Hallo,
Ich fand es nicht gut ausgewogen, und der größte Spoiler war die Schneidleistung. Es war richtig mühsam, trotz des hohen Gewichts eine Brotscheibe abzusäbeln. Zu dick,
ich hoffe es ist nicht schlimm, wenn ich diesen Faden wieder hochhole, aber ich habe sehr viel lobendes über das Güde Brotschwert gelesen, so das ich es mir auch einmal eines gekauft habe. Es sollte ja, dem Hören und sagen nach, der Inbegriff des Brotmessers sein und war auch sehr schön und sorgsam gemacht, aber genau deine Kritikpunkte hab ich auch wahrgenommen und es bald wieder verkauft und mich zwischenzeitlich mit "Rabattmarkenbrotmesser" über Wasser gehalten, zuletzt mit einem "Jamie Oliver Brotmesser" das einen wirklich völlig stumpfen Wellenschliff abbekommen hat, mit dem man flott über die Finger rodeln kann, ohne die geringste Verletzungsgefahr.
Da ich mich, angeregt durch den bereits sehr langen Herder-Faden an anderer Stelle in diesem Forum, für diese Messer mehr zu interessieren beginne als mir lieb ist, hat mir der Zufall in die Hände gespielt und ich bin sehr günstig an ein Grandmoulin Brotmesser gekommen. Die Überraschung war nicht von schlechten Eltern, es ist dem Güde Brotschwert tatsächlich weit überlegen, was den "Biss" und die Leichtigkeit beim Schneiden von harten Brotkrusten betrifft und von dem "Jamie Oliver Brotmesser" möchte ich jetzt gar nicht zu sprechen beginnen. Oft liest man ja, dass man Brotmesser eigentlich nach Gefälligkeit und Portemonnaie auswählen kann und Schneidfähigkeit keine Rolle spielt. Mit dem Grandmoulin bin ich aber eines besseren belehrt worden. Ein auffälliger Unterschied zum Güde ist auch die Stabilität der angeschliffenen Wellen. Während das dicke Güde keinerlei Grat an den Wellen bildete, legte sich mein Grandmoulin schon nach kurzer Zeit "um", es hat jetzt an vielen Wellen einen Grat aufgeworfen. Da es ja dünngeschliffen und wohl auch nicht besonders hoch gehärtet ist, bringt eine harte Brotkruste das Herder anscheinend an die Haltbarkeitsgrenze, was mich jetzt weder verwundert noch ernsthaft besorgt, da der "Biss" dadurch gefühlt noch gesteigert wird. Ein Abrutschen von der Brotkruste, wie es beim Güde oft vorgekommen ist, gibt es beim Grandmoulin nicht. Das man mit einer dünnen Schneide nicht an hartes Krustenbrot soll, ist ja bekannt, warum sollte das nicht auch für einen Wellenschliff Gültigkeit haben, frage ich mich.
Liege ich da richtig, dass ein Grandmoulin physikalisch mit seinem Dünnschliff einen Grat aufwerfen muss, oder ist mein Exemplar doch zu dünn, oder zu weich? Über Erfahrungswerte würde ich mich freuen.
LG valdez