• Du musst dich registrieren, bevor du Beiträge verfassen kannst. Klicke auf Jetzt registrieren!, um den Registrierungsprozess zu starten. Registrierte User surfen werbefrei, können Suchen durchführen und sehen die volle Darstellung des Forums mit vielen anderen Unterforen!!!

Explodierender Honig....???

Zahnmaul

Schlachthofbesitzer
5+ Jahre im GSV
Hier sind ja eine Menge Bienen-/Honigexperten unterwegs, die mir ggf. sagen können, womit ich es hier zu tun habe.
Ich habe hier dieses Jahr diverse Gläser, in welchen sich der Honig nicht nur stark absetzt sondern dann auch überläuft. Die Gläser standen dabei natürlich mit dem Deckel nach oben ohne irgendwelche Bewegung im Schrank.
Nachdem ich dies bemerkt hatte, habe ich die Deckel nochmal etwas fester gedreht und die Gläser vorsichtshalber in Gefrierbeutel gesteckt.
Der krasseste Fall -falls es eine Rolle spielt, Frühtracht- hat nun extrem Druck aufgebaut, sodass man das Gefühl haben könnte, dass er jeden Moment explodiert.
Was ist das, ist das ein bekanntes Phänomen? Ist das bedenklich bezüglich des Verzehrs?

IMG_3025.webp
IMG_3026.webp
IMG_3027.webp
 
Hatte ich auch…
Meine Lösung:
Von den betreffenden Gläsern habe ich jeweils einen Esslöffel entnommen und Diesen in einem separaten Glas entleert.
Dann wurden die klebrigen Gläser von außen gewaschen, leicht erwärmt und umgerührt.
Den Honig habe ich schon gegessen und lebe noch 😉
Hab auch keine Geschmackseinbusen festgestellt.
 
Ich habe auch mal gelernt, dass Honig quasi nie schlecht wird und da @eibauer auch noch lebt, würde ihn grundsätzlich auch essen.
Die "nur" überlaufenden Gläser habe ich teilweise auch schon verspeist.
Aber komisch finde ich das trotzdem.... wobei es das Ganze ja zumindest nicht nur bei mir zu geben scheint. 😁

Wie hoch ist der Wassergehalt des Honigs?
Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wie hoch der Wassergehalt ist und leider auch kein Equipment, mit welchem ich das messen könnte.
 
Fand‘s auch komisch, da im Schrank dann auch allerhand Reinigungsarbeiten anstanden. 🙁
Bestimmt kann uns da @LahntalGriller weiterhelfen und Licht ins Dunkle bringen 😉
 
Ich habe auch mal gelernt, dass Honig quasi nie schlecht wird

Er unterliegt wie viele andere Lebensmittel nicht dem Verderb da der geringe Wassergehalt und der gleichzeitig hohe Zuckergehalt für fast alle Bakterien keine lebenswerten Bedingungen darstellt. Über schlecht im Sinne von geschmacklich schlecht lässt sich streiten.

Wenn sich in dem einen Glas aber so viel Druck aufbaut hat, dass es fast schon droht den Deckel ab zu sprengen stimmt darin aber trotzdem etwas nicht. Irgendwas gärt da drinnen. Den würde ich dann nicht mehr unbedingt essen wollen.
 
Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wie hoch der Wassergehalt ist und leider auch kein Equipment, mit welchem ich das messen könnte.
Du hast da Honig im Glas vom Deutschen Imkerbund. Laut dessen Richtlinien muss der Wassergehalt unter 18 Prozent liegen. Alles darüber begünstigt eine Gärung.
Normalerweise trocknen die Bienen den Honig auf einen annehmbaren Wassergehalt. Die wollen ja auch nicht, dass der bei ihnen im Stock anfängt zu gären.
Der Honig in Deinem Glas zeigt deutlich, dass er aus zwei verschieden flüssigen Bestandteilen besteht. Wahrscheinlich(st) wurde der Honig nach der Ernte gerührt, um eine cremige Konsistenz zu erreichen und mittlerweile ist eine Phasentrennung eingetreten. Eine Phase kann dabei bedeutend wässriger sein, als der Rest.
Ein Imker in Deiner Nähe könnte mit einem Refraktometer den tatsächlichen Wassergehalt messen.
 
Du hast da Honig im Glas vom Deutschen Imkerbund. Laut dessen Richtlinien muss der Wassergehalt unter 18 Prozent liegen. Alles darüber begünstigt eine Gärung.
Normalerweise trocknen die Bienen den Honig auf einen annehmbaren Wassergehalt. Die wollen ja auch nicht, dass der bei ihnen im Stock anfängt zu gären.
Der Honig in Deinem Glas zeigt deutlich, dass er aus zwei verschieden flüssigen Bestandteilen besteht. Wahrscheinlich(st) wurde der Honig nach der Ernte gerührt, um eine cremige Konsistenz zu erreichen und mittlerweile ist eine Phasentrennung eingetreten. Eine Phase kann dabei bedeutend wässriger sein, als der Rest.
Ein Imker in Deiner Nähe könnte mit einem Refraktometer den tatsächlichen Wassergehalt messen.
Klingt plausibel👍
 
Das sagt ChatGPT dazu
Ja – das ist ein sehr bekanntes Phänomen, und deine Beschreibung passt ziemlich genau zu gärendem Honig. Gerade die Kombination aus


  • deutlichem Absetzen/Entmischen,
  • anschließendem Überlaufen,
  • und vor allem starkem Druckaufbau im verschlossenen Glas

ist ziemlich charakteristisch.


Was passiert da?


Im Honig sind natürlicherweise osmotolerante Hefen vorhanden. Normalerweise können sie sich wegen des niedrigen Wassergehalts nicht vermehren. Ist der Honig aber etwas zu wasserreich, können die Hefen aktiv werden und Zucker zu Alkohol und CO₂ vergären. Das CO₂ sammelt sich im geschlossenen Glas und baut Druck auf.


Das erklärt auch das scheinbar paradoxe Verhalten: Der Honig steht völlig ruhig im Schrank und trotzdem entsteht Druck. Die Ursache ist nicht Bewegung, sondern eine mikrobielle Gärung.


Besonders interessant ist dein Hinweis auf die Frühtracht. Bei bestimmten Massentrachten kann selbst scheinbar reifer bzw. verdeckelter Honig einen relativ hohen Wassergehalt haben.


Das Absetzen kann dabei sogar dazugehören


Wenn sich der Honig entmischt, liegt häufig unten der stärker kristallisierte Traubenzucker und darüber eine flüssigere, fructosereiche Phase. Diese flüssige Phase kann einen höheren Wassergehalt haben und ist dadurch besonders gärungsgefährdet. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau beschreibt genau diese Kombination als typisches Gärungsrisiko.


Aber: Das Glas würde ich jetzt nicht weiter unter Druck stehen lassen


Wenn du wirklich das Gefühl hast, dass ein Glas „jeden Moment explodiert“, würde ich nicht versuchen, den Deckel noch fester zu drehen. Das erhöht lediglich die Belastung des Glases.


Ich würde:


  1. Nicht schütteln oder unnötig bewegen.
  2. Das Glas kühl stellen – idealerweise etwa 15 °C oder kühler.
  3. Zum Öffnen das Glas nicht direkt vors Gesicht halten und vorsichtig vorgehen. Am besten draußen bzw. in einer kontrollierten Umgebung, mit Schutzbrille/Handschutz.
  4. Bei einem offensichtlich stark aufgeblähten/unter Druck stehenden Glas wäre ich besonders vorsichtig – ein Gefrierbeutel ist zwar ein guter zusätzlicher Schutz gegen eine Sauerei, aber kein wirklicher Druckbehälter.

Ist der Honig noch essbar?


Hier würde ich zwischen „nicht mehr qualitativ einwandfrei“ und „akut gefährlich“ unterscheiden.


Gärender Honig ist nach der deutschen Honigverordnung kein verkehrsfähiger Honig mehr; die Verordnung schließt Honig aus, der in Gärung übergegangen oder gegoren ist.


Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ein Löffel davon eine Vergiftung verursacht. Die wesentliche Veränderung ist zunächst die alkoholische Gärung. Geschmack und Geruch verändern sich typischerweise in Richtung fruchtig/säuerlich, später können deutliche Gär- bzw. alkoholische Noten auftreten.


Für den normalen Verzehr würde ich einen Honig, der bereits deutlich unter Druck steht und aus dem Glas herausdrückt, allerdings nicht mehr verwenden. Insbesondere würde ich ihn nicht einfach wieder umrühren und als normalen Tafelhoney behandeln.


Eine Sache wäre bei deinen Gläsern jetzt sehr interessant


Wenn du Imker bist bzw. die Gläser selbst abgefüllt hast, würde ich unbedingt den Wassergehalt überprüfen. Ein Refraktometer wäre dafür ideal. Der DIB setzt für seinen Qualitätsstandard unter 18 % an; ab über 18 % steigt die Gärungsgefahr deutlich.


Und wenn mehrere Gläser derselben Charge betroffen sind, wäre das ein ziemlich deutlicher Hinweis darauf, dass diese Charge entweder einen erhöhten Wassergehalt hatte oder eine ungewöhnlich hohe Hefebelastung aufweist.
 
Hallo,


kurz, dieser Honig hat eine Phasentrennung erlebt,
das kann mehrere Gründe oder eine Sammlung davon haben.

Ich würde sagen:
Zumeist sind derartige Honige, vor der Abfüllung überrührt und nicht optimal gelagert.

Ja, Honig im Deutschen Imkerbund Glas darf max. 18% Wassergehalt besitzen,
hier kommt aber dann die Phasentrennung zum Zug, denn hierbei bleiben die Verschiedenen Inhaltsstoffe des Honigs nicht homogen zusammen.

Das Wasser setzt sich oben ab, dadurch kann die Zusammensetzung dort gärfähig werden - so wie wohl in diesem Fall.
Solch ein Honig hat sich sehr verändert, u.a. dürfte der Geruch fruchtig ggf. schon alkoholisch sein.

Schlecht ist der Honig nicht .... nur eigentlich kein Honig mehr ...
.... wenn es schmeckt: Schmecken lassen !



GrillGruß
 
Perfekt, besten Dank für eure Antworten.
Die Ursache scheint ja recht eindeutig und die Unbedenklichkeit auch 👍🏼
Ich werde ihn probieren und wenn er nicht schmeckt, kommt er als Süße in den Kuchen, Pfannkuchen oder sonstiges.
 
Hallo,


kurz, dieser Honig hat eine Phasentrennung erlebt,
das kann mehrere Gründe oder eine Sammlung davon haben.

Ich würde sagen:
Zumeist sind derartige Honige, vor der Abfüllung überrührt und nicht optimal gelagert.

Ja, Honig im Deutschen Imkerbund Glas darf max. 18% Wassergehalt besitzen,
hier kommt aber dann die Phasentrennung zum Zug, denn hierbei bleiben die Verschiedenen Inhaltsstoffe des Honigs nicht homogen zusammen.

Das Wasser setzt sich oben ab, dadurch kann die Zusammensetzung dort gärfähig werden - so wie wohl in diesem Fall.
Solch ein Honig hat sich sehr verändert, u.a. dürfte der Geruch fruchtig ggf. schon alkoholisch sein.

Schlecht ist der Honig nicht .... nur eigentlich kein Honig mehr ...
.... wenn es schmeckt: Schmecken lassen !



GrillGruß
Danke für Deine fachkundige Ausführung 👍
 
Hallo,

Perfekt, besten Dank für eure Antworten.
Die Ursache scheint ja recht eindeutig und die Unbedenklichkeit auch 👍🏼
Ich werde ihn probieren und wenn er nicht schmeckt, kommt er als Süße in den Kuchen, Pfannkuchen oder sonstiges.

Ja, genau so macht man das, diesen Honig als gute Süße in der Küche verarbeiten,
da ist nicht mit geschadet und insb. beim erhitzen verliert Honig seine guten Eigenschaften sowieso.


GrillGruß
 
Mein imker des vertrouwens sagt das unsauber arbeiten das oft verursacht , glazer nicht steriel.
Ich habe uber 25 jahre seinen honig und nie sowas gehabt.
Die glaser in ein wasserbad bei 45 grad soll die garung stoppen.
 
Hallo,

Mein imker des vertrouwens sagt das unsauber arbeiten das oft verursacht , glazer nicht steriel.
Ein Imker kann nicht steril arbeiten ....
.... hast Du Dich dafür schon wirklich einmal interessiert ?
Dann schau bei "Deinem" Imker des Vertrauens einmal zu, wie dieser steril arbeitet.*


Ich habe uber 25 jahre seinen honig und nie sowas gehabt.
Und ? Was willst Du damit sagen ?

Wenn Dein Imker sagt, das bei Ihm in >25Jahren noch kein Honig eine Phasentrennung hatte und ggf. in Gärung übergegenegen ist,
dann sage ich: Er hat diesen Zustand nicht erkannt oder will es nicht zugeben.


Die glaser in ein wasserbad bei 45 grad soll die garung stoppen.
Hat Dir der Imker Deines Vertrauens dies gesagt ?

Na dann, bei >40°C stellen die für die Gärung im Honig verantwortlichen Hefen die weitere Arbeit lediglich ein.
Diese Hefen sterben erst bei >60°C (längere Zeit) bzw. >65°C (kurze Zeit) ab.
Bedeutet: Dein Wasserbad verzögert die Gärrung max. ein wenig ....

Wenn Du oder Jemand anders, wirklich etwas über Bienenhonig wissen möchte(st):
Das große Honigbuch - Dr.Horn / Dr.Lüllmann bzw.:​
Der Honig - Dr.Horn / Dr.Lüllmann​


GrillGruß


* Bei uns sehen das die Kinder des örtlichen Kindergarten jedes Jahr ....
 
So, dann will ich euch mal meine Erkenntnisse auch nicht vorenthalten 😉
Geschmacklich war der Honig wirklich noch in Ordnung, allerdings war der Geruch, wenn man kurz vor dem Abbeißen noch mal eingeatmet hat, doch schon sehr grenzwertig für mich. Da ich keine Lust auf anstrengende Atemtechniken beim Essen habe, wandert der Honig dann demnächst in einen Kuchen oder eine andere Süßspeise. 🤷🏼‍♂️
Gesundheitlich bin ich aber ohne Einschränkungen davon gekommen 😅👍🏼
 
Hallo,

So, dann will ich euch mal meine Erkenntnisse auch nicht vorenthalten 😉
Geschmacklich war der Honig wirklich noch in Ordnung, allerdings war der Geruch, wenn man kurz vor dem Abbeißen noch mal eingeatmet hat, doch schon sehr grenzwertig für mich. Da ich keine Lust auf anstrengende Atemtechniken beim Essen habe, wandert der Honig dann demnächst in einen Kuchen oder eine andere Süßspeise. 🤷🏼‍♂️
Gesundheitlich bin ich aber ohne Einschränkungen davon gekommen 😅👍🏼

Na dann, war der Honig aber schon deutlich drüber,
denn zunächst bekommt gäriger Honig, zumeist einen blumig / fruchtigen Geruch,
wird erst später unangenehm.

Für mich unangenehm im Geruch ist zum Beispiel mancher Heidehonig oder noch schlimmer Buchweizen,
manche können auch Kastanienhonig nicht riechen, den finde ich jedoch schön würzig.

Pass ein wenig auf beim süßen auf, Honig hat Aufgrund seiner Zusammensetzung eine höhere Süßkraft,
als reiner weißer Zucker (Saccharose). 70% ist eine gute Annahme.


GrillGruß
 
Honig kann auch nach dem ordentlichen Abfüllen im verschlossenen Glas noch Feuchtigkeit ziehen, wenn er über längere Zeit steht. In ein paar Wochen passiert das nicht, eher über Monate oder Jahre und abhängig vom Klima/Raumfeuchtigkeit. Also eher unüblich lange Verkaufs-/Esszeiträume. Ein wenig wundere ich mich aber in diesem Fall, denn für die DIB Gläser (Imkerbund) gibt es für die Deckel so flächogr runde Einlagen, wie eine Art Dichtung, dann sind sie deutlich dichter.
In den Zeiten wo bei uns 40 Bienenvölker ihren Dienst taten, gab es einen extra Lagerraum, der komplett hermetisch abgeschlossen war. Alle Wände mit Alufolie tapeziert, Tür dicht und innen ein Entfeuchtungsgerät. Da hält dann Honig schon "ewig". Dass hierzulande Honig bei normaler Lagerung ewig hält, liest man zwar, aber ist wohl eher nur in manchen Regionen so.
In den Pyramiden in Ägypten oder wo man tausende Jahre alten Honig gefunden hat, ist halt auch ein anderes Klima als in Deutschland.

Entmischt schmeckt er nicht mehr doll, vergoren erst recht nicht. Wenn man ihn nicht weg tun will, im Wasserbad erhitzen, dann wird er homogen flüssig und zum Backen nehmen. Wurde ja schon gesagt.
 
Zurück
Oben Unten