Wenn ich denn wüsste, dass die teureren besser "hergestellt" werden.
(1) Wir hatten eine Hühnerfarm im Dorf mit einigen wenigen Freilaufenden Hühnern. Die haben aber Palettenweise Freilandeier pro Tag verkauft. Verständlich, wenn das die Leute einige Dörfer weiter kaufen - aus Unwissenheit. Warum aber selbst die Molkerei u.a. im gleichen Dorf diese Eier als Freilandeier verkaufen ... und wie die Einwohner in diesem Dorf diese Eier kaufen können.... ????? No comment
(2) Und die Label-Hühnchen bei unseren heimischen Grossverteilern, wo noch der Bauer drauf steht. Teurer ja, vielleicht einige Quadratmillimeter mehr Platz ?? Der Rest ist genau gleich. Auch die müssen verladen werden, von Leuten, die gerne wieder zurück ins Bett wollen, sich keine grossen Gedanken machen um die Tiere (teilweise auch aus Ungewissheit - so schwer vorstellbar das für einen gebildeten Menschen ist) - und seien wir mal ehrlich: Wenn man in 2 Stunden x-tausend Hühner einpacken muss und sich noch so Mühe gibt den Tieren nicht unnötig weh zu tun, ganz ausschliessen kann man's nicht. (Ich habe selbst auch schon "gllückliche Labelhühnchen" verladen - auch wenn nicht absichtlich Tiere gequält werden, wären Tierschützer nicht glücklich...)
(3) Und wenn man das Hühnchen bei einer Farm kauft, wo die Hühner nachweislich draussen herumspazieren und die Flügel öffen können .... Auch diese Hühner müssen irgendwo gezüchtet werden. Und diese "Nachschubproduktion" waren wohl die übelsten Bilder in dieser Doku ("Hahnentausch")...
Ich habe auch schon selbst bei verschiedenen kleinen Bauern auf dem Lande erlebt, wie Kühe getreten, mit Gabeln und Schaufeln geschlagen und zur Not sogar mit dem Traktor aus dem Stall gezogen wurden wenn sie nicht wollten... Auch die Fälle von stark verwahrlosten Tieren, die vom Amtstierarzt enteignet werden, sind in der Regel nicht Grossbetriebe, sondern klein(st)betriebe, die vielfach sogar von umliegenden Landwirten so lange wie möglich gedeckt werden: Nicht weil sie das dulden wollen, aber "Weil man ja nicht will, dass die Landwirtschaft wieder in den Schlagzeilen ist".
Ich will diese Produktionsmethoden keinesfalls befürworten oder gar verteidigen. Allerdings sollte man immer bedenken, dass auch die "Gegenseite" Quoten erhaschen muss und auch nicht immer rein objektiv recherchiert bzw. zusammenschneidet. Auch die "Darsteller" sind teilweise mit Vorbehalt zu geniessen:
- Es wird nur der Gesprächsabbruch vom Bauern gezeigt, der bereit war, die Bilder anzusehen (und das ist ja schon mal was). Was und wie genau diskutiert wurde, ist seeeehr kurz zusammengeschnitten.
- Die Tierschützer, für die "Einbrüche absolut Tabu" sind, tummeln sich nachts in den Ställen...
- Ein Fleischbeschauer, der jahrelang bei WH gearbeitet hat schiesst (erst nach JAhren) plötzlich sehr scharf gegen den ehemaligen Arbeitgeber...
- Wie häufig solche Misshandlungen vorkommen, kann anhand der Reportage nicht gesagt werden. Es gibt diese Fälle und es sind bestimmt keine so seltenen Einzelfälle wie WH glauben machen will.
Fazit:
Ich finde es gut, wenn die Bilder gezeigt werden und einige Konsumenten zum Nachdenken angeregt werden. Aber auch die Sensationsmedien sollten mit dem vielgepriesenen Menschenverstand hinterfragt werden.
Man kann versuchen, den Tieren wenigstens einen Teil des Heranwachsens etwas erträglicher zu gestalten indem man Fleisch vom BEKANNTEN Bauernhof (d.V.) bezieht.