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Hollunderblütensekt (Champagner-Methode)

Friedi

Smoker - Meister
10+ Jahre im GSV
Heute Mittag war ich Hollunderblüten sammeln, was für einen Allergiker nicht unbedingt die Lieblingsbeschäftigung ist :burn: Aber das Ergebnis belohnt mich dann (auch wenn das erst im Dezember so weit sein wird...).
Erst mal werden die Blüten von den Stengeln befreit, da in den Stengeln das giftige Sumburgin enthalten ist).

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Nach dem Abschnippeln der ca. der Hälfte der Blüten hatte ich dann ca. 1100 Gramm. Das reicht für 20 l Sekt (aus der anderen Hälfte hab ich dann gleich Sirup angesetzt...). Das Pulver davor sind übrigens 100 Gramm Zitronensäure. Was die Säure angeht, muss diese nach der ersten Gärphase (Wein ca. 10%) noch mal geprüft werden, da sich Zitronensäure auch abbaut und wenn zu wenig Säure im Sekt ist, schmeckt auch der Sekt fad.

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Um noch ein bisschen Säure und ein bisschen geschmacklichen Pep reinzubringen, hab ich dann noch 6 Bio-Zitronen (die gibts derzeit recht günstig bei der Norma) rein geschnippelt. Keinesfalls die Schale abmachen; da ist der Geschmack drin!!!

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Rein rechnerisch müssten bei 20 l Ansatz (ca. 17 l Wasser) 4 kg Zucker reichen um knapp 10% Alkohol zu bekommen. Da aber bei einer derartigen Maische die Gärung recht schwierig startet, nehme ich zum einen einen Gärstarter und zum anderen erst mal nur 2 kg Zucker, da dadurch die Gärung schneller startet.
Der Gärstarter ist übrigens Apfelsaft, in dem die Hefe ca. 4 Tage vorgärt und sich so vermehrt.

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Alles zusammen mit den Blüten in das Gärfass, noch 10 Gramm Hefenährsalz dazu und mit einem Gäraufsatz verschließen. Danach kommt es erst mal in die Ecke zum gären (das große Fass ist übrigens Quittenmaische :evil: ; was daraus wird, wird nicht verraten :saufen3: ).

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So, wenn es dann wieder so weit ist, gibt es mehr Details und weitere Bilder.

Grüße
Friedi
 
Alter Schwede...

ich wußte es: ein Profi am Werk :mosh:

Ich freue mich auf die Fortsetzung. Was muss ich tun, um ne Flasche zu erwerben?

Grüsse vom Weizen-Kasper :prost:
 
weizen-kasper schrieb:
Was muss ich tun, um ne Flasche zu erwerben?
Wenn du wüsstest, wie oft ich das schon gefragt wurde :prost: Leider, leider ist das alles unverkäuflich (ich glaube, ich würde mich da sogar strafbar machen; was mir jedoch ehrlich gesagt rel. egal wäre :evil: ).
Nein im Ernst: Ich verkaufe nichts. Wird alles selbst gesoffen (bei Feiern) oder die eine oder andere Flasche geht mal als Geschenk an Freunde raus.
Schau einfach zu und machs selbst. Es ist zwar ein wahnsinniger Aufwand (nach der ersten Phase wird es erst lustig: Alles in Flaschen, die dann 4 Wochen jeden zweiten Tag geschüttelt werden müssen; danach alle 1 - 2 Tage im Rüttelbrett drehen; auch noch mal ca. 6 Wochen und dann bis Dezember wöchentlich und dann degorgieren...).
Aber der Aufwand lohnt :prost:

Grüße
Friedi

Edit: Göga kam heute Nachmittag heim und fragte, wieviele Flaschen das wohl werden. Ich meinte, so ca. 20. Darauf meinte sie, dass es für die erste Ladung reicht und ich ja noch einen Ansatz machen kann :burn:
Naja, hab ja sonst nix zu tun :prost:
 
Das sieht alles absolut professionell aus. :thumb2:

Wenn es nicht so viel Aufwand wäre, die Flaschen zu rütteln und zu drehen, würde mich das Nachbauen auch reizen. :(

:prost: :prost: :prost:
 
Edit: Göga kam heute Nachmittag heim und fragte, wieviele Flaschen das wohl werden. Ich meinte, so ca. 20. Darauf meinte sie, dass es für die erste Ladung reicht und ich ja noch einen Ansatz machen kann

Einen Gruß an Deine Göga :ola: , die weiß halt, was gut ist!

Aber ich glaube, bei Deiner Methode muss ich passen :cry:
da spielst Du echt in einer anderen Liga.

Freue mich aber weiter auf eine Fortsetzung Deiner Doku.

Viele Grüsse und gut Rütteln > der Weizen-Kasper :prost:
 
Hunter schrieb:
Das sieht alles absolut professionell aus. :thumb2:

Wenn es nicht so viel Aufwand wäre, die Flaschen zu rütteln und zu drehen, würde mich das Nachbauen auch reizen. :(

:prost: :prost: :prost:
Davor graut mir auch schon :( Aber ich baue das einfach in den Tagesablauf ein. Abends nach der Arbeit durch den Keller und alles erst mal durchschütteln...

Grüße
Friedi
 
Holunderblütensekt machen meine Eltern schon seit 20 Jahren. Das schmeckt schön erfrischend im Sommer. Aber ich kenne das nicht mit Hefe sondern mit Weinsteinsäure. Ich glaube das gibt es in der Apotheke :-? . Wenn das dann abgefüllt ist werden die Flaschen in den Keller gestellt. Da ist aber nix mit drehen und wenden. ;-) Man sollte ihn aber innerhalb von einem Jahr ausgerunken haben. Wenn er länger steht kann es passieren das er nicht mehr schmeckt. Muß aber nicht passieren. Ist dann aber auch von Flasche zu Flasche verschieden.
 
remchen schrieb:
Holunderblütensekt machen meine Eltern schon seit 20 Jahren. Das schmeckt schön erfrischend im Sommer. Aber ich kenne das nicht mit Hefe sondern mit Weinsteinsäure. Ich glaube das gibt es in der Apotheke :-? . Wenn das dann abgefüllt ist werden die Flaschen in den Keller gestellt. Da ist aber nix mit drehen und wenden. ;-) Man sollte ihn aber innerhalb von einem Jahr ausgerunken haben. Wenn er länger steht kann es passieren das er nicht mehr schmeckt. Muß aber nicht passieren. Ist dann aber auch von Flasche zu Flasche verschieden.

ich denke Du meintest anstelle Zitronen die Weinsteinsäure E334, zum gären ist Hefe unabdingbar, ich denke da ist die Gärung bereits abgeschlossen bei euch.
 
Jo, die Weinsteinsäure ist eher ein Ersatz für die Zitronensäure ( imho ist der Geschmack bei Zitronensäure besser).
Die beschriebene Methode ist wilde Gärung. Da fliegen halt wilde Hefen rein und gut ist. Mehr als 3% wird der Sekt nicht bekommen.
Das Schütteln und Drehen ist ja die Champagnermethode. Wenn du meinen Sekt als "leichtes" Sommergetränk nimmst, fliegt dir die Birne weg :voll:

@Mancini: Erst mal abwarten. Da kann noch so viel passieren. Aber danke fürs Lob :prost: Wir zwei sollten uns mal im Real life treffen und eins trinken!

Gruß
Friedi
 
Da endlich wieder die Sonne knallt, hoffe ich bei mir auf "wilde Gärung" im Holunderpott in den nächsten Tagen....
Bitte richtig wild... :bdsm: :whip: :domina: :lol:


Friedi, sehr professionelles Vorhaben bei Dir :thumb2: Schwiegervadder hat noch nen schönen Gewölbekeller, aber den könnt ich nicht zum Flaschenrütteln abstellen, deshalb muß es auch so gehen :lol: :prost:
 
Kurzes Update

Da die Gärung bereits seit zwei Tagen im Gange ist und mir Gögas Wünsch Befehl ist, habe ich heute noch mal ein Kilo Blüten geerntet und noch mal 20 Liter angesetzt.
Die Hefe musste ich dieses Mal nicht züchten sondern wurde direkt dem ersten Ansatz entnommen, da es dort ja bereits herrlich gärt. Und der geborgte Liter wird in 3 - 4 Tagen auch wieder zurückgegeben.
So, die Sache wird jetzt (bzw. nachdem die jeweils restlichen 2 kg Zucker zugegeben wurden) ca. 3 - 4 Wochen dauern.

Spätestens dann gibt es das nächste Update :prost:

Grüße
Friedi
 
Wir haben bereits einen anderen Ansatz zu normalem Saft hergenommen und festgestellt, dass der Holunder in diesem Jahr irgendwie besonders aromatisch ist :D
Also gute Voraussetzungen. Weiterhin gutes Gelingen! :prost:
 
rheingriller schrieb:
Wir haben bereits einen anderen Ansatz zu normalem Saft hergenommen und festgestellt, dass der Holunder in diesem Jahr irgendwie besonders aromatisch ist :D
Also gute Voraussetzungen. Weiterhin gutes Gelingen! :prost:
Ich bin auch auf den Sirup gespannt. Habe heute 18 Liter abgefüllt :D
Auch dir gutes Gelingen :prost:

Gruß
Friedi
 
Phase 2 (kleines Update)

Heute beginnt die Phase 2 der Sektherstellung.
Ich habe jetzt mal den Wein von den Blüten und Zitronen befreit. Ich gehe davon aus, dass die Gärung nahezu abgeschlossen ist und die angestrbten 10% erreicht sind (gemessen wird vor der Flaschenabfüllung), da der Wein rel. sauer schmeckt, was bedeutet, dass kaum Zucker in der Maische vorhanden ist.
Der Wein wurde jetzt ein bisschen kühler gestellt, damit die Selbstklärung einsetzen kann. Wenn die abgeschlossen ist, geht's los mit Phase 3: der Flaschengärung.

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Grüße
Friedi
 
Phase 3

So, nachdem ich jetzt nach Feierabend ca. 5 Stunden im Keller verbracht habe, kann die 3. Phase, die Flaschengärung starten.

Heute habe ich den rel. gut selbst geklärten Wein noch gefiltert ("grober" Papierfilter mit Druck) und dann die 40 Liter Wein mit 1200 Gramm Zucker und 1 Liter Hefekultur (Rasse Champagner) vermischt. Diese Menge Zucker reicht, um die angestrebten 6 bar Druck in der Flasche zu erzeugen und den Alkoholgehalt um ca. 1,8% Vol. anzuheben.


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Das Ganze wurde dann in 51 normale Sektflaschen und eine Magnum (schwere Ausführung; ist ein Muss, da, wie bereits erwähnt, über 6 bar Druck in der Flasche entstehen) gefüllt und mit Kronkorken verschlossen.

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Gärung anfang nächster Woche startet. Ab da heißt es dann täglich, spätestens jeden zweiten Tag schütteln, um die Hefe zu verwirbeln und um die Gärung in Gang zu halten.

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Grüße
Friedi
 
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