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Bergischer Panhas

ralphb

Grillkönig
5+ Jahre im GSV
Hallo,

Dieser Panhas ist eine typische Spezialität aus der Heimat meiner Frau,
dem Bergischen Land, einer Region zwischen dem Rheinland und Westfalen.
In all diesen Gebieten wurde früher am Schlachttag nach dem Kochen der Würste
aus der inhaltsreichen Wurstbrühe, geplatzten Würsten und Buchweizenmehl
dieses traditionelle Gericht hergestellt.
Nach Ende der Hausschlachtungen wird Panhas oft nach folgendem Rezept gemacht.
Aber nach wie vor genießt man ihn mit Schwarzbrot oder Bratkartoffeln!
Nach der Information über Panhas, hier das Rezept.

Das ist er

Panhas Block 700.JPG


Man benötigt Bauchfleisch und Eisbein in gleichen Mengen.
Hinzu kommt noch ein Blutwurstanteil.
Dazu später.

Panhas Zutaten 700.JPG


Das Eisbein und der Bauch mit Knochen und Schwarte werden so lange
gekocht, bis sich alles gut vom Knochen löst. Das kann zwei Stunden dauern.
Das Fleisch muss während des Kochens immer knapp mit Wasser bedeckt sein.

Ist das Fleisch gar, befreit man es von Knochen und Knorpel.
Jetzt wird die genaue Blutwurstmenge bestimmt. Das ist ein Drittel der
gewogenen Fleischmenge.

Nun werden das Fleisch und die Blutwurst mittels der 4 bis 5mm Lochscheibe
gewolft (mit Schwarte).
Dazu gibt man jetzt das gesamte Kochwasser und die Masse wird gewogen.

Nun kann die Gewürzmenge bestimmt werden. Anschließend gibt man alles zurück in den Kochtopf.
Nun werden und die Gewürze zugegeben und alles sorgfältig verrührt.

Pro kg Masse sind das:

17g Salz, sollte beim Einrühren zur Kontrolle abgeschmeckt werden. Es muss etwas kräftig schmecken, weil das Mehl noch hinzu kommt.

4,0g Muskat
3,5g schwarzer Pfeffer
3,5g Piment

Die Masse wird jetzt unter ständigem Rühren bis kurz vor dem Kochen erhitzt, und
währenddessen wird soviel Buchweizenmehl eingerührt, bis ein fester Brei entsteht.
Der muss so fest sein, dass ein Kochlöffel drin stehen bleibt.

Hinweis: für z.B zwei kg Fleischmenge reicht der Kauf einer Tüte Buchweizenmehl. (500g)

Dann kann in Kunststoffbehältnisse gefüllt werden, die vorher mit kaltem Wasser
ausgespült wurden.

Nach einem Tag im kühlen Raum können die Behälter gestürzt werden.
Die Panhasblöcke werden in Scheiben geschnitten. Man kann sie sehr gut
portionsweise einfrieren.
Vor dem Essen werden sie von beiden Seiten gebraten.
Dazu isst man im Bergischen Schwarzbrot mit Butter.

Guten Appetit

Panhas Teller 700.JPG


wünscht Ralph​
 
Hallo ralphb,
schau doch mal bitte hier: Bergischer Panhas. Da wirst Du fündig!
 
Hallo Ralph,

ich glaube man muss das kennen von früher her das man sowas nachmacht!?
Ich gehöre nicht dazu und glaube ich kann mich nicht dazu durchringen das nachzumachen.

Aber gut beschrieben und dokumentiert hast du es!
Das es lecker aussieht kann ich leider nicht grad sagen. *g* glaube aber das es bestimmt nicht übel schmeckt...

viele Grüße

Jens
 
Moin Moin Ralph
Da hast du als Wiederholungstäter wieder ein SUPER Rezept eingestellt. Freue mich immer sehr über deine Beiträge, sachlich fundiert, toll dokumentiert und die Anleitung gut nach zu vollziehen. Mach bitte weiter so, vielen Dank. So, genug geschleimt. Bei uns in Niedersachsen kennen wir diese Art nicht, dafür haben wir unseren Pfannenschlag. Wird auf jeden Fall nachgebaut.
Liebe Grüße Andreas
 
Danke für die ausführliche Anleitung, Panhas gehört zu unseren gern gegessenen regionalen Spezialitäten, bisher aber nur vom MmV. Das kann sich jetzt ändern. Wir tun auch gern noch ein bisschen Rübenkraut auf das Schwarzbrot, alternativ Röstzwiebeln.
Jürgen
 
Ich habe gestern auch mal wieder Panhas gemacht, der schmeckt ausgezeichnet zu Möhreneintopf oder auch Karoffelschnee mit Endiviensalat untereinander.

Mein Rezept ist sehr ähnlich aber doch wieder etwas anders. Die Herstellung ist wie oben beschrieben allerdings habe ich etwas andere Mengen und Zutaten.
Wenn das Fertig ist ergibt das ca. 2kg Panhas bzw. 2 Silikonbackformen (27 cm Kastenformen) voll.

0.33 kg Schweinebauch, gekocht
0.33 kg Eisbein, gekocht
2 Pfötchen
0.50 kg Blutwurst
30 g Salz
5 g Muskat, gemahlen
8 g Schwarzer Pfeffer, gemahlen
4 g Piment, gemahlen
1 L Kochsud
Buchweizenmehl (das sind in etwa 250-300g) man rührt so viel Buchweizenmehl ein bis der Kochlöffel fest drin stehenbleibt.

Die Pfötchen sind natürlich nach dem Kochen entfernt worden.

Bei den Gewürzen kann man differieren man sollte die Masse eh nach eigenem Geschmack abschmecken.

Nach dem Abfüllen in die Backformen lasse ich den Panhas über Nacht kalt werden und mache dann Frapanfolie über die Formen danach kommt er noch mal für ca. 6h oder auch länger in den Kühlschrank. Danach schneide ich ihn vakuumier in scheibenweise ein und dann in den Gefrierschrank.
 
Ich habe vorgestern nicht dran gedacht Bilder zu machen, aber es schaut aus wie der Panhasleib oben auf dem Bild vielleicht etwas roter weil ich etwas mehr Blutwurst reinmache und nicht Bauch, Eisbein und Blutwurst in gleichem Verhältnis. Dazu kommt, das ich oben kleine Wellen drin habe weil der Boden meiner Silikonform so ist. Aber beim nächsten Mal kann ich gern Bilder machen wenn ich dran denke.
 
Da meiner Bekannten der Panhas so gut geschmeckt hat und ich noch einen halben Blutwurstkringel hatte, habe ich ihr noch eine Schale Panhas hinterher gemacht.
Da hier nach Fotos gefragt wurde, habe ich dann das Endprodukt fotografiert. Das sieht hier etwas hell aus aber das kommt durch den Blitz.

panhas1.jpg


panhas2.jpg


panhas3.jpg
 
Das ist genau meins😋😋
Vielen Dank für die zwei Rezepte hier, das werde ich mal nachkochen - sich wenn ich vermutlich der einzige in der Familie bin, der das isst... Aber egal, bleibt mehr für mich😅
 
Klassiker aus meiner Jugend als wir noch Hausschlachtung hatten.
Da wurde im Zuber (Holzfeuer) gebrüht und das ist nicht immer gut gegangen. ;-(
Danke für das Rezept. Wird nachgemacht

Frank
PS: Mein Schlachter macht das immer noch
 
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