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Frage zu (Rinder)Rouladenfleisch

jiri01

Putenfleischesser
10+ Jahre im GSV
Hallo Zusammen,

ich habe vorgestern Rouladen gemacht. Ganz normal im Topf geschmort, wie ich sie seit Jahren zubereite. Ca eine Stunde habe ich sie geschmort und gestern dann noch mal 30mins, bevor sie verzehrt wurden.

Das Fleisch war total zäh, in der Mitte sogar richtig hart, nicht wirklich zu kauen.

Nun zur Frage...einfach zu kurz gegart bzw. nicht lange genug tot gekocht oder kann das wirklich an der "Fleischqualität", also am Ausgangsprodukt liegen?
 
Wo kam das Fleisch den her?
Es kann auch an der Fleischqualität liegen, das es nicht weich wir beim Schmoren.
 
Frisch vom Stück geschnitten ist schon einmal gut - wenn das Stück auch frisch war. Ansonsten bringt ein frischer Schnitt auch nichts.
 
Kann ich natürlich schlecht bewerten...es sah sehr frisch und rot aus, nicht dunkel angelaufen an den Rändern o.ä.

Aber das ändert ja auch alles nix an der Grundfrage, ob zartes Fleisch auch was mit der Qualität an sich zu tun hat, oder ob man prinzipiell alles weich gekocht bekommt, in der entsprechenden Zeit :D
 
Hier ein Tipp

Wie bei allen Schmorgerichten muss das Fleisch zuerst bei großer Hitze kräftig angebraten werden. Dazu sollte man wasserfreies Fett benutzen, das sich hoch erhitzen lässt (Schmalz, Pflanzenfett, Öl). Das Anbraten soll schnell gehen, damit die Rouladen innen saftig bleiben und nicht soviel Fleischsaft austritt. Am besten portionsweise, also jeweils nur 2 Rouladen anbraten. Bei mehr Fleisch in der Pfanne würde die Temperatur zu niedrig werden, und es könnte sich keine schützende Kruste um das Fleisch bilden.
Wenn alle Rouladen braun angebraten sind, herausnehmen und beiseite stellen.
Nun reichlich Wurzelgemüse und Zwiebeln in der Pfanne anrösten, dann die Rouladen wieder in den den Schmortopf geben.
Nur wenig Flüssigkeit, z.B. einen Schuss Brühe oder Wein, in den Topf geben, einmal aufkochen lassen und Deckel auflegen.
Hitze soweit zurückschalten, dass die Rouladen nur ganz leise schmoren. Je langsamer sie schmoren, umso saftiger und würziger werden sie. Im Topf dürfen sich niemals große Blasen bilden. Berechnen sollte man mindestens 90 Minuten Garzeit, dabei die Rouladen zwei- bis dreimal wenden und eventuell Flüssigkeit nachgießen.

Meine schmoren meist, ohne Unterbrechung 2 Std.
 
Ich les hier immer von frisch????

Rindfleisch darf nicht frisch sein (wobei damit nicht gemeint ist, dass es vergammelt ist :patsch:)

Das Hauptproblem an Rindfleisch ist, daß es oft nicht lange genug in der Kühlung gereift ist. 14 Tage sind das minimum, dann wirds auch Butterweich.

Meistens hängt es nur 7 Tage in der Kühlung und ist dann zu frisch, sprich es bleibt zäh.

Hab mir gestern ein 3 Wochen "altes" Rumpsteak gegönnt, supersaftig und butterweich!!!
 
Hallo Zusammen,

ich habe vorgestern Rouladen gemacht. Ganz normal im Topf geschmort, wie ich sie seit Jahren zubereite. Ca eine Stunde habe ich sie geschmort und gestern dann noch mal 30mins, bevor sie verzehrt wurden.

Das Fleisch war total zäh, in der Mitte sogar richtig hart, nicht wirklich zu kauen.

Nun zur Frage...einfach zu kurz gegart bzw. nicht lange genug tot gekocht oder kann das wirklich an der "Fleischqualität", also am Ausgangsprodukt liegen?

Rouladen funktionieren normalerweise immer und sind einfach saugeil, aber ein bischen spielt die Fleischqualität doch mit.

Weil ich die Rollis sehr, sehr gerne mag, und die Teile irgendwie das einzige sind, das ich besser kochen kann als alle, die ich kenne (außer meiner Oma, die mir das beigebracht hat), ein paar Tipps:

- Ich kaufe das Fleisch von einem guten Metzger. Mit den Supermarkt-Versionen habe ich manchmal Glück gehabt, aber manchmal auch ein bischen Pech. Vor allem sind sie oft zu klein. Wer beim Metzger vorbestellt, kriegt grosse Scheiben. Am Geschmack ändert's nicht viel, aber das Fleisch kann bei schlechter Qualität manchmal hart werden, und Rouladen können nie groß genug sein (die 2-Zentimeter-Durchmesser-Teilchen, die man in manchen Restaurants bekommt, sind keine Rouladen. Punkt.)

- es hilft viel, die Fleischscheiben vor der Weiterverarbeitung ein wenig zu quälen. Nicht mit einem gehörnten Schnitzel-Klopfer, aber zum Beispiel mit einem Brett oder der Seite eines breiten Kochmessers. Ich lege die Scheiben auf ein großes Holzbrett und verkloppe sie dann mit einem kleinen Schneidebrett. Wenn man ein Stück Frischhaltefolie drüberlegt, gibt es keine "Fetzen", wenn man mal ein wenig verkantet. Diese Vorbehandlung sorgt dafür, dass das Fleisch insgesamt weicher wird, verhindert aber auch "dicke" Stellen in der Mitte und hilft beim Füllen, weil die Scheiben etwas größer werden.

- Zur Zubereitung: man sollte die Rouladen nicht extrem scharf anbraten, bis sie dunkelbraun sind, sondern ledigtlich mit wenig mittelheißem Öl oder Butterschmalz so lange vorbehandeln, bis sie an den meisten Stellen nicht mehr "rot" sind und an einigen Stellen eine leichte Bräune haben. Man kann die Dinger auch totbraten, dann werden sie sehr zuverlässig hart. Bei feingehackter Füllung werden sie leichter trocken, bei "brockiger" Füllung bleiben sie in 9 von 10 Fällen weich und eher saftig.

Mein Rezept:

Rouladen-Scheiben plattieren. Mit mittelscharfem Senf einstreichen (nicht zu wenig, für 4 große Rouladen geht ca. 1/3 bis 1/2 Tube Senf drauf). Pro Roulade 2-3 dünne Streifen rohen Schinken, Räucherbauch oder sehr mageren Bacon drauflegen. Ich verwende hier die Billig-Version aus dem Supermarkt. KEINE weiteren Gewürze oder Salz ans Fleisch! Der Senf und der Schinken (und die Zwiebeln) bringen den Geschmack.

Für die Füllung: ich bevorzuge die "Brocken-Version". Die Zutaten werden nicht fein zerkleinert, sondern landen in recht großen Stücken in der Rolle. Soll heißen: Pro Roulade 2 halbierte Cornichons (das sind die Mini-Essigkürklein aus dem Glas) und 2-3 Zwiebel-Viertel (je nach Größe der Zwiebel auch kleiner oder größer, nichts wird gehackt).

Die Rouladen so zu rollen, dass man sie noch irgendwie zusammenstecken kann, ist das eigentliche Kunstwerk. Man vergesse Holzspießchen, Zahnstocher oder Bindfäden - nur die metallenen Rouladen-Nadeln funktionieren halbwegs. Die Roulade hat am Ende einen Durchmesser von gut 5 cm oder mehr.

Leise in einem grossen Topf anbraten, der gerade genug Platz bietet, dass alle Rouladen eng nebeneinander liegen. Dann mit Wasser auffüllen, bis die Rouladen knapp bedeckt sind. Kurz zum Kochen bringen. Wer will, kann den Schaum abschöpfen. Und dann Geduld: Deckel auf den Topf, und mindestens 90 Minuten ganz, ganz leise köcheln lassen. Wenn's 2 Stunden oder etwas mehr sind - umso besser! Das Fleisch wird eher zarter (darf nur nicht zu lange unbedeckt aus der Brühe schauen!). Wenn die Rollen aus dem Wasser schauen, gelegentlich wenden (damit sie oben nicht austrocknen). Evtl. etwas Wasser nachfüllen, wenn das Fleisch wirklich weit rausguckt.

Die Soße wird sehr dünn. Man sollte nicht viel dran ändern, weil sie trotzdem sehr gut schmeckt. Ich reibe 1/2 Stunde vor Ende der Garzeit eine kleine, mehlige Kartoffel mit dem feinen Reibeisen rein, bindet etwas und schmeckt nicht nach Mehl. Wenn die Rouladen durch sind raus damit, die Sosse nochmal vollgas kochen und ein wenig reduzieren. Dabei kann man eine Scheibe Knoblauch, etwas Zitronenschale oder Zitronensaft und vielleicht einen Zweig frischen Thymian beigeben.

Erst danach mit etwas Pfeffer, evtl. Senf oder Salz und evtl. einer kleinen (!) Menge angerührter Speisestärke eingreifen. Die Sosse hat am Ende "nur" die Konsistenz einer etwas dickeren Fleischbrühe, Mehl, Sahne oder andere Bindemittel schaden ihr eher (ein sehr kleiner Spritzer süße Sahne für die Farbe ist erlaubt, muss aber nicht sein). Insgesamt schmeckt die Sosse salzig-säuerlich, auf "süße" Komponenten wie Möhren wird verzichtet.

Als Beilage gibt es Nudeln. Die einzigen, die diese dünnflüssige Soße wirklich gut vertragen, sind die "Sputniks" oder vergleichbar verwinkelte Sorten. Sehr gut dazu passen dünne Salatgurken-Scheiben.

Das Rezept ist extrem "unkulinarisch", sehr primitiv und überhaupt nicht rafiniert. Der salzig-säuerliche Geschmack, den der Senf liefert, dominiert, etwas Pfeffer gibt Aroma und ein klein wenig Schärfe. Die Füllung der Rouladen sieht eher unappetitlich aus und kann von jedem "Esser" nach belieben auch ausselektiert werden (nicht jedes Kind mag die Zwiebel). Trotzdem ist diese Rouladenversion für mich die "ehrlichste" und wohlschmeckendste Variante, irgendetwas in Rindfleisch einzuhüllen...
 
Kleiner Trick
Die Zwiebel vorher glasig anbraten dann kann man sie extra würzen
zb. mit Majoran Oregano oder gemahlenen Kümmel außerdem gehen die Rouladen nicht so zusammen.Man kann auch ein paar getrocknete Pilze an die Sauce geben oder
das zusammengekochte Mire poix pürieren und mit dem Rouladenfond aufmontieren.
Ich lasse sie mir immer aus der Oberschale schneiden und nicht aus dem Frikandeau
weil da kann man wirklich Pech mit zähem Fleisch haben
 
Erst mal danke für die vielen Tips.
Wr hatten noch eine Roulade übrig, diese habe ich in der Soße eine weitere Stunde gegart und am Tag drauf gegessen...die war dann fast wie gewünscht.

Werde beim nächsten mal 2 Stunden Garzeit am Stück nicht unterschreiten, dann passt das auch wieder.
 
Hi Jiri,

also 2 Stunden würde ich auch nicht unterschreiten.

Ein Koch hat mir mal gezeigt, wie man schaut, ob ein Schmorbraten (ich weiss, eigentlich anderes Gebiet) gar und toll ist. Wenn du eine Fleischgabel ohne größeren Druck in das Fleischgestochen kriegst und beim senkrechten anheben die Gabel auch ganz leicht wieder aus dem Fleisch geht ohne das Stück anzuheben, ist er gut.

Hat bei mir letztesmal prima funktioniert.

Totbraten kann man Rouladen glaube ich unter Normalbedingungen nicht, jedenfalls nicht im Minutenbereich.
 
Schnellkochtopf

Hallo zusammen,
da hier über "in der Küche" geplaudert wird, erlaube ich mir folgenden Hinweis:
Rouladen vorbereiten, füllen nach Geschmack.
Anbraten, nicht verkohlen.
Zum Schmoren in den Schnellkochtopf. Nach ca. 45 min sind die Dinger butterweich.
Gruß
Rooster1
 
Variante: Rouladen nach dem Anbraten mit Rotwein ablöschen und dann alles in den Schnellkochtopf. Mit Wasser auffüllen, das die Rouladen gerade so bedeckt sind. Dann ca.30 min bei kleiner Hitze garen. Alles Butterweich!
 
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