Ich glaube,der "teerige" Geschmack kommt von zu viel verbranntem Fett, dass ins offene Feuer tropft. Was ja so sein muss wie ich gelernt habe.
Nee. Das muss nicht nach
Teer schmecken und darf das auch nicht.
Fett soll auch nicht ins Feuer tropfen (sondern in der Wurst bleiben). Verbrennt dennoch abgetropftes Fett bei hoher Hitze, entsteht ein Gemisch, in Einzelfällen krebserregender, mehrfacher ringförmiger Kohlenwasserstoffe. Passiert auch beim Rauchen, Kaffeerösten und anderen Hitzeeinwirkungen auf natürliche Fette.
Mit dem
Geschmack hat das nichts zu tun!
Das ist eine Folge der Zubereitungsart "über der Flamme". Flamme, nicht Glut.
Diese Zubereitungsart ist aber notwendig, damit aus einer beliebigen (31 cm langen) Bratwurst mit groben Mett im Naturdarm eine
Coburger Bratwurst wird.
Der Geschmack ergibt sich erstens aus dem, durch scharfes Anbraten erzielten, Einschließen eines hohen Anteils der Fettanteile des Bräts im Inneren der Wurst (wie beim Steak - außen Kruste innen Saft) und zweitens aus der damit einhergehenden Entstehung von kräftigen Räucheraromen an der Wurstoberfläche. Zum wohl kleinsten Teil, auch aus den Rauchgasen und Aschenteilchen des Feuers, die sich (ungewollt) auf dem Grillgut ablagern könnten.
Wenn deine Wurst wirklich nach
Teer geschmeckt hat, dann ist das ein Produktionsfehler.
Probiers mal wie folgt:
Verbrenne in deinem Grill Kiefernapfen (die runden, holzigen, keine Tannenzapfen!)
Schieb' die glühenden, durchgebrannten Zapfen auf eine Seite des Grills und leg in dieser "Feuerzone" immer mal wieder ein paar Zapfen und oder Buchenscheitchen nach.
Dann legst du die frisch aufgetauten Würste über dieses Feuer und rollst sie rasch hin und her, bis sie Farbe genommen haben (Achtung: Dabei zischen die Flammen immer wieder hoch auf. Das muss man immer wieder eindämmen, indem man die Würste wegrollt und evtl ein wenig Bier o.ä. auf den
Rost spritzt).
Bei allen Arbeiten darauf achten, nicht durch den Darm zu stechen. Stumpfe Grillwerkzeuge verwenden.
Fertige Würste rollst du aus dem Flammbereich heraus und sammelst sie in einem glutfreien Warmhaltebereich seitwärts der Flammen.
Übrigens auch Wurstbrater aus Coburg und Umgebung müssen sich das Gefühl und das Auge für diese Handgriffe praktisch erarbeiten. Da heißt's üben, üben, üben...
Guten Appetit