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[Jagd] Der Jagdthread

WmH
 
um dem Thema hier mal etwas Leben einzuhauchen:


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Das ist eine gute Idee.
Am ersten Mai konnte ich einen Jährling zum Bleiben überreden. Der war zwar noch im Bast, gefreut hat es mich trotzdem. Und die Grenze zum Staat war auch nicht weit.
Gestern hat es mit nem Schwarzkittel geklappt, ganz klassisch an der Kirrung.
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Waidmannsdank!
Jage seit 2004 in dem Revier, seit April bin ich Mitpächter. Über die Sau habe ich mich gefreut, am Dienstag musste ich ein Schmalreh abfangen und heute hatten wir einen verendeten Rehbock im Schafzaun. Auch das ist Jagd...
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WmH
 
Moin Männers,

so ganz langsam schöpfe ich wieder Hoffnung nach knapp 3 Monaten Zwangspause wg. Beschränkungen in Frankreich demnächst endlich mal wieder zur Jagd gehen zu können.

In der letzten Zeit hat sich einiges getan, ich bin nun in einem neuen Revier gelandet. 10 Minuten von der Haustür, 15 Kilometer, nicht wie bisher 45 Kilometer und je nach Verkehr fast eine Stunde. Leicht hab ich mir die Entscheidung nicht gemacht. So schön das alte Revier auch war, wir hatten zwei Jahre lang einen Störenfried in der Gruppe, der keine Ruhe gegeben hat, bis alle miteinander im Clinch lagen. Dazu kam dann noch, daß der Hauphächter weit weg sitzt, nur im Herbst zu den Treibjagden kommt und ansonsten im Wesentlichen seine Ruhe haben will.

Das hat all die Jahre eigentlich auch ganz gut geklappt, bis eben dieser Störenfried aufgetaucht ist und alle gegeneinander ausgespielt hat. Das hat natürlich auch zu ständigen Beschwerden beim "Scheff" geführt, der wiederum hat in der Folge einen ziemlichen Lustverlust erlitten. Alles nicht gut für die Stimmung.

Eigentlich wollte ich die beiden letzten Jahre, bis der Vertrag ausläuft noch dort bleiben und mir dann was andes suchen. Nachdem dann noch an Weihnachten ein lieber Freund aus dieser Gruppe gestorben ist - wir waren eigentlic bis zum Schluß fast meistens immer zusammen zur Jagd, war es dann in Summe nun Zeit. Und nachdem ich im Herbst durch Zufall auf einer Treibjagd in dem "neuen" Revier gelandet bin, hat sich das dort alles sehr gut und halbwegs behutsam entwickelt.

Vor etwa 14 Tagen war ich heimlich dort. Der Jagdaufseher hat mir einen ersten Teil vom Revier gezeigt. Insgesamt sind es etwa 900 ha, Wald / Feld-Wiese etwa Halbe/Halbe.

Ich habe einen Teil gesehen, etwa 300 ha, seit 2 Jahren nicht bejagt. Ein etwa 400 Meter breiter Waldgürtel, der umgeben ist von Wiesen und Mais. Es gibt dort 5 Kanzeln und 3 oder 4 offene Sitze. Die Kanzeln stehen im Moment beim Bauern in der Scheune und sind überarbeitet. Sie warten darauf, mit dem Manitu wieder auf ihren Platz zu kommen. Ansage: ich brauche aber auch keine Kanzeln aufzustellen, wenn nicht wenigstens 2-3 mal im Jahr jemand dort ansitzt. Und wenn ich will, stehen auch ganz schnell an 2-3 Stellen wieder Kirrautomaten. In der Umgebung gibt es eigentlich nichts, also keine Geokätscher, Hundemuddis oder Baumumarmer. Das läßt hoffen.

Insgesamt sind es in der Gruppe 7 Jäger, 3 davon kommenn nur im Herbst auf die Treibjagden.
Wenn nur ein Drittel von dem stimmt, was mir der Aufseher erzählt hat, bin ich dort glaube ich ganz gut unter.
Ein Reh und eine Sau sind frei, danach Reh 4 Euro, Sau 1 Euro. Riesige Kühlkammer und Zerwirkraum sind auch da.
Einzige Bedingung: Was ich ins Kühlhaus hänge, trage ich auch wieder raus. Schießen und ein anderer kümmert sich drum, gibt es nicht.
Gut, ok, hab ich eh kein Problem mit....

Gezahlt hab ich, nu werde ich als Mitpächter registriert. Dann bekomme ich ein Stück Papier, mit dem darf ich ungeachtet aller Ausgangsbeschränkungen und was weiß ich noch alles nach Frankreich einreisen und mich dort auf die Jagd begeben und mich im notwendigen Rahmen dafür frei bewegen.
Es wird wirklich Zeit, daß die toitsche Staatsmacht endlich ihre Grenztruppen abzieht. Ist langsam nicht mehr lustig. Das erinnert langsam an den ollen Erich.

Alzwie ich Kind war, war es immer ein großes Abenteuer, wenn es im Auto über die Grenze ging. Deutscher Zoll, französischer Zoll, wirste angehalten oder nicht... Im Laufe der Zeit wurden die "Kontrollen" immer lascher, nach Schengen dann gar keine mehr. Die Zollhäuschen sind auch verschwunden.

Und jetzt? Der Horst spielt Sheriff und stellt - mMn absolut unnötiger Weise - das Leben und die Gewohnheiten von abertausenden auf den Kopf.
Die Krönung war, als ich von meiner heimlichen Revierbesichtigung zurück gekommen bin, die Einreisekontrolle. Irgenein mäßig motivierter Bundespolizist kontrolliert meinen Ausweis. Weill als Bürger der bunten Republik muß er mich einreisen lassen. Soweit - so gut. Aber dann fragt der mich doch wirklich wahrhaftig und ernsthaft, wo ich denn jetzt hin will.

Ich hab ihm erklärt, daß ich ihm das natürlich sehr gerne verrate, wenn er mir sagt, warum er mich das fragt und was die Rechtsgrudlage für seine Frage ist. Die Antwort ist er mir schuldig geblieben. Ich hab ihm dann aber trotzdem verraten, wo ich hin will. Am liebsten in die Kneipe, aber die hat zu, also geh ich heim und trinke dort Bier.

Ungllaublich, muß ich mich fragen lassen, wo ich hin will.....

 
Sodele, es ist vollbracht. Ich hab die Papiere, ich darf zur Jagd nach Frankreich einreisen, fünffach bestätigt, daß es zum Schutze der Landwirtschaft unabdingbar ist, Sauen zu jagen. Bock geht frühestens am 2. Juni auf.

Freitags haben wir die Papiere ausgefertigt, samstags bin ich auf zum Ansitz.
Es gibt zwei Sitze, die ich schon kenne. Ich habe mich für denjenigen entschieden, wo ich schonmal gesessen habe und wo der Futterautomat läuft.
Ich spreche mit dem Garde de Chasse, wann ich denn am besten sitzen soll. Er empfiehlt mir um SPÄTESTENS 8 Uhr zu setzen. Gesagt, getan. Ich schaffe es tatsächlich um 8 zu sitzen.

Gegen zwanzig nach 8 betritt ein Schmalreh die Bühne, um kurze Zeit später wieder das Feld zu räumen. ER betritt die Fläche. Adonis himself. Ein Schrank von einem Bock. Wild plätzend und fegend bietet er mir eine gute Halbe Stunde ein eindrucksvolles Schauspiel.

Während ich noch so darüber nachdenke, ob er wohl in meiner Pfanne landen wird, erscheinen gegen viertel nach 9 von links aus dem Gebüsch die Sauen.
Ich erstarre (fast) zur Salzsäule. Ziehe mich weiter ins Innere der Kanzel zurück. Diese Kanzel hat die Ausmaße eines mittleren Buswartehäuschen.
Der Griff geht zum Gehörschutz, aufsetzen und gaaaanz langsam nach vorne in Richtung Waffe. Distanz ?30? Meter. Ich sehe Überläufer. Aso eher spät gesetzte Frischlinge aus dem letzten Spätsommer. 6 Stück um die 25 Kilo zusammen mit Mutti. Mutti so um die 50 Kiilo.

Eins von den Ferkelchen (Sau kann man sie einfach noch nicht nennen) steht breit. Einstechen hab ich vergessen. Vor lauter Aufregung. Der erste Ansitz seit drei Monaten und dann direkt das.... Ok, Päng. Das Ferkel zeichnet, geht nach rechts ins Gebüsch ab, der Rest der Kompnie lach links, woher sie gekommen sind.

Ich folge dem Wutzjen, durch eine hüfthohe Hecke, sehe es am Ende rauskommen um danach in einem undurchdringlichen Brombeerdschugel zu verschwinden.

Inzwischen ist es knapp viertel vor 10. Das Licht schwindet. Ich hole den Hund aus dem Auto. Auf zum Anschuß. Unsere "Suche" endet vor den Brombeeren. Nun ist die Frage - was tun. Zu sehen ist nix. Scheiße elende. Am Anschuß ist reichlich Schweiß zu sehen, aber eben keine Lunge.

Ich ringe mit mir und überlege, was ich tun soll. Schweren Herzens breche ich die Aktion ab und beschließe, im ersten Licht wiederzukommen.
Gesagt, getan. Bewaffnet für den Nahkampf mit den Brombeeren bin ich um kurz nach 5 wieder da. Die Wutz ist noch durch die Hecke durch um danach in einem Graben mit Buchenrauschern zu liegen. Der Fuchs hatte eine Party. Ob die Sau aus eigener Kraft durch die Hecke durch ist, oder der Fuchs sie rausgezerrt hat - ich werde es nie erfahren.

Ich hab dann ein Foto für den Aufseher gemacht und das Ferkelchen dort gelassen, wo es war. Tja. Nachmittags komm dann endlich der erwartete Anruf.
Ich war auf alles gefaßt. Die Ansage war - hast alles richtig gemacht. Bis auf einen Punkt - warum um alles in der Welt schießt du bei einer Sau auf die Kammer?

Egal. Schade um die Wutz, aber nicht zu ändern.

Reichlich Anblick, ganz ohne Hut, endlich wieder Jagen...
 
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