Die Frage nach Outdoor hatte den Hintergrund, dass man in Hongkong tatsächlich sehr schnell im Grünen ist. Falls Du von der Hektik der Stadt die Nase voll hast, könntest Du zum Beispiel auf die Südseite von Hong Kong Island fahren, etwa Stanley (z.B. mit der Buslinie 973 von Tsim Sha Tsui East, dauert ne Stunde, man kriegt unterwegs ne Menge zu sehen), dort ein bisschen bummeln, auf den Stanley Market zum Einkaufen, schwimmen gehen... Noch abgelegener wäre ein Tag auf der Halbinsel Saikung, die fast unerschlossen ist, obwohl man in 30min dort ist. Wandern, Schwimmen, am Strand liegen..
So sieht's da aus:
https://www.google.com/maps?ll=22.4...7,114.38879&cbp=13,0,,0,0&photoid=po-18665227
Ansonsten würde ich einen freien Tag ungefähr so gestalten: Ich würde morgens mit der MTR nach Sheung Wan auf Hong Kong Island fahren. Dort würde ich im Lin Heung Teahouse an der Wellington Street Ecke Aberdeen Street ein (zweites?) Dim-Sum-Frühstück zu mir nehmen, wobei die Barbecue Pork Buns nicht fehlen dürfen. Ich laufe die Wellington Street nach Südosten und komme so zur Graham Street, wo ich mir einen der traditionellen Hongkonger Wet Markets anschaue. Hier geht's zwar nicht mehr so bunt zu wie vor der SARS-Krise, aber es gibt noch jede Menge zu sehen und zu schnuppern. Anschließend laufe ich ein Stück den Berg hoch, zur Lyndhurst Terrace und zur dortigen Tai Cheong Bakery, um nachzusehen, ob das Foto des Besuchs von Helmut Kohl noch dort hängt.

Die Egg Tarts, die der Ex-Kanzler futtert, sind übrigens berühmt, und sehr zu empfehlen.
Ganz in der Nähe, in der Pottinger Street, verläuft der Central to Mid-Levels Escalator, die längste Rolltreppe der Welt, die morgens die Büroangestellten aus den Häuserblocks an den Hängen ins Zentrum transportiert und abends wieder zurück. Hier steige ich kurz auf den Escalator und lasse mich zur Hollywood Road fahren. Dieser Straße folge ich nach Osten und schaue mir die Antiquitätenläden rechts und links und die Hipster in den Cafes an, die so auch in Hoxten oder Hoboken sitzen könnten. Durch die Wing Wah Lane steige ich runter in das Ausgehviertel Lan Kwai Fong und folge der D'aguilar Street zur Queens Road. Jetzt am Vormittag ist hier kaum was los.. abends pumpen hier die Bässe. Unten an der Queens Road ist Hongkong richtig schick, hier stehen die teuren Läden. Ich laufe nach Osten weiter und gehe durch den schmalen Battery Path wieder der Berg hoch, vorbei an der Kathedrale (dem einzigen Grundstück Hongkongs, das einen Eigentümer hat, der ganze Rest ist verpachtet) und dem Obersten Gerichtshof.
Gegenüber dem amerikanischen Generalkonsulat, das ich kurz wegen Edward Snowden auslache, fährt die Peak Tram los, die 100 Jahre alte Zahnradbahn, die auf den Victoria Peak fährt. Heute wird sie vornehmlich von Touristen genutzt. Die Fahrt ist extrem steil. Nach ca. 10 Minuten bin ich auf dem Gipfel und genieße die etwas kühlere Luft. Ich laufe ein paar Minuten die Lugard Road entlang, bis sich die Bäume lichten und sich mir ein spektakulärer Blick auf die Nordseite von Hong Kong Island und Kowloon bietet.
Wieder zurück in Central, gehe ich ein paar Schritte nach Osten in den Hong Kong Park und erhole mich von Lauferei. Ich esse ein Eis und gucke mir an, wie die Filipinas die Söhne und Töchter reicher Hongkong-Chinesen und Westler bespaßen. Schlendere durch die riesige Voliere. Schaue mir die wunderschönen Wolkenkratzer Cheung Kong Centre und Bank of China aus der Entfernung an.
Sobald es dämmert, laufe ich wieder Richtung Wasser, durch den Chater Garden und den Statue Square, vorbei am LegCo, dem Hongkonger Parlament, und vorbei am Jardine House mit den runden Fenstern, das die Kantonesen das "Haus der hunderttausend Arschlöcher" nennen. Vorbei am gigantischen International Finance Centre geht es zum Schiffspier Nummer 7, von wo die berühmte Star Ferry abfährt. Ich nehme die Fähre nach Tsim Sha Tsui, Holzklasse, und setze mich hinten ins Boot, wo sich langsam das phantastische Panorama der Insel auftut.
Auf der anderen Seite gehe ich die Salisbury Road und die Nathan Road entlang, bis ich zu den Chungking Mansions komme, jenem legendären Gewirr aus baufälligen Häusern, engen Gängen, zweifelhaften Etablissements und halblegalen Gasthäusern und Restaurants, bevölkert von Indern, Pakistanis, Arabern und Heimatlosen und Gestrandeten aus aller Herren Länder. Hier esse ich ein originales nordindisches Curry, etwa im "Khyber Pass" oder im "Everest Club". Vorher hole ich mir vom dazugehörigen Schlepper, der mich zum richtigen Aufzug führt, noch die dazugehörige VIP-Karte, um ein paar Prozente auf die Rechnung zu kriegen.
Danach kommt's drauf an, ob ich schon alle Souvenirs beisammen habe. Wenn nicht, fahre ich mit der Buslinie 7 zur Nanking Street und gehe auf den Temple Street-Nachtmarkt. Wenn ja, gehe ich ein paar Schritte zum Peninsula Hotel und fahre ins oberste Stockwerk in die Felix Bar (Achtung Dresscode), wo ich mit ein paar 10-Euro-Cocktails und der besten Aussicht der Stadt meine Spesen auf den Kopf haue.
Ich hoffe, da waren ein paar Anregungen für Dich dabei. Hongkong ist der Hammer, schönste Stadt der Welt, wie ich finde. Ich hoffe Du genießt es und stellst ein paar Fotos hier rein!
Schöne Grüße