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Pimp My Herder (Marke egal)

Rübennase

Dauergriller
10+ Jahre im GSV
Das Thema ist eigentlich irreführend, pimpen heißt ja eigentlich verschönern oder aufmotzen. Aber mir geht es häufig so daß mir die gelieferte Standardware nicht recht gefällt. Wenn mich dann mal der Hafer sticht, wetze ich raus in den Schuppen und baue mir ein Messer etwas um. Alles sehr amateurhaft, die Messermacher dürfen mich ruhig auslachen. Wer ebenso "positiv verrückt" ist, kann gern seine Umbauten und Entwürfe zeigen, ich lasse mich sehr gern inspirieren. Wenn man selber Hand anlegt, wird sowieso jedes Exemplar individuell anders ausfallen. Und das ist gut so.

Als erstes gefiel mir der Windmühlen Yatagan nicht. Auf den Produktfotos schon, aber bereits als ich ihn zum ersten Mal in die Hand nahm, war er schlecht ausbalanciert. Geschnitten hat das Messer gut, auch und besonders in unsere Küchentücher. Ich glaube ich habe am Anfang drei oder vier von unseren "wertvollsten" ( GöGa...) Abtrockentüchern zerschlitzt. Man fängt ja am Griff an abzutrocknen und zieht das Tuch die Klinge entlang zur Spitze. Da sich das Blatt beim Yatagan stark verbreitert, war eben schnell mal ein Schlitz im Tuch (und zweimal im Daumen). Das Ding flog in die nächste Ecke und war Jahrelang vergessen.

Irgendwann dachte ich daran den Yatagan etwas handlicher zu machen, die Klinge auf ca. 130mm zu verkürzen und den ursprünglichen Schwung so ungefähr wieder herzustellen. Ich habe leider keinen original großen Yatagan mehr zum Vergleich, denn der gefiel mir ja in natura schon beim Erstkontakt nicht.

Das Ergebnis ist sehr handlich und eines meiner meistbenutzten Lieblingsmesser. Ein wenig wie im Mittelalter. Der C-Stahl paßt da natürlich wie die Faust aufs Auge.

Fortsetzung folgt...

Peter
 

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Als zweites kam mein ältestes Buckelsmesser auf die Werkbank. Ich bin bekennender Fan der französischen Laguiole Messerform, also der lang gezogenen Hechtklinge. Mein erstes Buckels sah nicht mehr schön aus und war ein ideales Versuchsobjekt. Im wesentlichen habe ich nur den hohen Buckel abgetragen, bis es mir genug erschien.

Das Ergebnis ist ein erstaunlich gut schneidendes Messer bei ausreichender Stabilität. Man kann zwar damit nicht gut Marmeladenreste aus dem Glas kratzen, und harte Butter streichen ist auch nicht mehr, aber für alle feinen Schneidaufgaben ist das "Laguiole-Buckels" um Größenordnungen besser geeignet als das Original. Insbesondere die allg. Küchenaufgaben erledigt es wie ein nimmermüder Tausendsassa. Wenn ich nicht so faul wäre, würde ich mir sofort noch ein rostendes Buckels umbauen. Den hohen Buckel abzuschleifen (bei ausreichender Kühlung) ist eine ganz schöne Viecherei...
Aber das Ding steht ganz oben auf meiner Liste für die "einsame Insel".

:wiegeil:

Peter
 

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"Man fängt ja am Griff an abzutrocknen und zieht das Tuch die Klinge entlang zur Spitze." Wenn man jede Seite einzeln abtrocknet und dabei Richtung Messerrücken zieht, kann eigentlich nichts passieren. Wenn man den Messerrücken mit dem Tuch umschließt und dann durchzieht, dann schneidet man ins Tuch, besonders beim Yatagan, das zur Spitze hin breiter wird und geschwungen ist, passiert das unwillkürlich.

Am gelungensten finde ich das Rückenspitz, weil hier auch die Funktion voll erhalten bleibt. Das yatagan ist von der Form her auch schön. Schade finde ich, dass die Länge des ursprüglichen Messers verschwunden ist. Das umgebaute Buckels gefällt mir nicht so, weil es jetzt eher zum Steakmesser wird und sich zum Streichen von Broten weniger eignet. Schmaler werden die Messer durch Verschleiß und Schleifen ganz alleine, vor allem Carbonklingen.

Ich hab das auch schon gemacht, aber nicht mit teuren Herdermessern sondern mit günstigen Tchiboklingen. Da hab ich dann den ganzen Griff ausgewechselt. Die Klinge ausgedünnt usw. Das fiel mir schon schwer von einem fertigen Messer die Griffschale zu entfernen. Mittlerweile hab ich den Schluss gezogen, die Messer lieber gleich ganz selbst zu bauen (außer dem Härten).
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, am Anfang macht man halt solchen Blödsinn, wenn man es nicht besser weiß. Das Rückenspitz gefiel mir nicht mit der hochgezogenen Spitze. Mein Exemplar hat ja noch einen sehr alten Klingenstempel und war mein Erstkontakt mit der berühmten Windmühlen-Härterei... Die Klinge ist nach backbord verzogen. Ohne die hohe Spitze fällt es weit weniger auf. Zusammen mit meiner Vorliebe für Laguiole war das Ding schnell abgeschliffen und begradigt.

Das Laguiole Buckels schaut vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig aus, schneidet aber wie Gift. Das Ding ist ebenbürdig zu meinen besten Carbon Klassikern, vielleicht wegen der konvexen Schneide.

Grüße,

Peter
 

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"Das Laguiole Buckels schaut vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig aus, schneidet aber wie Gift." Das Buckels schneidet ja schon sehr gut und ist sehr dünn. Wenn du dann noch die Hälfte der Klingenbreite wegnimmst, wird die Klinge an der Spitze nochmal zur Hälfte dünner. Kein Wunder, dass dein Umbau nochmal besser schneidet.
 
Da im Moment im Messerbereich wenig los ist, zeig ich hier mal meine Tchibomesserumbauten. Eigentlich sind es eher Neubauten mit dem Material von Tchibomessern, ähnlich wie in der Antike große Bauten als Steinbruch gedient haben. Denn weder Griff noch Klinge erinnert noch an Tchibo. Bei beidem wurde grundlegende Veränderungen vorgenommen.

Das Chefmesser Nr.1 - Originalzustand siehe hier.
Es handelt sich um ein geschmiedetes Standardchefmesser mit Bart/Kropf und Eichenholzgriffschalen Natur. Insgesamt eigentlich sauber verarbeitet. Auch der Schliff und Schwung der Schneide waren in Ordnung. Die Klingengeometrie war nicht nur Tchiboüblich gar nichts d.h. die Wate war viel zu dick, sodass von leichtem Schneiden nicht die Rede sein kann. Die Eiche war mir zu grob, der Bart hindert nur und mach das Messer kopflastig, und die Griffform war mir zu traditionell.

Also habe ich den Bart weggeflext, sodass nur noch die Edelstahlzwinge stehen blieb. Zweitens habe ich die Klinge bis zur Nagelgängigkeit bzw. Fingergängigkeit (nicht nur der harte Nagel, sondern auch der weiche Finger schafft durch seitlichen Druck eine (kleine) Auslenkung der Klinge) ausgedünnt. Jetzt schneidet die Klinge natürlich superleicht, ist aber auch entsprechend empfindlich. Beim Entfernen der Griffschalen zeigte sich, dass der Erl nicht massiv war, sondern wahrscheinlich um Gewicht zu sparen durch größere Löcher durchbrochen war. Dadurch war der Veränderung der Griffform Grenzen gesetzt. Statt der Eiche benutzte ich wilde Pflaume mit Ahornpins. Die wilde Pflaume hatte ich von einem Gärtner der im Innenhof des Blocks gegenüber, Pflege und Sägearbeiten durchführte. Hätte ich nicht gefragt, wäre der Ast wohl in den Häcksler gewandert.
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Das Kochmesser Nr. 2 - Originalzustand siehe hier.

Ausgangspunkt ist ein gestanztes Tranchierbesteck, das mir auffiel, weil die Klinge und der Schliff schon im Usprungszustand dünn war. Trotzdem schnitt das Messer überraschenderweise erbärmlich schlecht. Obwohl es im Laden dünn aussah, war die Wate einfach noch einen Ticken zu dick, um gut zu schneiden. Das Ausdünnen ging aber um einiges leichter als bei anderen Messern. Jetzt schneidet es sensationell leicht, ist dafür aber empfindlich. (Harte Brotkruste sollte man meiden). Die Griffschalen kamen ab und der Erl wurde gekürzt. Der Griff besteht aus einer Ebenholzzwinge, Ahorn und wilder Pflaume. Der Balancepunkt liegt bei beiden Messern auf der Zwinge, also direkt vor der Klinge.

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Wenn jemand Interesse an den Messern hat, soll er sich über PN melden.
 

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Schicke Teile :thumb2: :wiegeil: Wenn ich mich nicht erst vor kurzem "Vollausgestattet" hätte, würdest du jetzt eine PN haben ;)
 
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