Jedes Jahr zu Beginn der Grillsaison gibt es Artikel zu diesem Thema. Viele Artikel beinhalten nur kopiertes Zeugs von anderen halbgaren Quellen, es gibt leider nur sehr wenige fundierte wissenschaftliche Publikationen. Wenn man diese dann findet und gelesen hat, relativiert sich einiges.
Acrylamid ist dabei nur eine schädliche Komponente. Bei zu langem und zu heißem Garen (ich sage bewusst garen, da viele Effekte nicht nur fürs Grillen sondern für die Fleischzubereitung allgemein gelten), entstehen im Fleisch/Fisch HCAs, durch unvollständige Verbrennung von Holz/Kohle und tropfendem und verbrennenden Fett entstehen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH/PAK's), durch Erhitzen von gepökeltem Zeugs Nitrosamine und eine Menge an Feinstaub bei Nutzung von Grillbriketts. PAK's vom Rauch werden übrigens auch über die Haut aufgenommen.
Indirekt Grillen macht nicht für jedes Grillgut sinn, definitiv aber für Grillgut, bei dem viel Fett tropft (Chicken wings, etc).
Eine gute Alternative ist auch ein Drehspieß mit Seiten/ Rückbrenner und Tropfschale darunter, dann bekommt das Grillgut Strahlungshitze ab ohne dass Fett verbrennt.
Ansonsten:
- wie oben gesagt, bräunen statt verbrennen, schwarze/verkohlte Stücke abschneiden
- bei Holzkohle erst Grillgut auflegen, wenn die Kohle von einer weißen Schicht überzogen ist und kein Fett in die Glut tropfen lassen
>> Flammenbildung und schwarzen Rauch vermeiden
- keine gepökelten Lebensmittel auf den Grill (auch nicht in Pfanne oder Backofen) wie Salami, Bacon, Krakauer, etc. (überall wo E-249 Kaliumnitrit oder E-250 Natriumnitrit draufsteht)
Wichtig ist aber auch, sich den Spaß am Grillen nicht verderben zu lassen
