Hallo zusammen,
nachdem ich ursprünglich von meinem Hobby des Kochens nun auch beim grillen gelandet bin, habe ich eine Reihe von sinnvollem Werkzeug hierfür angeschafft.
Einzig das Thema "Messer" hat mich vor Probleme gestellt. Meine japanischen Küchenmesser sind fürs Grobe einfach nicht geeignet und auch sonstige Küchenmesser, die ich mir angesehen habe, passen nicht für die am Grill typischen Aufgaben.
Vorab gesagt: ich habe einen Broil King Imperial mit seitlichen Ablage-/Schneideflächen, die ich auch gern benutze.
Mein BBQ-Messer sollte folgendes können:
1. kleinere Schnippelarbeiten; das meiste schnippele ich vorab in der Küche "in Ruhe" aber manchmal will man auch am Grill noch mal schnell ein bisschen Knoblauch hacken, Zwiebelringe schneiden, Rosmarin hacken etc. (Abflachung der Klinge nur rechts, 30/70 Anschliff)
2. als Schieber dienen für das Geschnippelte (vom Schneidbrett irgendwohin)
3. größere Fleischstücke anschneiden nach dem grillen; (Weiss-)brot aufschneiden; etc.
4. als "Pfannen-" bzw. eher gesagt "Grill-"Wender dienen; ich will ab und zu ohne Werkzeugwechsel (!) mal eben schnell ein Steak drehen können, oder flach gehalten Würste und Potato Wedges auf dem Grill herumschieben können, oder sogar mal den Grillrost anheben können (etwas, was ich mit einem Küchenmesser niemals tun würde/wollte); ich habe einfach gern ein Werkzeug möglichst dauerhaft in der Hand ohne für jeden Handgriff zu wechseln
5. eine Klingenlänge von 20cm haben (das ist meine absolute Lieblingslänge, komme ich am besten mit klar)
6. Schwerpunkt soll kurz
Tja, von der Klingenform her muss es also ein bisschen wie eine Machete sein: in Richtung Spitze etwas breiter (für Punkt 4.), aber nicht so lang wie eine Machete. Gleichzeitig muss es trotzdem eine Spitze besitzen, um mit dem vorderen Klingenbereich schneiden zu können und ein bisschen "hakeln" zu können (Punkt 1. + 4.). Bauchiger vorderer Bereich eignet sich außerdem zum schneiden in "schräger" Haltung (Messer nicht waagerecht zur Schnittfläche, sondern z.B. 45° Winkel gehalten, um nochmal schnell etwas zu zerteilen, was schon auf dem Rost liegt).
Außerdem muss der restliche Klingenteil irgendwie gerade verlaufen, um auch größere Stücke (Punkt 3.) schneiden zu können. Da ich mit der Klingenseite aus der Gewohnheit heraus nicht gern schiebe (Punkt 2.), da das die japanischen Messer nicht mögen, muss der Messerrücken dafür geeignet sein. Insgesamt muss das Messer robust und stabil sein, um auch mal einen Grillrost damit bewegen zu können (4.).
Irgendwie habe ich all das nirgendwo gefunden (das -Boys Messer ist mir z.B. zu lang), daher habe ich mich daran gemacht, selbst ein paar Entwürfe zu malen. Diese habe ich dann mit einem Bekannten aus dem Messerforum diskutiert, der selbst Messer herstellt. Diese Diskussion hat sich dann den Sommer über hingezogen, da der Teufel wie immer im Detail steckt: Schwerpunkt soll kurz hinter der nicht vorhanden Parierstange (leicht grifflastig) sein; das war gar nicht so einfach zu realisieren, bei der "schwangeren" Klinge. etc. etc.
Nun ist es aber fertig, deshalb hier ein Bild eines Entwurfs und vom fertigen Messer:
Wer sich wundert, was das Ding am Ende ist: das ist ein Kapselheber (wichtig beim grillen... ihr wisst ja: ohne Werkzeugwechsel...), den ich einfach 1:1 von meinem Lieblingskapselheber abgekupfert habe.
Klingenstärke ist letztendlich 4mm geworden; im Griffbereich zweifach aufgedoppelt wegen des Schwerpunktes und des Kapselhebers. Klingenstahl ist D-2, da dieser Stahl meine Vorgaben an das Messer am besten trifft. Auf jegliche Rücksicht auf "Design"aspekte wurde von Anfang an verzichtet.
Gruß,
Thomas
nachdem ich ursprünglich von meinem Hobby des Kochens nun auch beim grillen gelandet bin, habe ich eine Reihe von sinnvollem Werkzeug hierfür angeschafft.
Einzig das Thema "Messer" hat mich vor Probleme gestellt. Meine japanischen Küchenmesser sind fürs Grobe einfach nicht geeignet und auch sonstige Küchenmesser, die ich mir angesehen habe, passen nicht für die am Grill typischen Aufgaben.
Vorab gesagt: ich habe einen Broil King Imperial mit seitlichen Ablage-/Schneideflächen, die ich auch gern benutze.
Mein BBQ-Messer sollte folgendes können:
1. kleinere Schnippelarbeiten; das meiste schnippele ich vorab in der Küche "in Ruhe" aber manchmal will man auch am Grill noch mal schnell ein bisschen Knoblauch hacken, Zwiebelringe schneiden, Rosmarin hacken etc. (Abflachung der Klinge nur rechts, 30/70 Anschliff)
2. als Schieber dienen für das Geschnippelte (vom Schneidbrett irgendwohin)
3. größere Fleischstücke anschneiden nach dem grillen; (Weiss-)brot aufschneiden; etc.
4. als "Pfannen-" bzw. eher gesagt "Grill-"Wender dienen; ich will ab und zu ohne Werkzeugwechsel (!) mal eben schnell ein Steak drehen können, oder flach gehalten Würste und Potato Wedges auf dem Grill herumschieben können, oder sogar mal den Grillrost anheben können (etwas, was ich mit einem Küchenmesser niemals tun würde/wollte); ich habe einfach gern ein Werkzeug möglichst dauerhaft in der Hand ohne für jeden Handgriff zu wechseln
5. eine Klingenlänge von 20cm haben (das ist meine absolute Lieblingslänge, komme ich am besten mit klar)
6. Schwerpunkt soll kurz
Tja, von der Klingenform her muss es also ein bisschen wie eine Machete sein: in Richtung Spitze etwas breiter (für Punkt 4.), aber nicht so lang wie eine Machete. Gleichzeitig muss es trotzdem eine Spitze besitzen, um mit dem vorderen Klingenbereich schneiden zu können und ein bisschen "hakeln" zu können (Punkt 1. + 4.). Bauchiger vorderer Bereich eignet sich außerdem zum schneiden in "schräger" Haltung (Messer nicht waagerecht zur Schnittfläche, sondern z.B. 45° Winkel gehalten, um nochmal schnell etwas zu zerteilen, was schon auf dem Rost liegt).
Außerdem muss der restliche Klingenteil irgendwie gerade verlaufen, um auch größere Stücke (Punkt 3.) schneiden zu können. Da ich mit der Klingenseite aus der Gewohnheit heraus nicht gern schiebe (Punkt 2.), da das die japanischen Messer nicht mögen, muss der Messerrücken dafür geeignet sein. Insgesamt muss das Messer robust und stabil sein, um auch mal einen Grillrost damit bewegen zu können (4.).
Irgendwie habe ich all das nirgendwo gefunden (das -Boys Messer ist mir z.B. zu lang), daher habe ich mich daran gemacht, selbst ein paar Entwürfe zu malen. Diese habe ich dann mit einem Bekannten aus dem Messerforum diskutiert, der selbst Messer herstellt. Diese Diskussion hat sich dann den Sommer über hingezogen, da der Teufel wie immer im Detail steckt: Schwerpunkt soll kurz hinter der nicht vorhanden Parierstange (leicht grifflastig) sein; das war gar nicht so einfach zu realisieren, bei der "schwangeren" Klinge. etc. etc.
Nun ist es aber fertig, deshalb hier ein Bild eines Entwurfs und vom fertigen Messer:
Wer sich wundert, was das Ding am Ende ist: das ist ein Kapselheber (wichtig beim grillen... ihr wisst ja: ohne Werkzeugwechsel...), den ich einfach 1:1 von meinem Lieblingskapselheber abgekupfert habe.
Klingenstärke ist letztendlich 4mm geworden; im Griffbereich zweifach aufgedoppelt wegen des Schwerpunktes und des Kapselhebers. Klingenstahl ist D-2, da dieser Stahl meine Vorgaben an das Messer am besten trifft. Auf jegliche Rücksicht auf "Design"aspekte wurde von Anfang an verzichtet.
Gruß,
Thomas

ün:
stimmt.


