Servus zusammen,
ich halte euch hier mal über mein neues Projekt am Laufenden, ich versuche, aus den Trauben von unserer Terrassenüberdachung Wein zu produzieren. Ich habe 3 Stöcke Pinot Noir eingepflanzt, welche einen Teil (ca. 25qm) unserer Terrasse überspannen.
Zunächst: ich habe keinen Plan von Weinherstellung oder ähnlichen Prozessen, aber ich trinke sehr gerne Wein. Einige Freunde (ebenfalls wein-affin) habe ich über das Projekt eingeweiht, deren Erwartungshaltung liegt irgendwo zwischen Rousseau und Romanée-Conti, daher bin ich auf eure Unterstützung hier angewiesen.
Am 23. September habe ich die Trauben geerntet, die nicht von meiner Frau zu Saft gemacht wurden.
Es kamen knappe 20 Kilo dabei raus. Mein Plan war es, die Beeren nicht zu entrappen, damit der Wein durch den Gerbstoff der Zweige mehr Struktur bekommt. Meine Kids haben geholfen, die Beeren mit den Händen anzuquetschen:
Im Anschluss haben wir noch den Zuckergehalt des Mostes gemessen:
94 Oechsle sind ein meiner Meinung nach ziemlich perfekter Wert. Wenn die Hefen den Zucker komplett verstoffwechseln (was ich hoffe), würden rechnerisch 12,8% Alkohol entstehen, was für Pinot ein idealer Wert wäre.
Jetzt zur ersten radikalen Entscheidung:
ich habe mich gegen Reinzuchthefen entschieden, ich schaue mal, ob die Fermentation so auch gut läuft. Nach 3 Tagen hat sie gestartet. Ich hoffe, dass sich die richtigen Hefen durchsetzen
Auch geschwefelt habe ich bisher nicht, die Maische gärt also mehr oder weniger recht unkontrolliert vor sich hin. Das ganze steht aufgeteilt auf zwei Gärbehälter nun in meinem Naturweinkeller und ich erfreue mich am ständigen Blubbern der Gärung.
Nun meine ersten Frage:
Es gibt zwei Ansichten: einmal wird davon gesprochen, dass man die festen Bestandteile der Maische (Beerenhäute, Zweige etc. ), also den Tresterhut, immer wieder (bis zu zwei mal täglich) unter die sich bildende Flüssigkeit drücken soll. Pigeage nennt man das, die Vorteile wären halt mehr Extraktion.
Mein Problem damit ist, dass ich nicht weiß, ob ich durch den ständigen Sauerstoffkontakt den ich beim Öffnen des Gärbehälters verursache, dem Wein einen Gefallen tue. Oxidation bräuchte ich in diesem Stadium natürlich nicht, und ich habe ja (zumindest bisher) nicht geschwefelt. Also: soll ich den Prozess eurer Meinung nach immer wieder durchführen oder soll ich den Wein in Ruhe vergären lassen?
Ein paar weitere Fragen werden sich im Laufe der Zeit noch auftun, ich hoffe, ihr könnt mich unterstützen.
ich halte euch hier mal über mein neues Projekt am Laufenden, ich versuche, aus den Trauben von unserer Terrassenüberdachung Wein zu produzieren. Ich habe 3 Stöcke Pinot Noir eingepflanzt, welche einen Teil (ca. 25qm) unserer Terrasse überspannen.
Zunächst: ich habe keinen Plan von Weinherstellung oder ähnlichen Prozessen, aber ich trinke sehr gerne Wein. Einige Freunde (ebenfalls wein-affin) habe ich über das Projekt eingeweiht, deren Erwartungshaltung liegt irgendwo zwischen Rousseau und Romanée-Conti, daher bin ich auf eure Unterstützung hier angewiesen.

Am 23. September habe ich die Trauben geerntet, die nicht von meiner Frau zu Saft gemacht wurden.
Es kamen knappe 20 Kilo dabei raus. Mein Plan war es, die Beeren nicht zu entrappen, damit der Wein durch den Gerbstoff der Zweige mehr Struktur bekommt. Meine Kids haben geholfen, die Beeren mit den Händen anzuquetschen:
Im Anschluss haben wir noch den Zuckergehalt des Mostes gemessen:
94 Oechsle sind ein meiner Meinung nach ziemlich perfekter Wert. Wenn die Hefen den Zucker komplett verstoffwechseln (was ich hoffe), würden rechnerisch 12,8% Alkohol entstehen, was für Pinot ein idealer Wert wäre.
Jetzt zur ersten radikalen Entscheidung:
ich habe mich gegen Reinzuchthefen entschieden, ich schaue mal, ob die Fermentation so auch gut läuft. Nach 3 Tagen hat sie gestartet. Ich hoffe, dass sich die richtigen Hefen durchsetzen

Auch geschwefelt habe ich bisher nicht, die Maische gärt also mehr oder weniger recht unkontrolliert vor sich hin. Das ganze steht aufgeteilt auf zwei Gärbehälter nun in meinem Naturweinkeller und ich erfreue mich am ständigen Blubbern der Gärung.
Nun meine ersten Frage:
Es gibt zwei Ansichten: einmal wird davon gesprochen, dass man die festen Bestandteile der Maische (Beerenhäute, Zweige etc. ), also den Tresterhut, immer wieder (bis zu zwei mal täglich) unter die sich bildende Flüssigkeit drücken soll. Pigeage nennt man das, die Vorteile wären halt mehr Extraktion.
Mein Problem damit ist, dass ich nicht weiß, ob ich durch den ständigen Sauerstoffkontakt den ich beim Öffnen des Gärbehälters verursache, dem Wein einen Gefallen tue. Oxidation bräuchte ich in diesem Stadium natürlich nicht, und ich habe ja (zumindest bisher) nicht geschwefelt. Also: soll ich den Prozess eurer Meinung nach immer wieder durchführen oder soll ich den Wein in Ruhe vergären lassen?
Ein paar weitere Fragen werden sich im Laufe der Zeit noch auftun, ich hoffe, ihr könnt mich unterstützen.
