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Rindfleisch lagern

Hast recht, die obige Liste lässt ja keinen Vergleich zu bei den vielen unterschiedlichen Rassen. Evtl. meint der Kollege aber die Tatsache, dass die vorderen Plätze fast alle von sehr lange gereiftem Fleisch belegt sind ?

Deine beschriebene Testanordnung würde wirklich eine objektive Einschätung erlauben. Ich bin mal gespannt, wer das mal so durchführt ;-) (Wann fahr ich eig. das nächste Mal Fleisch kaufen ?? ;-) )

Labor ? Ok, schon interessant, aber es geht doch in erster Linie um Geschmack und Zartheit und das sind ja auch wiederum sehr subjektive Empfindungen.

btw. bei deinem genialen dry aged beef sortelst du natürlich auch auf ganz anderen Geschmacksebenen. Lediglich beim Metzger in unserer ital. Partnergemeinde hab ich bisher so etwas tolles bekommen.
Wirklich ein tolles Projekt das bei Dir da läuft :daumenhoch:

Neben verschiedenen Rassen, Geschlecht und Alter wurde auch trocken und nass gemischt. Was man aus diesem Test mitnehmen kann ist, längere Lagerzeit führt nicht automatisch zu besserem Aroma, Zartheit, Saftigkeit und Aussehen. Bei dem argentinischen Fleisch wird das sehr deutlich, denn das wird imho fast ausschliesslich nass gereift und mit 3 Monaten MHD geliefert. Hier der Test GrillZeit 1/2010 .

Im Labor kann man die Zartheit gut testen. Es lässt sich die Kraft messen, die man benötigt um die Faser zu trennen. Aus Drucktests sind gut geeignet. Die Belastung mit Mikroben/unerwünschten Bakterien lässt sich nur im Labor testen. Damit will ich nicht sagen, dass diese innerhalb des MHD zu unmittelbaren gesundheitlichen Schäden führen, jedoch verändern sie den Geschmack.

Zum Anfang zurück. Die von mir beschriebene Testanordnung wurde von mir entwickelt und auch durchgeführt. Die Ergebnisse habe ich mit den Studien aus Nordamerika verglichen und bin zu den gleichen Ergebnissen gekommen. Wenn man dann noch solche Typen wie den Grillschlurch als Tester hat, der die Reifezeit auf den Tag am Geschmack erkennen kann, dann hilft das richtig weiter ;-)

Danke das Dir mein Projekt "Auf der Suche nach dem perfekten Fleisch" gefällt. Der Zuspruch von einigen Usern hier im GSV, einiger bekannter Experten, Züchtern, Uni und selbstverständlich vom "besten Metzger der Welt" (das hört und liesst er nicht gern) treibt mich an. Hätte ich vorher gewusst, wie viel Arbeit und Geld das kostet, hätte ich es vermutlich nicht gestartet. Am Ende möchte ich Fleisch haben, dass in Gechmack/Aroma, Textur, Saftigkeit und Optik Note2 oder besser ist. Hoffentlich reicht die Zeit.

:bbq4you_drinks:

bbq4you
 
Ich muß im März beruflich nach Belgien und werde mir von dort ein paar Stangen Rinderfett mitbringen. Fleischreifung im Fett gilt immer noch als Geheimtip (wird aber von vielen Gastronomen gemacht, da der Aufwand nicht groß ist) und wurde hier von Cruiser schon mal mit Palmfett vorgeführt.

Wenn man relativ frisch geschlachtetes Rind bzw. mit langem MHD sauber in Fett eingießt, halte ich das für besser als "Naßvakuum" (Temperaturpuffer), und trocken reifen - wer kann das schon.
Steht eh schon lange auf meiner Vorhabenliste.
 
Interessanter Thread! Darf ich mal eine Zwischenfrage stellen? Wie gehe ich denn mit dem arg. Fleisch aus der Metro um? Ich habe gestern das (vakuumierte) arg. Filet gekauft. Schlachttag war lt. Aufdruck der 28.12.2010.
Das vom Lieferanten angegebene Haltbarkeisdatum (...bei -1 bis +2° : 30.4.2011) hat die Metro - wie üblich - um einen Monat reduziert "...bei unter 3° mindestens haltbar bis: 01.04.11".
Ich bin immer wieder verwundert über diese langen Zeiträume. Die ergeben sich sicher aus der Verbindung Temperatur und Vakuum. Gilt denn auch bei diesen Stücken, dass der ideale Verzehrzeitpunkt dann nahe dem MHD liegt...und welches MHD sollte ich dann zur Bestimmung des Verzehrdatums heranziehen? Ich bin für jeden Tip dankbar und bin da wahrscheinlich nicht ganz alleine, weil ja doch einige GSV´ler Fleisch in der Metro kaufen.

Man unterscheidet im wesentlichen zwischen MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) und Verbrauchsdatum. MHD bedeutet, das Produkt kann ohne wesentliche Geschmacks- und Qualitätseinbußen und/oder gesundheitliche Risiken gegessen werden. Auch nach dem Erreichen des MHD darf es zum Verzehr angeboten werden. Verbrauchsdatum bedeutet bei Überschreitung besteht eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit und solche Produkte dürfen nicht mehr im Handel sein.

Wenn alles gut gelaufen ist, kann man das Fleisch aus dem Grossmarkt auch nach 3 Monaten essen, es kann aber zu Qualitätsverlusten kommen. Deshalb rate ich nach 4 Wochen zu Portionieren und vakuumiert schockfrosten. Der Prozess kommt dadurch fast vollständig zum Stillstand. Wenn man das erste Stück zubereitet hat kann man erkennen wie weit das Fleisch ist und die nächsten Stücke dann eine Woche lang unter 3°+ im Kühlschrank auftauen.

Bei mir gilt die Regel, Aroma/Geschmack, Saftigkeit und Aussehen gehen vor Zartheit. Die kann man durch die Zubereitungsform und den Schnitt verbessern. Die anderen Faktoren kann ich als Verbraucher nicht beeinflussen.

:bbq4you_drinks:

bbq4you
 
Ich bedanke mich für die ausführliche Antwort und den Link zum Test! :thumb2:
In der Faschingswoche bin ich wieder in Söll. Ich werde - trotz der beschriebenen schlechten Aussichten - die Metzgereien in Kufstein und Umgebung heimsuchen und verzichte dafür auch gern auf :abfahrt:
 
Wenn alles gut gelaufen ist, kann man das Fleisch aus dem Grossmarkt auch nach 3 Monaten essen, es kann aber zu Qualitätsverlusten kommen. Deshalb rate ich nach 4 Wochen zu Portionieren und vakuumiert schockfrosten. Der Prozess kommt dadurch fast vollständig zum Stillstand.

:bbq4you_drinks:

bbq4you


Vielen Dank an bbq4you für seine detailierten Ausführungen.

Heute geht die nächste Ladung in den Smoker. Mal schauen, ob sich das Fleisch schon gändert hat

Nun zurück zum Rezept am Anfang des Fred. Ich habe das Original Rezept nochmals gelesen. Ja, 55 °C ist zu hoch. Die Kerntemperatur sollte 50°C sein. Ich werde heute das Thermometer im Fleisch drin stecken lassen, wenn ich das Fleisch auf der Glut fertig bruzzle. Mal schauen, ob die Kerntemperatur noch ansteigt während den letzten 30 Sekunden pro Seite.
 
Vielen Dank an bbq4you für seine detailierten Ausführungen.

Heute geht die nächste Ladung in den Smoker. Mal schauen, ob sich das Fleisch schon gändert hat

Nun zurück zum Rezept am Anfang des Fred. Ich habe das Original Rezept nochmals gelesen. Ja, 55 °C ist zu hoch. Die Kerntemperatur sollte 50°C sein. Ich werde heute das Thermometer im Fleisch drin stecken lassen, wenn ich das Fleisch auf der Glut fertig bruzzle. Mal schauen, ob die Kerntemperatur noch ansteigt während den letzten 30 Sekunden pro Seite.


Für mich gehören solche Sachen wie "man darf ein Steak nicht durchbraten sonst wird es zäh" zu Überlieferungen aus dem Volksmund. Aus meine Erfahrungen kann ich sagen, ein gutes Steak ist auch bei einer KT von 70° zart, nur etwas mehr durch. Hier ein Beispiel für Fleisch, dass bei eine KT von knapp 65° weich und saftig war, obwohl man über dieses Stück sagt, es muss durchgebraten sein, damit weich und zart ist http://www.grillsportverein.de/forum/threads/rinderkugel-oder-eigenfettdoping.137909/page-2 .

Mache mal ein Bild von dem Fleisch im Rohzustand.

:bbq4you_drinks:

bbq4you
 
Leider hat das Vakuumieren dem Fleisch nicht gut getan. Ich habe ja mit ca. 2 Kilo angefangen, schöne Rouladen geschnitten und in 2 er Portionen vakuumiert, Nach dem Vakuumieren sind die Teile nun anstatt 3 cm nur noch 1 cm dick, dafür flach, und entsprechend ist die Temperatur Messung nicht aussagekräftig. Ich habe das Fleisch bei 50°C aus der Garkammer genommen, gewürzt (49 °C), in der Feuerbox auf den Grill gelegt 30 Sekunden- keine Reaktion, nach eine Minute wieder °50C dann umdrehen, nach einer weiteren Minute 52°C, wegnehmen, Treppe rauf, auf Teller verteilen: Jetzt steht das Thermometer bei 60°C.

Die Lagerung von einer zusätzlichen Woche hat das Fleisch geschmacklich nicht geschadet (immer noch sehr guter, starker "Rindfleisch Geschmack"), vielleicht etwas zarter (subjektiv ???)

Wir haben bald Gäste: Somit, ganz klar: Nochmals so ein Stück kaufen, in der Originalpackung das Fleisch am Stück bis 28 Tage nach Schlachtung reifen lassen und dann kurz vor Gebrauch in 3 cm dicke Scheiben schneiden und auf den Grill.

Ich melde mich dann wieder (mit Fotos)

Peter
 
so, los gehts. Habe heute ein 2.2 kg schweres Entrecote gekauft. Schlachtdatum 3. März. Liegt jetzt im Kühlschrank, an einem Stück, original eingeschweisst.

Da bleibt das Fleisch jetzt noch ca. 25 Tage liegen. ich melde mich dann wieder, wenn es so weit ist mit Bilder.

Peter
 
Servus Peter,

und - wie ist der Test aufgegangen - würde mich interessieren.

Grüße, Wolfram
 
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