Moin Männers,
so ganz langsam schöpfe ich wieder Hoffnung nach knapp 3 Monaten Zwangspause wg. Beschränkungen in Frankreich demnächst endlich mal wieder zur Jagd gehen zu können.
In der letzten Zeit hat sich einiges getan, ich bin nun in einem neuen Revier gelandet. 10 Minuten von der Haustür, 15 Kilometer, nicht wie bisher 45 Kilometer und je nach Verkehr fast eine Stunde. Leicht hab ich mir die Entscheidung nicht gemacht. So schön das alte Revier auch war, wir hatten zwei Jahre lang einen Störenfried in der Gruppe, der keine Ruhe gegeben hat, bis alle miteinander im Clinch lagen. Dazu kam dann noch, daß der Hauphächter weit weg sitzt, nur im Herbst zu den Treibjagden kommt und ansonsten im Wesentlichen seine Ruhe haben will.
Das hat all die Jahre eigentlich auch ganz gut geklappt, bis eben dieser Störenfried aufgetaucht ist und alle gegeneinander ausgespielt hat. Das hat natürlich auch zu ständigen Beschwerden beim "Scheff" geführt, der wiederum hat in der Folge einen ziemlichen Lustverlust erlitten. Alles nicht gut für die Stimmung.
Eigentlich wollte ich die beiden letzten Jahre, bis der Vertrag ausläuft noch dort bleiben und mir dann was andes suchen. Nachdem dann noch an Weihnachten ein lieber Freund aus dieser Gruppe gestorben ist - wir waren eigentlic bis zum Schluß fast meistens immer zusammen zur Jagd, war es dann in Summe nun Zeit. Und nachdem ich im Herbst durch Zufall auf einer Treibjagd in dem "neuen" Revier gelandet bin, hat sich das dort alles sehr gut und halbwegs behutsam entwickelt.
Vor etwa 14 Tagen war ich heimlich dort. Der Jagdaufseher hat mir einen ersten Teil vom Revier gezeigt. Insgesamt sind es etwa 900 ha, Wald / Feld-Wiese etwa Halbe/Halbe.
Ich habe einen Teil gesehen, etwa 300 ha, seit 2 Jahren nicht bejagt. Ein etwa 400 Meter breiter Waldgürtel, der umgeben ist von Wiesen und Mais. Es gibt dort 5 Kanzeln und 3 oder 4 offene Sitze. Die Kanzeln stehen im Moment beim Bauern in der Scheune und sind überarbeitet. Sie warten darauf, mit dem Manitu wieder auf ihren Platz zu kommen. Ansage: ich brauche aber auch keine Kanzeln aufzustellen, wenn nicht wenigstens 2-3 mal im Jahr jemand dort ansitzt. Und wenn ich will, stehen auch ganz schnell an 2-3 Stellen wieder Kirrautomaten. In der Umgebung gibt es eigentlich nichts, also keine Geokätscher, Hundemuddis oder Baumumarmer. Das läßt hoffen.
Insgesamt sind es in der Gruppe 7 Jäger, 3 davon kommenn nur im Herbst auf die Treibjagden.
Wenn nur ein Drittel von dem stimmt, was mir der Aufseher erzählt hat, bin ich dort glaube ich ganz gut unter.
Ein Reh und eine Sau sind frei, danach Reh 4 Euro, Sau 1 Euro. Riesige Kühlkammer und Zerwirkraum sind auch da.
Einzige Bedingung: Was ich ins Kühlhaus hänge, trage ich auch wieder raus. Schießen und ein anderer kümmert sich drum, gibt es nicht.
Gut, ok, hab ich eh kein Problem mit....
Gezahlt hab ich, nu werde ich als Mitpächter registriert. Dann bekomme ich ein Stück Papier, mit dem darf ich ungeachtet aller Ausgangsbeschränkungen und was weiß ich noch alles nach Frankreich einreisen und mich dort auf die Jagd begeben und mich im notwendigen Rahmen dafür frei bewegen.
Es wird wirklich Zeit, daß die toitsche Staatsmacht endlich ihre Grenztruppen abzieht. Ist langsam nicht mehr lustig. Das erinnert langsam an den ollen Erich.
Alzwie ich Kind war, war es immer ein großes Abenteuer, wenn es im Auto über die Grenze ging. Deutscher Zoll, französischer Zoll, wirste angehalten oder nicht... Im Laufe der Zeit wurden die "Kontrollen" immer lascher, nach Schengen dann gar keine mehr. Die Zollhäuschen sind auch verschwunden.
Und jetzt? Der Horst spielt Sheriff und stellt - mMn absolut unnötiger Weise - das Leben und die Gewohnheiten von abertausenden auf den Kopf.
Die Krönung war, als ich von meiner heimlichen Revierbesichtigung zurück gekommen bin, die Einreisekontrolle. Irgenein mäßig motivierter Bundespolizist kontrolliert meinen Ausweis. Weill als Bürger der bunten Republik muß er mich einreisen lassen. Soweit - so gut. Aber dann fragt der mich doch wirklich wahrhaftig und ernsthaft, wo ich denn jetzt hin will.
Ich hab ihm erklärt, daß ich ihm das natürlich sehr gerne verrate, wenn er mir sagt, warum er mich das fragt und was die Rechtsgrudlage für seine Frage ist. Die Antwort ist er mir schuldig geblieben. Ich hab ihm dann aber trotzdem verraten, wo ich hin will. Am liebsten in die Kneipe, aber die hat zu, also geh ich heim und trinke dort Bier.
Ungllaublich, muß ich mich fragen lassen, wo ich hin will.....