• Du musst dich registrieren, bevor du Beiträge verfassen kannst. Klicke auf Jetzt registrieren!, um den Registrierungsprozess zu starten. Registrierte User surfen werbefrei, können Suchen durchführen und sehen die volle Darstellung des Forums mit vielen anderen Unterforen!!!

[Jagd] Der Jagdthread

Weiter geht es. Immer noch den Mais bewachen. Ein mäßig spanndendes Unterfangen, aber mit wenig Aufwand ist viel guter Wille zu beweisen.
Gestern abend. Ich beziehe den Wachturm am öfter beschriebenen Waldrand mit Wiese vor dem Maisfeld.

Es ist ja erschreckend, wie früh es inzwischen dunkel wird. Weihnachten naht, Zeit Bestellungen aufzunehmen. Aber egal.
Also - ich sitze auf dem Wachturm. Eine gemütliche Kabine, die in einer deutschen Universitätsstadt schon von der Größe her als Luxusappartement durchgehen würde.

Gegen halb 8 bin ich da und harre wie üblich. Außer den beiden Dachsen und einem Jungfuchs tut sich nicht viel. Genauer gesagt gar nix.
Gegen halb 10 - ich bin im Geiste schon auf dem Heimweg, als ein kleiner Jährling am oberen Ende vom Maisfeld austritt. 10 Meter von der Straße.
Eigentlich gilt es ja den Sauen, aber was willste machen. Bevor er auf der Straße liegt.

Ziel erkannnt........ uswuswusw. Das kennt ihr. Ich erfasse das Ziel, denke wegen der einbrechenden Dunkelheit über einen Schuß auf Haup oder Träger nach, aber das Engelchen gewinnt. Ein (kleiner)Fehler. Egal. Der Schuß bricht, kurz hinter dem Blatt, Böckchen zeichnet gut, renn in den Mais. So eine Seuche.
Was willste machen. Nicht lange fackeln, zusammenpacken und an den Anschuß, der recht schnell gefunden war. Schweiß reichlich, aber die Spur geht in den Mais. Nicht daß ich Bedenken gehabt hätte, daß er nicht liegt, aber was weiß ich denn, was mich saumäßiges im Mais erwartet?

Hilft ja ales niix, erstmal auf die Knie und in den Mais reingeleuchtet. 3-4 Meter weit ist er noch gekommen.

Den Rest kennt ihr, Antibrumm, aufbrechen, ab ins Kühlhaus.

Dem aufmerksamen Leser ist ja nicht entgangen, daß dienstags die Müllafuhr kommt.
Ich lasse Bilder sprechen.

1597737389815.png


1597737413423.png


Blätter noch ganz, jetzt hab ich auch noch die fehlenden 3 Pfund, die der Metzger für meine Grllwürste am WE braucht.
Eineinviertel Stunde. Wurstfleisch geputzt, Keulen und Rücken verpackt, Reste in der Tonne, Werkzeug sauber.
Da sehe ich Optimierungspotenzial.
 
Waidmannsheil @erwinelch ... leider fehlt wie immer die allerentscheidensde waidmännische Angabe:
Die Art der Kopfbedeckung! Ob das jetzt einen lodenjockeligen Rüffel verdient möchte ich als blutjunger Jungjäger nicht entscheiden ... :D
 
da wo ich jage, wird nicht gejockelt. Ganz einfach. Sollteste doch inzwischen verstanden haben.
Abgesehen davon, daß ich Kopfbedeckungen nicht mag, WÜRDE ich eine solche bei der Jagd tragen, WÜRDE ich mich natürlich den Gepflogenheiten des Gastlandes anpassen.
1597758549053.png



Immerhin ist - so von wegen der Jockelichkeit - der Bauer zu mir gekommen und wollte die bruchgerechten Bäume genannt haben.
 
Waidmannsheil



Bei der von dir genannten Kopfbedeckung ist man stets ein frisches Baguette und ein halber Liter Rotwein mitzuführen, optional filterlose , aber dafür stark parfümierte, Zigaretten!
:P
 
Waidmannsdank.

Nun, also du hast ja jedes Klischee bemüht. Ich persönlich bevorzuge auf dem Mirador ja eher einen bleifreien Sauerkrautsaft. :muhahaha:
Du hast allerdings, damit das Bild sich abrundet, den Käse vergessen. Ohne KÄSE, und ich meine nicht irgendein Gummizeug aus dem Allgäu oder so, also ohne KÄSE geht nix. Übrigens, haste einen anständigen KÄSE dabei, mußte dir auch keine Gedanken um Mücken machen. Die fallen dann nämlich tot von der Wand. Alternativ hilft auch das:

1597817831134.png


Abba da bin ich schon lange von weg. Zum Glück. Und wegen Baguette. Das ist genial, kommste sonntags vom Morgenansitz, direkt am Dorfrand ist eine Bäckerei, die wirklich richtig gutes Brot macht. Sehr geil.
 
Das dürfte ein weiterer unbestreitbarer vorteil Deiner Jagdgelegenheit sein, neben der existenz von Wild ansich. ;)

Hier muss ich mich um mein Baguette mit mehrtägige Teigführung stets selbst kümmern.... :(
 
Das dürfte ein weiterer unbestreitbarer vorteil Deiner Jagdgelegenheit sein, neben der existenz von Wild ansich. ;)

Hier muss ich mich um mein Baguette mit mehrtägige Teigführung stets selbst kümmern.... :(

aber was soll man denn mit einem halben Liter Rouge anfangen? Mundspülung oder so? So früh kommen die Sauen dann doch nicht, muß manchmal schon ein bissi sitzen.....
 
Waidmannsheil zu den erlegten Stücken!

Im Moment komm ich so gut wie garnicht zur Jagd, viel Arbeit im Garten die gemacht werden muß,
im Job neues Aufgabengebiet im 12h-Dienst zur Vorbereitung für 3TagedieWoche-Homeoffice/Telearbeit,
da bin ich abends völlig platt.
Naja, bald isses geschafft und dann komm ich wieder öfter raus, da freue ich mich schon drauf.
Dann hab ich hoffentlich auch mal wieder mehr als nur viel Anblick, die Truhe leert sich zusehends.


Gestern auf dem Schießstand das neue Brownell 1-4x24 Drückjagd-Zf eingeschossen. Gab es auf Garantie neu weil sich der Einstellturm für die Leuchtpunktintensität verabschiedet hatte.
Erst am Stand festgestellt, dass ich das Magazin für meine DJ-Büchse Remington 700 im Schrank gelassen hatte.
Glücklicherweise hatte ein anderer Standbesucher ein passendes für mich zur Hand.

Dann auf 50m erst mal geschaut wo der Treffersitz des uneingestellten Zf so ist .....
auf der Zielscheibe zumindest schon mal nicht ... viel weiter links spritzte der Sand vom Kugelfang.

Etliche Korrekturversuche mittels Mündungs-Laserzielaufsatz später ... diesen abgebaut und verflucht
und größere Scheibe auf 25m aufgebaut und 3 Schuß später wieder auf 50m kleine Scheibe end-eingeschossen.

So mühsam war das Einschießen noch nie, aber egal, nun passt es. Der Herbst kann kommen !





Ach ja, Mückenspray ....

von den hier erhältlichen bevorzuge ich Antibrumm und Zeckito sensitiv (datt stinkt nicht ganz so dolle)
Auswärtige die gut sind: das rote "Off!" aus Ägypten (wirkt wie doof, möchte ned wissen was da so drin ist)
oder das grüne, amerikanische "Off!" (drüben so verbreitet wie hier Autan)


https://www.test.de/Mueckenmittel-Nur-4-von-21-schuetzen-gut-4708290-4709751/?sort=gesamtErgebnis
 
nun, gestern hab ich wieder am Mais gesessen. Der Bauer hat den unteren Teil vom Maisfeld schon gehäkselt. Jetzt gibt es wenigstens mehr als nur eine theoretische Chance, die Sauen zu erwischen, wenn sie aus dem Wald kommen.

Halb 8 war ich auf dem Sitz. Viertel vor 8 das erste Schmalreh. Sind noch zu.

Gegen 20 vor 9 der erste Dachs, sind auch noch zu. Gegen 10 vor neun der zweite Dachs, 5 vor neun, einer der beisen Dachse rennt zurück in den Wald.

10 nach 9 - ein einzelnes Kitz kommt aus dem Mais

20 nach 9, das nächste Schmalreh. Sind immer noch zu. Schxxxe.

zwanzig vor 10 - ein Reh zieht von unten über die gehäxelte Fläche in den Mais. Keine Ahnung, was es war. Aber ein Reh wars. Ehrlich.

Und das war´s dann bis 11 Uhr, dann bin ich gegangen, um halb6 kräht der Hahn.....

Ah, beinahe vergessen. Familie Marder kam auch noch vorbei. Zu dritt. Fragt mich nicht, ob sie aus den Steinen oder den Bäumen kamen. Egal...
 
Sodele hochverehrte Leserschaft,

ich hab wieder was zu berichten. Bock tot. Zum Glück. Und ihr glaubt nicht, wie gerne ich darauf verzichtet hätte.

Ganz kurze Kurzversion - Sonntag. Morgenansitz. Nachdem das Licht es halbwegs hergegeben hat, schaue ich um mich. Links neben meinem Sitz am Mais tollt ein Kitz und freut sich des Lebens. Ich spekuliere, daß Mutti vielleicht mit der großen Schwester vom letzten Jahr dazu kommt. Weil - weibliches Rehwild und Kitze sind nu auch auf. Unnötig zu sagen, daß Kitze erst so ab November oder so. Und Geisen noch viel später, aber wenn eine Schmale des Weges kommt, immer gerne.

Auf der linken Seite passiert nix weiter, außer das der High-Speed-Dachs wieder nahe der Lichtgeschwindigkeit die 100 Meter vom Mais in den Wald sprintet.

Der Blick geht nach rechts und 5 Meter neben meinem Sitz erkenne ich etwas rehfarbenes im Gestrüpp liegen. Ich denke mir, oh, das zweite Kitz chillt noch ein bissi. Aber iwi sagt mir der sehr erfahrene Jäger in mir :muhahaha:, da stimmt was nicht. Die Farbe stimmt für ein Kitz nicht wirklich und überhaupt sieht das eher wie ein Häufchen Elend aus. Glas gegriffen. Nein, Kitze haben kein Spießergehörn. Also noch genauer. Ein schreckliches Bild. Glas weg, Waffe greifen, Glas auf 15-fach und genauer. Überall Löcher im Fell, Bisswunden in der Keule. Madenbefall. Gut. Nein, nicht gut. Scheiße. Sehr scheiße. Aber was willste machen. Also Waffe rechts aus dem kleinen Fenster zielen, Schuß fast senkrecht nach unten, gar nicht so einfach. Und bevor nu ein Waidheiliger aus den Büschen kommt, nein, ich schieße normalerweise nicht auf liegendes Wild. Ziel erfaßt, der Schuß sitzt da, wo er dafür sorgt, daß sofort Ruhe ist.

Nicht schön, runter vom Sitz und hin zu der erbarmungswürdigen Kreatur. Ich weiß nicht, ob der schon da gelegen hat, als ich um halb 5 auf den Sitz bin, oder ob Diana ihn zu mir geschickt hat, aber ich glaube, der hat sich zum Sterben da hin gelegt. Ganz fiese böse Sache.

Der Missetäter scheint bekannt zu sein, unterhalb ist ein sehr seltsamer Pferdehof und von dort scheint die 4-pfotige Gefahr zu kommen.

Die Laune nach dem Ansitz war entsprechend. Bilder erspare ich euch.
 
Ansitzen, beobachten und die "3S",
das habe ich schon mit einigen Hunden gemacht.
was wildert gehört weg!
ganz einfach

ach ja, bevor jetzt wieder einige Sprüche oder ähnliches kommen:
wer schon mal ein angeschnittenes(für Nichtjäger: an gefressenes) Reh
das noch lebte erlösen musste weiß wovon ich spreche.
Im Gegensatz zu Wölfen oder Luchsen töten Hund meistens kein Reh sondern beißen
und/oder reißen ein "nur" Stück aus den Keulen oder Weichteilen und lassen es damit bewenden.......
 
An der Dachsburg letzte Woche, war ich leider erfolglos.
Hab ihnen jetzt mal ein paar überreife Zwetschgen vorbei gebracht und eine Wildkamera installiert.
Schaun mer mal was sich die kommenden Tage dort zeigen wird :-D

Samstag abend bin ich nach dem Regenschauer noch raus ins Revier.
Offene Leiter mit Überblick auf eine große Wiese ist es dann geworden.

Nach nicht allzulanger Zeit ist dann eine Geiß mit ihren beiden Kitzen ausgetreten. War wirklich schön die beiden kleinen beim Spielen zu beobachten.

Aus dem Feldgehölz neben meinem Sitz trat dann eine 2-3 Jähriger Bock aus.
Ziemlich schwach im Wildpret, kurz unter Lauscherhoher Gabler.

Nichts was man jetzt umbedingt schießen muss, aber kann.

Richtig aufmerksam wurde ich als ich seine Geräuschkulisse beim Atmen vernahm. In etwa so wie ein altes Postross hörte er sich an.
Puh.. also Gesund hört sich das definitiv nicht an.

Als er spitz von mir weg stand und ich den Spiegel betrachten konnte, entdeckte ich das diese etwas verschmiert war.
Nun war der entgültige Entschluss gefasst ihn zu erlegen.

Er machte leider keine Anstalten sich breit zu stellen sondern zog wieder in Richtung Feldgehölz und in die dahinter gelegene Wiese.

Das wichtigste Gerödel zusammengepackt und runter vom Sitz. Das Feldgehölz umschlagen in Richtung Wiese.

Dort stand der Gesuchte auf ca. 200m entfernt. Mit dem läpperlichen 3-Bein doch etwas arg weit.
Versuchte ich ihn auf leisesten Sohlen anzupirschen.

Es zog aber gemütlich weiter in Richtung den ca. 400 m entfernten Wald.
Immer spitz von mir weg.

Das ganze Spiel daurte ca. 45 min. Ich 3-4m angeschleicht und er gemütlich 3-4m weiter.
Um die 45 Minuten zog sich das ewige hin und her.

Licht war mitlerweile so gut wie nicht mehr vorhanden und der Waldrand auch nur noch 30m entfernt.
Somit gab es nur noch eine Chance für mich...

Dreibein aufgestellt, Waffe eingerichtet, vorder und Hintergelände frei, natürlicher Kugelfang gegeben usw...

Auf einen kurzes Schrecken von mir, tat er mir endlich den Gefallen und stellte sich breit.

Daraufhin lies ich die Kugel Fliegen.

Nach einem halbbogen von etwa 20m blieb er stehen und fiel ruhig ins Gras.


Anschließend den Lada geholt, Bock eingeladen und ab nach Hause zum Aufbrechen.

:trapper: Auch diesmal wieder mit HUT.

Waidmannsheil euch allen.


bock_2.jpg
 
WmH
 
Zurück
Oben Unten