Guten Morgen werte Teigfreunde,
schon lange nichts mehr gezeigt hier, aber das soll sich mit nachfolgendem Beitrag ändern. Das Ganze fand zwar schon vor ein paar Wochen statt, aber jetzt wollte ich endlich mal den Beitrag dazu verfassen
kurze Einleitung:
Vor kurzem haben wir bei einem Bierchen darüber sinniert, dass unser Backhäuschen nun seit etwa 10 Jahren besteht und wir bisher eigentlich keinen gültigen Versuch einer freigeschobenen Pizza unternommen haben. Das Backhaus wird bei uns i.d.R. zu Feiern (Geburtstag, usw.) geschürt, dann sind wir schnell bei >20 Personen (in "Vor-Corona-Zeiten" natürlich). Um die Leute dann einigermaßen gleichzeitig abzuspeißen, machen wir die Pizzen auf 60cm Blechen. Für den Pizzateig ist immer meine Mutter verantwortlich, entsprechend ist es ein Teig ala "man nehme ein Paket Hefe"
. Egal, der Teig ruht zwei Tage im Kühlschrank und bei >400°C im Backhaus gebacken schmeckt die Pizza trotzdem super. Nachdem ich vor etwa 1,5 Jahren hier im GSV mit dem Pizzavirus infiziert wurde und meine Pizzen wohl einigermaßen schmecken, wurde ich nun also verpflichtet, mal am Backhaus mein Glück zu versuchen.
Am Freitag wurde der Teig gebastelt. Nichts wildes, 63% Hydration und eine einfache 24h Gare sollten für den ersten Versuch herhalten. Der Teig selbst war nicht die Herausforderung, eher die Menge. Überlicherweise backe ich 6 Pizzen im Effe und mache meine Teige "No-Knead", das sind humane Mengen und das "vermischen" geht locker von der Hand. Nun sollte es 12 Pizzen geben, das gibt bei 285g Ballengewicht etwa 3,4kg Teig. Natürlich hätte man den Teig auch in zwei Durchgängen herstellen können, aber ich wollte sowieso mal (meine handwerklichen) Grenzen von No-Knead austesten. Nunja, im Nachhinein musste ich feststellen, war diese Grenze eher der Teigbehälter
.
Salz und Hefe (habe hier Caputo Trockenhefe, ich dosiere sie immer etwas großzügig, da sie für mein Empfinden nicht ganz so triebstark ist) im Wasser aufgelöst.
In der zweiten Schüssel das Mehl (90% Caputo Pizzeria, 10% Roggen-VK) vermischt.
Dann das Mehl etappenweise ins Wasser geben und mit dem Holzlöffel vermischen.
Dummerweise war die Schüssel zu klein für die Teigmenge und beim Mischen habe ich mehr Mehl wieder aus der Schüssel befördert als untergehoben.
Also umdisponiert, aus No-Knead wurde Low-Knead, den Schüsselinhalt auf die Arbeitsplatte gekippt und grob durchgeknetet (ca. 2min) bis alles grob verbunden war.
danach folgten 4 S+F Einheiten im Abstand von 30-60min.
So sollte der Teig dann seine Nacht im Keller verbringen. Auch wenn es auf dem Foto nicht so aussieht, die Schüssel war schon gut ausgefüllt vom Teig.
Im Keller hat es zur Zeit schätzungsweise 14-16°C, da ich etwas besorgt ob der möglichen Volumenzunahme war, habe ich nach 6h schonmal nach dem Teig gesehen und tatsächlich war der Teig schon ein gutes Stück gegangen (doch etwas viel Hefe). Also den Teig wieder mitgenommen, die Luft etwas rausgrdückt und in den Kühlschrank gestellt. Hier passte dann die Gare und der Teig hat nicht die Schüssel gesprengt.
Belohnung fürs (bisschen) Kneten
Am folgenden Samstag sollte gebacken werden.
Damit das Backhaus nicht nur für die paar Pizzen gefeuert wird, sollte es nachmittags noch ein paar andere Leckereien vom Blech geben: Dätscher (wer kennt das von euch?
), Flammkuchen, Rahmfladen. Das Anschüren am Morgen übernimmt mein Paps. Meine Eltern hatten nachmittags noch einen Termin, also übernahm ich das weitere Schüren und die Herstellung des Teigs für Rahmfladen und Flammkuchen zusammen mit Freundin und Schwester.
Der Ort des Geschehens. Ein einfacher Tunnelofen mit ca. 70 x 100cm Backfläche. Als wir den Ofen gebaut haben, kannte ich den GSV leider lange noch nicht, sonst hätten wir wahrscheinlich ein paar konstruktive Fehler beim Bau vermeiden können
Motto des Hauses
So genug des Vorgeplänkels, es folgen die Resultate (zunächst vom Nachmittag):
ein 60cm Blech Dätscher
und ein kleines 40cm Blech mit dem Teigrest
bei dem Flammkuchen ist uns ein kleines Missgeschick unterlaufen. Aufgrund mangelnder Kommunikation, haben wir Kinders den Teig von 800g Mehl auf ein 60cm Blech aufgerollt. Nur hat uns keiner verraten, dass der Teig eigentlich für zwei solcher Bleche gedacht ist. Entsprechend wurde aus dem dünnen, knusprigen Flammkuchen eher eine Flammpizza, römischer Art, oder so ähnlich
hier ist der Zarte
einmal angeschnitten. Geschmeckt hats trotzdem.
Für die Rahmfladen nehmen wir ne fertige Brotbackmischung der nur Wasser zugefügt wird, das taugt uns dafür. Für die Masse wird Schmand, Sauer Sahne und Brunch (je Kräuter und Paprika) vermischt. Zum Abschluss noch ein paar Speckwürfel.
vorne sieht man noch ein paar Exemplare mit einer Zwiebelmasse, die bei uns eigentlich auf Zwiebelkuchen kommt. Ist so das gleiche in klein.
Hier hat eigentlich schon das erste Fresskoma eingesetzt. Zur Bekämpfung selbigens gab es etwas angesetzte Schlehe, sodass am späteren Abend wieder etwas Platz für Pizza war.
Um meine Leut auch mit der Pizzabereitung vertraut zu machen, durfte meine Mum mit mir die Pizzen vorbereiten, Herr Vater hat gebacken.
der Arbeitsplatz mit felliger QS
nachfolgend ein paar der Pizzen in loser Reihenfolge, die Bilders von verschiedenen Leuten gemacht:
ein Ofenbild gibt es auch noch. Die Flamme im Ofen wurde etwas klein gehalten, so waren auch zwei Pizzen gut machbar. Backzeit war meist etwa 2,0 - 2,5min.
Geschmeckt hat die Pizza sehr gut. Durch die etwas längere Backzeit im Vergleich zum Effe waren die Pizzen krosser, auch der Boden war schön knusprig, mal eine willkommene Abwechslung
Der Rest des Abend wurde dann der Reduzierung der Bier- und Schnapsvorräte gewidmet
Soo, endlich fertig, doch etwas lang geworden. Danke fürs Anschauen, ich hoffe nicht zu sehr gelangweilt zu haben
Gruß Rainer
Ananas kommt uns trotzdem nicht auf die Pizza
oder in den Magen...
schon lange nichts mehr gezeigt hier, aber das soll sich mit nachfolgendem Beitrag ändern. Das Ganze fand zwar schon vor ein paar Wochen statt, aber jetzt wollte ich endlich mal den Beitrag dazu verfassen

kurze Einleitung:
Vor kurzem haben wir bei einem Bierchen darüber sinniert, dass unser Backhäuschen nun seit etwa 10 Jahren besteht und wir bisher eigentlich keinen gültigen Versuch einer freigeschobenen Pizza unternommen haben. Das Backhaus wird bei uns i.d.R. zu Feiern (Geburtstag, usw.) geschürt, dann sind wir schnell bei >20 Personen (in "Vor-Corona-Zeiten" natürlich). Um die Leute dann einigermaßen gleichzeitig abzuspeißen, machen wir die Pizzen auf 60cm Blechen. Für den Pizzateig ist immer meine Mutter verantwortlich, entsprechend ist es ein Teig ala "man nehme ein Paket Hefe"
. Egal, der Teig ruht zwei Tage im Kühlschrank und bei >400°C im Backhaus gebacken schmeckt die Pizza trotzdem super. Nachdem ich vor etwa 1,5 Jahren hier im GSV mit dem Pizzavirus infiziert wurde und meine Pizzen wohl einigermaßen schmecken, wurde ich nun also verpflichtet, mal am Backhaus mein Glück zu versuchen.Am Freitag wurde der Teig gebastelt. Nichts wildes, 63% Hydration und eine einfache 24h Gare sollten für den ersten Versuch herhalten. Der Teig selbst war nicht die Herausforderung, eher die Menge. Überlicherweise backe ich 6 Pizzen im Effe und mache meine Teige "No-Knead", das sind humane Mengen und das "vermischen" geht locker von der Hand. Nun sollte es 12 Pizzen geben, das gibt bei 285g Ballengewicht etwa 3,4kg Teig. Natürlich hätte man den Teig auch in zwei Durchgängen herstellen können, aber ich wollte sowieso mal (meine handwerklichen) Grenzen von No-Knead austesten. Nunja, im Nachhinein musste ich feststellen, war diese Grenze eher der Teigbehälter
.Salz und Hefe (habe hier Caputo Trockenhefe, ich dosiere sie immer etwas großzügig, da sie für mein Empfinden nicht ganz so triebstark ist) im Wasser aufgelöst.
In der zweiten Schüssel das Mehl (90% Caputo Pizzeria, 10% Roggen-VK) vermischt.
Dann das Mehl etappenweise ins Wasser geben und mit dem Holzlöffel vermischen.
Dummerweise war die Schüssel zu klein für die Teigmenge und beim Mischen habe ich mehr Mehl wieder aus der Schüssel befördert als untergehoben.
Also umdisponiert, aus No-Knead wurde Low-Knead, den Schüsselinhalt auf die Arbeitsplatte gekippt und grob durchgeknetet (ca. 2min) bis alles grob verbunden war.
danach folgten 4 S+F Einheiten im Abstand von 30-60min.
So sollte der Teig dann seine Nacht im Keller verbringen. Auch wenn es auf dem Foto nicht so aussieht, die Schüssel war schon gut ausgefüllt vom Teig.
Im Keller hat es zur Zeit schätzungsweise 14-16°C, da ich etwas besorgt ob der möglichen Volumenzunahme war, habe ich nach 6h schonmal nach dem Teig gesehen und tatsächlich war der Teig schon ein gutes Stück gegangen (doch etwas viel Hefe). Also den Teig wieder mitgenommen, die Luft etwas rausgrdückt und in den Kühlschrank gestellt. Hier passte dann die Gare und der Teig hat nicht die Schüssel gesprengt.
Belohnung fürs (bisschen) Kneten

Am folgenden Samstag sollte gebacken werden.
Damit das Backhaus nicht nur für die paar Pizzen gefeuert wird, sollte es nachmittags noch ein paar andere Leckereien vom Blech geben: Dätscher (wer kennt das von euch?
Der Ort des Geschehens. Ein einfacher Tunnelofen mit ca. 70 x 100cm Backfläche. Als wir den Ofen gebaut haben, kannte ich den GSV leider lange noch nicht, sonst hätten wir wahrscheinlich ein paar konstruktive Fehler beim Bau vermeiden können

Motto des Hauses
So genug des Vorgeplänkels, es folgen die Resultate (zunächst vom Nachmittag):
ein 60cm Blech Dätscher
und ein kleines 40cm Blech mit dem Teigrest
bei dem Flammkuchen ist uns ein kleines Missgeschick unterlaufen. Aufgrund mangelnder Kommunikation, haben wir Kinders den Teig von 800g Mehl auf ein 60cm Blech aufgerollt. Nur hat uns keiner verraten, dass der Teig eigentlich für zwei solcher Bleche gedacht ist. Entsprechend wurde aus dem dünnen, knusprigen Flammkuchen eher eine Flammpizza, römischer Art, oder so ähnlich

hier ist der Zarte
einmal angeschnitten. Geschmeckt hats trotzdem.
Für die Rahmfladen nehmen wir ne fertige Brotbackmischung der nur Wasser zugefügt wird, das taugt uns dafür. Für die Masse wird Schmand, Sauer Sahne und Brunch (je Kräuter und Paprika) vermischt. Zum Abschluss noch ein paar Speckwürfel.
vorne sieht man noch ein paar Exemplare mit einer Zwiebelmasse, die bei uns eigentlich auf Zwiebelkuchen kommt. Ist so das gleiche in klein.
Hier hat eigentlich schon das erste Fresskoma eingesetzt. Zur Bekämpfung selbigens gab es etwas angesetzte Schlehe, sodass am späteren Abend wieder etwas Platz für Pizza war.
Um meine Leut auch mit der Pizzabereitung vertraut zu machen, durfte meine Mum mit mir die Pizzen vorbereiten, Herr Vater hat gebacken.
der Arbeitsplatz mit felliger QS
nachfolgend ein paar der Pizzen in loser Reihenfolge, die Bilders von verschiedenen Leuten gemacht:
ein Ofenbild gibt es auch noch. Die Flamme im Ofen wurde etwas klein gehalten, so waren auch zwei Pizzen gut machbar. Backzeit war meist etwa 2,0 - 2,5min.
Geschmeckt hat die Pizza sehr gut. Durch die etwas längere Backzeit im Vergleich zum Effe waren die Pizzen krosser, auch der Boden war schön knusprig, mal eine willkommene Abwechslung

Der Rest des Abend wurde dann der Reduzierung der Bier- und Schnapsvorräte gewidmet

Soo, endlich fertig, doch etwas lang geworden. Danke fürs Anschauen, ich hoffe nicht zu sehr gelangweilt zu haben
Gruß Rainer
Ananas kommt uns trotzdem nicht auf die Pizza



