zähne.
Gute Nacht.
Am mächsten Morgen.......Gerdchen aufstehen, du mußt in einer dreiviertel Stunde in die Schule.
Wo ist denn Babba......der ist doch längst weg.
Die Milchtüte und das Pausenbrot geschnappt und hüpfend links und rechts Richtung Dorfschule.
Guten Morgen Gerdchen.....guten Morgen Manni, guten Morgen Karlchen.
So hüpften die drei Freunde in die Schule.
......Rrrrrrring....rrrrrring....halt, nicht so schnell Kinder, ihr wißt ja, Übermorgen schreiben wir ein Diktat, lernt heute und morgen noch schön.....im Chor.....jaaaaa Frau Füller......uuuund ab gings im Laufschritt johlend ,kreischend und lachend stieben die Buben und Mädel aus dem Schulhaus.
Im Laufschritt riefen sich Karlchen Manni und Gerdchen noch zu während sie jeder in eine andere Richtung abbogen........heute nachmittag im kleinen Hohlweg....
Wascht euch die Hände sprach Mama Irmgard......
Flugs saßen sie am Tisch, es gab Spieheleier mit Kartoffelbrei und Spinat.....just in dem Moment verzog Birgit ihr Gesicht und sprach zu Mama......ich mag keinen Spinat.....ich helfe dir Birgit.....lächelnd schaute Birgit Gerdchen an . Immer wenn Birgit einen kleinen Löffel Spinat aß nahm er einen großen Löffel Spinat von ihr ab......beide jauchzten und lachten, Mama lachte mit ermahnte jedoch Birgit etwas mehr Spinat zu essen......der ist doch gesund.
So, ich wasche jetzt das Geschirr, Birgit du gehst in dein Bettchen und schläfst etwas und du Gerdchen machst deine Schulaufgaben.
Gesagt getan und ohne murren stiegen beide vom Tisch auf, Gerdchen drückte seine kleine Schwester und sagte noch.....schlaf gut zu ihr. Sie lächelte ihn an und hauchte ein danke zurück.
Jetzt aber hurtig, denn Ranzen ausgepackt, das Pausenbrotpapier der Mama auf den Tisch gelegt, das Aufgabenheft aufgeschlagen uuuuund los gings.
.........ich bin fertig Mama.....soso, dann zeig mir einmal deine Aufgaben.
Nach einigen Minuten bangen wartens und gespannt in Mamas Gesicht geguggt.....schön, alles richtig, nur deine Schrift, die mußt du noch üben .....ja das mache ich noch Mama......darf ich raus, ich treffe mich mit Karlchen und Manni im kleinen Hohlweg.
Ist gut, um sechs Uhr bist du Zuhause, du mußt heute noch beim Bauer Milch holen......ist gut Mamma........uuuuund weggeflitzt, im Schuppen seine Habseligkeiten an sich genommen und Richtung Hohlweg gerannt......
Fortsetzung folgt....
 
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Gast-zght9b

Guest
Maaaanniiii.....Kaaarlcheeeen....
hier, hier sind wir, am Haselnussbaum.
Was machen wir denn jetzt ?
Fasane, wir gehen Fasane erlegen.....das ist eine gute Idee Manni.
So pirschten die drei Buben, jeder seinen Flitzebogen in der linken Hand, einen Holzpfeil am Bogen angelegt und die Pfeilkerbe in der Sehne schlichen sie durch die Feldwege oberhalb des kleinen Hohlweges in Richtung Wald.
Konzentriert musterten sie im Scheichgang den vor ihnen liegenden Weg und das Gelände um den Weg.
Eine ganze Weile schon waren die drei so unterwegs......
Karlchen flüsterte den beiden anderen zu.....ich muß mich hinsetzen, ich kann nicht mehr....sofort streckten sie ihre Körper nach oben .... so ein gebückter Schleichgang ist wirklich anstrengend.
Sie entspannten ihre Bögen und verstauten ihre Pfeile in den Köchern und setzten sich auf dem Weg nieder.
Was ist heute bloß los fragte Gerdchen seine Freunde.....sonst sehen wir immer Fasane, warum heute nicht ?
Betretenes Schweigen......
du Gerdchen, was machen wir denn wenn wir einen Fasan erlegt haben ?
Alle drei sahen sich nachdenklich an bis Karlchen freudestrahlend sagte......jaaa, wenn wir einen erlegt haben rupfen wir ihn und braten ihn über dem Lagerfeuer.....alle drei lachten freudig und nickten sich zu......
Wir können kein Feuer machen, wir haben keine Zündhölzer sprach Manni sichtlich enttäuscht.
Nach einigen Augenblicken sprach Gerdchen mit einem triumphierenden Unterton.....ich, ich habe Zündhölzer........ungläubig starrten ihn die beiden an....wo hast du die, zeig her.
Mit dem lächeln eines Siegers zog Gerdchen das Schächtelchen Welthölzer aus seiner Hosentasche.....da, schaut....sogleich jauchzten und johlten alle drei.
Eiiii, jetzt können wir ein Lagerfeuer machen sprach Karlchen und sprach zu den beiden......wir dürfen uns bloß nicht erwischen lassen, alle drei nickten mit etwas besorgten Blicken.
So, jetzt müßen wir aber wirklich einen Fasan erlegen, sprachs stand auf den Bogen wieder in Anschlag und in gebücktem Schleichgang weiter den Feldweg entlang.
Gerdchen und Manni folgten sogleich.
Die Glocke, die Glocke läutet.....uiiiiii, jetzt aber schnell nach Hause.
Die drei rannten Richtung Dorf....
Morgen, morgen nach den Hausaufgaben treffen wir uns wieder hier......lachend trennten sich die drei und liefen nach Hause.

Fortsetzung folgt........
 
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Gast-zght9b

Guest
Die Schulglocke läutete.....
Wie der Blitz wurden die Ranzen gepackt.
Manni, Karlchen und Gerdchen flitzten aus dem Schulgebäude in Richtung Zuhause........die drei trennten sich und riefen noch.....mach nicht wieder so lange Schulaufgaben Gerdchen.
Alle drei rannten lachend davon.
Zuhause angekommen, den Ranzen in die Ecke gestellt rief Gerdchen sogleich seiner Mama zu, du Mama, kann ich gleich Hausaufgaben machen ?
Manni Karlchen und ich treffen uns am kleinen Hohlweg.
Nichts da sprach Mama, erst wird gegessen, dann Hausaufgaben und dann darfst du raus.
Gerdchen beugte sich widerwillig, sah aber ein das es nicht anders geht.
Er wusch sich die Hände und holte seine Schwester Birgit vom Wasserfass ab..... komm schnell Birgit, wir müßen essen......er faßte Birgit bei der Hand und zog sie hinter sich her.
Nicht so schnell Gerdchen, ich kann nicht so schnell.
Er half ihr ihre Händchen zu waschen.
So saßen sie am Tisch und aßen zu Mittag.
Jetzt zappel nicht so herum und iß langsam ermahnte ihn Mama, Birgit gluckste lachend und sprach, Gerdchen ist ein Zappelphillip Zappelphillip Zappelphillip......alle drei lachten vergnügt und aßen zu ende.
Schnell wie ein Wiesel packte Gerdchen seinen Ranzen aus um sogleich mit der Schönschrift zu beginnen.......langsam sprach Mama, sonst wird das wieder nichts......ja Mama, ich habe aber keine Zeit......doch du hast Zeit, du kommst nicht eher raus bis du deine Aufgaben ordentlich erledigt hast.
Nach einer gefühlten Ewigkeit schrieb Gerdchen das letzte Wort und rief freudig......feeeertiig.
Mama kontrolliert die letzte Seite seines Aufgabenheftes.
Siehst du, wenn du dir Mühe gibst wird es auch gut......jaa Mama, kann ich jetzt raus ?
Ist gut, macht aber keinen Blödsinn und um sechs Uhr bist du Zuhause.
Jaaa, bin ich.
Wie der Blitz polternd die Holztreppe herunter, in den Schuppen und seine Habseligkeiten geschnappt und weiter zum kleinen Hohlweg.
Im Hohlweg angekommen saßen dort schon Manni und Karlchen........hast du die Zündhölzer dabei Gerdchen......ja hier....er zog das Schächtelchen auf und da lagen sie, die Zündhölzer mir der roten Reibekappe.
Er legte das geöffnete Schächtelchen vor sich.
Alle bewunderten die Hölzchen.......jetzt, jetzt machen wir Feuer sprach Karlchen, sprang auf und rief aufgeregt.....Stöckchen, wir brauchen kleine Stöckchen.
Aufgeregt liefen die Buben auf dem Weg herum und hoben kleine trockene Stöckchen vom Weg auf die von den umliegenden Bäumen herunter gefallen waren.
Sie trugen sie zusammen und legten sie in ihre Mitte.
Manni und Karlchen sprachen hastig zu Gerdchen......zünd das Häufchen an, schnell zünd es an.
Gerdchen zog mit zittrigen Fingern ein Hölzchen aus dem Schächtelchen, schob es wieder zusammen und rieb das Zündende des Hölzchens an der Reibefläche...ratsch........heißa, sogleich ging das Ende des Hölzchens mit einem Knistergeräusch in eine Flamme über....gebannt schauten die Buben auf das brennende Hölzchen......schnell Gerdchen rief Manni, halt es an das Häufchen.
Gerdchen hielt das brennende Zündholz an die bereitgelegten Hölzchen
....nach einigen Sekunden lies er das Hölzchen los und rief heiß , dabei schüttelte er seine Hand in der Luft.
Das Hölzchen erlosch......versuchs noch mal rief Karlchen mit hektischer Stimme...... raaatsch.....raaatsch......raatsch.....
Wieso will das Häufchen nicht anfangen brennen fragte Manni in die Runde.
Sichtlich enttäuscht über die Mißerfolge starrten sie minutenlang auf die verbrannten Reste der Zündhölzer und das nicht brennende Holzhäufchen.
Trockenes Gras, wir brauchen dünnes trockenes Gras rief auf einmal Karlchen den beiden anderen zu.
Wen der Bauer Martin im Garten das Kartoffelkraut anzündet stopft er immer trockenes Gras in der Haufen.
Trockenes Gras gab es hier im Hohlweg genug, eiligst rupften die drei trockene dünne Halme und schoben sie vorsichtig zwischen die Stöckchen.
Wir machen es zusammen rief Manni, wir zünden es zusammen an dann klappt es bestimmt.
Jeder der Buben nahm sich ein Zündholz und rieb es an der Reibefläche .....gleichzeitig hielten sie die brennenden Zündhölzer an die trockenen Grashalme.
Heißa...... im nu loderten kleine Flammen auf und das Stöckchen Häufchen brannte lichterloh.
Die Buben standen auf da es schlagartig.....sie saßen um das Feuer herum, sehr warm wurde.
Mit glänzenden Augen standen sie da und schauten in die lodernten Flammen.
Das kleine Feuer brannte schnell herunter......Gerdchen rief...... Stöckchen, wir brauchen mehr Stöckchen.....eiligst suchten die Buben mehr Stöckchen zusammen und warfen sie in das kleine brennende Feuer.
Lachend hüpften sie um das Feuer und umarmten sich.
Karlchen rief freudig.....wir haben es geschafft, wir haben es geschafft.....das
kann sonst niemand, nur wir ......johlend nickten sie sich zu.
Es wurden mehr Stöckchen gesammelt und das kleine Feuer auf dem Hohlweg...... nahe, zu nahe am trockenen Hang wurde größer und heißer........


Fortsetzung folgt
 
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Gast-zght9b

Guest
Ach herrje, der Hang, der Hang brennt ..... wir müßen das Feuer austreten
flugs versuchten sie mit den Füßen das Feuer auszutreten.
Bei jedem Tritt in die Flammen sprangen kleine Feuerzungen des brennenden trockenen Grases umher.....rasch vergrößerte sich die Brandfläche und das Feuer fraß sich sehr rasch den Hang hinauf......mit vor Schreck geweiteten Augen schauten die Buben wie sich das Feuer immer schneller den Hang hinauffraß.........
Der Bauer Martin, der Bauer Martin muß helfen........wie vom Teufel gejagt rannten die kleinen Brandstifter zum Bauern Martin und riefen unentwegt seinen Namen.....Bauer
Martin.....Bauer Martin.....was ist denn los ihr Buben ?
.........der Hohlweg brennt, der Hohlweg brennt und oben ist das Weizenfeld.
Bauer Martin rannte zur Hofeinfahrt und erkannte sofort den ernst der Lage, dunkler Qualm stieg auf und er sah die großen Flammen die bereits das Weizenfeld erricht hatten.
Schnell rief er den Buben zu....Karlchen du läufst schnell zum Schulhaus und sagst dem Schuldiener er soll die Sirene drehen, Gerdchen du läufst zum Bauer Kanter, er soll mit dem Traktor und dem Wasserfaß zum Hohlweg kommen und du Manni läufst zu deinem Papa, er soll mit dem großen Pflug kommen.......beeilt euch.
Bauer Martin schloß flugs seinen Pflug an den Traktor und fuhr zum brennenden Weizenfeld.....er erschrak sichtlich als
er das brennende Weizenfeld sah.......da gibt es nichts mehr zu retten rief er fluchend vor sich hin.....übergreifen, übergreifen darf das Feuer nicht.
Er hörte die Sirene und war etwas erleichtert.
Sofort fuhr er an das obere Ende des Weizenfeldes, nahe am Waldrand und fing sofort an den Rand des Feldes umzupflügen......wenig später traf auch Mannis Papa Friedel beim Bauer Martin ein, die beiden besprachen sich kurz und pflügten wenig später den oberen Feldrand.
Mittlerweile traf auch Bauer Kanter mit dem großen Wasserfaß ein
Er wässerte das an den Feldweg angrenzende Feld.
Jetzt hörte man auch das Martinshorn.....und andere durch die Sirene aufgeschreckte Anwohner und Bauern kamen mit Haken und Rechen zum Feld gerannt.
Ganz unten am Feldweg standen die drei Feuerteufel und schauten heulend auf das Elend das sie verursacht hatten.
Mit vereinten anwesenden Kräften schafften es die Helfer das Feld kontrolliert abbrennen zu lassen und ein Übergreifen auf den Wald und die angrenzenden Felder zu verhindern.
Die Polizei traf wenig später ein, sie kamen aus Hünfeld gefahren.
Nach dem feststellen der Schuldigen und einiger Ohrfeigen seitens der Eltern fuhr die Polizei wieder fort.
Bauer Martin und die anderen Bauern organisierten noch die Brandwache.
Alle drei Buben bekamen von ihre Eltern und den anwesenden Helfern dermaßen die Leviten gelesen das sie auch Jahre später keine Zündhölzer mehr in die Hand nahmen.......erst in der jugendlichen Zeit änderte sich das wieder und sie machten wieder Lagerfeuer bei den Pfadfindern.
Jahrzehnte nach diesem unsäglichen August in 1964 fragte Gerdi seinen Babba was eigentlich damals nach dem Brand geschah und ob er etwas bezahlen mußte......leider konnte sich Babba Erich nicht mehr erinnern wie es letztlich ausgegangen ist.
Grinsend schaute Babba Erich Gerdi ins Gesicht mit der Flasche Roten in der Hand......und , wie isses " Gerdchen " noch einen Schluck Roten.......lachend entgegnete Gerdi . . schenk ein Babba.........

Dies ist Jahrzehnte danach das Ende des Weizenfeld Brandes.
 

Bastelheini

Grillkaiser

T el Z

Grillkaiser
Danke fürs teilen.
War doch einiges anders früher, für mich "Alten" vieles einfacher/natürlicher als heute.
Wasser mit Mehl gemischt, Stökchen damit umhüllt und ins Lagerfeuer - weder Schmackhaft noch Nahrhaft, aber Abenteuer pur.
Gebrannt hat es auch einmal, aber das war der Opa, der das gesenste Gras nach dem trocknen "kontrolliert" abgebrannt hat - Oma, Oma, die Wiese brennt (inkl. einiger darin befindlicher Obstbäume) - so war das damals, hat keinen aufgeregt....
 
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