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Kirchweihgans

Bratengriller

Grillkönig
Seit ich Besitzer eines Kugelgrills bin plane ich schon, irgendein Großgeflügel am Stück zu grillen. Aus der ganzen Pute zum Geburtstag wurde dann leider nur eine halbe, also war Kirchweih die nächste Gelegenheit: Eine Gans muss her.

Nicht nur aus Tierschutzgründen wollte ich eine deutsche Freilandgans. Die bekam ich bei der Metro, sogar frisch und nicht gefroren. Da sich zunächst neun Gansesser angekündigt haben nahm ich das größte Tier, das ich finden konnte, es hatte (einschließlich Hals und Innereien) stolze 5,384 Kilo.

Gestern Abend habe ich die Gans vorbereitet: Innereien raus, abwaschen, innen und außen mit Salz und Pfeffer einreiben und dann nicht abgedeckt in den Kühlschrank. Heute füllte ich die Gans mit Äpfel, Zwiebeln und Thymian. Das ist das Tier:
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Dann ging's ab auf den Grill. Ursprünglich wollte ich sie auf den Weber Bratenhalter legen und damit in die Viereckpfanne. Wie ich das Ding auch gedreht habe, es war einfach einen Zentimeter zu hoch. Nützt nichts, dann kommt der Bratenhalter eben wieder weg. Das Layout sah dann also so aus:
IMG_0810.jpg

Links und rechts die Kohlekörbe, randvoll mit glühenden ProFagus Briketts. Unter der Gans war noch eine Schale (GN 1/2) mit Wasser, zu der komme ich gleich noch. In die Viereckpfanne habe ich noch den Hals und die Flügelspitzen gelegt. Grilltemperatur (am Deckel) waren etwa 170 Grad.

Nach einer Stunde habe ich die Gans gewendet, nach zwei Stunden kam die Pfanne weg und die Gans direkt auf den Rost. Durch die Wasserschale habe ich eine größere Sauerei vermieden, außerdem sorgte das Wasser für ausreichend Feuchtigkeit in der Kugel.

Nach insgesamt zweieinhalb Stunden habe ich mal die Kerntemperatur gemessen und bekam einen Schock: Die Gans war schon fertig und hatte 88°C am Schenkel! Die Gäste kamen aber erst eineinhalb Stunden später, also blieb nur eins: Radikal runterregeln. Mit beiden Schiebern nur einen winzigen Spalt offen war die GT bei etwa 100°C und das Tier durfte es sich noch etwas bequem machen.

In der Zwischenzeit ging es an die Sauce, Vorlage war das Rezept aus Webers Wintergrillen. Ich habe den größten Teil des Fetts aus der Wanne abgegossen und den Rest mit Gänsefond und Cidre aufgekocht. Der Hals kam zum auskochen dazu, die Flügelspitzen habe ich weggeworfen. Abgeschmeckt mit Thymian, Apfelessig, etwas Zucker und Salz und gebunden mit Stärke war die Sauce ein Traum. Nur muss man den Cidre ziemlich lange köcheln damit er die Kohlensäure verliert, eine spritzige Sauce wäre irgendwie seltsam. Dazu gab's noch Kartoffel- und Semmelknödel sowie Blaukraut.

Vor lauter Stress habe ich das Bild von der fertigen Gans vergessen, hier nur noch ein Tellerbild mit Flügel und einem kleinen Stück Brust:
IMG_0813.jpg

Fazit / Manöverkritik:
Der Plan von dern knusprigen Gans ist leider aufgrund der 100-Grad-Phase nicht aufgegangen. Ich hätte dann zum aufknuspern die Temperatur nochmal erhöhen müssen, aber dazu hatte ich schlicht keine Zeit. Das war aber schon der einzige Kritikpunkt, ansonsten war die Gans wirklich spitze. Das Fleisch war herrlich zart und geschmacklich absolut top. Und das beste: Meine Küche stinkt jetzt nicht die nächsten zwei Wochen nach Gänsebraten!

Ab jetzt gibt's bei uns Gans nur noch vom Grill. Und beim nächsten Mal weiß ich auch dass 2 1/2 bis 3 Stunden reichen.
 

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Hallo Bratengriller,
schau doch mal bitte hier: Kirchweihgans. Da wirst Du fündig!
 
Sehr lecker schaut des aus
An so großes Geflügel habe ich mich noch nicht gewagt
Hast du klasse gemacht
 
Nein, nur Salz und Pfeffer. Ansonsten war an Gewürz nur Thymian in der Füllung.
 
Nein, nur Salz und Pfeffer. Ansonsten war an Gewürz nur Thymian in der Füllung.

Mach ich genauso, reicht m.M. nach völlig aus bei gutem Geflügel. Ich hätte die Gans zuletzt kurz im Backofengrill aufgeknuspert. Ansonsten ist es dir ja sehr gut gelungen.
 
Sehr lecker!

Da bekomme ich schon morgens Lust auf einen Gänsebraten.

Die Soße hört sich gut an und auf die Beilagen stehe ich auch.

PASST
 
Ich hätte die Gans zuletzt kurz im Backofengrill aufgeknuspert.
Ja das stimmt, das hätte geholfen. Allerdings wollte ich ja den Gästen zeigen, dass man eine Gans auch nur mit Holzkohle zubereiten kann. Da war mir also mein Stolz im Weg. Nachdem der Beweis jetzt erbracht ist kann ich bei der nächsten Gans auch den Backofen zuhilfe nehmen.

Ursprünglich war meine Idee ja, zusätzlich zum Kugelgrill den Säulengrill vorzubereiten. Dann hätte ich dort nochmal ordentlich Hitze machen können. Dieser Plan ist aber am miesen Wetter gescheitert, mit offen grillen war gestern nichts.
 
Das wird mein nächstes Projekt, eine Gans am Martinstag. Anregungen habe ich ja genug bekommen.
 
Schöner ausführlicher Bericht!
Bei meinem 47ger passt leider nur ne Ente drauf! Da ging's mir aber ähnlich. Zu Weihnachten vorm Gottesdienst aufgelegt, Kirche ist gleich neben an. Als wir nach 1 Stunde wieder kamen machte sich das Thermometer schon bemerkbar. Trotzdem saftig und lecker!
Gefält mir!
 
Das glaube ich, dass es mit einer Gans auf der 47er-Kugel eng wird. Gestern hätte ich mir eine 67er gewünscht... Ente habe ich noch nicht gegrillt, aber das kommt jetzt im Herbst oder Winter sicher auch mal. Da würde ich ganz ähnlich würzen (Salz, Pfeffer und Thymian), aber in die Füllung vielleicht noch ein paar Backpflaumen.

(Ich stell mir grad vor, wie ihr mit dem Funkthermometer in der Kirche hockt...)
 
Super gemacht! Es geht "immer besser" aber wann? ... gelungene Aktion :essen::
 
Sieht super lecker aus.
Ein paar Fragen dazu:
Was mit an der Art vielleicht fehlen würde, wäre ne richtige Gänsesauce.
Wenn ich im Ofen Gans mache, wird immer schön unter die Haut gestochen, dass das Fett abläuft.
Wie funktioniert dies auf dem Grill?
Im Backofen trenne ich am Ende Fett und Bratensaft und mache meine Sauce damit.
Hat man im Grill denn genügend "Material" dazu?
Ich wills auch gern versuchen, vermute aber, dass ich dazu ne Roti brauche, damit alles richtig gut unter den Deckel passt.
Das Fleisch Deiner Gans sieht jedenfalls toll und saftig aus.

Liebe Grüße
Rüdiger
 
Wie hoch war denn die Grilltemperatur während des recht kurzen Garvorgangs
Etwa 170 Grad (am Deckel).

Was mit an der Art vielleicht fehlen würde, wäre ne richtige Gänsesauce.
Die Sauce war schon recht gut und auch sehr "gänsig", wobei ich da mit einem Glas Gänsefond nachgeholfen habe (genaueres im ersten Beitrag). Wenn man die Sauce ausschließlich mit der eigenen Gans machen will müsste man beim Grillen Flüssigkeit zugeben, d.h. in meinem Fall den Cidre zur Gans kippen. Dann braucht man aber auf jeden Fall eine Konstruktion, bei der die Gans nicht in der Sauce gekocht wird, z.B. eine Schwedenschale oder eben eine Roti. Dass ich die Gans die ersten zwei Stunden direkt in der Viereckpfanne liegen hatte war ja auch nur eine Notlösung wegen Platzmangel.

Wie schon gesagt werde ich demnächst mal eine Ente grillen, dann versuche ich es mit dem Weber Bratenhalter und mache die Sauce direkt im Grill unter dem Vogel.
 
Ne Schwedenschale hab ich ja. Im Backofen hat man die Gans ja auch auf dem Rost über der Fettpfanne und nicht drin :)
Mit Gänsefond nachhelfen hab ich kein Problem mit. Aber nur Gänsefond schmeckt halt nach nix, deshalb ja meine Frage, wie mans am besten macht, um vernünftig Sauce zu bekommen.
Ich werd auf jeden Fall dieses Jahr eine Gans in der Kugel versuchen.
Ich werd früher oder später ALLES, was ich sonst so im Ofen mache, auf der Kugel versuchen -> selbst mal n Kuchen :)
Hey, einen Bisquit-Rauch-Teig hat sicher noch keiner versucht
 
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