Ich bin als Rentner nach Südtirol in Italien ausgewandert und da werden mitunter solche Heuschreckenkrebse angeboten, im Jahre 2022 Kg-Preis 16,50 €, 2023 24,50 €. Irgendwo im Internet habe ich ein Photo aufgestöbert, wo noch 8,80 € (also aufgenommen nach 2002) drauf zu lesen ist.
99 % aller Rezepte und Zubereitungsvorschläge sind schlicht Schrott, auch die in italienischer Sprache. Angeboten werden die im Laden zwar als "fresco" (frisch, also nicht aufgetaut) aber tod. Woran die gestorben sind? Keine Ahnung, jedenfalls nicht durch Kochen. Nun wird geraten, die kurz zu kochen und dann auseinander zu nehmen. Ein Stück versucht, geht gar nicht, dann verklebt das Fleisch des Tieres unlösbar mit dem Panzer, ich konnte das so mit meinen Zähnen herausbeissen, schmeckte gut. Bei Garnelen, Krabben, Hummern und Taschenkrebsen ist das ganz offensichtlich anders. Bei Food-Photos sind die Tiere praktisch immer noch im Panzer abgebildet, was eben nicht funktioniert und sich nur fürs Photo gut macht. Also auch für den Grill ungeeignet.
Man muss die Tiere also vor der Zubereitung auseinander nehmen. Man findet im Internet Anweisungen dazu, aber es wird gewarnt, sich nicht an den scharfen Panzerspitzen zu verletzen. Man schneidet den Panzer der Tiere auf beiden Seite nicht auf, sondern mit der Schere mit allen Beinen 1 bis 2 mm breit ab, auch die mit Spitzen bewehrte Schwanzflosse mit den beiden vorgetäuschten Augenflecken schneidet man rundum ab.. Dann kann man das Tier auseinandernehmen und das Fleisch entnehmen, Gewichtsmässig sind 30 % essbar und 70 % "Abfall". Aber der "Abfall" hat es in sich, genauer gesagt, den Geschmack. Es gibt Vorschläge, den "Abfall" kleingehackt mit Öl zu garen und dann das so parfümierte Öl abzusieben, oder in Wein oder Vermouth extra dry zu garen und dann abzusieben oder beides. Die so gewonnene Essenz kann man bei der Weiterverarbeitung dann wieder einfliessen lassen.