So, Jungs, jetzt bin ich vom Tennis zurück, nachdem ich vorher noch in der Werkstatt war, weil mir gestern einer hinten in meinen Pajero reingedonnert ist, jetzt hab' ich endlich mal Zeit für das Update, das vielleicht einiges aufhellt.
Also, um es vorweg zu sagen, ich bin nicht so ganz der Grünschnabel, ich mache schon seit Jahren meinen eigenen Wein aus den Trauben aus meinem Weinberg. Ich leide aber chronisch unter Zeitmangel, was zum Teil an meiner Grillerei, am Tennis und an weiteren Hobbys liegt, die hier jetzt nicht alle aufgeführt werden brauchen. So gibt es nicht jedes Jahr die Qualität, die man sich so vorstellt, aber es ist ein Kompromiss aus Zeit, Arbeit und Qualität, mit dem ich leben kann.
Nichtsdestotrotz habe ich natürlich ein gewisses Grundwissen, wie Hefe eingesetzt wird, was Nass- und Trockenanreicherung ist, was Restzucker und Säuregehalt sind. Nur ist das beim Traubenwein etwas einfacher, wie ich mittlerweile weiß. Ich baue immer trocken aus, ohne Süßreserve und ohne Anreicherung. Der Johanniter kommt trotzdem recht fruchtig raus, wie ein guter Riesling (Trockenhefe für Trauben- und Fruchtweinherstellung, rehydriert), der Regent macht eine Maischegärung (Reinzuchthefe flüssig, Burgunder oder Bordaux), hat dieses Jahr etwas zuwenig Säure, kommt aber voller Frucht, für manchen schmeckts schon mehr wie Traubensaft. Orion und Phoenix werden zum Cuvée ausgebaut, kommen wie ein Silvaner mit etwas Muskatgeschmack raus und werden jung getrunken. Aber alle miteinander kein Geschieß mit Säure- und Restsüße-Modifikation.
Beim Fruchtwein betrete ich allerdings Neuland.
Eure Tipps waren sehr hilfreich, ich hab' mich zwischenzeitlich etwas schlau gemacht, hab' mir ein Acidometerset (Blaulauge mit einem sündhaft teuren Glasröhrchen...) gekauft und den Säuregehalt meines Brombeerweines auf ca. 14-14,5 g/l gemessen. Hefenährsalz hab' ich noch im Kühlschrank, werde ich morgen zusammen mit dem 1. Kilo Zucker in Wasser aufgelöst, hinzu geben. (Vielleicht brauche ich noch etwas Hilfestellung beim Festlegen der Wasser- und Zuckermenge, die noch dazu kommt, die Anleitung im AM-Set lesen sich doch ziemlich schwammig, oder ich bin schon etwas zu benebelt, um das zu verstehen...)
Der Unterschied zum Traubenwein besteht darin, dass der B-Wein trocken wohl nicht schmeckt, also zu sauer. Also ist das Problem die Restsüße sicherzustellen. Gärabbruch durch Schwefelung verbietet sich von selbst, die Lösung mit der Überdosierung von Zucker ist für mich neu (wer trinkt schon bappsüßen Riesling?).
Also postet ruhig weiter eure Vorschläge, der Zwischenstand ist wie folgt:
- 14kg Brombeeren
- 50° Oechsle
- 14-14,5 g/l Säuregehalt (mit den 2l Wasser)
- 2l Wasser schon drin zur Verflüssigung
- Reinzuchthefe Marke Burgunder (reicht für 50 Liter)
- 3 kg Zucker gekauft, aber noch nicht reingeschüttet (ev. 3 Teilgaben à 1kg)
- Hefenährsalz morgen dazu (10g?)
So, und jetzt haut rein..............
