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Bericht Selbstbau Lehmofen

Scharbil

Zwiebelkönig
10+ Jahre im GSV
★ GSV-Award ★
Hallo,

nachdem hier schon so viele schöne Öfen vorgestellt wurden, kann ich mit meinem auch nicht hinter dem Berg halten. Ist ca. 4 Jahre in Betrieb und entstand wie folgt:

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Solides Fundament ist nötig.

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Standort ist leider geneigt, deshalb Packlage aus Feldsteinen, um den Estrich-Verbrauch zu minimieren.

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Schön verdichten und abziehen für die perfekte Oberfläche.

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Unterbau aus Sandsteinen, darauf Hohldielen, die den Backraum tragen. Alles gut in Waage - da schmeckt das Bier gleich nochmal so gut.

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Äußere Schalung, darauf 10 cm Lehm vermischt mit Stroh. Darauf innere Schalung, 5 cm Lehm ohne Stroh. Darauf 2 Schamotteplatten, Dicke 5 cm, die das Backpflaster abgeben. Links und rechts je eine Reihe Schamottestein als Basis für das Gewölbe. Hinten schon die Rückwand mit Fuchs.

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Gewölbe auf der Gewölbelehre, gemauert wird mit Lehm.

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Schlußstein-Reihe mußte etwas auf Maß gesäbelt werden. Innen wird das Gewölbe nur mit einer nassen Bürste vom Lehm gesäubert. Innen keine Fugen - der Lehm würde beim Backen herausbröseln.

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Vordere Wand gemauert mit Lehre für die Ofentür, an die ein Tunnel aus starkem Blech geschweißt wurde. Oben Hülse für das Thermometer. Da noch eine 15 cm starke Schicht Lehm bzw. Strohlehm draufkommt, muß eine Aussparung für das Thermometer rein. Man sieht schön den Unterschied zwischen Strohlehm und fettem Lehm ohne Stroh.

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Als Abschluß einen Kalk-Kasein-Leim aus Branntkalk und Quark. Hat leider nur mit mäßigem Erfolg funktioniert, aber so denken nun alle, daß der Ofen schon Jahrzehnte alt ist.

Der Schornstein wurde noch deutlich erhöht. Innendrin massives Ofenrohr aus Gußeisen. Den ersten Versuch mit Blech hat es in kürzester Zeit zertrieben.

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Schönes Dach muß auch noch sein. Obendrauf kam noch ein Regenschutz

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Mit den Ergebnissen bin ich sehr zufrieden. Ofen funktioniert einwandfrei. Neben verschiedenen Kuchen, Pizzen, Broten haben wir auch schon Spanferkel, Huhn im Lehmmantel und solche Sachen gemacht.

Hat ziemlich viel Arbeit gemacht, war aber auch ohne viel handwerkliches Geschick zu bewältigen (bis auf das Dach, das der Nachbar gebaut hat, der Fachmann ist). Freue mich schon aufs Wochenende, da wird wieder angefeuert!

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Hi,

der Ofen ist ja mal richtig cool.
Ein Ofen, der einfach Ofen ist und ein Dach drüber hat.

Und der Standort ... direkt an Maisfeld und Weide.

Steht Euer Haus da auch oder ist der Ofen zur Verpflegung bei der Feldarbeit gedacht ? :D:D:D

Viele Grüße
Onkelchen
 
Ein sehr schöner Ofen

:thumb1:
 
Sehr schöner Ofen, wirklich! Hast du das Gewölbe mit Lehmsteinen gemauert?
 
Moin Scharbil,

einen sehr schönen Ofen habt ihr da gebaut :top:

:prost:
 
Sehr schöner Ofen, vorallem der Sandstein gefällt mir gut!

Grüße
 
Hi,


Steht Euer Haus da auch oder ist der Ofen zur Verpflegung bei der Feldarbeit gedacht ? :D:D:D


Onkelchen

erst einmal vielen Dank für die netten Kommentare!

Wir wohnen am Ortsrand eines Dorfes in einer umgebauten Scheune. Der Ofen ist vielleicht so 25 Meter vor der Scheune; danach kommt nur noch die Natur!
 
Hey,

richtig schön geworden ist er, gefällt mir auch besser als viele andere, vor allem runde öfen und dann noch mit relativ viel Naturmaterial gebaut - top. :thumb1:

Gruß Woody

Edit: Falls ichs übersehen habe, bitte ich es zu entschuldigen aber glaub du hast nirgends erwähnt was für Steine du zum Mauern verwendet hast. :sad:
 
Zuletzt bearbeitet:
Zum Mauern wurden hitzebeständige Schamottesteine verwendet (ich glaube 35 Cent das Stück, vom normalen Baustoffhandel). Hält bis jetzt alles sehr gut, in den Steinen sind keine Risse, obwohl ich mehrmals mächtig geheizt habe. Eine der beiden Platten des Backpflasters hat mitten durch einen Riß bekommen, der aber die Funktionalität nicht beeinträchtigt.

Lehm kam vom Grundstück eines Freundes, wo ich ihn ganz normal abgegraben habe; wurde dann nur gesiebt. Stroh vom Nachbar, vermischt hab ich das ganze mit dem "Mörtel-Quirl". Die Sandsteine hatten wir aus dem Umbau unserer Scheune noch rumliegen.
 
Danke für die Beschreibung! Drei Sachen hätt ich noch :pfeif: , wenn du noch ne Minute Zeit hättest.

Die beiden Aufbauten einmal mit dem Lehm/Stroh Gemisch und einmal mit reinem Lehm, die hast du wahrscheinlich verdichtet? Was hast du dazu verwendet?

Den Hohlbeton, den du verbaut hast, war der mit Armierung, weist du pi mal Daumen wie stark die sind?

Auf der Front ist ein Loch zu erkennen (ich meine ein Thermometer zu erkennen?!), zu was dient das? Hast du im hinteren Kamin eine Drosselklappe verbaut?

Danke für die Antworten, nen schönen Abend wünsch ich euch noch.

Gruß Woody
 
Hallo Woody,

die die Aufbauten aus Lehm bzw. Lehm-Stroh-Gemisch wurden nicht separat verdlichtet. Es gibt dafür zwei Möglichkeiten. Zum einen kannst Du das ganze Schicht für Schicht aufbauen mit einer breiten, flexiblen Spachtel. Ich habe eine etwas andere Methode gewählt und auch für die senkrechten Wände eine kleine Schalung gebaut. Dann habe ich den Lehm relativ flüssig angemacht und einfach von oben in die Schalung gegeben. Das hat einwandfrei funktioniert und war viel einfacher als der Aufbau in Schichten. Auch kann das Stroh seine Wirkung so besser entfalten.

Auch aus technologischen Gründen halte ich eine Verdichtung nicht für notwendig. Ganz im Gegenteil sind Lufteinschlüsse eher erwünscht als schädlich. Denn sie tragen zur Isolierung bei. Aufgrund des eingearbeiteten Strohs sind die „Lehm-Schalen“ auch stabil genug. Bei mir kommt es nur zu ganz geringfügigen Rissen, die sich mit Lehmschlämme einfach wieder schließen lassen. Im übrigen ist die Schale hart wie Beton.

Die Hohldielen haben eine Bewehrung mit ganz normalen Bewehrungseisen. Wie stark diese sind, kann ich Dir leider nicht beantworten. Ich habe auch keine Berechnung angestellt, ob die Hohldielen die Lasten aushalten. Ich kenne diese Hohldielen noch aus DDR-Zeiten und weiß, dass sie extrem belastbar sind. Bei meinem Aufbau besteht keinerlei Gefahr, dass sich die Hohldielen durchbiegen oder gar reißen. Da gehen noch ganz andere Lasten drauf.

Das Loch in der Front ist in der Tat für eine Thermometer. Es steckt in einer Metallhülse, die auch auf einem der Bilder zu erkennen ist. Ich will mit dem Thermometer die Temperatur im Backraum messen. Es handelt sich um ein Backofenthermometer der Firma Blöchle, das bis 600 Grad Celsius geht. Allerdings ist der Messefühler nur ca. 20 cm lang, so dass ich die Hülse in die 15 cm Lehm einarbeiten musste. So ragt das Thermometer ca. 15 cm in den Backraum hinein. Mein Thermometer ist derzeit leider kaputt, so dass ich mir mal ein neues besorgen muss. Es zeigt die Temperatur nur noch ungenau an. Ich weiß aber, dass die richtige Temperatur für das backen von Broten gekommen ist, wenn es ca. 100 Grad anzeigt. Man kann das natürlich auch einfacher machen mit dem „Mehl-Test“ oder dem „Eierschalen-Test“, aber ich wollte halt ein Thermometer haben. Ist auch kein wirklicher finanzieller Aufwand.

Am Kamin ist eine Drosselklappe eingebaut. Durch das Ofenrohr habe ich zwei Löcher gebohrt, durch die eine Achse läuft. In dem Mauerwerk rund um das Ofenrohr wurde dafür eine Aussparung gelassen. Auf der Achse ist eine massive Metallscheibe aus Gusseisen montiert, die fast den Durchmesser des Offenrohrs hat. Die Achse ist außen zu einem Griff abgewinkelt. Anhand der Stellung des Griffs sehe ich, ob die Klappe geöffnet oder geschlossen ist. Leider habe ich davon kein Foto und von außen sieht man ja nur den Griff. Diese einfache Regelung funktioniert ausgezeichnet. Nach ca. der Hälfte der Heizzeit schließe ich die Klappe um die Hälfte, damit nicht allzu viel Wärme nach außen entweicht.
 
schönes Projekt...
die Mischmaschine ist der Hammer, habe ich noch nie gesehen sowas....
 
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