Tach zusammen,
gestern durfte ich wieder, wie letztes Jahr auch schon, als Treiber bei einer Drückjagd teilnehmen. Ich bin kein Jäger. Ich würde mich
als interessierten Laien bezeichnen, der schon einige Male bei einer Jagd als Treiber dabei war. Ich versuche meine
Erlebnisse und den Ablauf für den geneigten Laien wiederzugeben. Also an die Jäger unter Euch, ich schreibe als Nicht-Fachmann.
Um neun Uhr trafen wir, meine Frau sowie ein Freund, der Jäger ist, am Jagdhaus ein. Den Autokennzeichen nach kamen die
Teilnehmer aus ganz Deutschland. Aber auch Kennzeichen aus Österreich, Belgien und der Schweiz waren zu sehen.
Erstmal Frühstück.
Der Hof wird voll.
Typischer Jägerrucksack. Verpflegung für die Teilnehmer.
Danach wurde die Begrüßung der Teilnehmer durch den Jagdpächter vorgenommen. Anschließend kamen die Jagdhorn-Bläser
zum Einsatz.
Das sind kurze Signale, die gespielt werden und alle eine bestimmte Bedeutung haben. Am Anfang wird es wohl was mit dem Beginn der Jagd zu tun gehabt haben. Jetzt wurde vom Jagdleiter verkündet was geschossen werden darf. In unserem Fall waren das
Wildschweine bis zu einer bestimmten Größe (Jäger können das wohl sehr gut einschätzen). Rehwild, Rotwild, Fuchs und Dachs.
Spießer bis Lauscher Länge. Das sind die Ohren. Danach die Regeln zur Sicherheit der Jäger und Treiber. In der Zeit von zehn bis dreizehn Uhr durfte geschossen werden. Die Treiber wurden in Gruppen aufgeteilt und mit ihrem Treiberführer in das zu bejagende Waldstück gefahren. Aber zuerst wurden die Schützen zu ihren jeweiligen Hochständen und Ansitzen gebracht.
Bittere Erkenntnis für uns: Die Jagd findet auch bei Regen statt
Zwischenzeitlich waren wir Treiber an unserem Ausgangspunkt angekommen. Dort erwarteten uns auch die Hundemeute. Es waren wie im letzten Jahr zwei Meuten aus der Schweiz.
Der, ich sag jetzt mal Treiberführer erklärte uns, was wir zu tun und zu lassen haben. Sicherheit geht vor. Zumal, bis auf meine Frau und ich, waren alle Treiber und Treiberrinnen ausgebildete Jäger. Danach wurde die Treiberkette aufgestellt. Je nach Anzahl der
Treiber sollte der Abstand bis zum Nachbar so zwischen 15 bis 20 Meter liegen.
Los geht's. Vor uns liegt ein großes Brombeerfeld. Perfekt für Sauen. Ganz schlecht für uns. Weicher matschiger Boden, Wasserlöcher, Dornen und leichter Niesel machen es unangenehm zu begehen. Die ersten Schüsse sind zu hören. Rufe, Kommandos der Hundeführer. Schuss, Hundegebell und das Quieken eines Schweins. Adrenalin. Hörspiel. Gesehen haben wir von unserem Standpunkt nichts. Nur das ein Jäger, der mit uns mitläuft, in Richtung Schwein rennt. Kurze Zeit später Stille. Er hat das Tier
"abgefangen". Das heißt, mit dem langen Messer, das er dabei hat, getötet. Schießen ging nicht, weil die Hunde an der Sau waren.
Da gehört schon eine Menge Mut und Erfahrung dazu. Aber das macht die Jagd aus und gehört dazu. Waidgerechtes Verhalten dem Tier gegenüber.
Kurz darauf kam er mit der Sau auf dem Rücken zu uns Treibern zurück. Das Tier wurde an einem Hochstand abgelegt zur späteren Abholung.
Weiter ging es. Immer darauf achtend,Blickkontakt zum nächsten Treiber zu haben. Sicherheit geht vor. Es sollte eine Reihe sein.
Keiner der nachhängt. Wenn die Treiberkette an einem Schützen vorbei ist, sollte kein Treiber mehr nachhängen. Könnte trotz der Warnwesten gefährlich werden. Nächste Aufregung kam prompt. Ein angeschossener Fuchs vor uns in einer von Wildschweinen
umgegrabenen Wiesenfläche. Wieder unser einziger Schütze im Team. Kurzes Umsehen, wo sind die Treiber, von uns weggedreht
und dem Fuchs den Fangschuss gegeben. Drei Stück Rotwild kamen uns entgegen geprescht und sind zwischen den Treibern
durch. Aufregend. Am nächsten Weg sammelten wir uns und warteten auf die Hundeführer.
Die Hunde haben alle GPS-Sender und tragen Schutzwesten aus Kevlar. Zum Schutz vor Dornen und Schwarzwild.
Neue Aufstellung und Einteilung der Treiber. Es regnet jetzt wieder stärker. Jetzt wieder durch Dornen und junge Buchen.
Ich meine, das wurde Buchengeräusch genannt. Die Hose wird jetzt richtig nass und klebt an den Beinen. Es wird zunehmend schwieriger zu gehen. Am nächsten Weg eine Schrecksekunde für mich. Wir stehen wieder in Reihe und warten das alle aufgeschlossen sind. Geraschel im dichten Unterholz. Es kracht und zwei Hirsche donnern an mir vorbei. Die hatten schon ein ausladendes Geweih. Hätte ich zwei Meter weiter vorne gestanden ... UiUiUi. Das war das erste Mal, dass ich ein ganz mulmiges Gefühl hatte. Hatte auch etwas gedauert bis mein Puls sich beruhigt hat. Kurz vor dreizehn Uhr, dem Ende der Jagdzeit, haben wir
noch versucht, eine große Sau aus den Brombeerbüschen zu treiben. Hat aber nicht geklappt. Glück für das Tier.
Da kommt dem Spruch: "Jetzt schlägts aber dreizehn" eine ganz neue Bedeutung zu. Jetzt ging es auf Waldwegen zu unserem
Startpunkt zurück. Schön wieder festen Boden unter den Schuhen zu haben. War auch jetzt genug. Bin ziemlich fertig.
Das hat nix, aber auch gar nix mit einem Waldspaziergang zu tun. Das ist richtig harte Arbeit. Am Auto wurde erstmal die nasse
Kleidung und die Schuhe gewechselt. Wir mussten noch auf einen unserer Treiber warten, der einem Schützen half, eine sechzig
Kilo Sau an den Weg zu bringen. Am Jagdhaus. Mittagessen. Erbsensuppe mit Worscht. Kaffee und Kuchen.
Nach und nach wurden die Schützen zurück gebracht. Die ersten Tiere wurden auch zum Aufbrechen abgeliefert. Da macht doch so ein SUV was her.
Auf Wunsch der Personen die das Wild aufgebrochen haben gibt es keine Bilder davon. Der Jäger weiß wie das aussieht und
gemacht wird. Für die Laien unter uns. Es wird Blutig. Eine sehr Interessante Arbeit, und natürlich eine notwendige Arbeit. Da die Jagd nicht so lange wie letztes Jahr dauerte, konnte Jungjägern gezeigt werden wie was gemacht wird. Gehört auch dazu. Die durften dann unter Anleitung der erfahrenen Jäger selber ran. Ich komme langsam zum Ende. Von jeder Tierart wurde ein Stück auf
Tannenzweige gelegt.
Die bekamen, als letzte Äsung, und Respekt vor der Kreatur noch einen Tannenzweig in das Maul. Jetzt kamen wieder die Bläser
ins Spiel. Da wurde jedes Tier mit einem eigenen Signal "Verblasen".
Danach wurde die Strecke (Anzahl der geschossenen Tiere) verkündet. Es waren zweiundzwanzig Wildschweine, fünf Stück Rehwild, fünf Stück Rotwild und ein Fuchs bei dem war ich ja Augenzeuge). Man hört ja rundum dauernd Schüsse, aber so direkt daneben ist das schon 'ne andere Nummer.) Der Jagdherr sprach allen Mitwirkenden seinen Dank für einen gelungenen Jagdtag aus.
Es gab keine Unfälle. Alle Hunde kamen gesund zurück. Es musste keine Nachsuche veranlasst werden. Und es wurde kein Treiber aus Versehen erlegt
Die Schützen wurden einzeln aufgerufen und bekamen einen Tannenzweig, der Bruch, an den Hut. Daran erkennt man, wer etwas geschossen hat. Es wurde noch am Abend zum Kesseltreiben eingeladen (Abendessen).
Da wir fertig waren, müde, erschöpft & verfroren, nahmen wir nicht daran teil. Die Strecke.
Leber, Herzen und Lecker (Zungen). Ich konnte noch zusehen, wie ein Stück Rotwild aus der Decke geschlagen wird (das Fell wird abgezogen). Habe ich bisher so noch nicht gesehen. Sehr interessant das Tier nackt zu sehen. Wildbret pur.
Es war wie bei jeder anderen Jagd als Treiber. Aufregend, spannend und sehr anstrengend. Jetzt sind wir froh, Zuhause zu sein.
Bei der Rückfahrt haben wir noch eine Wiese mit Parasol Pilzen gesehen. Abgeschnitten und mitgenommen. Die gibt es heute Abend
paniert. Der Bericht ist etwas länger geworden als geplant. Ich hoffe, nicht gelangweilt zu haben. Wir freuen uns auf die nächste Jagd
in 2024. Danke fürs reinschauen.
Waidmanns Heil und Horrido
Gruß Wursthansel
gestern durfte ich wieder, wie letztes Jahr auch schon, als Treiber bei einer Drückjagd teilnehmen. Ich bin kein Jäger. Ich würde mich
als interessierten Laien bezeichnen, der schon einige Male bei einer Jagd als Treiber dabei war. Ich versuche meine
Erlebnisse und den Ablauf für den geneigten Laien wiederzugeben. Also an die Jäger unter Euch, ich schreibe als Nicht-Fachmann.
Um neun Uhr trafen wir, meine Frau sowie ein Freund, der Jäger ist, am Jagdhaus ein. Den Autokennzeichen nach kamen die
Teilnehmer aus ganz Deutschland. Aber auch Kennzeichen aus Österreich, Belgien und der Schweiz waren zu sehen.
Erstmal Frühstück.
Der Hof wird voll.
Typischer Jägerrucksack. Verpflegung für die Teilnehmer.
Danach wurde die Begrüßung der Teilnehmer durch den Jagdpächter vorgenommen. Anschließend kamen die Jagdhorn-Bläser
zum Einsatz.
Das sind kurze Signale, die gespielt werden und alle eine bestimmte Bedeutung haben. Am Anfang wird es wohl was mit dem Beginn der Jagd zu tun gehabt haben. Jetzt wurde vom Jagdleiter verkündet was geschossen werden darf. In unserem Fall waren das
Wildschweine bis zu einer bestimmten Größe (Jäger können das wohl sehr gut einschätzen). Rehwild, Rotwild, Fuchs und Dachs.
Spießer bis Lauscher Länge. Das sind die Ohren. Danach die Regeln zur Sicherheit der Jäger und Treiber. In der Zeit von zehn bis dreizehn Uhr durfte geschossen werden. Die Treiber wurden in Gruppen aufgeteilt und mit ihrem Treiberführer in das zu bejagende Waldstück gefahren. Aber zuerst wurden die Schützen zu ihren jeweiligen Hochständen und Ansitzen gebracht.
Zwischenzeitlich waren wir Treiber an unserem Ausgangspunkt angekommen. Dort erwarteten uns auch die Hundemeute. Es waren wie im letzten Jahr zwei Meuten aus der Schweiz.
Der, ich sag jetzt mal Treiberführer erklärte uns, was wir zu tun und zu lassen haben. Sicherheit geht vor. Zumal, bis auf meine Frau und ich, waren alle Treiber und Treiberrinnen ausgebildete Jäger. Danach wurde die Treiberkette aufgestellt. Je nach Anzahl der
Treiber sollte der Abstand bis zum Nachbar so zwischen 15 bis 20 Meter liegen.
Los geht's. Vor uns liegt ein großes Brombeerfeld. Perfekt für Sauen. Ganz schlecht für uns. Weicher matschiger Boden, Wasserlöcher, Dornen und leichter Niesel machen es unangenehm zu begehen. Die ersten Schüsse sind zu hören. Rufe, Kommandos der Hundeführer. Schuss, Hundegebell und das Quieken eines Schweins. Adrenalin. Hörspiel. Gesehen haben wir von unserem Standpunkt nichts. Nur das ein Jäger, der mit uns mitläuft, in Richtung Schwein rennt. Kurze Zeit später Stille. Er hat das Tier
"abgefangen". Das heißt, mit dem langen Messer, das er dabei hat, getötet. Schießen ging nicht, weil die Hunde an der Sau waren.
Da gehört schon eine Menge Mut und Erfahrung dazu. Aber das macht die Jagd aus und gehört dazu. Waidgerechtes Verhalten dem Tier gegenüber.
Kurz darauf kam er mit der Sau auf dem Rücken zu uns Treibern zurück. Das Tier wurde an einem Hochstand abgelegt zur späteren Abholung.
Weiter ging es. Immer darauf achtend,Blickkontakt zum nächsten Treiber zu haben. Sicherheit geht vor. Es sollte eine Reihe sein.
Keiner der nachhängt. Wenn die Treiberkette an einem Schützen vorbei ist, sollte kein Treiber mehr nachhängen. Könnte trotz der Warnwesten gefährlich werden. Nächste Aufregung kam prompt. Ein angeschossener Fuchs vor uns in einer von Wildschweinen
umgegrabenen Wiesenfläche. Wieder unser einziger Schütze im Team. Kurzes Umsehen, wo sind die Treiber, von uns weggedreht
und dem Fuchs den Fangschuss gegeben. Drei Stück Rotwild kamen uns entgegen geprescht und sind zwischen den Treibern
durch. Aufregend. Am nächsten Weg sammelten wir uns und warteten auf die Hundeführer.
Die Hunde haben alle GPS-Sender und tragen Schutzwesten aus Kevlar. Zum Schutz vor Dornen und Schwarzwild.
Neue Aufstellung und Einteilung der Treiber. Es regnet jetzt wieder stärker. Jetzt wieder durch Dornen und junge Buchen.
Ich meine, das wurde Buchengeräusch genannt. Die Hose wird jetzt richtig nass und klebt an den Beinen. Es wird zunehmend schwieriger zu gehen. Am nächsten Weg eine Schrecksekunde für mich. Wir stehen wieder in Reihe und warten das alle aufgeschlossen sind. Geraschel im dichten Unterholz. Es kracht und zwei Hirsche donnern an mir vorbei. Die hatten schon ein ausladendes Geweih. Hätte ich zwei Meter weiter vorne gestanden ... UiUiUi. Das war das erste Mal, dass ich ein ganz mulmiges Gefühl hatte. Hatte auch etwas gedauert bis mein Puls sich beruhigt hat. Kurz vor dreizehn Uhr, dem Ende der Jagdzeit, haben wir
noch versucht, eine große Sau aus den Brombeerbüschen zu treiben. Hat aber nicht geklappt. Glück für das Tier.
Da kommt dem Spruch: "Jetzt schlägts aber dreizehn" eine ganz neue Bedeutung zu. Jetzt ging es auf Waldwegen zu unserem
Startpunkt zurück. Schön wieder festen Boden unter den Schuhen zu haben. War auch jetzt genug. Bin ziemlich fertig.
Das hat nix, aber auch gar nix mit einem Waldspaziergang zu tun. Das ist richtig harte Arbeit. Am Auto wurde erstmal die nasse
Kleidung und die Schuhe gewechselt. Wir mussten noch auf einen unserer Treiber warten, der einem Schützen half, eine sechzig
Kilo Sau an den Weg zu bringen. Am Jagdhaus. Mittagessen. Erbsensuppe mit Worscht. Kaffee und Kuchen.
Nach und nach wurden die Schützen zurück gebracht. Die ersten Tiere wurden auch zum Aufbrechen abgeliefert. Da macht doch so ein SUV was her.
Auf Wunsch der Personen die das Wild aufgebrochen haben gibt es keine Bilder davon. Der Jäger weiß wie das aussieht und
gemacht wird. Für die Laien unter uns. Es wird Blutig. Eine sehr Interessante Arbeit, und natürlich eine notwendige Arbeit. Da die Jagd nicht so lange wie letztes Jahr dauerte, konnte Jungjägern gezeigt werden wie was gemacht wird. Gehört auch dazu. Die durften dann unter Anleitung der erfahrenen Jäger selber ran. Ich komme langsam zum Ende. Von jeder Tierart wurde ein Stück auf
Tannenzweige gelegt.
Die bekamen, als letzte Äsung, und Respekt vor der Kreatur noch einen Tannenzweig in das Maul. Jetzt kamen wieder die Bläser
ins Spiel. Da wurde jedes Tier mit einem eigenen Signal "Verblasen".
Danach wurde die Strecke (Anzahl der geschossenen Tiere) verkündet. Es waren zweiundzwanzig Wildschweine, fünf Stück Rehwild, fünf Stück Rotwild und ein Fuchs bei dem war ich ja Augenzeuge). Man hört ja rundum dauernd Schüsse, aber so direkt daneben ist das schon 'ne andere Nummer.) Der Jagdherr sprach allen Mitwirkenden seinen Dank für einen gelungenen Jagdtag aus.
Es gab keine Unfälle. Alle Hunde kamen gesund zurück. Es musste keine Nachsuche veranlasst werden. Und es wurde kein Treiber aus Versehen erlegt
Da wir fertig waren, müde, erschöpft & verfroren, nahmen wir nicht daran teil. Die Strecke.
Leber, Herzen und Lecker (Zungen). Ich konnte noch zusehen, wie ein Stück Rotwild aus der Decke geschlagen wird (das Fell wird abgezogen). Habe ich bisher so noch nicht gesehen. Sehr interessant das Tier nackt zu sehen. Wildbret pur.
Es war wie bei jeder anderen Jagd als Treiber. Aufregend, spannend und sehr anstrengend. Jetzt sind wir froh, Zuhause zu sein.
Bei der Rückfahrt haben wir noch eine Wiese mit Parasol Pilzen gesehen. Abgeschnitten und mitgenommen. Die gibt es heute Abend
paniert. Der Bericht ist etwas länger geworden als geplant. Ich hoffe, nicht gelangweilt zu haben. Wir freuen uns auf die nächste Jagd
in 2024. Danke fürs reinschauen.
Waidmanns Heil und Horrido
Gruß Wursthansel


