• Du musst dich registrieren, bevor du Beiträge verfassen kannst. Klicke auf Jetzt registrieren!, um den Registrierungsprozess zu starten. Registrierte User surfen werbefrei, können Suchen durchführen und sehen die volle Darstellung des Forums mit vielen anderen Unterforen!!!

Projekt Pinot Noir

BeepBeepImAJeep

Knife of the Round Table
15+ Jahre im GSV
Servus zusammen,

ich halte euch hier mal über mein neues Projekt am Laufenden, ich versuche, aus den Trauben von unserer Terrassenüberdachung Wein zu produzieren. Ich habe 3 Stöcke Pinot Noir eingepflanzt, welche einen Teil (ca. 25qm) unserer Terrasse überspannen.
Zunächst: ich habe keinen Plan von Weinherstellung oder ähnlichen Prozessen, aber ich trinke sehr gerne Wein. Einige Freunde (ebenfalls wein-affin) habe ich über das Projekt eingeweiht, deren Erwartungshaltung liegt irgendwo zwischen Rousseau und Romanée-Conti, daher bin ich auf eure Unterstützung hier angewiesen. :)

IMG_5635.jpeg



Am 23. September habe ich die Trauben geerntet, die nicht von meiner Frau zu Saft gemacht wurden.

IMG_5657.jpeg


IMG_5666.jpeg



Es kamen knappe 20 Kilo dabei raus. Mein Plan war es, die Beeren nicht zu entrappen, damit der Wein durch den Gerbstoff der Zweige mehr Struktur bekommt. Meine Kids haben geholfen, die Beeren mit den Händen anzuquetschen:

IMG_5661.jpeg


IMG_5664.jpeg



Im Anschluss haben wir noch den Zuckergehalt des Mostes gemessen:

IMG_5734.jpeg


94 Oechsle sind ein meiner Meinung nach ziemlich perfekter Wert. Wenn die Hefen den Zucker komplett verstoffwechseln (was ich hoffe), würden rechnerisch 12,8% Alkohol entstehen, was für Pinot ein idealer Wert wäre.

Jetzt zur ersten radikalen Entscheidung:
ich habe mich gegen Reinzuchthefen entschieden, ich schaue mal, ob die Fermentation so auch gut läuft. Nach 3 Tagen hat sie gestartet. Ich hoffe, dass sich die richtigen Hefen durchsetzen :)
Auch geschwefelt habe ich bisher nicht, die Maische gärt also mehr oder weniger recht unkontrolliert vor sich hin. Das ganze steht aufgeteilt auf zwei Gärbehälter nun in meinem Naturweinkeller und ich erfreue mich am ständigen Blubbern der Gärung.

IMG_5754.jpeg



Nun meine ersten Frage:
Es gibt zwei Ansichten: einmal wird davon gesprochen, dass man die festen Bestandteile der Maische (Beerenhäute, Zweige etc. ), also den Tresterhut, immer wieder (bis zu zwei mal täglich) unter die sich bildende Flüssigkeit drücken soll. Pigeage nennt man das, die Vorteile wären halt mehr Extraktion.
Mein Problem damit ist, dass ich nicht weiß, ob ich durch den ständigen Sauerstoffkontakt den ich beim Öffnen des Gärbehälters verursache, dem Wein einen Gefallen tue. Oxidation bräuchte ich in diesem Stadium natürlich nicht, und ich habe ja (zumindest bisher) nicht geschwefelt. Also: soll ich den Prozess eurer Meinung nach immer wieder durchführen oder soll ich den Wein in Ruhe vergären lassen?


Ein paar weitere Fragen werden sich im Laufe der Zeit noch auftun, ich hoffe, ihr könnt mich unterstützen.
 
Hallo BeepBeepImAJeep,
schau doch mal bitte hier: Projekt Pinot Noir. Da wirst Du fündig!
 
Interessant.
Viel Spaß. :thumb2:

Während das schön gärt und blubbert, kannst du den Hut ruhig druntermischen, da bildet sich beim Umrühren soviel Co2, dass da kein Sauerstoff drankommt.

Ich habe auch schon Wein gemacht.......gewirkt hat er gut, geschmeckt auch....aber nicht gut. :D
 
Interessant.
Viel Spaß. :thumb2:

Während das schön gärt und blubbert, kannst du den Hut ruhig druntermischen, da bildet sich beim Umrühren soviel Co2, dass da kein Sauerstoff drankommt.

Ich habe auch schon Wein gemacht.......gewirkt hat er gut, geschmeckt auch....aber nicht gut. :D

Danke, das ist schonmal eine wichtige Info für mich!
 
Bisheriger Status:

beide Fässer gären munter vor sich hin. Einmal habe ich im Gärverschluss Wasser nachgefüllt, außerdem hebe ich alle 2-3 Tage den Tresterhut wieder unter die Maische.

Meine nächsten Aufgaben und Entscheidungen:
1. Wenn der Most nicht mehr gärt, werde ich versuchen herauszufinden, wieviel Restzucker noch enthalten ist. Hierfür bräuchte ich vermutlich ein Refraktometer, was ich (noch :D) nicht habe. Oder gibt es außer meiner Zunge (ich denke schon, dass ich den Restzuckergehalt auf 2-3g genau bestimmen könnte) verlässlichere Methoden?
2. Ziehe ich den Saft nur von den festen Bestandteilen ab oder soll ich die komplette Maische noch durchpressen vor dem Umzug? Mir würde eine Presse zur Verfügung stehen, die mit Wasserdruck betrieben wird, ansonsten natürlich auch wieder meine Hände.
3. Da ich (bisher) nicht geschwefelt habe, stellt sich die Frage, ob ich das tun soll. Meine Vermutung ist, dass bei einem reinen Abzug des Saftes ohne Pressen möglicherweise auf das Schwefeln verzichtet werden kann, da sich der Sauerstoffkontakt und die damit einhergehende Oxidationsgefahr im Rahmen halten sollte. Wenn ich mich zum Pressen entscheide, werde ich um leichtes Schwefeln nach dem Abziehen wohl nicht herum kommen.

Ich freue mich auf eure Meinungen zu meinen nächsten Entscheidungen :)
 
Zurück
Oben Unten