Da ich es jetzt schonmal habe, mache ich auch ein kleines Review zu dem Chai Dao. Ursprünglich bin ich über die Bündelangebote bei Aliexpress auf das Messer gestoßen. Interessiert hat mich diese Längsstruktur, die aussieht wie viele Hohlkehlen übereinander gestapelt und da in den Bewertungen von einer dünnen Klinge gesprochen wurde hat mich das interessiert. Mit Schmieden oder Schmiedehaut hat das natürlich nichts zu tun. Ist auch ein rostfreies Messer, also ist eigentlich klar, dass es eine aufgewalzte Struktur ist. Trotzdem interessiert mich das vom Standpunkt. Wie gut kann die Schnittgutfreisetzung bei einem nicht handgemachten Messer sein, das keine gefräste oder von Hand eingeschliffene Hohlkehle hat. Ursprünglich lag der Preis bei 4,10€ jetzt kostet es bei den Bündelangeboten 4,60€. Bei den Bündelangeboten wechseln die Preise ständig. Es scheint mir, dass China so seine Überschussproduktion an den Mann/Frau bringt.
Gekommen ist dann ein ganz anderes Messer, in dieser typischen Chai Dao - Form (Foto 3 unter obigem Link). Außerdem war der Griff kein schöner Wengeholzgriff, sondern ein Plastikgriff. Die falsche Form und den Griff habe ich gleich reklamiert. Da hat mir Aliexpress das Messer geschenkt - was die Kritikpunkte nicht nicht wettmacht. Den Bauch bzw. den Klingenschwung finde ich suboptimal. Bei einem Gyuto oder Kochmesser ändert sich die Krümmung im Schneidenverlauf. Hinten ist die Schneide fast waagrecht, während die Schneide an der Spitze stärker gekrümmt ist. Damit kann man im Wiegeschnitt oder im Zugschnitt arbeiten. Beim Chai Dao ist die Krümmung überall gleich, was sowohl für den Zugschnitt als auch für den Wiegeschnitt nicht optimal ist. Trotz Krümmung öffnet sich das Messer hinter im Wiegeschnitt nicht weit genug und beim Zugschnitt wird das Gemüse oft nicht ganz durchgeschnitten. Der Plastikgriff steht rundherum ca. einen halben Millimeter über die Angel hinaus. Das ist besser als umgekehrt. Bei einem Holzgriff würde der Überstand einfach weggeschliffen werden. Diesen Schritt spart man sich. Von der Haptik bzw. von der matten Oberfläche her ist der Griff nicht schlecht. Es ist kein unangenehmes Plastikgefühl. Den Überstand der Griffschalen über den Erl spürt man nicht. Die Farbe ist ein dunkles Lila ähnlich Palisanderholz oder sagen wir ein dunkelbraun das ins violette spielt.
Die bequemste Greifweise besteht im halben Übergreifen und zwar so, dass der Daumen auf der Griffschale liegt und Zeigefinger direkt vor der Griffschale auf der Klinge. Greift man gar nicht über ist der Griff zu kurz, greift man auch mit dem Daumen in die Klinge spürt man die Kante der Griffschale sehr. Ginge zwar, aber gefällt mir persönlich nicht so. In der Holzausführung ist die Griffschale etwas abgeschrägt.
Zunächst die Daten:
Klinkendicke am Rücken: 1,4mm
Schneidendicke: 0,34 -0,38 mm
Schneidenlänge: 200mm
Klingenbreite am Kehl 84mm
Klingenbreite 16,5 cm vom Kehl 66mm
Masse vor dem Schleifen 207 g
Masse nach dem Schliff 203 g
Auffällig ist das die Klinge trotz Walzstruktur nur 1,4mm am Rücken dick ist. Das ist wirklich ein Segen, da das Messer dadurch leicht und schneidfähig wird. Wäre der Rücken 2-2,5mm wäre der Anschliff nicht breit genug um gut schneiden zu können. Da das Messer sehr breit ist reicht die Stabilität m.E. vollkommen aus. Ein schmaleres Messer wäre bei gleicher Dicke vielleicht nicht steif genug. Bei einer Schneidendicke von 0,36 im Mittel war mir die Schneidfähigkeit nicht gut genug. Sogar eher schlechter als die Dicke vermuten lassen würde. Aber immerhin konnte ich schonmal feststellen, dass die Struktur funktioniert. Zumindest bei Karotten funktioniert sie einwandfrei. Zwiebeln kleben trotzdem, lassen sich aber etwas leichter abstreifen. Jedenfalls war ich vom Foodrelease nicht enttäuscht. Um das noch weiter zu unterstützen, wollte ich das Messer mit einem balligen Anschliff versehen.
Dafür habe ich das Messer zunächst abgeklebt und dann eine Klemmschiene und einen Plastikschlauch mit 14mm Durchmesser über den Rücken gezogen. Ich dachte weil das Messer so hoch ist, brauche ich am Rücken als Schleifhilfe etwas Dickeres. Es hat sich dann aber trotzdem vorne nur ein Anschliffbereich von ca. 5mm ergeben. Daher habe ich den Schlauch wieder abgenommen und eine Klemmschiene für Papier benutzt. Das hat den Anschliff aber nur unwesentlich auf ca. 6mm verbreitert. Da der Übergang wenn man das von Hand auf dem Stein macht immer etwas unschön wird, gehe ich am Ende mit dem Bandschleifer drüber, um ein einheitliches Finisch zu erhalten und den Übergang balliger auszuformen. Nach dem Bandschleifer habe ich noch mit dem Horl eine Mikrofase angebracht. Der Stahl war auf der weichen Seite. Völlig problemlos zu schleifen. Nimmt die Schärfe gut an. Auf den Fotos sieht man am Originalschliff eine Art Wellenmuster. Keine Ahnung ob das beabsichtigt war. Jedenfalls habe ich nach der Überarbeitung davon nichts mehr entdecken können. Das Messer ist übel scharf und scheidfähig geworden, was sich gleich darin geäußert hat, dass ich mir einen Teil der Zeigefingernagels der linken Hand abgesäbelt hab. Als ich den Schmerz gespürt hab, war es schon zu spät. Am guten Foodrelease hat sich nichts geändert. Die Schärfe hält bis jetzt. Obwohl der Stahl nicht der härteste ist, ist er brauchbar. Die Kombi aus dünner Klinge und Walzstruktur hat meine Erwartungen erfüllt.
Wenn die Klingenform eine andere wäre und der Griff aus Holz, würde ich dafür auch mehr bezahlen als den momentan verlangten Preis. Jedenfalls denke ich, dass die Kombi aus Klingendicke und Walzstruktur in Bezug auf die Schnittgutfreisetzung wahrscheinlich das beste ist, was man von einem günstigen Industriemesser erwarten kann. Besser ginge das nur, wenn man erst die Klingengeometrie schleift und dann die Walzstruktur aufbringt. Oder man bräuchte ein Stahlblech mit veränderlicher Dicke. Dann könnte der Anschliff noch schmaler werden und die Walzstruktur könnte noch früher beginnen. Wer Lust auf basteln hat, kann den Plastikgriff ja durch einen Holzgriff ersetzen.
Gekommen ist dann ein ganz anderes Messer, in dieser typischen Chai Dao - Form (Foto 3 unter obigem Link). Außerdem war der Griff kein schöner Wengeholzgriff, sondern ein Plastikgriff. Die falsche Form und den Griff habe ich gleich reklamiert. Da hat mir Aliexpress das Messer geschenkt - was die Kritikpunkte nicht nicht wettmacht. Den Bauch bzw. den Klingenschwung finde ich suboptimal. Bei einem Gyuto oder Kochmesser ändert sich die Krümmung im Schneidenverlauf. Hinten ist die Schneide fast waagrecht, während die Schneide an der Spitze stärker gekrümmt ist. Damit kann man im Wiegeschnitt oder im Zugschnitt arbeiten. Beim Chai Dao ist die Krümmung überall gleich, was sowohl für den Zugschnitt als auch für den Wiegeschnitt nicht optimal ist. Trotz Krümmung öffnet sich das Messer hinter im Wiegeschnitt nicht weit genug und beim Zugschnitt wird das Gemüse oft nicht ganz durchgeschnitten. Der Plastikgriff steht rundherum ca. einen halben Millimeter über die Angel hinaus. Das ist besser als umgekehrt. Bei einem Holzgriff würde der Überstand einfach weggeschliffen werden. Diesen Schritt spart man sich. Von der Haptik bzw. von der matten Oberfläche her ist der Griff nicht schlecht. Es ist kein unangenehmes Plastikgefühl. Den Überstand der Griffschalen über den Erl spürt man nicht. Die Farbe ist ein dunkles Lila ähnlich Palisanderholz oder sagen wir ein dunkelbraun das ins violette spielt.
Die bequemste Greifweise besteht im halben Übergreifen und zwar so, dass der Daumen auf der Griffschale liegt und Zeigefinger direkt vor der Griffschale auf der Klinge. Greift man gar nicht über ist der Griff zu kurz, greift man auch mit dem Daumen in die Klinge spürt man die Kante der Griffschale sehr. Ginge zwar, aber gefällt mir persönlich nicht so. In der Holzausführung ist die Griffschale etwas abgeschrägt.
Zunächst die Daten:
Klinkendicke am Rücken: 1,4mm
Schneidendicke: 0,34 -0,38 mm
Schneidenlänge: 200mm
Klingenbreite am Kehl 84mm
Klingenbreite 16,5 cm vom Kehl 66mm
Masse vor dem Schleifen 207 g
Masse nach dem Schliff 203 g
Auffällig ist das die Klinge trotz Walzstruktur nur 1,4mm am Rücken dick ist. Das ist wirklich ein Segen, da das Messer dadurch leicht und schneidfähig wird. Wäre der Rücken 2-2,5mm wäre der Anschliff nicht breit genug um gut schneiden zu können. Da das Messer sehr breit ist reicht die Stabilität m.E. vollkommen aus. Ein schmaleres Messer wäre bei gleicher Dicke vielleicht nicht steif genug. Bei einer Schneidendicke von 0,36 im Mittel war mir die Schneidfähigkeit nicht gut genug. Sogar eher schlechter als die Dicke vermuten lassen würde. Aber immerhin konnte ich schonmal feststellen, dass die Struktur funktioniert. Zumindest bei Karotten funktioniert sie einwandfrei. Zwiebeln kleben trotzdem, lassen sich aber etwas leichter abstreifen. Jedenfalls war ich vom Foodrelease nicht enttäuscht. Um das noch weiter zu unterstützen, wollte ich das Messer mit einem balligen Anschliff versehen.
Dafür habe ich das Messer zunächst abgeklebt und dann eine Klemmschiene und einen Plastikschlauch mit 14mm Durchmesser über den Rücken gezogen. Ich dachte weil das Messer so hoch ist, brauche ich am Rücken als Schleifhilfe etwas Dickeres. Es hat sich dann aber trotzdem vorne nur ein Anschliffbereich von ca. 5mm ergeben. Daher habe ich den Schlauch wieder abgenommen und eine Klemmschiene für Papier benutzt. Das hat den Anschliff aber nur unwesentlich auf ca. 6mm verbreitert. Da der Übergang wenn man das von Hand auf dem Stein macht immer etwas unschön wird, gehe ich am Ende mit dem Bandschleifer drüber, um ein einheitliches Finisch zu erhalten und den Übergang balliger auszuformen. Nach dem Bandschleifer habe ich noch mit dem Horl eine Mikrofase angebracht. Der Stahl war auf der weichen Seite. Völlig problemlos zu schleifen. Nimmt die Schärfe gut an. Auf den Fotos sieht man am Originalschliff eine Art Wellenmuster. Keine Ahnung ob das beabsichtigt war. Jedenfalls habe ich nach der Überarbeitung davon nichts mehr entdecken können. Das Messer ist übel scharf und scheidfähig geworden, was sich gleich darin geäußert hat, dass ich mir einen Teil der Zeigefingernagels der linken Hand abgesäbelt hab. Als ich den Schmerz gespürt hab, war es schon zu spät. Am guten Foodrelease hat sich nichts geändert. Die Schärfe hält bis jetzt. Obwohl der Stahl nicht der härteste ist, ist er brauchbar. Die Kombi aus dünner Klinge und Walzstruktur hat meine Erwartungen erfüllt.
Wenn die Klingenform eine andere wäre und der Griff aus Holz, würde ich dafür auch mehr bezahlen als den momentan verlangten Preis. Jedenfalls denke ich, dass die Kombi aus Klingendicke und Walzstruktur in Bezug auf die Schnittgutfreisetzung wahrscheinlich das beste ist, was man von einem günstigen Industriemesser erwarten kann. Besser ginge das nur, wenn man erst die Klingengeometrie schleift und dann die Walzstruktur aufbringt. Oder man bräuchte ein Stahlblech mit veränderlicher Dicke. Dann könnte der Anschliff noch schmaler werden und die Walzstruktur könnte noch früher beginnen. Wer Lust auf basteln hat, kann den Plastikgriff ja durch einen Holzgriff ersetzen.