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Hackbraten in der Kugel

12oven

Landesgrillminister
15+ Jahre im GSV
Vor längerer Zeit sah ich einmal ein Rezept auf einer Banderole der bekannten Worcestershiresauce.
Es kam mir einerseits etwas simpel vor und andererseits dachte ich: das müßte doch auch in der Kugel funktionieren.
Also ran an die Arbeit. Fleisch und Zutatenbesorgt und losgelegt.

Erst einmal mein Rezept:

Den Weber OTG auf 180°C vorheizen. Dabei die Grillbriketts auf dem Kohlenrost links und rechts häufeln.

In der Aufheizzeit den Hackbraten vorbereiten.

Die Zutaten:
1 kg Rinderhack, 1 große Gemüsezwiebel fein gewürfelt, 250 g Semmelbrösel, 2 Eier, 75 ml Worchestershiresauce (die echte von Lea & Perrins), 75 ml Tomatenketchup, 3 EL Sojasauce, 1 flach gefüllten EL Magic Dust (die hier sicher allseits bekannte Grillgewürzmischung), 1 EL Tabasco geräuchert.

Zubereitung:
Alle Zutaten in einer ausreichend großen Schüssel von Hand zu einer homogenen Masse kneten, daraus einen länglichen Laib von rd. 10-12 cm Durchmesser formen und in eine gefettete kleine Bratreine (eine Lasagneform aus Edelstahl oder Keramik geht auch sehr gut, solange der Fleischlaib darin frei liegen kann und keinen Kontakt zu den Rändern bekommt) legen. Das Fleisch mit einem hitzebeständigem Öl (z.B. kaltgepresstem Sonnenblumen- oder Rapsöl) einpinseln, Bratenthermometer rein ins Fleisch und das Ganze mittig auf den Grillrost postieren. Die Längsseiten der Reine weisen parallel zu den Briketts.

Deckel drauf und ca. 45 min. garen bis zur Kerntemperatur von ca. 50°C garen. Während weiterer 15 Minuten mit einer BBQ-Sauce nach Wahl 2 Mal glacieren. Ich bevorzuge KC Masterpiece original wegen ihres ausgewogenen Raucharomas. In diesen letzten 15 Minuten steigt die Kerntemperatur weiter an. Bei ca. 55°C aus dem Grill nehmen und den Braten in Jehova gewickelt ca. 10 Min ruhen lassen. Dabei steigt die Kerntemperatur weiter auf ca. 60°C. Bei dieser Temperatur ist der Hackbraten gar. Keinesfalls auf höhere Kerntemperatur bringen, da er sonst zu trocken wird, denn Rindfleisch ist rel. fettarm.

Vorschläge für Beilagen:
Dazu passen z.B. frische Blattsalate oder Gurkensalat und klassischer Kartoffelbrei.

Kartoffelbrei:
Den kann man ganz einfach in während der Garzeit des Bratens machen. Dazu 1 kg mehlig kochende Kartoffeln schälen, im Dampfdruckkochtopf weich kochen. Noch heiß mit dem Kartoffelstampfer in einer Schüssel zu Brei zerdrücken. Es dürfen dabei ruhig kleine Stücke bleiben. Das gibt dem Brei Biß. Mit Salz und geriebener Muskatnuß abschmecken, dann ca. 250 ml. kochende Milch unterschlagen. Das ergibt einen lockeren, saftigen Brei. Darauf gibt man z.B. gewürfelte Röstzwiebeln oder gebratene Zwiebelringe.
Bei der Zeitplanung darauf achten, daß man den Brei fertigstellt, während der Braten unter der Jehova fertig zieht. Dann kommen Braten und Kartoffelbrei zeitgleich und heiß auf den Tisch. Lauwarm servierter Kartoffelbrei ist nämlich eine Zumutung.

Wer das Gericht noch mit weiteren Beilagen aufpeppen will, legt die letzten 45 Minuten der Garzeit mit gewürztem Feta gefüllte Gemüsepaprika mit in den Grill an die Schmalseiten der Bratreine, welche nicht direkt über den Briketts liegen.

Da der Braten keine Sauce ergibt, serviert man dazu Grill-, BBQ-Saucen oder Dips nach Wahl.

So, nun ein Bild vom Start:

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Schön, Hackbraten gibt es bei uns auch öfter, und auch nur mit Rind.

Gibt es noch Bilder vom Ende??
(Tellerbild)
 
Jepp! Und hier sind sie.

Der Fleischlaib in der geölten Reine:

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Die vorbereiteten Paprikahälften mit Kräutern, Gewürzen und Feta:

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Außen mit kalt gepresstem Sonnenblumenöl bepinselt und rein in die Kugel:

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Das Fleisch beginnt langsam zu bräunen, also die Paprika dazu und den Braten mit dem heißen Öl aus der Reine bepinselt.
Nicht über die niederen Temperaturen wundern. Es hatte nur 4°C und dazu wehte ein eiskaltes Lüftchen. Und das sorgte dafür daß sofort die Kesseltemperatur von rund 170°C absackte, wenn der Deckel von der Kugel genommen wurde:

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Fast fertig: erste Glasurschicht mit KC Masterpiece Original

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Tatatataaa! 10 Minten später fertig Nach der 2. Glasur:

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Der Anschnitt. Der Braten war noch saftig, hätte aber locker eine 5°C niedrigere Kerntemperatur vertragen. Er wäre dann noch saftiger gewesen:

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Und das gewünschte Tellerbild mit Kartoffelbrei und BBQ-Sauce:

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Viel Spaß beim Nachbauen!

12oven
 
Gibt es irgendeinen Grund, warum du den Braten nicht direkt auf dem Rost gemacht hast? Mich stört ein wenig das viele Öl.

geht das für einen newbie auch im Backofen, so zum testen ?

Das sollte ebenso gut funktionieren, warum auch nicht?
 
WOW !

geht das für einen newbie auch im Backofen, so zum testen ?

Garantiert! Die Kugel ist ja praktisch ein Outdoor-Backofen. Warum soll es also nicht auch in Muttis Herd in der Küche funktionieren. ;)

Aber warum nicht gleich in der Kugel, wenn man eine hat? :weber-gold:

Gruß
12oven
 
Gibt es irgendeinen Grund, warum du den Braten nicht direkt auf dem Rost gemacht hast? Mich stört ein wenig das viele Öl.

So fest ist der Fleischlaib im "Rohzustand" noch nicht, als daß man nicht befürchten müßte, daß er direkt auf dem Rost schlicht sich durch sein Eigengewicht auflösend durch die Stäbe rutscht. Und das wäre sehr ärgerlich! :x


Das Öl ist gar nicht sooo viel: ca. 3-4 EL waren das zu Beginn. Später ist das auf den Bildern Öl mit Fleischsaft. Würde man anstatt reinem Rinderhack mit Schweinefleisch gemischtes Hack nehmen, könnte man evtl. noch etwas Öl einsparen, da Schwein eben von Hause aus fetter ist. Schmeckt dann halt auch anders.:grin:
Und: So pöse ist kalt gepresstes Sonnenblumenöl, welches ich verwendet habe, auch wieder nicht.:angel:

Gruß
12oven
 
Zuletzt bearbeitet:
Servus 12oven

Ist ja ganz nett, Dein Hackbraten aber warum nicht gleich eine Bacon Bomb auf dem Rost?
Ich meine , wenn Du sowieso keine Sosse machst.

Grüße
Karl
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist ja ganz nett, Dein Hackbraten aber warum nicht gleich eine Bacon Bomb auf dem Rost?
Ich meine , wenn Du sowieso keine Sosse machst.

Grüße
Karl

Ganz einfach: Weil es mich ganz einfach gereizt hat, das simple Rezept von der Saucenbanderole abzuändern, evtl. aufzupeppen und zu probieren, ob es funktioniert und schmeckt. :hmmmm:

Bruce Lee hat das mal philosophisch so ausgedrückt:
"The path to self realization is the most difficult...Similarly, we have more faith in what we imitate than in what we originate. We cannot derive an absolute certitude from anything which has its roots in us. The most poignant sense of insecurity comes from standing alone and we are not alone when we imitate."

So, das war jetzt Hackbraten-Philosophie genug. ;-)

Gruß
12oven
 
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