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Brot backen die 1000ste...

blondesgift77

Militanter Veganer
15+ Jahre im GSV
Hallo,
bevor jemand schimpft, aber ich habe wirklich alle Threads gelesen, die sich mit dem Thema Brot backen beschäftigen, aber so richtig die Antworten auf MEINE Fragen habe ich nicht gefunden.
Ich möchte gern mein geliebtes Weißbierbrot auch mal in meinem Outdoorchef Easy Charcoal 570 backen, aber bevor ich drauf los probiere, frag ich doch lieber noch mal.

Im Backofen braucht das Brot bei 220°C etwa 50-60 Minuten. Passt die Temperatur auch für den Grill?
Ich habe mir einen Pizzastein zugelegt, wo dabei steht, dass man ihn nicht über offenener Flamme nutzen soll. Ist damit eine wirkliche Flamme gemeint oder auch die Glut von Briketts bzw. Holzkohle? Sollte ich den Pizzastein vielleicht eher über dem Trichtr positionieren? Nur dann ist er ja nicht wirklich mittig und ich mache mir Sorgen um die gleichmäßige Hitzeverteilung beim Backen.

Um die Temperatur am einfachsten konstant zu halten, dachte ich erstmal daran, es mit Eierbriketts zu probieren. Welche Erfahrung habt ihr gemacht um eine Temperatur konstant bei ca. 220°C zu halten? Wie viele Briketts im AZK vorheizen und wann wie viele nachlegen? Da bin ich noch nicht so fit drin. Sieht immer erst gut aus und schwups ist es doch zu heiß geworden. Da hab ich mir mal eine schöne Rehkeule versaut... :cry:

Da im Namen meines Brotes das Wort "Bier" vorkommt, kann ich mir denken, dass der ein oder andere neugierig geworden ist, also... :saufen: (nich' schimpfen, ich weiß dass es ein Rezepte-Forum gibt...)

600 Gramm Weizenmehl Typ 405
100 Gramm Roggenmehl
1 Esslöffel (gestrichen) Salz
1 Würfel Hefe
1 Teelöffel (gestrichen) Zucker
½ Liter Hefe-Weißbier

Das Weizenmehl, das Roggenmehl und das Salz miteinander vermengen.

Die Hefe, den Zucker und das Hefe-Weißbier so lange mit dem Schneebesen verrühren, bis sich alles aufgelöst hat.

Das Hefe-Zucker-Bier-Gemisch nach und nach mit dem Mehl-Salz-Gemisch mit dem Knethaken auf höchster Stufe mindestens 10 Minuten vermengen.

Es empfiehlt sich zwischendurch den Teigklumpen mit einem Teigschaber zu drehen, damit auch das immer wieder am Schüsselboden anfallende lose Mehl komplett und klumpenfrei mit dem Teig verbunden wird.

Das Brot schmeckt auch sehr gut, wenn man den Teig - ohne ihn vorher gehen zu lassen - direkt backt, aber das Brot wird wesentlich lockerer, wenn der Teig vor dem Backen abgedeckt ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde bei mindestens 20°C ruht.

Es schmeckt auch toll, wenn man Leinsamen oder Kräuter mit reinmischt. Ich wollte es demnächst mal mit Speckstücken probieren. Mjamm!! :angel:

Ciao, Nadine
 
Hallo Nadine,

ich weiß nicht, ob ich Dir wirklich helfen kann, da ich den Outdoorchef Easy Charcoal 570 nicht kenne, auch keine Trichterfunktion und auch keinen Pizzastein, der nicht über die Flammen darf...

Aber ich kann Dir meine Erfahrungen mit dem Backen von Brot im Grill (ich habe einen dreiflammigen Gasgrill und einen Pizzastein aus Schamott) , die ich letzte Woche zum ersten Mal gemacht habe, schildern - ich denke die meisten Abweichungen gegenüber dem Backofen werden auch bei Dir zutreffen:

- das Verhältnis Ober- zu Unterhitze ist anders, Du hast einfach mehr Unterhitze. Ich habe deshalb nach einiger Zeit angefangen, den Stein mit Wasser zu besprühen (insgesamt dreimal)

- die Abkühlung des Backraums beim Öffnen ist ungleich stärker als beim Ofen, deshalb so selten wie irgend möglich nach dem Brot schauen, und wenn, dann nur ganz kurz

- ich hatte das Gefühl, dass sich der Backstein schneller und stärker aufheizt (auch deshalb das Besprühen mit Wasser). Das fürt auch dazu, dass die Temperaur langsamer fällt als im Ofen. Ich war mit drei Brennern und voller Temperatur gestartet, habe nach dem Einschießen alle drei Brenner auf halbe Kraft gedrosselt, was aber nicht wirklich einen Temperaturrückgang bewirkte. Am Ende lief dann nur noch der mittlere Brenner auf minimalster Leistung

- im Backofen schieße ich die Brote immer mit Dampf ein - das ist im Grill komplizierter, auch, weil der Dampf sofort nach oben abzieht. Vielleicht fällt mir da noch was dazu ein

- ich hatte den Eindruck, dass die Hitze intensiver wirkt, das Brot bekam viel schneller Farbe und die Kruste wurde ungleich krachiger (was ich bei dem Brot und zu dem Anlass allerdings sehr gut fand)

- der Ofentrieb ist nicht so stark, deshalb sollte man vielleicht noch etwas Backmalz zusetzen (wobei das bei Deinem Rezept mit 42 g Hefe auf 700 g Mehl wohl keine Rolle spielen dürfte...)

Das Brot war eines meiner Standardrezepte (700 g 550er Weizen, 300 g 1150er Roggen, 25 g Hefe, 22 g Salz und 650 ml Wasser) und von daher gut vergleichbar - das Brot aus dem Grill hat anders geschmeckt, herzhafter und krachiger, und so sah's aus:


Wellfleisch_2009-07-02_03.JPG


Ich werd's gleich übermorgen wieder ausprobieren mit dem gleichen Brot, aber noch Röstzwiebeln und Speck einkneten, um den rustikalen Charakter noch stärker zu betonen. Dann will ich den Stein auch langsamer aufheizen (von Anfang an nur mit halber Brennerleistung), vielleicht kann ich die Temperaturabsenkung dann besser steuern. Wenn das noch nicht hilft, werde ich beim übernächsten Mal den Stein direkt vor dem Einschießen des Brotes mit Wasser etwas runterkühlen - schaun mer mal.

Dir viel Erfolg bei Deinem ersten Brot aus dem Grill

PS: und falls Du unsicher bist, wann das Brot fertig ist: ausgebackenes Brot hat eine Kerntemperatur von mindestens 96°
 
Hallo Joachim,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort und das tolle Bild, bei dessen Anblick mir schon wieder das Wasser im Munde zusammen läuft. :happa:
Auch wenn du das mit einem Gasgrill machst, waren doch eine Reihe wertvoller Tipps dabei, vor allem das mit der Kerntemperatur.
Vielleicht findet sich ja noch jemand, der mir das mit dem "Temperatur halten" beim Holzkohlengrill mal erklären kann. Dann würde ich direkt mal loslegen wollen!
Ich habe gestern das Bierbrot auf dem Pizzastein erstmal im Backofen ausprobiert. Da habe ich auch schon einige Unterschiede festgestellt. Das Brot hat in jedem Fall eine wesentlich dickere Kruste und die Backzeit ist 10 Minuten kürzer gewesen.

Viele Grüße, Nadine
 
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