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[Jagd] Der Jagdthread

willste Haare spalten? Wir können uns sofort darauf einigen, daß es nachhaltiger nicht geht. Und über Tierwohl brauchen wir auch nicht zu reden.
Aber - mit ziemlicher Sicherheit ist Wildfleisch im ureigenen Sinne nicht Bio. Das Rehlein hat mit Sicherheit auf einem konventionellen Acker genascht. Und damit isses schon nicht mehr Bio.

Wenn dir jemand "Wild" mit einem echten Bio-Zertifikat verkauft, verkauft er dir Fleisch aus Gatterhaltung. Und das ist - wenn wir weiter bei der Haarespalterei bleiben - im Sinne des Jagdrechts eben KEIN Wild.
Ich will hier keine Haare spalten ,das Wild Frisst ,Säuft,Schläft,Rennt,Kratz unF.....t wann es will und ned wenns der Mensch für richtig und angemessen hält,es Lebt wie es von Natur aus Lebt
 
Morgen geht in den meisten bzw. den restlichen Bundesländern die Jagd auf Rehwild auf.

Für mich bedeutet das intensive Jagd in den nächsten 2-3 Wochen, nach 3 Monaten fast völliger Jagdruhe.

Ich wünsche allen passionierten Rehwildjägern Waidmannsheil und stets eine sichere Kugel.
 
das
Bio nach Zertifikate weil die Heizung weniger Öl oder der Stall weniger Strom, braucht oder die Stalltiere 5 qm mehr Bewegung haben ist leider verarsche ,meine Meinung
da könnte ich dir Dinge erzählen.... Ich denke dabei nicht an den Stall oder die Heizung, sondern mein Gedanke geht halt einfach dahin, was frißt das Wild?
Und wenn die Sau den Mais auf dem Acker ausgräbt, der vorher 3x gedüngt (konventionell) und 2 x mit was weiß ich noch allem gespritzt wurde, isses mit Bio nicht mehr so weit her. Das soll jetz aber auf garn icht keinen Fall bedeuten, daß das Rehlein oder die Sau, die ich im Feld oder Wald erlege, nicht mit Abstand das beste Fleisch ist.
Es ist aber eben nicht Bio.

Es ist viele Jahre her. Hochzeitsfeier von Freunden in den Räumlichkeiten der Lebenshilfe auf deren Hof. Am anderen Morgen beim Aufräumen läuft der Schweinebauer an mir vorbei und ich will ihm 20 übrige Baguettes für seine Schweine geben. Der hat dankend abgelehnt, das wären keine Bio-Backwaren, deswegen dürfte er die nicht an seine Schweine verfüttern, die wären danach auch nicht mehr Bio. Heißt doch in anderen Worten - für die Schweine ist das Brot nicht gut genug, aber die Schützlinge und Mitarbeiter, die können es essen. Ich nenn sowas pervers.

Mein Blick muß ziemlich sparsam gewesen sein, er hat sie trotzdem mitgenommen und in die Kantine getragen. Die wurden dann zum Mittagessen an die Belegschaft verfüttert.

Ich hab mir Jahre später mal deren Schweinestall angesehen. Außer daß der erkennbar viel mehr Platz pro Sau bietet und daß der Auslauf ein traumhaftes Panorama bietet, der Stall sieht aus, wie ein Schweinestall nun mal aussieht. Und die schlachten da in der Woche 3 Schweine. Also nix mit der Sau mit dem Kleeblatt zwischen den Zähnen, das sich genüßlich am Baum schrubbt.....
 
Ich hab mir Jahre später mal deren Schweinestall angesehen. Außer daß der erkennbar viel mehr Platz pro Sau bietet und daß der Auslauf ein traumhaftes Panorama bietet, der Stall sieht aus, wie ein Schweinestall nun mal aussieht. Und die schlachten da in der Woche 3 Schweine. Also nix mit der Sau mit dem Kleeblatt zwischen den Zähnen, das sich genüßlich am Baum schrubbt.....

Sorry für OT.
Natürlich werden "Bio-Schweine" auch geschlachtet und nicht totgestreichelt. Aber das was du schreibst ist doch kein Argument gegen Bio. Zumindest für mich nicht.
Wenn ich Fleisch zukaufen muss, macht es für mich einen Riesen-Unterschied ob das Schwein mal frische Luft atmen könnte oder nicht, das Tageslicht gesehen hat oder nicht, oder zumindest soviel Platz hat, dass es ein Mindestmaß an Bewegung bekommt.

Auch das Thema "belegte Brötchen" - drehen wir den Spieß Mal um. Wie würden die Verbraucher reagieren wenn rauskommt, dass die Bio-Tiere mit "nicht biologischem" Futter gefüttert wurden? Gäbe den nächsten Aufschrei.

Ich persönlich setze "Bio" nicht gleich mit "Ohne Fehl und Tadel" sondern mit einer Haltungsform die die übelsten Auswüchse versucht zu vermeiden.

Aber lasst uns das nicht im Jagdthread ausdiskutieren.

Back to topic:
Und weil Wild nicht Bio, aber artgerecht ist und lecker schmeckt, habe ich heute Abend einen Bock geschossen.

Neues Revier, 2. Ansitz.
Morgens erfolglos angesessen (2 Stücke gesehen, aber zu weit) hatte ich am Abend eigentlich nicht wirklich Lust. Wind hat nicht gepasst, müde war ich auch. Bin dann trotzdem los.

Und dann war es halt so, wie Waldjagd oft ist. 19 Uhr gesessen, grüne Wand angestarrt und Harvester-Schneise inspiziert. Ermüdende 75 Minuten lang. Nichts.

Dann:
20:10:05 Rascheln im Bestand
20:10:20 Waffe hoch und eingerichtet
20:10:35 Bock auf der Schneise
20:10:37 Schuss raus
20:11:00 Ruhe

Jährling oder 2-jährig, Tendenz zu 2 Jährig:
-17 Kilo aufgebrochen ohne Haupt
-schon längst fertig gefegt
-durchgezahnt

Bin soweit zufrieden, so darf es weitergehen. Man glaubt nicht wie wildreich ein sehr stadtnaher Erholgswald sein kann.

Allen Rehwildjägern WMH.

Otago
 
@Otago: Waidmannsheil zum Bock, ansprechen wird in der heutigen Zeit eh komplett überbewertet. Ohne jedoch euren Bestand zu kennen würde ich bei den genannten Eckdaten wohl eher nicht von einem Jährling ausgehen.

Bei mir läuft es bis jetzt auch ganz gut, wenn auch nicht ganz so gut wie letztes Jahr. Bis jetzt liegen 4 Böcke und 2 Schmalrehe.
 
@Otago: Waidmannsheil zum Bock, ansprechen wird in der heutigen Zeit eh komplett überbewertet. Ohne jedoch euren Bestand zu kennen würde ich bei den genannten Eckdaten wohl eher nicht von einem Jährling ausgehen.

Bei mir läuft es bis jetzt auch ganz gut, wenn auch nicht ganz so gut wie letztes Jahr. Bis jetzt liegen 4 Böcke und 2 Schmalrehe.
6 Stk. seit 01.05. oder habt ihr früher gestartet?

Thema "Ansprechen":
Bestimmt kontrovers zu diskutieren. Der Bock fiel in einem reinen Waldrevier, 80% Buchennaturverjüngung - ist aktuell schon absoluter Dschungel - in 2 Wochen ist die Jagd da so gut wie zuende bis zum Laubfall. Da ist einfach keine Zeit jedes Reh eine halbe Stunde zu taxieren - in der durchsichtigen Fichtenmonokultur oder im Feld mag das anders sein, kenne ich auch.

Gäbe noch zig weitere Gründe/Argumente das Thema auszuführen, aber ehrlich gesagt ist es mir als bekennendem Fleischjäger egal wie der Bock in 2 Jahren potentiell hätte aussehen können.

Ich schieße das was ich verwerten kann und was nach den Regeln "frei ist".
 
6 Stück seit ersten Mai. Letztes Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 9.

Und zum Thema Ansprechen: wenn schon nicht vor dem Schuss, sollte man zumindest danach ungefähr wissen was da vor einem liegt
 
6 Stk. seit 01.05. oder habt ihr früher gestartet?

aber ehrlich gesagt ist es mir als bekennendem Fleischjäger egal wie der Bock in 2 Jahren potentiell hätte aussehen können.

Ich schieße das was ich verwerten kann und was nach den Regeln "frei ist".

Genau so. Ich meine mich aus der Jägersausbildung dran zu erinnern, daß das Reh in seiner heutigen Form vor etwa 400.000 Jahren zum ersten mal aufgetaucht ist. Ob´s stimmt oder nicht - ich erinnere mich nicht mehr so ganz genau. Was ich aber sehr genau weiß, es gibt das Reh schon lang genug, als daß ich mich als Jägerlein dazu berufen fühlen müßte, sonderlich selektiv einzugreifen. Sie schmecken alle gleich. Wenn ich die Auswahl habe, Adonis in vollem Saft und voller Kraft oder ein kümmerlicher Jährling, dann weiß ich, was ich zu tun habe, aber sonst? Warum? Rehzüchterei? Sie schmecken alle gleich, was der Bock auf dem Kopp hat, interessiert mich ehrlich gesagt nicht wirklich. Was ich allerdings sehr genau weiß, wenn man für eine nicht zu hohe Population sorgt, das ist der größte Gefallen, den du "deinen" Rehen tun kannst. Wenn man das Gewicht als Indikator nehmen darf.....
 
Ich bin auch gewiss kein Reh Züchter, im Gegenteil. Trotzdem weiß ich für gewöhnlich auf was ich schieße. Und spätestens am toten Stück sollte man in der Lage sein zu sagen ob Jährling oder nicht.
 
Ich bin auch gewiss kein Reh Züchter, im Gegenteil. Trotzdem weiß ich für gewöhnlich auf was ich schieße. Und spätestens am toten Stück sollte man in der Lage sein zu sagen ob Jährling oder nicht.
ja klar, Jährlinge erkenne ich auch ganz gut, aber in die (?sinnstiftende?) Debatte, ob der Bock nu 4 oder 5 Jahre alt ist, möchte ich eigentlich nicht einsteigen....
 
Chapeau - bleibst du durchgängig sitzen oder wie geht das? Ist ganz erst gemeint - bei unseren Wilddichten und Revierstrukturen wäre das undenkbar.
Wenn ich seit 01.05. jeden Morgen und Abend gesessen wäre, wären das 6 Ansitze. Also ein Reh pro Ansitz, irre.

Ich hab letztes Jahr einen Jährling geschossen, der hatte 18 KG aufgebrochen, war nicht Mal durchgezahnt....
Jetzt ist es entweder ein starker Jährling der durchgezahnt hat (locker möglich) oder ein Zweijähriger. Alle mir bekannten Möglichkeiten das auseinanderzuhalten sind nicht 100% oder stammen aus Zeiten in denen man glaubte der Gabler von diesem Jahr sei der 6er vom nächsten.

Schlussendlich ist es mir aber auch Wurst, schmecken wird er.
 
So jetzt hat es auch mit meinem Maiböckle geklappt nachdem ich seit Sonntag nur Geisen im Anblick hatte. Ausser gestern da hatte ich ihn auch schon gesichtet, aber zu weit weg. Nichts spektakuläres. Minigabler, Halblauscherhoch, noch im Bast & 13kg.
 
Die Erkenntnis des Tages habe ich vergessen zu erwähnen. Hab den Bock mit meiner neuen Plastikplempe in .270, wie @erwinelch es nennen würde, erlegt und bin hoch zufrieden. Lag im Knall. Entfernung ca 130m und fast keine Wildpretentwertung. Minimal sulzig am Einschuss. Ok war das erste Stück, aber die anderen in .308 bei gleicher Trefferlage sahen etwas „schlimmerer“ aus.
 
Bei mir hat es auch wieder geklappt.

Beim Abstellen des Autos schon ein Schmalreh auf dem Weg - ein gutes Omen.

Bein angehen an den Sitz raschelt es links von mir im Bestand - ich denke "so eine Sch****, abgesprungen".

Rauf auf den Sitz, eingerichtet, umgeschaut - nichts.
Kurz aufs Handy geschaut, Handy weggelegt, umgeschaut, Reh steht da.

Fernglas genommen - der passt. Geschossen, Flucht beobachtet (Haupt Tief) und nach 10 Minuten runter vom Sitz.

Ich war mir sicher, dass er die Kugel hat, habe aber keinerlei Pirschzeichen am Anschuss finden können. Nach 10 Minuten suchen wurde ich dann leicht (im Sinne von sehr) nervös - bis ich über den Bock gestolpert bin. Buchendschungel halt. Kann man sich nicht ausdenken.

Lag dann keine 10 Meter vom Anschuss.
Tiefblatt abgekommen, Jährling, 12,5 KG aufgebrochen.

Ich denke, dass das "Rascheln im Bestand" beim Angehen genau der Bock war - die Flucht ging dann vor die Kanzel.

Bin sehr zufrieden.

Ich bleibe dabei, für mich ist die Jagd auf Rehwild die schönste Jagd.

Allen Rehwildjägern weiterhin Waidmannsheil.
 
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