Bratengriller
Grillkönig
Seit ich Besitzer eines Kugelgrills bin plane ich schon, irgendein Großgeflügel am Stück zu grillen. Aus der ganzen Pute zum Geburtstag wurde dann leider nur eine halbe, also war Kirchweih die nächste Gelegenheit: Eine Gans muss her.
Nicht nur aus Tierschutzgründen wollte ich eine deutsche Freilandgans. Die bekam ich bei der Metro, sogar frisch und nicht gefroren. Da sich zunächst neun Gansesser angekündigt haben nahm ich das größte Tier, das ich finden konnte, es hatte (einschließlich Hals und Innereien) stolze 5,384 Kilo.
Gestern Abend habe ich die Gans vorbereitet: Innereien raus, abwaschen, innen und außen mit Salz und Pfeffer einreiben und dann nicht abgedeckt in den Kühlschrank. Heute füllte ich die Gans mit Äpfel, Zwiebeln und Thymian. Das ist das Tier:
Dann ging's ab auf den Grill. Ursprünglich wollte ich sie auf den Weber Bratenhalter legen und damit in die Viereckpfanne. Wie ich das Ding auch gedreht habe, es war einfach einen Zentimeter zu hoch. Nützt nichts, dann kommt der Bratenhalter eben wieder weg. Das Layout sah dann also so aus:
Links und rechts die Kohlekörbe, randvoll mit glühenden ProFagus Briketts. Unter der Gans war noch eine Schale (GN 1/2) mit Wasser, zu der komme ich gleich noch. In die Viereckpfanne habe ich noch den Hals und die Flügelspitzen gelegt. Grilltemperatur (am Deckel) waren etwa 170 Grad.
Nach einer Stunde habe ich die Gans gewendet, nach zwei Stunden kam die Pfanne weg und die Gans direkt auf den Rost. Durch die Wasserschale habe ich eine größere Sauerei vermieden, außerdem sorgte das Wasser für ausreichend Feuchtigkeit in der Kugel.
Nach insgesamt zweieinhalb Stunden habe ich mal die Kerntemperatur gemessen und bekam einen Schock: Die Gans war schon fertig und hatte 88°C am Schenkel! Die Gäste kamen aber erst eineinhalb Stunden später, also blieb nur eins: Radikal runterregeln. Mit beiden Schiebern nur einen winzigen Spalt offen war die GT bei etwa 100°C und das Tier durfte es sich noch etwas bequem machen.
In der Zwischenzeit ging es an die Sauce, Vorlage war das Rezept aus Webers Wintergrillen. Ich habe den größten Teil des Fetts aus der Wanne abgegossen und den Rest mit Gänsefond und Cidre aufgekocht. Der Hals kam zum auskochen dazu, die Flügelspitzen habe ich weggeworfen. Abgeschmeckt mit Thymian, Apfelessig, etwas Zucker und Salz und gebunden mit Stärke war die Sauce ein Traum. Nur muss man den Cidre ziemlich lange köcheln damit er die Kohlensäure verliert, eine spritzige Sauce wäre irgendwie seltsam. Dazu gab's noch Kartoffel- und Semmelknödel sowie Blaukraut.
Vor lauter Stress habe ich das Bild von der fertigen Gans vergessen, hier nur noch ein Tellerbild mit Flügel und einem kleinen Stück Brust:
Fazit / Manöverkritik:
Der Plan von dern knusprigen Gans ist leider aufgrund der 100-Grad-Phase nicht aufgegangen. Ich hätte dann zum aufknuspern die Temperatur nochmal erhöhen müssen, aber dazu hatte ich schlicht keine Zeit. Das war aber schon der einzige Kritikpunkt, ansonsten war die Gans wirklich spitze. Das Fleisch war herrlich zart und geschmacklich absolut top. Und das beste: Meine Küche stinkt jetzt nicht die nächsten zwei Wochen nach Gänsebraten!
Ab jetzt gibt's bei uns Gans nur noch vom Grill. Und beim nächsten Mal weiß ich auch dass 2 1/2 bis 3 Stunden reichen.
Nicht nur aus Tierschutzgründen wollte ich eine deutsche Freilandgans. Die bekam ich bei der Metro, sogar frisch und nicht gefroren. Da sich zunächst neun Gansesser angekündigt haben nahm ich das größte Tier, das ich finden konnte, es hatte (einschließlich Hals und Innereien) stolze 5,384 Kilo.
Gestern Abend habe ich die Gans vorbereitet: Innereien raus, abwaschen, innen und außen mit Salz und Pfeffer einreiben und dann nicht abgedeckt in den Kühlschrank. Heute füllte ich die Gans mit Äpfel, Zwiebeln und Thymian. Das ist das Tier:
Dann ging's ab auf den Grill. Ursprünglich wollte ich sie auf den Weber Bratenhalter legen und damit in die Viereckpfanne. Wie ich das Ding auch gedreht habe, es war einfach einen Zentimeter zu hoch. Nützt nichts, dann kommt der Bratenhalter eben wieder weg. Das Layout sah dann also so aus:
Links und rechts die Kohlekörbe, randvoll mit glühenden ProFagus Briketts. Unter der Gans war noch eine Schale (GN 1/2) mit Wasser, zu der komme ich gleich noch. In die Viereckpfanne habe ich noch den Hals und die Flügelspitzen gelegt. Grilltemperatur (am Deckel) waren etwa 170 Grad.
Nach einer Stunde habe ich die Gans gewendet, nach zwei Stunden kam die Pfanne weg und die Gans direkt auf den Rost. Durch die Wasserschale habe ich eine größere Sauerei vermieden, außerdem sorgte das Wasser für ausreichend Feuchtigkeit in der Kugel.
Nach insgesamt zweieinhalb Stunden habe ich mal die Kerntemperatur gemessen und bekam einen Schock: Die Gans war schon fertig und hatte 88°C am Schenkel! Die Gäste kamen aber erst eineinhalb Stunden später, also blieb nur eins: Radikal runterregeln. Mit beiden Schiebern nur einen winzigen Spalt offen war die GT bei etwa 100°C und das Tier durfte es sich noch etwas bequem machen.
In der Zwischenzeit ging es an die Sauce, Vorlage war das Rezept aus Webers Wintergrillen. Ich habe den größten Teil des Fetts aus der Wanne abgegossen und den Rest mit Gänsefond und Cidre aufgekocht. Der Hals kam zum auskochen dazu, die Flügelspitzen habe ich weggeworfen. Abgeschmeckt mit Thymian, Apfelessig, etwas Zucker und Salz und gebunden mit Stärke war die Sauce ein Traum. Nur muss man den Cidre ziemlich lange köcheln damit er die Kohlensäure verliert, eine spritzige Sauce wäre irgendwie seltsam. Dazu gab's noch Kartoffel- und Semmelknödel sowie Blaukraut.
Vor lauter Stress habe ich das Bild von der fertigen Gans vergessen, hier nur noch ein Tellerbild mit Flügel und einem kleinen Stück Brust:
Fazit / Manöverkritik:
Der Plan von dern knusprigen Gans ist leider aufgrund der 100-Grad-Phase nicht aufgegangen. Ich hätte dann zum aufknuspern die Temperatur nochmal erhöhen müssen, aber dazu hatte ich schlicht keine Zeit. Das war aber schon der einzige Kritikpunkt, ansonsten war die Gans wirklich spitze. Das Fleisch war herrlich zart und geschmacklich absolut top. Und das beste: Meine Küche stinkt jetzt nicht die nächsten zwei Wochen nach Gänsebraten!
Ab jetzt gibt's bei uns Gans nur noch vom Grill. Und beim nächsten Mal weiß ich auch dass 2 1/2 bis 3 Stunden reichen.



