Gestern war ich dann nochmal im Feld zum gemütlichen Ansitz. Soweit alles gut, ein Reh wollte ich haben. Hab ich auch.
Ein Schmalreh. Aber.... Kurz vor Licht alle geschossen, schön gezeichnet. Bis jetzt alles gut. Dumm nur, daß zwischen Wald und Wiese, auf der ich geschossen habe, ein wilder Streifen von 20 Metern Breite ist. Wilder Aufwuchs, Pappeln, Birken, alles mögliche, Schilf und unglaublich fieses dorniges bodenkriechendes Gestrüpp. Anschuss wunderbar gefunden, bis in die Wildnis wunderbar nachzuverfolgen, also 5 Meter. Beim ersten Schritt in das boshafte Gestüpp hat Frau Braun sich rumgedreht, ist zurück auf die Wiese und hat mir die Stinkepofte gezeigt. Keine Chance und der Hund hat immer recht, auch wenn er sich weigert. Dann erst recht. Sie ist paralle an dem Getrüpp lang, hat auf der Höhe, wo wir heute morgen das Reh gefunden haben, auf wie angewurzelt gestanden und die Nase in den Wind gehalten, ist aber nicht rein. Also - Anschuß markiert -
und geordnet den Rückzug angetreten. Abends noch mit dem Jagdkollegen tel, Südfranzose, verstehste so gut wie gar nicht, für halb 8 verabredet. Der hatte seine Vicky dabei, eine dekotierte junge BGS. Alles war die gezeigt hat, hat mir Frau Braun abends auch gezeigt. Immerhin. Auch an der selben Stelle vor dem Gestrüpp wo meine Brauni hyperventiliert hat. Vicky hat sich dann aber mit einem Satz ins Gestrüpp getraut und da lag das mausetote Schmalreh. Das ist alles auf einer Fläche von 20 x 20 Metern passiert, ohne Hund keine Chance. Das Reh ist nach dem Schuß in den Aufwuchs rein, das hab ich noch gesehen, mehr auch nicht. Dort dreimal im Kreis gerannt und dabei 4 x über seine eigene Fährte. Jagd ohne Hund ist Schund. Zum Glück hatte es heute nacht leichten Frost. Alles gut.
Nachtrag: unnötig zu erwähnen, daß die Nacht scheiße war. Nachdem was ich am Anschuß gesehen hab war klar daß das Reh liegt, aber trotzdem ein sehr bescheidenes Gefühl. Wäre der Fux in der Nacht dran gegangen, wäre es so gewesen, aber es widerstrebt mir was totzuschießen und es dann nicht angemessen zu verwerten. Weil - sonst brauch ich es auch nicht totzuschießen.