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auch gut

fleischwolf

Militanter Veganer
10+ Jahre im GSV
Tach auch

soeben gefunden in den Weiten des WWW's

.....Und so sieht man denn Männer verzweifelt in trostlosen Magazinen blättern, die Fit for Magenknurren heißen oder Der Hungerleider. Zu Hause kleben sie sich Poster an die Wände, auf denen ihre neuen Idole zu sehen sind, die Kalkutta Dream Men. In Bauchbeobachtungsgruppen springen sie herum und leisten dreimal täglich den Fahneneid auf Lätta light: "Ich habe geschworen, niemals halbfett zu werden!" Griesgrämig und futterneidisch schielen diese halbverdorrten Manschgerln auf die Teller all jener, die sich nicht dem Ideal von Not, Elend und geistiger Sparsamkeit verschrieben haben. Ihr Erkennungszeichen ist der geizige Gang: Wenn es ganz schlimm kommt, mißgönnen sie sogar dem Sittich sein Trill oder stibitzen ihrer Luxuskatze das Minzeblättchen vom Sheba-Teller. Ihr ganz besonderes Steckenpferd ist die Anschaffung und Wartung eines sog. Waschbrettbauchs. Was wollen sie nur damit? Ihre sauer verschwitzten Hemden darauf durchwaschen, wenn sie vom Sport kommen? Oder Skiffle darauf spielen?

Die einzige Freude, die dem magersüchtigen Mann bleibt, ist die, mit knochigem Finger auf alle zu zeigen, die ein bißchen mehr auf die Grammwaage bringen als er selbst. Hämatomisch lacht er in sich hinein und hat das Wichtigste vergessen: Dick sieht komisch aus, fühlt sich aber saugut an

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Eine seltsame Beklommenheit umhüllt einen, wenn man einen Bioladen betritt, eben noch munter und guter Dinge, findet man sich jedesmal schlagartig in einem Paralleluniversum wieder, von dem man nur eins weiß: Hier hast du keine Freunde, hier bist du ganz allein. Selbst häufige, regelmäßige Wiederholung hilft nicht; es tritt keine Gewöhnung ein, der Grusel bleibt.

Woran liegt es? Ist es der etwas staubige, leicht muffige, zuweilen auch ins Faulige spielende Geruch? Ist es diese gedämpfte, beinahe sakrale Stimmung, mit der die eher banale Verrichtung eines Einkaufs zu einem Akt höherer Bewußtheit stilisiert werden soll? Ist es das instinktive Mißtrauen gegenüber Bürgern, die zugunsten eines besseren Lebens für alle - und wehe nicht! - ausgerechnet Reisschleim und Tofuwurst kaufen und verkaufen?

Sind es die gestrengen Blicke, an denen Dr. Röntgen seine Freude gehabt hätte? Diese Der-liebe-Gott-sieht-alles-Mienen, die die Kundschaft durchleuchten: Soo, du willst hier also ein Brot kaufen? Bist du dafür denn qualifiziert? Und gehörst du überhaupt dazu, zu uns? Du siehst aber gar nicht so aus, als ob du dich richtig ernährst, du mit deiner Edeka-Tüte... Naja, dein Geld nehmen wir, aber gern gesehen bist du hier nicht, Fremder.

Einkaufen im Bioladen ist wie Konfirmationsunterricht: Man fühlt sich ständig ertappt. Ein Sünder ist man, und das kriegt man auch immer schön reingereicht. Der alternative Protestantismus müffelt nach Geiz und Getreide; seine Protagonisten sind mürrisch, übellaunig, rechthaberisch und geschlechtsneutral aussehende Figuren, die eine Aura derart knieperiger Zugekniffenheit umgibt, gegen die selbst ein Zeuge Jehovas noch Hedonismus und Daseinsfreude verströmt.

Flink schnappt man sein Brot und tritt ins Freie; puuh, durchatmen, wie früher nach dem Kirchgang, raus in die Welt, die voller Schrecken sein mag, aber verglichen mit einem Bioladen doch immer ein Ort des Trostes ist.

Der Punk an der Ecke trinkt schon am Morgen Bier; ich gebe ihm Geld für mehr davon, denn er ist ein Verbündeter


Quelle:

http://life.is.only.temporary.de/marc/droste

Gruss Christian
 
Hallo fleischwolf,
schau doch mal bitte hier: auch gut. Da wirst Du fündig!
 
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