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Pulled Pork aus China Büchse mit Garraum Minion: es klappt!

joes

Militanter Veganer
5+ Jahre im GSV
Zeit zu schlafen

Dem Herrn Minion sei Dank!:zzz:
 

udoborg

Grillkönig
5+ Jahre im GSV
Hallo,

nachdem ich nun schon recht lange nichts mehr von mir hören lies, wird es einfach mal wieder Zeit über eine Vergrillung zu berichten. Nicht, dass ich in der Zwischenzeit nicht gegrillt hätte! Aber meist eben Standards, wie Rippchen, Steaks, oder Nackenschnitzel und Bratwürste. Nichts also, was sich zu berichten lohnen würde. Oh, halt doch, das war noch was: Ich hatte ein Edeka „T-Bone Steack“.
Sah eigentlich lecker aus, war aber leider mehr für Carpaccio geschnitten, obwohl ich es wirklich nur ganz kurz auf der geile kubanischen Kohle angegrillt habe, (ehrlich!), war die dünnere Seite schon durch. Mist.

Aber nun zu dem, was ich eigentlich berichten will:

Pulled Pork aus der China Büchse mit Garaum-Minion.

Nachdem mein erster Versuch ja grandios in die Hose gegangen war (siehe hier: http://www.grillsportverein.de/foru...rk-experiment-ein-desaster.128535/#post606957) hatte ich ja einen Versuch mit Messung gestartet (http://www.grillsportverein.de/foru...m-minion-mit-china-buechse.129523/#post619892) um rauszufinden wie es optimal geht.

Lange habe ich auf eine Gelegenheit gewartet, um die Theorie dann endlich in die Praxis umzusetzen, aber letzten Sonntag war dann endlich die Gelegenheit dazu: Wir hatte ca. 12 Leute bei uns zum „public viewing“ bei uns zu Hause.

Also schnell beim Schlachthof Lauf einen Schweinenacken geholt. Die Zeit war zu kurz um in richtig ziehen zu lassen, also habe ich ihn nicht nur gerubt, sondern vorher mit einer Tinktur aus Apfelsaft, Rum, Praktirub II, Habanerosauce und Salz ausgiebig gespritzt. Dann in den Kühli für den Rest des Tages.


Hier der Kandidat vor der Einlagerung: Gerubt, gespritzt, gewickelt.

Anhang anzeigen 88271


Um 22:00 sollte Start sein. Da mein letztes (gelungenes) PP fast 20h gebraucht hatte, und nach dem Spiel, also gegen 18:00 Uhr gegessen werden sollte, sollte die Planung auf alle Fälle reichen.

Zuerst habe ich schön sorgfältig das Minion angerichtet:

Anhang anzeigen 88272

Verwendet habe ich Profagus Grillis und Buchenholzbrocken für den Rauch. Insgesamt waren das ca. 70 Brekkies à 30g macht ca. 2kg Kohle. Unter den einen Holzwürfel hatte ich meinen Referenz-Sensor platziert, um zu sehen wann die Glut dort ankommt. Das sind dann 53cm Minion. Aus meiner letzten Messung hatte ich eine Glut-Ausbreitungs-Geschwindigkeit von 16cm/h ermittelt, mal sehen, ob diesmal wieder das Gleiche rauskommt. Am Anfang des Minion ist ein etwas größeres Häufchen Kohle. Da ich den Minion direkt in der Kugel starte, mit Anzünden von Holzwollewürstchen unter der Kohle, soll der initiale Haufen die Kiste schneller hochheizen.

Startbereit:

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Der Nacken platziert, verkabelt, bereits zur Zündung. (Natürlich kommt der Nacken wieder runter beim Anzünden und erst wieder drauf, wenn die Anzünder verbrannt sind)

Dann die Kiste zu, ein Bierchen aufgemacht und die laue Sommernacht genossen.
Ein halbes Bier später schon Temperaturalarm!!! Die GT ist auf 120° gestiegen und das innerhalb von nur 15min! Mist, was ist da los? Meine schlimmste Befürchtung: die glut ist auf den anderen (Rück-)zweig übergesprungen, oder die Holzstückchen haben die Glut zu schnell weitergetragen und es steht schon wieder der komplette Minionring in Flammen! gb0008

Deckel auf, Ursachenforschung:

Kein Wasser in der Wanne! gb0009

Ok, kochendes Wasser nachgefüllt, die Gt ist runter auf 100°C. ich gehe jetzt ins Bett und vertraue meinem Setup.

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5:30 Uhr:

Ich bin aufgewacht und die Neugierde plagt mich, ich muss dringend mal nach dem PP sehen:

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GT: 120°C
KT: 71°C

Der Minionring ca. zu 2/3 abgebrannt.

Geil! Läuft prima, da kann ich gleich wieder ins Bett.

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8:00 Uhr:

GT: 90°C
KT: 78°C

Der Minionring ist fast am Ende, die GT ist abgefallen. Ich habe jetzt aber keine Zeit, ich muß zum lauffen. Also nur schnell ein paar Kohlen reingeschmissen, damit er die nächsten paar Stunden übersteht. Keine Bilder.


10:10 Uhr:

Bin nun geduscht und frisch wie der junge Morgen!

Und mein PP?

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Sieht auch gut aus!

GT: 106°C
KT: 92°C

Ein bisschen braucht er wohl noch, also die ganze Chose raus, die Asche raus und eine Reihe Minon aufsetzen für den die restlichen paar Stunden. Ist wohl noch mal etwa 1kg Kohle.

12:30 Uhr:

Hurra, KT = 95°C!!!

Viel früher als gedacht, nach nur 14h30!

Jetzt muß ich das Teil noch für 4h warmhalten!
Es wird ja immer berichtet von der Methode mit der Kühlbox und den heissen Wasserflaschen. Also eine leere Aldi- Wasserflasche genommen, kochendes Wasser eingefüllt und - doch was ist das???? gb0004
Die blöde Flasche schrumpelt mit dem heissen Wasser total zusammen und ist plötzlich nur noch ein Haufen Plastik. Mist, also die Wärmflaschen rausgekramt und gefüllt, allerdings habe ich da nur eine.

Nach einer Stunde war die Temperatur in der Box auf 50°C abgesackt, da war mir das Risiko zu groß, dass das Fleisch zu kalt wird. Da habe ich das ganze lieber in den BO und den auf 70° eingestellt.


So, und nun das Ganze in grafischen Messdaten aufbereitet:

Anhang anzeigen 88277

Das Gezappel bei (1) ist entstanden, als ich Wasser eingefüllt habe, da mein Heißwasserkocher nur 1.5l fasst, musste ich zweimal nachfüllen. Den grossen Temperaturunterschied zwischen den ersten 4h und der zweiten Hälfte kann ich mit nicht wirklich erklären. Eine Möglichkeit wäre, dass dadurch, dass der GT Sensor eher auf der rechten Seite platziert war, die gemessene Temperatur anstieg als die Glut die rechte Seite erreichte. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Abbrandgeschwindigkeit im Kurveninneren vielleicht höher ist und dadurch mehr Kohlen gleichzeitig brennen. Auf alle Fälle hängt der Anstieg mit der Ankunft der Glut an der rechten Seite zusammen, das kann man schön am Anstieg des Sensors „54cm Marke“ bei (2) erkennen. Ich werde wohl nächstes Mal zwei GT Sensoren nehmen, einen links und einen rechts.

Aus der Kurve des Sensors „54cm Marke“ (2) bis (3) kann man noch etwas rauslesen:
Zum einen: die 54cm waren nach gut 4h erreicht. Das macht ca. 13cm/h, das korreliert mit für diesen Versuchsaufbau hinreichender Genauigkeit mit den letztes Mal gemessenen 16cm/h.
Zum Anderen: Nach ca. 2h40 (3) ist die Kohle an der Stelle des Sensors abgebrannt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass immer ca. 34cm Kohle gleichzeitig brennen, also etwa 16 Brekkies oder 500g Kohle.

Ok, aber weiter im Verlauf:

Um 5:30 Uhr (4) der „guten Morgen, was macht mein PP?“ Peak. Dann ging aber ab 7:00Uhr die GT nach unten. Das kann wieder der oben Beschriebene Effekt sein, dass die Glut nun auf die andere Seite wandert, der Sensor aber eher rechts ist. Wahrscheinlicher ist aber, dass das einfach das Erreichen des Endes der Kohlenschlange ist.
Wenn man den Glutfortschritt mit 16cm/h rechnet. Dann ist rechnerisch um 6:30Uhr die Glut am Ende der Schlange angekommen. Würde mit dem Beginn des Absinkens der GT zusammenpassen.

Kurz nach 8:00 Uhr (5) habe ich dann ein paar Kohlen nachgeschmissen, das hat bis 10:00 Uhr gehalten, dann hatte ich auch Zeit, und habe alles rausgeräumt und neu aufgesetzt (6).

Naja und um 12:30 Uhr (7) war es dann soweit: KT = 95°C !!!

Dauer: 14h48

Aber der schöne Graf gibt noch was her:
Der Beweis für „If you're looking you ain’t cooking“.

Man kann es deutlich sehen bei den beiden Kohlenachlege Zeitpunkten (5) und (6).

Beim ersten Mal (5) war der Deckel 4min geöffnet. Die Kerntemperatur brach in den nächsten 20min um ca. 1°C ein und hatte erst nach 40min wieder den alten Wert erreicht.

Beim zweiten Mal (6) war der Deckel 15min offen und das PP sogar nach außen auf den Tisch gelegt.
In der Folge brach die KT in den nächsten 50min um 7,5°C ein und hatte erst nach 1h10 wieder den alten Wert erreicht.

Hier das Ganze rausvergrößert und bemaßt:

Anhang anzeigen 88278

Ob das nun heißt, dass einmal Deckel öffnen den Garprozess wirklich um 1h zurückwirft, weiß ich nicht, aber der Einbruch auf die GT ist schon signifikant. Was man aber auch sehen kann, das einmal kurz (< 1 min) Deckel lupfen um zu kucken, nix ausmacht. Offensichtlich ist der Effekt der, dass das heiße PP an die beim offenen Deckel kalte Aussenluft die Energie abstrahlt.


Fazit:

Es geht! Garaum Minion in der Chinabüchse geht!
Es ist eine wunderbar entspannte Art PP zu machen, man kann beruhigt die ganze Nacht durchschlafen. Geil!

Was würde ich anders machen:
1. einen zweiten GT Sensor rein.
2. Am Schluß der Brekkies Schlange ein paar Brekkies mehr auflegen, um den Abfall der Temperatur am Ende noch rauszuzögern.
3. Wiegen nachher und Pullbilder nicht vergessen. :)


Grüße

Gunther

Hab ich auch schon so gemacht. Funktioniert einwandfrei. Ich hatte allerdings nicht die Möglichkeit das so akkurat festzuhalten.

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