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Rehreste verDOpft

12oven

Landesgrillminister
15+ Jahre im GSV
Waren da doch noch Reste des Rehs von letztem Sommer im Gefrierschrank! Was ich aus einer der Keulen gemacht hatte, hatte ich hier mal vorgestellt.
Nun waren noch der Träger (vulgo Hals) und die vier Waden übrig. Ich hatte mal irgendwo ein Rezept für geschmorte Rehwaden gelesen, da hieß es u.a. "nicht von den Sehnenhäuten befreien, sonst fällt das Fleisch vom Knochen". Und für den Hals habe ich nirgends ein Rezept gefunden. Also was tun mit dem vermutlich zähen Zeug? Ach was, der DOpf kann vieles, also ran an das Fleisch.
Nach dem Auftauen habe nicht "klassisch" gebeizt, sondern experimentiert und mit braunem Rohrzucker und grobem Meersalz eingerieben, in Folie gewickelt und über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.
Am Sonntag sollte es dann losgehen.
Also Wurzelgemüse (Zwiebeln, gelbe Rüben, Petersilienwurzel, Sellerie, Lauchzwiebel) zurecht geschnitten, dazu ein paar Nelken, Wacholderbeeren, Pimentkörner und zwei zerdrückte Knoblauchzehen vorbereitet.
Hier die vorbereiteten Zutaten, nur die Worcestershiresauce fehlt auf dem Bild:
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Dann habe ich den Dutchie vorgeheizt, das Fleisch noch mit etwas süßem Pimenton de la Vera (geräucherter spanischer Paprika - geiles Zeug!) bestreut und von allen Seiten angebraten:
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Dann das Fleisch raus und das Wurzelwerk im Bratenansatz angebraten:
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Dann habe ich das Fleisch dazu gegeben, drei EL Worcestershiresauce, eine Flasche dunkles Bier und 0,5 l Gemüsebrühe drübergekippt, ein paar Lorbeerblätter rein, den DOpf mit 25 Grillies auf ca. 175°C eingestellt und ihn arbeiten lassen.
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Nach gut eineinhalb Stunden war eine neue Brikettladung fällig, nach ca. drei Stunden sah das dann so aus:

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Derweil hatte ich frische Semmelknödel mit Kräutern aus dem Garten und kleinen Speckwürfeln und ein Apfelblaukraut (Blaukraut, Apfelwürfel, Nelken, Lobeerblätter, mit etwas Griebenschmalz, Zimt und Apfelbalsamessig abgeschmeckt) als Beilagen gemacht.

Das Fleisch aus den DOpf, in Jehova gewickelt, das Wurzelwerk abgeseit und passiert, den Soßenansatz einreduziert, einen Schuß Tomatenketchup dazu, 70%ige Schokolade wohldosiert einschmelzen lassen ( das mache ich bei Wildsoßen immer wieder gerne), mit kalter Butter aufmontiert und mit etwas Kartoffelstärke die Soße angedickt.

Auf dem Teller sah das Ganze dann so aus:
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Zäh war da nix mehr, hat allen richtig gut geschmeckt und am Träger war mehr Fleisch dran als vermutet.
Das hat dann mit den übrig gebliebenen Knödeln am Tag drauf noch ein feines Gröstel ergeben.

Viel Spaß beim Schauen!

Gruß
12oven
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo 12oven,
schau doch mal bitte hier: Rehreste verDOpft. Da wirst Du fündig!
 
Es ist zwar früh am Morgen, aber das könnte ich jetzt trotzdem verputzen!
So ein Dopf ist einfach klasse. :thumb1:
Weiterhin gutes Gelingen!

Gruß Frank
 
Sieht sehr lecker aus und hört sich auch klasse an.

So eine Portion könnte ich jetzt zum Kaffee gut gebrauchen :D
 
Moin Moin !

SEHR LECKER !!!

Sag mal bitte, die Soße hast du auch komplett im DO gezaubert?

Gruß Dieter
 
...

Sag mal bitte, die Soße hast du auch komplett im DO gezaubert?

Gruß Dieter

Soßen im Dopf mache ich immer dann, wenn die Briketts noch genug Power dazu haben. Die sollte schon sein, v.a. wenn man einreduzieren will.
War diesmal der Fall.
Also die Kohlen vom Deckel komplett zu den anderen unter den DOpf, die passierte Soße wieder rein, ohne Deckel (damit die Flüssigkeit verdampfen kann) einreduzieren und dann die Prozedur mit Butter montieren, Schokoschmelze etc. wie oben beschrieben beendet.
Sind die Kohlen schon zu weit verglüht, mache ich das etwas unsportlicher auf dem Herd in der Küche, denn da rentiert sich m.E. keine neue Brikettanfeuerung.
Übrigens: der Hauch von Schokoladennote in der Soße kommt immer wieder bei der Mitmapfgemeinde gut an!

Gruß
12oven
 
Zuletzt bearbeitet:
OK, danke für die Anleitung!

Ich muß mich da wohl auch mal rantrauen, bisher gab es immer alles so aus dem DO, also mit Bratensaft.......Pott auf´n Tisch und los geht´s!

Gruß Dieter
 
OK, danke für die Anleitung!

Ich muß mich da wohl auch mal rantrauen, bisher gab es immer alles so aus dem DO, also mit Bratensaft.......Pott auf´n Tisch und los geht´s!

Gruß Dieter

Eine richtige Soße ist m.E. immer besser als die Bratensuppe mit dem Gemüsematsch drin! (Außer bei Schichtfleisch)
Trau Dich nur, die paar Minuten Mehrarbeit rentieren sich!

Gruß
12oven
 
Einen Teller davon zu mir bitte. :thumb1:

Mindestens!

Und ich kann nicht garantieren, dass ich keinen Nachschlag haben wollen würde. ;)

Nee, mal im ernst:
Das liest sich so gut und schaut auch so gut aus, dass ich hier bei mir wirklich mal schauen werde, wo ich mal unmariniertes Wild herbekommen kann.
(Man glaubt es kaum, aber ich seh hier bei mir fast nur vormariniertes oder Gulasch und unser Jäger hier spricht so heftigen Dialekt, da brauch ich noch nen Dolmetscher...)
 
...
So eine Portion könnte ich jetzt zum Kaffee gut gebrauchen :D

Hmm, das mit dem Kaffee bringt mich gerade auf eine Idee: beim nächsten Wildgericht einmal Kaffee anstatt Schokolade in die Soße einbauen. :balulicht:
Bei Schweinebratensoße mache ich das fast immer, warum habe ich das bei Wild eigentlich noch nicht probiert? :confused:
Vorgemerkt!

Gruß
12oven
 
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