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Bier selber brauen

Signalschwarz

Putenfleischesser
10+ Jahre im GSV
Hallo,
ist zwar schon ein wenig her (11.10.) aber ich komm erst heut dazu einen Beitrag zu erstellen.
Angefangen hat alles mit einem VHS Kurs in Nürnberg - selber Bier brauen - an dem ich aber durch meine Schichten nicht teilnehmen konnte.
Ca. 3 Jahre später hat dann meine Frau den Kurs besucht, aber in Erlangen.
Allerdings wusste sie nicht, daß ich damals auch interesse an diesem Kurs hatte.

Das ist jetzt 7 Jahre her, ich hab mich dann über die Unterlagen meiner Frau, Bücher und Foren eingearbeitet. Irgendwann hab ich dann einen Brauer in ner Kneipe kennengelernt und den gehörig ausgequetscht. Er hatte aber auch Freude daran, sein Wissen weiterzugeben, da er das Brauen in der 30 Liter-Klasse auch nicht gewohnt ist.

Es wurden dann auch nach und nach immer mehr Ausrüstungsgegenstände angschafft.
Ein Einkochautomat mit ner alten Isomatte als Wärmemantel versehen,
in eine Kühltruhe wurde ein Auslasshahn eingearbeitet,
Lochblech wurde selbst zugeschnitten, eingepasst und mit Abstandshaltern versehen,
ne Kühlspirale aus Kupfer wurde gebogen und mit Gartenschlauch versehen,
ein Kühlschrank im Keller positioniert,
Gärfass aus dem Baumarkt,
Malzmühle gekauft und eine Schütte aus Holz gebaut,
4 Spindeln und 1 Refraktometer wurden angeschafft (um den Zuckergehalt in der Würze zu bestimmen)
diverse Kleinigkeiten

Das Rezept stammt aus einem der Lehrbücher, ich wollte aber diesmal testen, welche geschmacklichen Unterschiede ein und derselbe Sud mit verschiedenen Hefen gibt,
die untergärige Hefe aus der Brauerei in Ammerndorf (Angerufen und höflich fragen klappt bei vielen kleineren Brauerein, dafür gibt man dann doch gern ein paar Euronen in die Trinkgeldkasse),
obergärige Hefe aus dem Versandhandel
Hopfenpellets sind Reste (Eingefrohren) aus der Brauerei Steinbach in Erlangen


Zuerst wurde das Malz geschrotet (Malz kann auch der Endkunde in der Mälzerei Steinbach in Zirndorf in kleineren Mengen beziehen): :gr
Brau 1.jpg


Dann das Malz Einmaischen und die Rasten "fahren", dabei das Rühren nicht vergessen. Dafür eignet sich das Maverick ausgezeichnet.
Brau 2.jpg

Brau 3.jpg

Der Läuterbottich wurde dann noch mit einem Fligengitter ergänzt, da sich die Wände von dem Lochblech wegdrücken und ich so ziemlich viel Treber ausgeschwemmt bekam.
Brau 4.jpg

Hefe:
Brau 5.jpg


Nach dem alle Rasten abgearbeitet sind erfolgt die Jodprobe, dazu wird erst das Jod mit Stärke getestet, wenn es sich blau färbt ist es OK, dann Jod mit etwas Würze, wenn keine Blaufärbung vorhanden ist, ist alle Stärke verzuckert und der Treber kann in den Läuterbottich geschöpft werden.
Brau 6.jpg

Wenn der Treber und die Würze umgefüllt sind, heißt es 10 Minuten warten, dann ca. 1-2 Liter Würze mit voll offenem Hahn ablassen und wieder oben auffüllen. Dann warten und beobachten, weil die Würze langsam fließen soll, bis sie klar ist. Die trübe Würze immer wieder oben einfüllen. Derweil kann man dann schon mal den Einkochautomat reinigen, Anschwänzwasser aufsetzen und auf Temperatur bringen und sich eine Hopfenkaltschale eingießen. Die Temperatur im Läuterbottich soll auch eine Temperatur nicht unterschreiten.
Brau 7.jpg

Wenn die Würze klar ist, dann lässt man sie wieder in den Einkochautomaten fließen. Dazu wird auch der erste Teil des Hopfens gegeben und schon wieder geheizt. Dazu nimmt man dann auch die erste Probe der Würze um den Zuckeranteil zu bestimmen.
Brau 8.jpg

Der Treber soll nie trocken werden und so wird immer wieder mal angeschwänzt, mit dem Wasser das man ja vorher schon aufgesetzt hat. Wenn dann die "Pfanne voll" ist (in den Topf passt nix mehr rein oder der Stammwürzegehlat ist erreicht, wird die Würze wieder erhitzt, das Hopfenkochen. Ich mach das unter meinem Dunstabzug und pass auf, daß das Kondensat nicht wieder zurücktropft.
Brau 9.jpg

Nach dem Hopfenkochen wird die Würze mit hilfe der Kühlspirale abgekühlt:
Brau 10.jpg

Danach wird die Würze in den Gärbehälter gefüllt und gefiltert. Ich verwende einen Filtersack, es funktioniert aber auch ein feines Geschirrtuch. Das Filtern trennt die unerwünschten Eiweiße, die beim Kochen ausfallen von der Würze. In die Würze wird dann die Hefe "eingeschlagen". Bild vom nächsten Tag das "Aufkräusen". Diese Kräusen werden mit einem Schaumlöffel entfernt.
Brau 11.jpg


Wenn der gewünschte Vergärgrad erreicht ist, heißt es das Bier in die Flaschen abzufüllen und die Nachgärung einzuläuten.
Wenn ich die 2 Biere dann Verkostet hab, kann ich nochmal was dazu schreiben.
Wenn weitere Infos geünscht werden, meldet euch!

Gruß
Jörg
 

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Hallo Signalschwarz,
schau doch mal bitte hier: Bier selber brauen. Da wirst Du fündig!
 
Ich habe zwar von der Materie keine Ahnung ( außer als Endverkoster ),
aber der Bericht gefällt mir sehr gut :thumb2: !

"Anschwänzwasser" :woot: - Sachen gibt's ;) .
 
Sehr schöne Beschreibung :thumb2:

Dann bin ich mal auf das Ergebnis gespannt...

Mein nächster Sud steht jetzt auch wieder an... Ich bin allerdings nur für das Rühren zuständig :lol:
 
Moin Signalschwarz,
schau doch mal bei hobbybrauer.de rein, dort gibt es auch eine gewisse Schnittmenge mit dem Grillsportverein.
Deine Technik ist doch soweit ganz in Ordnung, scheint alles gut zu funktionieren, hier und da gibt es sicherlich noch optimierungsmöglichkeiten, aber alles im allen, Super!

Viel Spaß weiterhin mit dem Selbstgebrauten!
Grüße, der Doc
 
Hi Doc,

Bei hobbybrauer.de bin ich auch angemeldet, aber auch mehr wie hier, stiller Leser. Da ist mein wissen nicht so hoch, daß ich oft mitreden kann, hab aber all meine Fragen gefunden, ohne nen Fred zu erstellen.

Gruß
Jörg
 
Um Deine Läutertruhe zu verbessern ürde ich über ein geschlitztes Kupderrohr nachdenken, dass nur gesteckt ist, lässt sich einfach reinigen und Du hampelst nicht Gaze rum.
Nach dem runterkühlen, nachdem Hopfenkochen veruche mal einen Whirlpool, einfach mit nem großen Holzlöffel, Latte, was auch immer die Würze ordentlich andrehen, so dass ein Strudel entsteht. Dann warten bis sich alles beruhigt hat und langsam ablaufen lassen. Dann brauchst Du auch keinen Filter mehr. In der Mitte setzt sich ein schöner Trubkegel ab.
 
Das mit der Gaze hat bis jetzt ganz gut geklappt. Nur das Reinigen danach ist net so schön. Hatte schon mal die Panzerschlauchmethode ins Auge gefasst, aber man braucht ja immer noch ein Ziel ;)

Den Whirpool mach ich auch, aber in der 30 Liter-Klasse kommt es mir auf jeden Liter an, deshalb Filter ich halt danach noch. Ist so ein 200µm Filter.


Gruß
Jörg
 
Ich braue auch schon seit fast 3 Jahren. Ist einfach ein nettes Hobby. Habe gerade am WE wieder einmal 20 Liter Pils gebraut und in ein oder zwei Wochen will ich noch einmal 40 Liter IPA brauen. Ich habe noch einiges an Hopfen eingefroren der weg muss damit ich wieder Platz fuer frischen Hopfen habe.
Dazu macht das Basteln Spass.

Das ist meine Brauanlage. Ist Marke "Eigenbau" eines anderen Hobbybrauers. Das Chaos drumherum war damals, als ich mein Deck gebaut habe:
576741_4918335599818_843958717_n.jpg


Und das ist meine mobile Zapfanlage. Eine umgebaute Tiefkuehltruhe. Mittlerweile sind auch Griffe an den Zapfhaehnen.
1509691_10201942084817336_623556196297016340_n.jpg
 
Toller Fred. Selbst brauen kommt ja immer mehr in Mode.

Ich hatte am vergangenen Wochenende auch die Chance bei einer privaten Brauveranstaltung dabei sein zu dürfen. Nun trinke ich mein Bier mit viel mehr Bewusstsein, denn es ist ne verdammte Menge an Arbeit in diesem Produkt enthalten. Auch wenn das Bierbrauen sicher eine interessante Alternative im übrigen Deutschland ist, hier in Franken mit über 500 Brauereien auf engstem Raum ist mir dieses Hobby schlicht überflüssig. Da grill ich lieber oder räucher. :cool:
 
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