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Das.Wird.Meins!

RaMiBru

Bundesgrillminister
5+ Jahre im GSV
Der/die ein/e oder oder andere wird es in den Parallelforen vielleicht mitbekommen haben: Ich darf seit geraumer Zeit einem der weltbesten, sensationellsten, erfahrensten, großartigsten und wirklich: Einzigartigsten Messerschmied schlechthin fotografisch über die Schulter schauen!

Let's talk about Jean-José Tritz: Er ist eine eigentlich unnahbare Koryphäe, im Erstkontakt vielleicht ein wenig arrogant und bärbeißig erscheinend, aber von der Kompetenz her in Europa wahrscheinlich unerreichbar: Eine Instanz des Wissens in Metallurgie, Stahlbearbeitung und wasweissichsonstnoch: Jean-José Tritz (nachfolgend "JJT") ist seit Ende August 2025 mein Sensei!
Mir ist mittlerweile klar geworden, dass ich JJTs Niveau niemals und auch nur ansatzweise erreichen könnte, daher möchte ich einmal im Leben ein absolutes Custom-High-End-Super-Duper-Fuck-Off-Food-Release-Messer von JJT haben wollen.

Der Stahl der Wahl wird TNT666 sein, garniert mit Alteisen. Auf gut deutsch: Dreilgenstahl, die Japaner sagen dazu: San Mai! Ich sag: GEIL!

Denn die Schneidlage wird so um die HRC 65 haben, das wird brachial hart und verschleissfest werden. Quasi unzerstörbar und immerwährend scharf, wenn man ein paar Regeln einbehalten wird (oder das Messer JJT zum Schärfen schickt)...

Ich werde nachfolgend in diesem Thread also nach und nach einige Bilder hochladen...

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Hallo RaMiBru,
schau doch mal bitte hier: Das.Wird.Meins!. Da wirst Du fündig!
 
Da hole ich doch mal eine große Bank und eine Kiste Bier. :tisch:
 
Es geht los in chronologischer Reihenfolge mit dem Kapitel: Am Anfang war war die Schablone (oder etwas blasphemisch: Am ersten Tage sägte der Meister Sperrholz):

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Ein Gyotu soll es werden mit folgenden Eckdaten: An der Angel fünf bis sechs Millimeter stark, Taper verjüngend bis auf 1 mm, Länge 240 mm, Höhe 58 mm, Material: Birkensperrholz.

Das Klötzchen im Anfangspost habt ihr ja bereits gesehen. Zunächst geht es erst einmal darum, den Stahl für die Schneidlage (in meinem Fall ist das TNT666) und Alteisen für die Außenflanken mittels Flex in die richtige Form zu bringen.

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Alle Oberflächen müssen sauber und frei von Oxiden sein, danach wird das Sandwich in den Schraubstock geklemmt und feuerverschweißt. Schwierig, ein Bild zu machen, bei dem man partout nicht genau hingucken sollte...

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Dann geht es in die Esse, dort ist es mollig warm. Das rechte Klötzchen wird meine Klinge, das linke ist mit Apex Ultra in der Mitte. Etwa eine Stunde später muss sich JJT wieder einmal recht geben als er feststellt, dass in diesem Stahl zu viel Chrom drin ist und das in die Tonne muss...

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Das Sandwich wird dann flachgeklöppelt. Wahlweise händisch oder mit dem Federstahlhammer aus vorgegangener Zeit...

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to be continued, soon!
 
Dieser Tread gefällt mir jetzt schon richtig gut :woot:
 
Da habe ich auf Arte schon Meister gesehen, die mit dem JJT aufnehmen können. Unter anderem einer, der das Muster vom Damast vorher festgelegt und nach Fertigstellung genauso getroffen hat. Und das war kein 0815 Wellenmuster, sondern geometrische Figuren. Da ist mir der Mund offen gestanden beim Ergebnis.
 
Da habe ich auf Arte schon Meister gesehen, die mit dem JJT aufnehmen können. Unter anderem einer, der das Muster vom Damast vorher festgelegt und nach Fertigstellung genauso getroffen hat. Und das war kein 0815 Wellenmuster, sondern geometrische Figuren. Da ist mir der Mund offen gestanden beim Ergebnis.
Naja beim Mosaikdamast läuft das eigentlich meist so ab. Das kann man recht gut planen.
 
Da habe ich auf Arte schon Meister gesehen, die mit dem JJT aufnehmen können. Unter anderem einer, der das Muster vom Damast vorher festgelegt und nach Fertigstellung genauso getroffen hat. Und das war kein 0815 Wellenmuster, sondern geometrische Figuren. Da ist mir der Mund offen gestanden beim Ergebnis.
Ist nicht dein Ernst, oder – das ist wohl satirisch gemeint…
Mein Messer soll ein popeliges, hochgradig funktionelles San Mai werden. Du berichtest über kosmetische Damastlaminate…

BTW: JJT ist einer der ganz wenigen auf dieser Welt, die metallurgisch neue Grenzen auszuloten versuchen und dabei an die Grenzen des Machbaren gehen!
Es geht bei seinen High-End-Klingen nicht um geometrische Figuren an den Außenflanken sondern vielmehr um pure Funktionalität.
Es gibt auf dieser Welt nicht viele Schmiede, die einen Leistungsdamast aus TNT666 und Apex Ultra herstellen und das Ganze mit dversen anderen Stahlarten für die Flanken sinnvoll verbinden können.
JJT ist einer von vielleicht einer handvoll wirklicher Könner auf diesem Planeten.
 
Ich setz mich mal dazu....Bierchen?

Könnt ne T8 mit diversen Diamantscheiben anbieten .....mein Schwager hat ne kleine Schleiferei und Messer Manufaktur
 
:bierchips:
 
Schärfe halten mit dem Leder, bei Bedarf Wetzstahl, irgendwann mal Stein oder Tormek. Natürlich plädiert er prinzipiell für eine größere Maschine, aber er kennt die T1 nicht…
Wetzstahl wird bei tnt666 mit 65hrc nicht mehr wirklich viel bringen.

Bin schon gespannt aufs Messer. Hab auch noch ein Stück tnt666 da fällt mir grad ein :D
 
Weiter geht's: Anfangs ist es ein wenig zäh, bis die Klötzchen auf Temperatur gebracht sind. Dafür verlieren sie diese unter dem Federstahlhammer bereits wieder nach recht kurzer Zeit, ohne dass eine großartige Verformung festzustellen wäre...

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Mit einer Frequenz von etwa 60 Schlägen pro Minute wirkt der Hammer auf den 125 Kilo-Amboss ein...

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Nach spätestens zwei Minuten geht es dann wieder in die Gasesse...

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Beim nächsten Durchgang macht es JJT lieber händisch:

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Und dann wird es fotografisch interessant, denn es kommt Borax ins Spiel. Das ist ein amorphes Flussmittel, damit Stahl und Eisen zu einem Ganzen verschmelzen. Und es qualmt spektakulär!

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Irgendwann streikt der Federhammer, weil sich die Muttern der Klammern, die die Federn zusammenhalten gelockert hatten. Zum Glück ist die Maschine Low Tech aus den Anfängen der industriellen Revolution, und nachdem wir sämtliche Muttern gelöst hatten und die Federn wieder ausgerichtet hatten, ging es dann nach einer Stunde wieder weiter

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Irgendwann wird aus dem Quader...

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ein längliches und dünneres Etwas. In der mittleren Schicht kann man noch ganz gut den TNT666 erkennen.

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Dem anderen Sandwich mit dem Apex Ultra ist es nicht so gut ergangen, es ist delaminiert und in der Tonne gelandet. "Zuviel Chrom im Apex Ultra", meint JJT...
 

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Weiter geht's: Anfangs ist es ein wenig zäh, bis die Klötzchen auf Temperatur gebracht sind. Dafür verlieren sie diese unter dem Federstahlhammer bereits wieder nach recht kurzer Zeit, ohne dass eine großartige Verformung festzustellen wäre...

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Mit einer Frequenz von etwa 60 Schlägen pro Minute wirkt der Hammer auf den 125 Kilo-Amboss ein...

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Nach spätestens zwei Minuten geht es dann wieder in die Gasesse...

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Beim nächsten Durchgang macht es JJT lieber händisch:

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Und dann wird es fotografisch interessant, denn es kommt Borax ins Spiel. Das ist ein amorphes Flussmittel, damit Stahl und Eisen zu einem Ganzen verschmelzen. Und es qualmt spektakulär!

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Irgendwann streikt der Federhammer, weil sich die Muttern der Klammern, die die Federn zusammenhalten gelockert hatten. Zum Glück ist die Maschine Low Tech aus den Anfängen der industriellen Revolution, und nachdem wir sämtliche Muttern gelöst hatten und die Federn wieder ausgerichtet hatten, ging es dann nach einer Stunde wieder weiter

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Irgendwann wird aus dem Quader...

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ein längliches und dünneres Etwas. In der mittleren Schicht kann man noch ganz gut den TNT666 erkennen.

Anhang anzeigen 3777407

Dem anderen Sandwich mit dem Apex Ultra ist es nicht so gut ergangen, es ist delaminiert und in der Tonne gelandet. "Zuviel Chrom im Apex Ultra", meint JJT...
Wieso schweißt er die Apex Pakete eigentlich nicht dicht?
Unter Sauerstoffausschluss verschweißt der Apex eigentlich echt problemloß.
 
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