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Broiler - ein Gedicht

John F

Grillkönig
10+ Jahre im GSV
Es war einmal ein nacktes Huhn,
das hatte gerade nichts zu tun.
Ganz kalt und reglos lag es da,
weil es zuvor im Froster war.

"Hey!", rief ich "Laß uns etwas machen!
Ich weiß so viele schöne Sachen.
Wie steht's mit Dir - bist Du gut drauf?!"
So langsam taut das Hühnchen auf.

"Komm' Schätzelein, ich weiß was geht-
ich zeige Dir mein SPORTgerät.
Dann lad' ich dich zum Essen ein.
Doch vorher machen wir dich fein!"
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So unterkühlt und leichenblass
macht Abendessen keinen Spaß.
Drum wird ganz schnell und eins-zwei-fix
'ne Kleinigkeit noch angemixt.

Ein bißchen Make-Up um die Hüften,
die Flügelchen ein wenig Lüften,
bekommt das Huhn schön rinsgherum
ein tolles Bräunungstonikum.
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"Du frierst doch" sag' ich "schon recht lange.
Setz' dich auf meine Roti-Stange!
Dann fährst Du etwas Karussell,
das dreht sich auch nicht allzu schnell.
Und zur Bequemlichkeit am Sitze,
gibt's vorn und hinten eine Stütze!"
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Jetzt gönne ich ihm eine Pause,
derweil ich fix zur Kugel sause.
Ob auch das Setup richtig gut?
Im AZK perfekte Glut.
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Ich sag' "Mein Schatz, es ist soweit.
Bist Du für diesen Spaß bereit?"
Und wortlos, ohne weit're Fragen
läßt sich das Huhn zur Kugel tragen.
Was bei den Gästen stets beliebt -
wenn es 'nen Kräuteraufguß gibt.
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So dreht das Hühnchen seine Runden,
ich schätze mal so eins, zwei Stunden.
Derweil das Pfeifchen lustig schmaucht,
weil John jetzt auch 'ne Pause braucht.

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Das Huhn sich seine Zeit vertreibt,
und auch das Brot ist schon soweit.
Und dann die and'ren schönen Sachen,
die meinem Gaumen Freude machen
erhöhen mir, nicht erst zum Schluß,
den kulinarischen Genuß.
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Die Zeit ist um, die Fahrt ist aus.
Das Huhn kommt jetzt zum Leichenschmaus
und ist, ihr dachtet es euch fast,
bei diesem Mahl der Ehrengast.
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Von der Geschichte die Moral:
Als Huhn hat man gar keine Wahl.
DEN Braten hat es nicht gerochen,
was zunächst blieb sind nur die Knochen.
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Und die verschlang der Hund geschwind.
Was WIRKLICH bleibt?
Nur warmer Wind.
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:D Also wer es bis hierhin durchgehalten hat ... :respekt:

Und vielen Dank für's Reinschauen!

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Wunderbar sieht's aus - und Du scheinst Blut von Wilhelm Busch in den Adern zu haben??!
GENIAL!
 
...und Du scheinst Blut von Wilhelm Busch in den Adern zu haben??!
Vielen Dank für das Kompliment! Ehrlich gesagt tendiere ich aber eher zu Heinz Erhardt. Dessen Wortspielereien und seinen hintersinnigen Humor finde ich einfach Klasse. :-)
 
John der Reimer... :)

Schön gemacht und großartig kommentiert!
 
Klasse Bericht und ich mußte immer schmunzeln.
Gruß Argo
 
Vielen Dank für das Kompliment! Ehrlich gesagt tendiere ich aber eher zu Heinz Erhardt. Dessen Wortspielereien und seinen hintersinnigen Humor finde ich einfach Klasse. :-)
Heinz Erhardt - von dem bin ich auch großer Fan!
(Und von dem Huhn hätte ich auch gern gegessen.)
 
:thumb1: :thumb1: Jetzt müsste man nur noch wissen, was schöner ist: das Gockerl oder das dazugehörige Gedicht.
Klasse!
 
Klasse! :thumb2: Danke für die Bilder und die Reime!

... sag mal:
War der Begriff "Broiler" nicht aus dem Osten? Hat der sich schon bundesweit durchgesetzt, wie etwa Bautzener Senf? :hmmmm:
 
Sehr schön geschrieben und lecker sieht das auch noch aus! das mit den Hühnerknochen und Hund war aber nur dem Reimvers geschuldet. ?Huhn für Hund ist nicht Gesund.
 
sieht wirklich lecker aus und schön geschrieben isses auch aber über die Knochen bin ich auch gestolpert ;-)

roh ja aber gegart nie.
unsere Golden-Oma würde die ja evtl. ausreichend schreddern aber unsere "Kleine" ist beim Fressen und Saufen so hektisch - die verschluckt sich sogar beim trinken.
da würde bestimmt mal was stecken bleiben.
 
Klasse Bericht und ich mußte immer schmunzeln.
Das ist gut, dann hat der Beitrag ja seinen Zweck erfüllt. :-)
(Und von dem Huhn hätte ich auch gern gegessen.)
Ich habe da noch so einen "Bauerngockel" mit 5.8kg im Kühler liegen. Der muß aber noch etwas warten. Ansonsten...Huhn von der Roti geht eigentlich immer.
War der Begriff "Broiler" nicht aus dem Osten? Hat der sich schon bundesweit durchgesetzt, wie etwa Bautzener Senf? :hmmmm:
Das stimmt. Wenngleich die offizielle Ausdrucksweise der DDR mitunter recht interessante Stilblüten hervorbrachte finde ich diesen Begriff jedoch recht gut gewählt. Ist er doch eine Abwandlung von "to broil" und beschreibt den Verwendungszeck damit sehr gut. Im Gegensatz dazu schrieb man in einem frühen Deutsch-Englisch-Wörterbuch der DDR tatsächlich einmal als Übersetzung für Unternehmer "Undertaker". :eeek: Naja, mit der Sprache des Klassenfeindes hatte es man zu Anfang nicht so.
Das jedoch der Begriff sich bundesweit durchgesetzt hat glaube ich nicht. Er ist hier eher meiner Abstammung geschuldet. :-)
und Hund war aber nur dem Reimvers geschuldet. ?Huhn für Hund ist nicht Gesund.
aber über die Knochen bin ich auch gestolpert ;-)
Trotz umfangreicher und mit großer Vehemenz vorgetragener Interessensbekundungen seitens des Hundes durfte dieser tatsächlich nur als Alibi herhalten. Irgendwie mußte ich ja einen finalen Bogen spannen. Das obligatorische Rinderohr wurde dann aber zur vollkommenen Zufriedenheit aller Beteiligten als vollwertiger Ersatz akzeptiert. ;-)
 
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