Moin,
vor Jahren habe ich mal ein krasses Gegenbeispiel erlebt, was "Deutschrussen" betrifft.
Ich war mit einem Freund auf dem Weg zu einer Drachenwiese, war ein schöner Spätsommertag. Am Weg lag eine Sitzgruppe mit zwei Bänken und einem grossen Tisch, an dem sich eine Grossfamilie versammelt hatte. Der Älteste war gerade dabei, offensichtlich handgemachte Fleischspiesse auf etwas zu legen, was ich erst für einen Blumenkasten aus rostigem Blech gehalten habe. Typisch deutsch wurde im Vorbeigehen freundlich gegrüsst und dann schnell Land gewonnen...
Auf der Wiese auf dem Hügel angekommen habe ich mich erst über Motorenlärm gewundert. Die Quelle war schnell gefunden, eine Funktruppe der Bundeswehr auf Aussenübung.
War nichts mit Drachenfliegen...
Auf dem Rückweg mussten wir wieder an der Familienfeier vorbei und wurden prompt abgefangen. Wir konnten kein osteuropäisch und sie kein Deutsch, die Gesten waren aber eindeutig.
Die angebotene Gastfreundschaft abzulehnen währe sehr unhöflich von uns gewesen und sie waren in der Überzahl...
Wie sich herausstellte, wurde der Geburtstag der Oma gefeiert. Vier Kinder und sechs Enkel plus zwei leicht verwirrten Twens waren an einer Festtafel versammelt, die ansonsten Spaziergängern als Wegmarke dient...
Auf der Tischdecke (!) waren etliche Teller und Kunsttoffdosen verteilt, Brot, Beilagen wie Kartofelsalat (oder so Ähnlich) und selbst eingekochtes Gemüse.
Der Blumenkasten hat sich bei der Gelegenheit als Spiessgrill herausgestellt.
Den
Vottka ! musste ich als Fahrer ablehnen, das Spiessfleisch nicht.
Und das war ausserordentlich lecker...

Ich rätsle bis heute, was es war.
Meinen Freund musste ich auf dem Weg zum Parkplatz stützen, es wäre ja unhöflich gewesen, die angebotenen geistigen Getränke abzulehnen.
Es gibt immer noch nette Menschen, siehe hier...
