Liebe Essensbegeisterte,
letztes Wochenende war es endlich soweit - der erste Sternebesuch im heurigen Jahr stand an. Die Wartezeit hatte endlich ein Ende
Weil wir Nachbarn haben die noch in Milano wohnen (lange Geschichte) waren wir Sie noch mal besuchen bevor sie weiterziehen. Da sie ähnlich food-addicted wie wir sind wurde das ganze Wochenende gegessen und getrunken was Mailand so hergibt. Und das war durch die Bank echt gut… jedoch toppte der Besuch im Abba alles!
Fabio Abbatista (der Koch und Eigentümer als auch Namensgeber) hat sich einen Michelin-Stern erkocht welcher aus meiner Sicht absolut verdient ist. Das Lokal ist hypermodern aber absolut stilsicher elegant eingerichtet, das Team im Service ist jung und megaambitioniert. Es hat genau 8 Tische - also ca. 40 Plätze im Lokal, obwohl bei engerer Bestuhlung / Tischaufstellung sicher 100% mehr möglich wären. Für mich ein Qualitätsmerkmal
Wir hatten 10 Gänge mit Weinbegleitung (welche sehr italienlastig aber trotzdem sehr gut war) und verbrachten für das Spektakel 3,5 Stunden was mir echt flott ging - aber keinesfalls unangenehm, aufdringlich oder drängend umgesetzt wurde.
Der Sommelier sprach komischerweise Italienisch, was mir das Mitschreiben eher schwierig machte… auf kurze Nachfrage ob sie uns die Weine verschriftlichen könnten kam ein herzliches „Si, volentieri!“ Vor dem Verlassen des Restaurants bekamen die beiden Paare jeweils einen Umschlag mit einer rasch getippten Weinkarte des Abends - vorbildlich wie der gesamte Service! Aber genug geschrieben, ab jetzt gibts die Fotodoku für euch - denn Bilder sagen mehr als tausend Worte
Zu allererst mal das Menü:
Zu Deutsch:
Raviolo mit Mustia-Käse und schwarzem Guanciale (luftgetrockneter Schweinebackenspeck)
Avocado und Erdbeeren
Mit Feigenmost glasierte Aubergine
Felsenbarbe und Timut-Pfeffer
Sepia (Tintenfisch) und Topinambur
Risotto mit geräucherter Renke und Bärlauch
Gegrilltes Rindfleisch
Karotten-Grapefruit-Sorbet mit Anis
Schokoladensoufflé mit Eis von verbrannter Orange
Süße Focaccia mit Safran und Zitrusfrüchten
Pugliese Focaccia mit Kartoffeln
Brot aus Dinkel-, Weizen- und Roggenmehl
Dazu die 6 Weine:
Und gleich ab zu den ersten beiden Gängen:
Das Raviolo im Hintergrund war knusprig, der Guanciale sehr stark.
Die marinierten Erdbeeren an sich traumhaft - aber mit dem Avocadoeis einfach himmlisch. Welch ein gelungener Einstand!
Aubergine
Der Auberginenwürfel war im Ganzen ausgeschnitten, allseitig scharf angebraten um dem Ganzen Halt zu geben und dann langsam mit Feigenmost glasiert - absolut gelungen.
Als nächstes kommt die Felsenbarbe
Handwerklich absolut hervorragend - Crunch und perfekten Garpunkt auf so wenig Volumen zu vereinigen hat mich absolut beeindruckt.
Tintenfisch
Extrem fein gearbeitet, das Topinamburmousse unter dem Sepia macht es richtig rund. Dazu Brot
Das Risotto - ich bitte um Entschuldigung…
Es duftete dermaßen intensiv dass ich meine Gabel nicht unter Kontrolle hatte - daher fehlt rechts oben schon etwas…
Wir lieben Risotto und essen es definitiv 2x / Monat mit den unterschiedlichsten Begleitern - aber ein derart starkes kannte ich bis vor kurzem nicht.
Das Rind
Im ersten Anschein muht das Ding noch wenn sich eine Gabel nähert. Rein optisch für uns zu bleu - geschmacklich absolut gut! Kräftiger Rauch, das intensive Rind hält perfekt dagegen, das Grün am Teller hätte ich als Agresti im Gedächtnis (ohne Anspruch auf Richtigkeit) und waren ein Erlebnis. Wirklich starke Mitte!
Der Neutralisator
Das Sorbet musste richtig gegessen werden - hat mir aber keiner gesagt
Standalone war das Sorbet beinahe ungenießbar - da sehr Anis- und Grapefruitlastig und kräftig! Aber dann kam die Erleuchtung - mit den Karotten die darunter lagen wurde es richtig stimmig, die Süße der Karotten neutralisierte die Aggressivität des Sorbets - und machte diesen Gang zu einem Erlebnis. Klingt komisch, aber für mich war das der stärkste Gang des Abends.
Das erste Dessert
Das war leider der schwächste Gang - nicht weil das Souffle nicht perfekt mit der verbrannten Orange harmoniert hätte sondern weil er viel zu viel war! Das sagte aber auch Abbatista als er durchs Lokal ging und mit den Gästen plauderte. Sie haben noch kein kleineres Schälchen gefunden welches das perfekte Oberflächen-/Volumenverhältnis für ihr Souffle bietet - aber sie sind dran.
Der Abschluss
Das Foccacia war geil, das Eis hatte eine cremige Tiefe die ich so noch nicht erlebt habe. Sounds like Paco-Jet
Alles in allem ein toller Abend mit einem absolut professionellen Team und einem herzerfrischend ehrlichen Chef, der noch dazu total sympathisch rüberkommt.
Wir kommen wieder
letztes Wochenende war es endlich soweit - der erste Sternebesuch im heurigen Jahr stand an. Die Wartezeit hatte endlich ein Ende

Weil wir Nachbarn haben die noch in Milano wohnen (lange Geschichte) waren wir Sie noch mal besuchen bevor sie weiterziehen. Da sie ähnlich food-addicted wie wir sind wurde das ganze Wochenende gegessen und getrunken was Mailand so hergibt. Und das war durch die Bank echt gut… jedoch toppte der Besuch im Abba alles!
Fabio Abbatista (der Koch und Eigentümer als auch Namensgeber) hat sich einen Michelin-Stern erkocht welcher aus meiner Sicht absolut verdient ist. Das Lokal ist hypermodern aber absolut stilsicher elegant eingerichtet, das Team im Service ist jung und megaambitioniert. Es hat genau 8 Tische - also ca. 40 Plätze im Lokal, obwohl bei engerer Bestuhlung / Tischaufstellung sicher 100% mehr möglich wären. Für mich ein Qualitätsmerkmal
Wir hatten 10 Gänge mit Weinbegleitung (welche sehr italienlastig aber trotzdem sehr gut war) und verbrachten für das Spektakel 3,5 Stunden was mir echt flott ging - aber keinesfalls unangenehm, aufdringlich oder drängend umgesetzt wurde.
Der Sommelier sprach komischerweise Italienisch, was mir das Mitschreiben eher schwierig machte… auf kurze Nachfrage ob sie uns die Weine verschriftlichen könnten kam ein herzliches „Si, volentieri!“ Vor dem Verlassen des Restaurants bekamen die beiden Paare jeweils einen Umschlag mit einer rasch getippten Weinkarte des Abends - vorbildlich wie der gesamte Service! Aber genug geschrieben, ab jetzt gibts die Fotodoku für euch - denn Bilder sagen mehr als tausend Worte

Zu allererst mal das Menü:
Zu Deutsch:
Raviolo mit Mustia-Käse und schwarzem Guanciale (luftgetrockneter Schweinebackenspeck)
Avocado und Erdbeeren
Mit Feigenmost glasierte Aubergine
Felsenbarbe und Timut-Pfeffer
Sepia (Tintenfisch) und Topinambur
Risotto mit geräucherter Renke und Bärlauch
Gegrilltes Rindfleisch
Karotten-Grapefruit-Sorbet mit Anis
Schokoladensoufflé mit Eis von verbrannter Orange
Süße Focaccia mit Safran und Zitrusfrüchten
Pugliese Focaccia mit Kartoffeln
Brot aus Dinkel-, Weizen- und Roggenmehl
Dazu die 6 Weine:
Und gleich ab zu den ersten beiden Gängen:
Das Raviolo im Hintergrund war knusprig, der Guanciale sehr stark.
Die marinierten Erdbeeren an sich traumhaft - aber mit dem Avocadoeis einfach himmlisch. Welch ein gelungener Einstand!
Aubergine
Der Auberginenwürfel war im Ganzen ausgeschnitten, allseitig scharf angebraten um dem Ganzen Halt zu geben und dann langsam mit Feigenmost glasiert - absolut gelungen.
Als nächstes kommt die Felsenbarbe
Handwerklich absolut hervorragend - Crunch und perfekten Garpunkt auf so wenig Volumen zu vereinigen hat mich absolut beeindruckt.
Tintenfisch
Extrem fein gearbeitet, das Topinamburmousse unter dem Sepia macht es richtig rund. Dazu Brot
Das Risotto - ich bitte um Entschuldigung…
Es duftete dermaßen intensiv dass ich meine Gabel nicht unter Kontrolle hatte - daher fehlt rechts oben schon etwas…
Wir lieben Risotto und essen es definitiv 2x / Monat mit den unterschiedlichsten Begleitern - aber ein derart starkes kannte ich bis vor kurzem nicht.
Das Rind
Im ersten Anschein muht das Ding noch wenn sich eine Gabel nähert. Rein optisch für uns zu bleu - geschmacklich absolut gut! Kräftiger Rauch, das intensive Rind hält perfekt dagegen, das Grün am Teller hätte ich als Agresti im Gedächtnis (ohne Anspruch auf Richtigkeit) und waren ein Erlebnis. Wirklich starke Mitte!
Der Neutralisator
Das Sorbet musste richtig gegessen werden - hat mir aber keiner gesagt

Standalone war das Sorbet beinahe ungenießbar - da sehr Anis- und Grapefruitlastig und kräftig! Aber dann kam die Erleuchtung - mit den Karotten die darunter lagen wurde es richtig stimmig, die Süße der Karotten neutralisierte die Aggressivität des Sorbets - und machte diesen Gang zu einem Erlebnis. Klingt komisch, aber für mich war das der stärkste Gang des Abends.
Das erste Dessert
Das war leider der schwächste Gang - nicht weil das Souffle nicht perfekt mit der verbrannten Orange harmoniert hätte sondern weil er viel zu viel war! Das sagte aber auch Abbatista als er durchs Lokal ging und mit den Gästen plauderte. Sie haben noch kein kleineres Schälchen gefunden welches das perfekte Oberflächen-/Volumenverhältnis für ihr Souffle bietet - aber sie sind dran.
Der Abschluss
Das Foccacia war geil, das Eis hatte eine cremige Tiefe die ich so noch nicht erlebt habe. Sounds like Paco-Jet

Alles in allem ein toller Abend mit einem absolut professionellen Team und einem herzerfrischend ehrlichen Chef, der noch dazu total sympathisch rüberkommt.
Wir kommen wieder