Hallo,
die Messer sind handwerklich 1a. Er schreibt nichts über die Materialien, also kann man über die Schneidgüte wenig sagen. Wenn die Messer unter 500 € kosten würd´s mich wundern.
Damast wurde früher hergestellt, bzw. Damasttechnik verwendet um die Materialgüten zu homogenisieren, da es nicht möglich war Stahl in gleichbleibenden Qualitäten herzustellen. Das ist kein Wunderzeug und viele Lagen machen das Material nicht besser. Der ganze Samuraischwertwundermist ist Quatsch. Die Dinger waren Wunder für die damaligen Herstellmethoden und die Kombination Weicher-Harter Stahl ist eine gute Sache, die sich daraus mit allen Vorteilen einfach ergab. Wenn die damals nicht hätten falten müssen, hätten sie´s nicht gemacht.
Heute kannst du Messer gleichbleibender Qualität auch aus Monostahl machen, weil die Ausgangsgüten einfach besser sind.
Heute gibt´s Damstmesser weil es Leute gibt, die sich sowas leisten wollen. Aber wenn dann ordentlich. Kein Aldi-Lidl-Hofer-Mist oder China-Damast.
Das ist nur begrenzt richtig.
Punkt 1: Die Verarbeitung sieht fehlerfrei aus; ob die Wärmebehandlung stimmt, muss man aber mutmaßen.
Punkt 2: Damaststahl sollte man dringend von Raffinierstahl unterscheiden. Raffinierstahl, wie Tamahagane, ist ein Stahl, dessen Falten das Ziel hatte, das inhomogene Ausgangsmaterial zu homogenisieren und auf diese Weise eine Art Monostahl herzustellen. Tatsächlich sind die handwerklichen Leistungen der japanischen Schwertschmiede unglaublich, denn die Leistungsfähigkeit der vor vielen hundert Jahren gewonnenen Flusssandstähle steht heutigen, industriell hergestellten Schneidstählen in nichts nach. Und bis heute ist der in Japan gewonnene Papierstahl, dessen Herstellung sich stark an die Juwelenstahlgewinnung anlehnt, der beste zu bekommende Stahl für Messer, da die Reinheit des Ausgangsmaterials nicht zu schlagen ist.
Dennoch hat sich das Gärben von Stahl mit der Verfügbarkeit von guten Monostählen weitestgehend erübrigt, da diese bei fast gleichem Ergebnis unendlich billiger und schneller herzustellen sind.
Damaststahl hat dem gegenüber den genau gegenteiligen Sinn: Mehrere Monostähle werden zu einem inhomogeneren Produkt verarbeitet, ursprünglich erdacht, um das Bild des echten Damaststahls, heute "Wootz" genannt, zu kopieren. Da die Stähle häufig nur nach ihrer Verarbeitbarkeit und ihrem kontrastreichen Zeichnen ausgesucht werden, eignen sich viele dieser Stähle nur als dekorative Außenlage und werden mit einer Schneidlage aus Monostahl versehen. Es gibt allerdings einige Schmiede, die s.g. Leistungsdamast herstellen. Balbach und Stienen sind hierbei zwei bekanntere Namen, aber es gibt etliche Leute in Deutschland, die sich dieser Kunst verschrieben haben. Das Problem ist, dass die Mischung von zwei Stählen schwer kalkulierbare Ergebnisse ergibt und die Wärmebehandlung erschwert. Verfügt der Schmied aber über Erfahrung, so ist es möglich, dass Leistungsdamast extrem gute Schneidleistungen erbringt, möglicherweise übertrifft er dabei Monostahl sogar, da die Schweißgrenzen auch als Kristallisationsgrenzen für das Korn wirken. Die wenigen Quellen dazu zeigen zumindest in diese Richtung.
Kurzform:
Raffinierstahl obsolet, aber beeindruckende Ergebnisse.
Monostahl eine teilweise exzellente, bezahlbare Variante für Messer.
Damaststahl zur Zierde: Vielleicht hübsch, aber überflüssig.
Leistungsdamast: Sehr gute Ergebnisse, potentiell besser als Monostahl.
Pauschal zu sagen "alle Quatsch" trifft den Kern der Sache also nicht.